Aber bevor ich weiter darüber nachdenke, will ich erst den einen oder anderen liegengebliebenen Gedanken aufnehmen, betrachten und ordentlich niederschreiben. Auf dem Hinflug gab es sowohl in der KLM- als auch in der Alitalia-Maschine keine Reihe 13. Wahrscheinlich gibt es auf der ganzen Welt keine 13. Sitzreihe in einem Flugzeug, aber ich habe noch nie bewusst darauf geachtet, außer eben am letzten Sonntag. Leider hatte ich schon längst meinen Fuß auf italienischen Boden gesetzt, als mir wieder einfiel, dass die 13 den Italienern überhaupt keine Angst einjagt, dafür umso mehr die Zahl 17. Auf dem Rückflug werde ich diesen Umstand beleuchten, auch auf die Gefahr hin, dass ich wieder unangenehm auffalle.
Bei der 13 sind sich Niederländer und Italiener einig, nicht so bei der Beurteilung, welche Geräte so einem Flieger gefährlich werden könnten. Die Niederländer haben ohne viel Federlesens die Benutzung aller elektronischen Geräte an Bord verboten, die Italiener dagegen differenzieren da etwas mehr: MP3-Player sind manchmal erlaubt, elektronische Nervenstimulatoren immer und Drucker nie. (Aber bestimmt werden bald die gewerkschaftlich organisierten Freunde der Tintenstrahldrucker gegen diese unzulässige Verallgemeinerung in Rom vor dem Präsidentenpalast protestieren und dafür sorgen, dass nur noch Nadel- und Laserdrucker verboten sind. Was wiederum deren Freunde wenig erfreuen dürfte.)
Ich war baff erstaunt, als ich in Mailand zum ersten Mal in eine Straßenbahn stieg. Ich hatte ja keine Ahnung! Warum auch immer dort diesen uralten Straßenbahnen überlebt haben – man muss den Mailändern dafür dankbar sein.
Bevor jemand protestiert: Natürlich fahren in Mailand auch ganz viele neue Bahnen. Auf einigen Linien aber verkehren Wagen, die zwischen 1928 und 1930 gebaut wurden. Hübsch von innen wie von außen. Da ist der im Inneren angebrachte Hinweis, dass hier das Spucken verboten ist, nur allzu nachvollziehbar.
Caterpillar ist im besten Sinne sehr italienisch – was auch immer das bedeuten mag: Die Sendung ist wie ein lebhaftes Gespräch unter guten Freunden. In den eineinhalb Stunden wird nur wenig Musik gespielt, vielleicht fünf oder sechs handverlesene Stücke. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Wort.
Die beiden wunderbar eingespielten Moderatoren kommentieren hintergründig und feinsinnig das aktuelle Tagesgeschehen und sprechen mit Menschen, die im In- oder Ausland sitzen und etwas zu erzählen haben. Wie die Studenten in Mantua, die eine Weltraum-Rakete bauen, der geschasste TV-Moderator oder eine in Bangkok lebende Italienerin, die von den Protesten dort berichtet. Mittlerweile hat Caterpillar in weiten Teilen der Welt Ansprechpartner, außer - wie mir ein Redakteur erzählte - auf den Falklandinseln. Da war partout niemand aufzutreiben, der italienisch sprechen konnte.
Der Umgang mit den Themen, auch den ernsten, ist stets lässig, die Ansprache immer direkt. Regelmäßig tauchen die Redakteure im Programm auf. Entweder als Reporter am Telefon oder aber sie kommen live zu kleinen Mini-Hörspielen ins Studio, und halten dann schon mal mit viel Verve einen Kurs in Volkswirtschaft ab.
Und wie funktioniert das nun alles? Immer mit einer besonderen Lust am eigenen Tun. Und dadurch sehr gut!
So, jetzt aber Schluss!
Ja, das war ein schwerer Abschied! Von jedem einzelnen. Danke Caterpillar für diese außergewöhnliche Woche! Und danke Goethe-Institut für dieses tolle Projekt. Grazie Soledad Ugolinelli für die schönen Übersetzungen und danke an alle, die Lauras und meine Blogeinträge gelesen und kommentiert haben. Mein Tapetenwechsel wird noch lange nachwirken.
Arrivederci!















