Ich heiße „BAHOUWA“ und ich stamme aus „AFFÊHKRO“. Nach 15 Monaten im Bauch meiner Mutter bin ich in einer polygamen Familie an einem Montag, gegen 3 Uhr 15 Minuten geboren, als alle schliefen. Meine Mutter hat die Wehen nicht überlebt und seither hasst mich meine ganze Familie, weil ich für sie für den Tod meiner Mutter verantwortlich war und weil sie nicht ruhig schlafen konnten.
Monday, 19. March 2012
Mein Leben
Mit sechs Jahren zwang mich mein Vater, ganz allein unser Reisfeld, vier Kilometer vom Dorf entfernt, vor Webervögeln zu schützen. Sie werden in meiner Muttersprache „N’djôlè“ genannt. Jeden Tag lief ich ganz allein 4 km, einmal morgens 6 Uhr und um 18 Uhr beim Rückmarsch. Ich wurde von meinem Vater geschlagen, wenn die Vögel etwas Reis aßen. Am nächsten Tag weckte er mich um 5 Uhr und ich musste wieder diese Entfernung laufen. Für den Fall, dass mir jemand weh tun wollte, empfahl mir mein Vater, dass ich sagen sollte, dass ich der Sohn vom Herren „PATAPAH“ bin, dann würde derjenige schon von mir ablassen.
Zuerst wollte er nicht, dass ich zur Schule ging. Seiner Meinung nach war ich nicht klug genug und die Mühe wäre verschwendet. Eines Tages änderte er seine Meinung und ich durfte doch zur Schule. Aber ich war inzwischen 13 Jahren alt und so der älteste Schüler meiner Klasse, deswegen bestach mein Vater den Bürgermeister und mein Alter wurde von 13 Jahren auf 6 verringert. Zum Glück wirkte ich sehr jung, so dass es nicht auffiel. Gott sei Dank war ich sehr gut in der Schule und bestand erfolgreich alle Prüfungen. Leider habe ich meinen Grundschulabschluss wiederholen müssen; die Hexenmeister waren bestimmt mit meinem Scheitern zufrieden. Am folgenden Jahr bestand ich diese Prüfung.
In der Realschule, hoffte ich, dass mein Leid nun ein Ende habe, aber das war nicht der Fall. Meine Familie sagte immer, dass ich ein Kind sei, das immer Pech habe. Sie hielten mich für nicht normal. Ich war an allem schuld, wenn etwas fehlte oder nicht gut funktionierte. Deswegen wurde ich immer geschlagen. Trotzdem hatte ich immer viel Erfolg in der Schule und war unter den Besten.
Als ich in der 3. Klasse war traf ich das erste Mal Paula, die Schwiegertochter meiner Tante BLOU, die einzige Verwandte in meiner Familie, die mich liebte. Sie hatte Hochzeit eines Onkels dekoriert und wollte, dass Paula und ich auch bei der Ausschmückung helfen. So befreundete ich mich mit PAULA und wir besuchten uns gegenseitig. Alle Jungen, die PAULA anmachen wollten, baten mich zuerst um Erlaubnis. Denen sagte ich immer, sie können machen, was sie wollen.
Eines Tages beim Studieren verführte mich Paula und sie erreichte es, dass wir Geschlechtsverkehr hatten. Das hätte ich mir niemals vorstellen können, ich bereute es sehr. Ich sagte ihr, dass es besser wäre, dass wir uns nicht wiedersehen würden. Ich schrieb dieses Datum in meinem Tagebuch. Zwei Tage später ging sie zum Studium nach Abidjan.
Eines Tages, als ich gerade lernte, stürzte plötzlich mein Vater herein, ging auf mich los und fing an, mich zu schlagen. Ich schrie vor Schmerzen und weinte fast alle meine Tränen. Mein Vater rief: „Du hast Paula geschwängert! “ Er jagte mich aus dem Haus. Ich flehte meinen Vater an, bleiben zu können, aber seine Entscheidung war unwiderruflich. Ich nahm also meine Sachen und ging auf den Markt des Dorfes zu, um dort die Nacht zu verbringen. Ich hatte niemanden, der mir helfen konnte, denn meine Mutter war schon gestorben. Schon damals war ich für ihren Tod verantwortlich gemacht worden. Am nächsten Tag telefonierte meine Tante BLOU mit meinem Vater und wollte mich dringend sprechen. Da ich nicht da war, wollte sie am Abend wieder anzurufen. Inzwischen war ich mit meinen Sachen noch einmal nach Hause zurück gekommen, um meinen Vater anzuflehen, mich wieder aufzunehmen. Er fragte mich, warum ich gekommen sei und fügte hinzu, dass meine Tante mit mir telefonieren wollte. Bis zu ihrem Anruf dürfe ich hier bleiben, dann solle ich mich wieder davon machen.
Am Abend rief meine Tante an und fragte, ob ich mich an das Datum unseres Geschlechtsverkehrs erinnere. „Vor 2 Wochen“, antwortete ich. Sie sagte, dass Paula schon im zweiten Monat sei und dass sie wisse, dass ich nicht der Vater des Kindes sein konnte, ihre Schwiegertochter sei leichtfertig. Sie versprach mir alles zu tun um mich zu entlasten, denn sie wusste, dass ich respektvoll und klug bin. Sie wusste auch, dass mein Vater und die anderen Mitglieder der Familie mich misshandelten. Danach erzählte sie meinem Vater, was sie wusste und er nahm mich wieder zu Hause auf. Trotzdem bin ich, wegen des Geschlechtsverkehrs geschlagen worden.
Drei Tage später jagte der sehr strenge Vater von Paula sie zu meinem Vater: „Ich brauche Geld für die Abtreibung. Mein Vater verlangt es, damit ich mein Studium fortsetzen kann.“ Mein Vater weigerte sich, das Geld zu geben und PAULA musste zu ihrem Vater zurückkehren. Meine Tante ließ ihr eine Abtreibung machen, nachdem Paulas Vater überzeugt wurde, dass ich nicht daran schuld war.
Als ich am nächsten Tag meine Lektionen studierte hörte ich die Töne des heiligen Trommelns. Sofort ging ich dorthin, um zu wissen, was los war. Ich war geschockt, als ich erfuhr, dass meine Tante BLOU Kopfweh bekommen hatte und nach nur fünf Minuten gestorben war.

