Donnerstag, 5. August 2010
Die Multikulti-Fahne
Am Ende einer vor allem für den Kameramann Francesco Tosto sehr anstrengenden und intensiven Woche an Dreharbeiten, mit täglich 10- bis 12-stündigen Arbeitsschichten, versuche ich, eine Bilanz dieser Berliner Erfahrung zu ziehen.
Wenn man bedenkt, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Reinfall zu erleben, sehr hoch war, kann die Erfahrung durchaus positiv bewertet werden.
Seit Mitte Juli gibt es in der deutschen Hauptstadt Sommerferien, das heißt, dass viele der fachkundigsten Ansprechpartner zum Thema Integration in einem so „schwierigen“ Stadtviertel wie Neukölln nur schwer erreichbar waren. Ich hätte mich gern mit einigen Politikern oder Wissenschaftlern, wie die türkischstämmige Schriftstellerin Guner Yasemin Balci, 1975 in Neukölln geboren und Autorin des erst vor Kurzem erschienen Romans „ArabQueen, oder der Geschmack der Freiheit“, unterhalten, doch viele von ihnen waren bereits verreist. Mit Regina Friedrich, freiberufliche Journalistin, die mir ihre wertvolle Hilfe bei den Recherchearbeiten für den Dokumentarfilm angeboten hat, haben wir beschlossen, uns auf die kleinen aber bedeutsamen persönlichen Geschichten vor allem junger arabisch- oder türkischstämmiger Berliner zu konzentrieren. Ohne den Anspruch zu haben, eine eindeutige Antwort zu finden, haben wir auf diese Art und Weise versucht, das Integrationsmodell zu analysieren, das von den Vereinen und Schulen Neuköllns gefördert wird.
Laut einiger Zeugen lebt der Großteil der 160 ausländischen Gemeinden, die hier im Kiez wohnen, heute noch stark von den anderen Gemeinden und von der deutschen Gesellschaft isoliert. Es sind vor allem die über 40jährigen, die sich immer noch weigern, deutsch zu lernen oder drauf bestehen, ihre Gewohnheiten und Traditionen aus den einsamen Dörfern Anatoliens, Kurdistans oder Libanons auch in der neuen deutschen Hauptstadt fortzusetzen.
Auf der anderen Seite gibt es nicht wenige Beispiele gemischter Familien oder Immigranten dritter und vierter Generation, bei denen sich die ursprüngliche kulturelle Identität, angefangen bei der Muttersprache, so gut wie aufgelöst hat. Ein Beispiel dafür ist die Familie von Lial Akkouch, eine der Hauptdarstellerinnen im Film „Neukölln Unlimited“, der den gläsernen Bären für besten Langfilm in der Generation 14 Plus auf der jüngsten Berlinale erhalten hat. Lial und ihre Brüder Hassan und Maradona sprechen perfekt Deutsch und tauschen nur mit ihrer Mutter flüchtige Worte auf Arabisch aus: Eine Sprache, die sie weder lesen noch schreiben könne, weil sie niemals dazu kamen, diese zu erlernen, seit sie in Deutschland wohnen. Auf ein komplexes Thema wie dieses gibt es viele Antworten, aber auch viele Fragen, wie die nach der individuellen und kollektiven Schuld vor allem einiger Väter, die ihre Töchter zwingen, zu Hause zu bleiben und Zwangshochzeiten mit Männern einzugehen, die sie vorher nie gesehen hatten, nur um die Beziehungen zu den Klans zu begünstigen oder Gefallen zu erwidern.
Auf der anderen Seite sind wir auf die Stumpfsinnigkeit einiger bürokratischer Vorgänge gestoßen, die von deutschen Behörden eingeleitet werden und es vielen Immigranten erschweren, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten oder ein anständiges Leben zu führen.
Der Gesamteindruck ist, dass das Modell Neukölln im Grunde ein effizientes Beispiel dafür ist, wie sehr sich Deutschland für die Förderung und Verbesserung der Integrationsprozesse engagiert. Aus der Sicht Italiens, ein Land, in dem solche Probleme immer aktueller sein werden, sind diese Prozesse extrem interessant. Im Grunde genommen denke ich, dass die deutsche Erfahrung auch ein interessantes Beispiel für andere Länder sein könnte. Man denke nur an die Rekordzahlen der deutschen Hauptstadt: Fast die Hälfte der Bevölkerung Neuköllns (125.000 auf 300.000 Einwohnern) stammt aus Einwandererfamilien erster, zweiter oder dritter Generation und die meisten von ihnen verfügen bereits über einen deutschen Pass. Darüber hinaus findet man hier Kindergärten oder Grundschulen, in denen Kinder aus Einwandererfamilien 90 % der gesamten Schüleranzahl ausmachen. Das sind alles wichtige Zahlen, mit denen sich deutsche Behörden seit geraumer Zeit auseinandersetzen und in Schemen fügen, die jedoch plötzlich kippen könnten. Zwei anschauliche Beispiele hierfür: Letztes Wochenende haben wir einige Bilder von öffentlichen Freibädern gefilmt, die vor allem von türkisch- oder arabischstämmigen Jugendlichen besucht werden. Neben den Jungs, die auf Riesenrutschen stiegen, haben wir Mädchen gesehen, die im T-Shirt und knielangen Shorts badeten. Für die einen ist das eine Form der Achtung gegenüber der Religion ihrer arabischen oder türkischen Freunde und Verlobten, für die anderen handelt es sich nur um die jüngste jugendliche Provokation. Tatsache ist, dass in letzter Zeit aus hygienischen Gründen die Freibäder in Neukölln ausdrücklich verboten haben, mit Kleidern und Kopfbedeckung zu baden.
Integrationsprozesse entwickeln sich sehr schnell und nehmen manchmal unerwartete Wendungen, die selbst die Hauptpersonen überraschen. So war es zum Beispiel für Ibrahim Bassal, ein netter Ladenbesitzer, der vor 30 Jahren aus Libanon nach Berlin kam. Mit seinen Cousins hat Ibrahim beschlossen, die jüngsten Erfolge der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der letzten WM in Südafrika mit einer 20 x 5 Meter großen Deutschlandfahne zu feiern, die auf der gesamten Fassade seiner Wohnung auf der Sonnenallee in Neukölln ausgebreitet wurde. „Ich bin ein Berliner“ erzählt Ibrahim „und ich verstehe nicht, warum sich die Leute wundern, wenn ich für Deutschland stehe“. Bis zum Halbfinale ist der Elektroladen der Familie Bassal Treffpunkt tausender Menschen gewesen, die die Erfolge der wohl multikulturellsten Nationalmannschaft aller Zeiten (mit 11 von 23 Spielern aus der Türkei, aus Tunesien, Ghana, Polen, Bosnien, Niger und Spanien) sehr laut gefeiert haben. Ein Riesenfest, das zum Teil gerade von den Deutschen verdorben wurde: Einige linksextreme Gruppen haben mehrmals versucht, die Fahne abzureißen oder zu verbrennen und den Ladenbesitzer beschuldigt, extreme nationalistische Positionen zu vertreten. „Die ältesten unter ihnen haben mir erklärt, dass es ihnen peinlich war. Allein der Anblick dieser Fahne hat sie an die Nazizeit erinnert. Ich denke, dass es 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, endlich Zeit ist, die Schuldgefühle beiseitezulegen, um gemeinsam zu feiern und stolz auf ein Symbol Deutschlands, meinem Deutschland, zu sein.“ Mit Überzeugung fügt Ibrahim noch hinzu: „Ein Land, das im Stande ist, Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen aufzunehmen, wie es vor vielen Jahren mir und meiner Familie passiert ist!“.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Wenn man bedenkt, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Reinfall zu erleben, sehr hoch war, kann die Erfahrung durchaus positiv bewertet werden.
Seit Mitte Juli gibt es in der deutschen Hauptstadt Sommerferien, das heißt, dass viele der fachkundigsten Ansprechpartner zum Thema Integration in einem so „schwierigen“ Stadtviertel wie Neukölln nur schwer erreichbar waren. Ich hätte mich gern mit einigen Politikern oder Wissenschaftlern, wie die türkischstämmige Schriftstellerin Guner Yasemin Balci, 1975 in Neukölln geboren und Autorin des erst vor Kurzem erschienen Romans „ArabQueen, oder der Geschmack der Freiheit“, unterhalten, doch viele von ihnen waren bereits verreist. Mit Regina Friedrich, freiberufliche Journalistin, die mir ihre wertvolle Hilfe bei den Recherchearbeiten für den Dokumentarfilm angeboten hat, haben wir beschlossen, uns auf die kleinen aber bedeutsamen persönlichen Geschichten vor allem junger arabisch- oder türkischstämmiger Berliner zu konzentrieren. Ohne den Anspruch zu haben, eine eindeutige Antwort zu finden, haben wir auf diese Art und Weise versucht, das Integrationsmodell zu analysieren, das von den Vereinen und Schulen Neuköllns gefördert wird.
Laut einiger Zeugen lebt der Großteil der 160 ausländischen Gemeinden, die hier im Kiez wohnen, heute noch stark von den anderen Gemeinden und von der deutschen Gesellschaft isoliert. Es sind vor allem die über 40jährigen, die sich immer noch weigern, deutsch zu lernen oder drauf bestehen, ihre Gewohnheiten und Traditionen aus den einsamen Dörfern Anatoliens, Kurdistans oder Libanons auch in der neuen deutschen Hauptstadt fortzusetzen.
Auf der anderen Seite gibt es nicht wenige Beispiele gemischter Familien oder Immigranten dritter und vierter Generation, bei denen sich die ursprüngliche kulturelle Identität, angefangen bei der Muttersprache, so gut wie aufgelöst hat. Ein Beispiel dafür ist die Familie von Lial Akkouch, eine der Hauptdarstellerinnen im Film „Neukölln Unlimited“, der den gläsernen Bären für besten Langfilm in der Generation 14 Plus auf der jüngsten Berlinale erhalten hat. Lial und ihre Brüder Hassan und Maradona sprechen perfekt Deutsch und tauschen nur mit ihrer Mutter flüchtige Worte auf Arabisch aus: Eine Sprache, die sie weder lesen noch schreiben könne, weil sie niemals dazu kamen, diese zu erlernen, seit sie in Deutschland wohnen. Auf ein komplexes Thema wie dieses gibt es viele Antworten, aber auch viele Fragen, wie die nach der individuellen und kollektiven Schuld vor allem einiger Väter, die ihre Töchter zwingen, zu Hause zu bleiben und Zwangshochzeiten mit Männern einzugehen, die sie vorher nie gesehen hatten, nur um die Beziehungen zu den Klans zu begünstigen oder Gefallen zu erwidern.
Auf der anderen Seite sind wir auf die Stumpfsinnigkeit einiger bürokratischer Vorgänge gestoßen, die von deutschen Behörden eingeleitet werden und es vielen Immigranten erschweren, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten oder ein anständiges Leben zu führen.
Der Gesamteindruck ist, dass das Modell Neukölln im Grunde ein effizientes Beispiel dafür ist, wie sehr sich Deutschland für die Förderung und Verbesserung der Integrationsprozesse engagiert. Aus der Sicht Italiens, ein Land, in dem solche Probleme immer aktueller sein werden, sind diese Prozesse extrem interessant. Im Grunde genommen denke ich, dass die deutsche Erfahrung auch ein interessantes Beispiel für andere Länder sein könnte. Man denke nur an die Rekordzahlen der deutschen Hauptstadt: Fast die Hälfte der Bevölkerung Neuköllns (125.000 auf 300.000 Einwohnern) stammt aus Einwandererfamilien erster, zweiter oder dritter Generation und die meisten von ihnen verfügen bereits über einen deutschen Pass. Darüber hinaus findet man hier Kindergärten oder Grundschulen, in denen Kinder aus Einwandererfamilien 90 % der gesamten Schüleranzahl ausmachen. Das sind alles wichtige Zahlen, mit denen sich deutsche Behörden seit geraumer Zeit auseinandersetzen und in Schemen fügen, die jedoch plötzlich kippen könnten. Zwei anschauliche Beispiele hierfür: Letztes Wochenende haben wir einige Bilder von öffentlichen Freibädern gefilmt, die vor allem von türkisch- oder arabischstämmigen Jugendlichen besucht werden. Neben den Jungs, die auf Riesenrutschen stiegen, haben wir Mädchen gesehen, die im T-Shirt und knielangen Shorts badeten. Für die einen ist das eine Form der Achtung gegenüber der Religion ihrer arabischen oder türkischen Freunde und Verlobten, für die anderen handelt es sich nur um die jüngste jugendliche Provokation. Tatsache ist, dass in letzter Zeit aus hygienischen Gründen die Freibäder in Neukölln ausdrücklich verboten haben, mit Kleidern und Kopfbedeckung zu baden.
Integrationsprozesse entwickeln sich sehr schnell und nehmen manchmal unerwartete Wendungen, die selbst die Hauptpersonen überraschen. So war es zum Beispiel für Ibrahim Bassal, ein netter Ladenbesitzer, der vor 30 Jahren aus Libanon nach Berlin kam. Mit seinen Cousins hat Ibrahim beschlossen, die jüngsten Erfolge der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der letzten WM in Südafrika mit einer 20 x 5 Meter großen Deutschlandfahne zu feiern, die auf der gesamten Fassade seiner Wohnung auf der Sonnenallee in Neukölln ausgebreitet wurde. „Ich bin ein Berliner“ erzählt Ibrahim „und ich verstehe nicht, warum sich die Leute wundern, wenn ich für Deutschland stehe“. Bis zum Halbfinale ist der Elektroladen der Familie Bassal Treffpunkt tausender Menschen gewesen, die die Erfolge der wohl multikulturellsten Nationalmannschaft aller Zeiten (mit 11 von 23 Spielern aus der Türkei, aus Tunesien, Ghana, Polen, Bosnien, Niger und Spanien) sehr laut gefeiert haben. Ein Riesenfest, das zum Teil gerade von den Deutschen verdorben wurde: Einige linksextreme Gruppen haben mehrmals versucht, die Fahne abzureißen oder zu verbrennen und den Ladenbesitzer beschuldigt, extreme nationalistische Positionen zu vertreten. „Die ältesten unter ihnen haben mir erklärt, dass es ihnen peinlich war. Allein der Anblick dieser Fahne hat sie an die Nazizeit erinnert. Ich denke, dass es 65 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, endlich Zeit ist, die Schuldgefühle beiseitezulegen, um gemeinsam zu feiern und stolz auf ein Symbol Deutschlands, meinem Deutschland, zu sein.“ Mit Überzeugung fügt Ibrahim noch hinzu: „Ein Land, das im Stande ist, Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen aufzunehmen, wie es vor vielen Jahren mir und meiner Familie passiert ist!“.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Freitag, 30. Juli 2010
Im Bio-Laden mit dem Reisepass…
Mit der Ankunft des Kameramanns Francesco Tosto sind wir endlich zur operativen Phase übergegangen und haben mit den Dreharbeiten für unseren Dokumentarfilm über das Integrationsmodell in Neukölln begonnen. Alles läuft planmäßig, abgesehen von kleinen Zwischenfällen, die auf eine nicht gerade flexible Haltung gegenüber Fernsehaufnahmen zurückzuführen sind. Als Beispiel dafür dient der Vorfall, der sich gestern um die Mittagszeit ereignete. Neukölln ist so gut wie verlassen. Hier sind gerade Sommerferien – eine Art Berliner Ferragosto mit geschlossenen Schulen, Familien am Strand oder in den Bergen und menschenleeren Straßen. Wir begeben uns in einen der vielen Bio-Läden in Kreuzkölln, dem nördlichen Teil des Stadtviertels, der sich radikal verändert hat, nachdem Künstler und junge Freiberufler mit ihren Galerien und Büros hierher geströmt sind und die Gegend richtig herausgeputzt haben. Genau diese Bilder suchen wir für unseren Dokumentarfilm, um die lokale „Gentrifizierung“ zu beschreiben. Ein Bio-Laden ist nichts weitere als eine Art Gourmetmeile für Schickimickis mit biologischen, natürlichen, öko-solidarischen, öko-verträglichen und recycelbaren Produkten. Neben den Regalen mit gemahlenem Kaffee aus Kuba, Kakao aus Costa Rica oder der hausgemachten Eiscreme, gibt es auch die Bekleidungsabteilung mit natürlich gefärbten Baumwoll-T-Shirts, die Weinabteilung, in der nur Weine ohne Zusatzstoffe verkauft werden, sowie die Obst- und Gemüseabteilung mit den Produkten aus dem Gemüsegarten. Alles hat natürlich seinen nicht gerade günstigen Preis. Eine nette Dame hinter der Theke erteilt uns die Genehmigung, einige Aufnahmen zu machen und eventuell ein paar Fragen zu stellen. Als Francesco mit seiner Kamera einige Bilder von den Auberginen und Zucchini drehen möchte, positioniert sich die stattliche Ladenbesitzerin vor ihm, reißt die Augen weit auf und schreit: „Wer seid Ihr? Wer hat Euch die Drehgenehmigung erteilt? Zeigt mir Euren Reisepass!“. Selbst ein Kripo-Agent hätte nicht effizienter sein können. Vergebens haben wir versucht, ihr zu erklären, dass wir kurz davor die Verkäuferin um eine Drehgenehmigung gebeten hatten. Man braucht eine schriftliche Genehmigung, außerdem sind wir nicht einmal im Stande, die Visitenkarte unserer Produktionsgesellschaft vorzulegen. Die Dame droht uns damit, die Polizei zu rufen, tadelt die Verkäuferin dafür, dass sie uns eine Drehgenehmigung erteilt hat, die sie vorher nicht gebilligt hatte, und wirft uns regelrecht aus dem Laden, aber erst nachdem sie unsere Personalien aufgenommen hat.
Im Grunde ist nichts passiert. Unter anderen Umständen hätte sich jemand vielleicht auch eine Ohrfeige eingefangen. Jedoch zeigt uns diese Erfahrung, dass es immer besser ist, etwas Schriftliches bei sich zu tragen, auch wenn man nur im Park spazieren geht oder sich auf einem öffentlichen Platz aufhält (kaum zu glauben, aber wahr: Wir sind auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens angehalten worden, weil wir einige Bilder der Drachen drehen wollten, die im Himmel umherflogen!).
Eine mündliche oder telefonische Anfrage reicht bei Drehgenehmigungen in der Regel nicht. Diese muss zunächst per Mail beantragt, dann telefonisch bestätigt werden. Dabei vergehen unglaublich lange Wartezeiten, die sich eine kleine Produktionsfirma wie die unsere kaum leisten kann.
Dies vorausgeschickt muss ich natürlich sagen, dass nicht alle so formell und voreingenommen auf eine Fernsehkamera reagieren. So zum Beispiel eine Gruppe von jungen Frauen aus neun unterschiedlichen Ländern, die eine so genannte multikulti Fußballmannschaft begründet haben, mit Sitz zwischen Kreuzberg und Neukölln. Bekannt wurde die Mannschaft mit dem Dokumentarfilm „Football under cover“ (kann über das Filmarchiv des Goethe-Instituts ausgeliehen werden). Der Film zeigt die vielen Schwierigkeiten, die überwunden werden mussten, um ein Freundschaftsspiel zwischen der Berliner Mannschaft und der iranischen Frauennationalmannschaft in Teheran zu organisieren. Am Ende fand das Spiel doch noch statt, jedoch hinter verschlossenen Türen. Alle Spielerinnen (selbst die Deutschen) waren verschleiert und bekleidet nach den Vorsätzen des islamischen Gesetzes, wurden aber von einer Schar wilder Zuschauerinnen bejubelt. Mitap, 40 Jahre alt, wurde in Berlin in einer türkischen Familie geboren. Sie ist die Trainerin der Mannschaft und erzählt uns, wie alles im Grunde nur aus Spaß entstanden ist: „Am Anfang waren wir nur wenige und keine von uns hat wirklich daran geglaubt. Danach hat sich eine tolle Gruppe gebildet. Wir haben eine Fußballgesellschaft mit einem türkischen Präsidenten gegründet und nach den griechischen, palästinensischen, albanischen und tunesischen Spielerinnen, sind endlich auch die deutschen zu uns gestoßen, die derzeit 50 % der Mannschaft ausmachen“. Ein schönes Integrationsbeispiel, auch wenn sich, rein sportlich gesehen, ihre Leistung noch verbessern muss.
Für den Neuköllner Psychologen Kazim Erdogan sind Schule und Familie der einzige Schlüssel, um den Integrationsprozess der unterschiedlichen ausländischen Gemeinden in der deutschen Gesellschaft zu verbessern. Darauf basiert auch die Arbeit der Stadtmütter, eine Gruppe türkisch- oder arabischstämmiger Frauen aus Neukölln, die sich um die Migrantenfamilien im Kiez kümmern und vor allem solche unterstützen, in denen Arbeitslosigkeit und Ignoranz einen fruchtbaren Boden für kulturelle Ausgrenzung und Jugendkriminalität bieten. „Unsere größte Schwierigkeit ist es“, erzählt uns Mualla Gundogu, Mutter dreier Kinder im Alter zwischen 7 und 20 Jahren, „auch die Väter zu erreichen. In der Regel sind sie diejenigen, die engstirniger sind und ihre Töchter dazu zwingen, zu Hause zu bleiben, ohne zur Schule zu gehen oder Deutsch zu lernen“.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Im Grunde ist nichts passiert. Unter anderen Umständen hätte sich jemand vielleicht auch eine Ohrfeige eingefangen. Jedoch zeigt uns diese Erfahrung, dass es immer besser ist, etwas Schriftliches bei sich zu tragen, auch wenn man nur im Park spazieren geht oder sich auf einem öffentlichen Platz aufhält (kaum zu glauben, aber wahr: Wir sind auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens angehalten worden, weil wir einige Bilder der Drachen drehen wollten, die im Himmel umherflogen!).
Eine mündliche oder telefonische Anfrage reicht bei Drehgenehmigungen in der Regel nicht. Diese muss zunächst per Mail beantragt, dann telefonisch bestätigt werden. Dabei vergehen unglaublich lange Wartezeiten, die sich eine kleine Produktionsfirma wie die unsere kaum leisten kann.
Dies vorausgeschickt muss ich natürlich sagen, dass nicht alle so formell und voreingenommen auf eine Fernsehkamera reagieren. So zum Beispiel eine Gruppe von jungen Frauen aus neun unterschiedlichen Ländern, die eine so genannte multikulti Fußballmannschaft begründet haben, mit Sitz zwischen Kreuzberg und Neukölln. Bekannt wurde die Mannschaft mit dem Dokumentarfilm „Football under cover“ (kann über das Filmarchiv des Goethe-Instituts ausgeliehen werden). Der Film zeigt die vielen Schwierigkeiten, die überwunden werden mussten, um ein Freundschaftsspiel zwischen der Berliner Mannschaft und der iranischen Frauennationalmannschaft in Teheran zu organisieren. Am Ende fand das Spiel doch noch statt, jedoch hinter verschlossenen Türen. Alle Spielerinnen (selbst die Deutschen) waren verschleiert und bekleidet nach den Vorsätzen des islamischen Gesetzes, wurden aber von einer Schar wilder Zuschauerinnen bejubelt. Mitap, 40 Jahre alt, wurde in Berlin in einer türkischen Familie geboren. Sie ist die Trainerin der Mannschaft und erzählt uns, wie alles im Grunde nur aus Spaß entstanden ist: „Am Anfang waren wir nur wenige und keine von uns hat wirklich daran geglaubt. Danach hat sich eine tolle Gruppe gebildet. Wir haben eine Fußballgesellschaft mit einem türkischen Präsidenten gegründet und nach den griechischen, palästinensischen, albanischen und tunesischen Spielerinnen, sind endlich auch die deutschen zu uns gestoßen, die derzeit 50 % der Mannschaft ausmachen“. Ein schönes Integrationsbeispiel, auch wenn sich, rein sportlich gesehen, ihre Leistung noch verbessern muss.
Für den Neuköllner Psychologen Kazim Erdogan sind Schule und Familie der einzige Schlüssel, um den Integrationsprozess der unterschiedlichen ausländischen Gemeinden in der deutschen Gesellschaft zu verbessern. Darauf basiert auch die Arbeit der Stadtmütter, eine Gruppe türkisch- oder arabischstämmiger Frauen aus Neukölln, die sich um die Migrantenfamilien im Kiez kümmern und vor allem solche unterstützen, in denen Arbeitslosigkeit und Ignoranz einen fruchtbaren Boden für kulturelle Ausgrenzung und Jugendkriminalität bieten. „Unsere größte Schwierigkeit ist es“, erzählt uns Mualla Gundogu, Mutter dreier Kinder im Alter zwischen 7 und 20 Jahren, „auch die Väter zu erreichen. In der Regel sind sie diejenigen, die engstirniger sind und ihre Töchter dazu zwingen, zu Hause zu bleiben, ohne zur Schule zu gehen oder Deutsch zu lernen“.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Sonntag, 25. Juli 2010
Freiheit in Berlin: mit der Burka ins Schwimmbad
Zunächst eine amüsante Zwischenbemerkung, damit man auch versteht, welch unglaublicher Freiheitswind in dieser europäischen Hauptstadt des dritten Jahrtausends weht.
Gestern Abend war ich auf einem Konzert von Alband Gerhardt eingeladen. Im Rahmen seines „Bach-Marathons“ hat der weltberühmte Cellist sechs Suiten von Johann Sebastian Bach gespielt. Das Konzert wurde an einem wunderbaren Ort aufgeführt, im Radialsystem, einer ehemaligen Fabrik aus rotem Backstein unweit vom Ostbahnhof, mit Blick auf die Spree, die heute als Raum für Kunst und Kulturveranstaltungen dient. Die Karten waren schon längst ausverkauft und wer keinen Sitzplatz im Parkett gefunden hatte, breitete sich direkt auf der Bühne auf Kissen und Matten zu Füßen des Musikers aus. Während des Konzerts durfte man aufstehen und sich ein Glas Rotwein holen oder auch auf die Spreeterrasse treten, auf der Lautsprecher aufgestellt worden waren, um keine einzige Minute vom Konzert zu verpassen. Die Preise waren erschwinglich und das Ganze fand in einer gelassenen und doch mitreißenden Atmosphäre statt. Natürlich haben Puristen die Nase gerümpft und sich über die Unaufmerksamkeit des Publikums oder das Klirren der Gläser während der Aufführung beschwert, doch dem Großteil der Anwesenden schien diese unglaubliche Ausdrucksfreiheit an einem so suggestiven Ort zu gefallen.
Berlin ist schon seit immer meine Wahlheimat und ich schließe nicht aus, mich eines Tages für längere Zeit hier niederzulassen. Doch nach diesen persönlichen Bemerkungen wenden wir uns nun der Arbeit zu.
Meine Erkundungsfahrt durch das deutsche Integrationsmodell setzt sich fort: Schritt für Schritt beschreite ich alle Straßen und Gassen Neuköllns, eines der wohl schwierigsten Viertel der Stadt, aufgrund der hohen Anzahl ausländischer Gemeinden (160) und der hohen Rate an Jugendkriminalität. Die Zunahme des Drogenhandels durch Kinder-Dealer, die gerade mal 11 oder 12 Jahre alt sind, hat in den letzten Tagen Schlagzeilen gemacht. Minderjährige sind nach dem Gesetz strafunmündig: Werden sie von der Polizei gefasst, landen sie höchstens in einem Heim, das jedoch offen ist, d. h. Kinder und Jugendliche können jederzeit kommen und gehen, wohin sie wollen. Und so ist in den letzten Tagen am zentralen Hermannplatz der elfjährige Melih gefasst worden, der ungefähr zehn Kügelchen Heroin und 600 Euro bei sich trug. In den vergangenen Monaten war dieser junge Libanese bereits elf Mal aus der Wiedereingliederungsanstalt entflohen, in die die Polizei ihn gebracht hatte.
Die Debatte, ob man Strafen gegenüber Minderjährigen verschärfen und wie man ihren Wiedereingliederungsprozess vorantreiben soll, ist heute aktueller denn je. Ein nicht gerade kleines Problem in einem Stadtteil, in dem der Integrationsprozess tausend Gesichter hat. Einige davon habe ich in diesen Tagen getroffen, im Rahmen der Lokaltermine für die Dreharbeiten, die in der nächsten Woche stattfinden werden.
Erstes Bild: Freibad Neukölln.
In Berlin zeigt das Thermometer fast 35 Grad und die Menschen strömen in die Freibäder der Stadt. Im Rummel bemerkt man junge Frauen, die von Kopf bis Fuß bedeckt sind. Aus der Kopfbedeckung sehen einige blonde Strähnen hervor: Es handelt sich um junge deutsche Mädchen, die sich mit ihren arabischen Freunden oder Verlobten aufhalten. Während sich nur einige Meter entfernt die FKK-Liegewiese erstreckt, baden sie mit bodenlangen Kleidungsstücken aus Achtung vor der Religion ihrer Begleiter – ein merkwürdiges Beispiel einer verkehrten Integration, die selbst Berliner überrascht. Einige von ihnen behaupten sogar, es handle sich nur um eine jugendliche Provokation, um die jüngste nonkonformistische Tendenz in einer Stadt, in der Konventionen nie richtig Zustimmung gefunden haben.
Ein anderes Gesicht der Integration Neuköllns, oder besser gesagt eines der vielen anderen Gesichter, ist das von Osman, ein 23-Jähriger libanesischer Herkunft. Seit seinem zweiten Lebensjahr lebt er mit seiner Familie in Berlin. Sie alle sind dem Krieg entflohen, der Beirut in Brand gesetzt hat. Die Prozedur für die Aufenthaltsgenehmigung ist kompliziert. Man muss auf die deutsche Schule und den Lebensunterhalt selbst bestreiten. Vor sieben Jahren stürmte die Polizei um zwei Uhr nachts in seine Wohnung und erließ einen Ausweisungsbeschluss für die gesamte Familie.
Das Bestimmungsland war jedoch nicht Libanon, das sich bereits geweigert hatte ehemalige Flüchtlinge wieder aufzunehmen, sondern die Türkei. Für deutsche Behörden ist Osman kein libanesischer, sondern türkischer Staatsangehörige, weil sich seine Eltern zu Beginn des Krieges eine Zeit lang in einem türkischen Flüchtlingslager aufgehalten haben. Vergebens hat man versucht den Behörden zu erklären, dass keiner in der Familie türkisch spricht. Nichts hat wirklich geholfen. Einige Familienmitglieder sind in die Türkei ausgewiesen worden und landeten dort in neuen Gettos oder Flüchtlingslagern. Für den Jungen wird der Ausweisungstermin zunächst nur aufgeschoben.
Nach kurzen Festnahmen und mehreren Ausweisungsbestimmungen darf Osman, der keine weiteren Probleme mit der Justiz hatte und bereits seit acht Jahren in einem Sozialhilfewerk in Neukölln arbeitet, jetzt die (acht Jahre lange) Prozedur für eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung einleiten. Das Absurde daran ist, dass ihn die deutschen Behörden dazu gezwungen haben, eine neue Identität anzunehmen. Demnach verfügt Osman heute über einen türkischen Reisepass, einen türkischen Namen und ein Geburtsdatum, das nicht seinem tatsächlichen entspricht. Irrwitzige Geschichten einer absurden Bürokratie, die jedoch in Deutschland sehr verbreitet ist, vor allem unter der dicht bevölkerten arabischen Gemeinde Neuköllns.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Gestern Abend war ich auf einem Konzert von Alband Gerhardt eingeladen. Im Rahmen seines „Bach-Marathons“ hat der weltberühmte Cellist sechs Suiten von Johann Sebastian Bach gespielt. Das Konzert wurde an einem wunderbaren Ort aufgeführt, im Radialsystem, einer ehemaligen Fabrik aus rotem Backstein unweit vom Ostbahnhof, mit Blick auf die Spree, die heute als Raum für Kunst und Kulturveranstaltungen dient. Die Karten waren schon längst ausverkauft und wer keinen Sitzplatz im Parkett gefunden hatte, breitete sich direkt auf der Bühne auf Kissen und Matten zu Füßen des Musikers aus. Während des Konzerts durfte man aufstehen und sich ein Glas Rotwein holen oder auch auf die Spreeterrasse treten, auf der Lautsprecher aufgestellt worden waren, um keine einzige Minute vom Konzert zu verpassen. Die Preise waren erschwinglich und das Ganze fand in einer gelassenen und doch mitreißenden Atmosphäre statt. Natürlich haben Puristen die Nase gerümpft und sich über die Unaufmerksamkeit des Publikums oder das Klirren der Gläser während der Aufführung beschwert, doch dem Großteil der Anwesenden schien diese unglaubliche Ausdrucksfreiheit an einem so suggestiven Ort zu gefallen.
Berlin ist schon seit immer meine Wahlheimat und ich schließe nicht aus, mich eines Tages für längere Zeit hier niederzulassen. Doch nach diesen persönlichen Bemerkungen wenden wir uns nun der Arbeit zu.
Meine Erkundungsfahrt durch das deutsche Integrationsmodell setzt sich fort: Schritt für Schritt beschreite ich alle Straßen und Gassen Neuköllns, eines der wohl schwierigsten Viertel der Stadt, aufgrund der hohen Anzahl ausländischer Gemeinden (160) und der hohen Rate an Jugendkriminalität. Die Zunahme des Drogenhandels durch Kinder-Dealer, die gerade mal 11 oder 12 Jahre alt sind, hat in den letzten Tagen Schlagzeilen gemacht. Minderjährige sind nach dem Gesetz strafunmündig: Werden sie von der Polizei gefasst, landen sie höchstens in einem Heim, das jedoch offen ist, d. h. Kinder und Jugendliche können jederzeit kommen und gehen, wohin sie wollen. Und so ist in den letzten Tagen am zentralen Hermannplatz der elfjährige Melih gefasst worden, der ungefähr zehn Kügelchen Heroin und 600 Euro bei sich trug. In den vergangenen Monaten war dieser junge Libanese bereits elf Mal aus der Wiedereingliederungsanstalt entflohen, in die die Polizei ihn gebracht hatte.
Die Debatte, ob man Strafen gegenüber Minderjährigen verschärfen und wie man ihren Wiedereingliederungsprozess vorantreiben soll, ist heute aktueller denn je. Ein nicht gerade kleines Problem in einem Stadtteil, in dem der Integrationsprozess tausend Gesichter hat. Einige davon habe ich in diesen Tagen getroffen, im Rahmen der Lokaltermine für die Dreharbeiten, die in der nächsten Woche stattfinden werden.
Erstes Bild: Freibad Neukölln.
In Berlin zeigt das Thermometer fast 35 Grad und die Menschen strömen in die Freibäder der Stadt. Im Rummel bemerkt man junge Frauen, die von Kopf bis Fuß bedeckt sind. Aus der Kopfbedeckung sehen einige blonde Strähnen hervor: Es handelt sich um junge deutsche Mädchen, die sich mit ihren arabischen Freunden oder Verlobten aufhalten. Während sich nur einige Meter entfernt die FKK-Liegewiese erstreckt, baden sie mit bodenlangen Kleidungsstücken aus Achtung vor der Religion ihrer Begleiter – ein merkwürdiges Beispiel einer verkehrten Integration, die selbst Berliner überrascht. Einige von ihnen behaupten sogar, es handle sich nur um eine jugendliche Provokation, um die jüngste nonkonformistische Tendenz in einer Stadt, in der Konventionen nie richtig Zustimmung gefunden haben.
Ein anderes Gesicht der Integration Neuköllns, oder besser gesagt eines der vielen anderen Gesichter, ist das von Osman, ein 23-Jähriger libanesischer Herkunft. Seit seinem zweiten Lebensjahr lebt er mit seiner Familie in Berlin. Sie alle sind dem Krieg entflohen, der Beirut in Brand gesetzt hat. Die Prozedur für die Aufenthaltsgenehmigung ist kompliziert. Man muss auf die deutsche Schule und den Lebensunterhalt selbst bestreiten. Vor sieben Jahren stürmte die Polizei um zwei Uhr nachts in seine Wohnung und erließ einen Ausweisungsbeschluss für die gesamte Familie.
Das Bestimmungsland war jedoch nicht Libanon, das sich bereits geweigert hatte ehemalige Flüchtlinge wieder aufzunehmen, sondern die Türkei. Für deutsche Behörden ist Osman kein libanesischer, sondern türkischer Staatsangehörige, weil sich seine Eltern zu Beginn des Krieges eine Zeit lang in einem türkischen Flüchtlingslager aufgehalten haben. Vergebens hat man versucht den Behörden zu erklären, dass keiner in der Familie türkisch spricht. Nichts hat wirklich geholfen. Einige Familienmitglieder sind in die Türkei ausgewiesen worden und landeten dort in neuen Gettos oder Flüchtlingslagern. Für den Jungen wird der Ausweisungstermin zunächst nur aufgeschoben.
Nach kurzen Festnahmen und mehreren Ausweisungsbestimmungen darf Osman, der keine weiteren Probleme mit der Justiz hatte und bereits seit acht Jahren in einem Sozialhilfewerk in Neukölln arbeitet, jetzt die (acht Jahre lange) Prozedur für eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung einleiten. Das Absurde daran ist, dass ihn die deutschen Behörden dazu gezwungen haben, eine neue Identität anzunehmen. Demnach verfügt Osman heute über einen türkischen Reisepass, einen türkischen Namen und ein Geburtsdatum, das nicht seinem tatsächlichen entspricht. Irrwitzige Geschichten einer absurden Bürokratie, die jedoch in Deutschland sehr verbreitet ist, vor allem unter der dicht bevölkerten arabischen Gemeinde Neuköllns.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Dienstag, 20. Juli 2010
Gentrifizierung auf zwei Rädern
Die Suche nach Themen für meinen Dokumentarfilm geht auf zwei Rädern weiter. Unter all den großen Städten, die ich besucht habe, ist Amsterdam wohl die einzige, die man genauso unkompliziert auf zwei Rädern erkunden kann. Es ist richtig angenehm, die Atmosphäre dieser Metropole auszukosten, die so viele andere Städte in sich vereint – und ich meine nicht nur die Städte, die einst von jener innerdeutschen Grenze getrennt waren, die man heute nur schwer wiedererkennt. Mit dem Fahrrad kann man hier auf Radwegen vorbeiflitzen, die allein mit ihrer Pflasterung den Autobahnen in Italien in nichts nachstehen. Die unangenehme Schwüle ist vorbei und man kann den Berliner Sommer genießen, ungeachtet der vielen Kilometer, die man hinlegen muss, um von der einen zur anderen Ecke der Stadt zu gelangen. Meine tägliche Fahrt vom bürgerlichen Prenzlauer Berg, im Norden der Stadt, ins lebendige Neukölln, im Süden Berlins, ist in Wirklichkeit eine Reise durch die so genannte „Gentrifizierung“, ein Umstrukturierungsprozess, der verfallene Wohnumfelder aufwertet, alteingesessene Einwohner mit niedrigem Einkommen aus dem Viertel vertreibt und ehemalige Randgebiete in modische Stadtteile verwandelt, in denen wöchentlich neue Restaurants, Lokale oder Kunstgalerien aus dem Nichts entstehen. Mit ihnen strömen auch Scharen an Künstlern und jungen Freiberuflern herbei, die diese einst verlassenen Viertel richtig herausputzen zur Freude skrupelloser Immobilienspekulanten, die für wenige Tausend Euro Wohnungen erwerben und sie im Nu zum doppelten Preis weiterverkaufen.
Am eindeutigsten passiert das nördlich vom berüchtigten (wegen Drogenhandel) Hermannplatz, in einer hübschen Gegend Neuköllns, unweit vom Kanal. Hier wurden türkische oder arabische Lokale durch kleine aber feine französische Restaurants ersetzt sowie durch einen florierenden Flohmarkt, der vor allem von Studierenden und Touristen besucht wird. Eine ähnliche Veränderung hat vor nicht mehr als fünf Jahren auch das benachbarte Kreuzberg, einst türkische Enklave, erfahren: Wegen der vielen modischen Lokale und der steigenden Preise rümpfen Alteingesessene heute die Nase. Doch mit der Aufwertung dieser Gegend ist auch das Leben wieder aufgeblüht. Darüber freut sich der Sozialdemokrat Heinz Buschkowsky, Bürgermeister Neuköllns, ein Mann, dem es sicherlich nicht an Klarheit mangelt und der sich oft damit vergnügt, die eigenen Parteikollegen zu schockieren, weil er den schwierigen Integrationsprozess unter den 160 ausländischen Gemeinden im Viertel mit der eisernen Faust durchsetzen möchte.
Meine Recherchearbeiten gehen nur mühsam voran. Aufgrund der Sommerferien, die bis Mitte August andauern werden, sind viele der Berliner Institutionen und Kulturvereine, die sich für die Integration und den Multikulturalismus einsetzen und die mir bei der Auswahl interessanter Geschichten für meine Reportage geholfen hätten, nicht besetzt.
Selbst Bürgermeister Buschkowsky, der mittlerweile ein richtiger TV-Star geworden ist, entschuldigt sich mit der Ausrede vorausgegangene Verpflichtungen wahrnehmen zu müssen, doch in Wahrheit bevorzugt er Interviews mit den lokalen Medien. Man muss sich mit Geduld wappnen und vor allem flexibel sein – zwei unter bürokratischen Einrichtungen nicht gerade verbreitete Eigenschaften – um die vielen Schwierigkeiten und Zwischenfälle zu umgehen, die auch tragisch enden können. Vor meiner Abreise, zum Beispiel, hatte ich mit Kirsten Heisig, Jugendrichterin aus Berlin, telefonisch Kontakt aufgenommen. Frau Heisig war durch die Einführung des so genanten „Neuköllner Modells“ der schnellen Bestrafung (innerhalb von zwei oder drei Wochen nach Begehung der Straftat) krimineller Jugendlichen bekannt geworden. Die Richterin hatte sich sofort bereit erklärt, ein Interview abzugeben, doch Ende Juni ist sie geheimnisvoll verschwunden. Wenige Tage später hat die Polizei ihre Leiche in einem Brandenburger Waldstück entdeckt. Ermittler hatten zunächst gedacht, Ihr Tod könnte mit ihrem Engagement bei der Bekämpfung krimineller Jugendgangs aus Neukölln oder anderen Gegenden der Stadt in Verbindung gebracht werden. Doch die Dynamik ihres Todes hat alle Zweifel beseitigt: Laut Polizeiaussagen hat sich Kirsten Heisig, Mutter zweier Töchter, die sich von ihrem Mann getrennt hatte, das Leben genommen.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Am eindeutigsten passiert das nördlich vom berüchtigten (wegen Drogenhandel) Hermannplatz, in einer hübschen Gegend Neuköllns, unweit vom Kanal. Hier wurden türkische oder arabische Lokale durch kleine aber feine französische Restaurants ersetzt sowie durch einen florierenden Flohmarkt, der vor allem von Studierenden und Touristen besucht wird. Eine ähnliche Veränderung hat vor nicht mehr als fünf Jahren auch das benachbarte Kreuzberg, einst türkische Enklave, erfahren: Wegen der vielen modischen Lokale und der steigenden Preise rümpfen Alteingesessene heute die Nase. Doch mit der Aufwertung dieser Gegend ist auch das Leben wieder aufgeblüht. Darüber freut sich der Sozialdemokrat Heinz Buschkowsky, Bürgermeister Neuköllns, ein Mann, dem es sicherlich nicht an Klarheit mangelt und der sich oft damit vergnügt, die eigenen Parteikollegen zu schockieren, weil er den schwierigen Integrationsprozess unter den 160 ausländischen Gemeinden im Viertel mit der eisernen Faust durchsetzen möchte.
Meine Recherchearbeiten gehen nur mühsam voran. Aufgrund der Sommerferien, die bis Mitte August andauern werden, sind viele der Berliner Institutionen und Kulturvereine, die sich für die Integration und den Multikulturalismus einsetzen und die mir bei der Auswahl interessanter Geschichten für meine Reportage geholfen hätten, nicht besetzt.
Selbst Bürgermeister Buschkowsky, der mittlerweile ein richtiger TV-Star geworden ist, entschuldigt sich mit der Ausrede vorausgegangene Verpflichtungen wahrnehmen zu müssen, doch in Wahrheit bevorzugt er Interviews mit den lokalen Medien. Man muss sich mit Geduld wappnen und vor allem flexibel sein – zwei unter bürokratischen Einrichtungen nicht gerade verbreitete Eigenschaften – um die vielen Schwierigkeiten und Zwischenfälle zu umgehen, die auch tragisch enden können. Vor meiner Abreise, zum Beispiel, hatte ich mit Kirsten Heisig, Jugendrichterin aus Berlin, telefonisch Kontakt aufgenommen. Frau Heisig war durch die Einführung des so genanten „Neuköllner Modells“ der schnellen Bestrafung (innerhalb von zwei oder drei Wochen nach Begehung der Straftat) krimineller Jugendlichen bekannt geworden. Die Richterin hatte sich sofort bereit erklärt, ein Interview abzugeben, doch Ende Juni ist sie geheimnisvoll verschwunden. Wenige Tage später hat die Polizei ihre Leiche in einem Brandenburger Waldstück entdeckt. Ermittler hatten zunächst gedacht, Ihr Tod könnte mit ihrem Engagement bei der Bekämpfung krimineller Jugendgangs aus Neukölln oder anderen Gegenden der Stadt in Verbindung gebracht werden. Doch die Dynamik ihres Todes hat alle Zweifel beseitigt: Laut Polizeiaussagen hat sich Kirsten Heisig, Mutter zweier Töchter, die sich von ihrem Mann getrennt hatte, das Leben genommen.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Montag, 19. Juli 2010
Erster Beitrag
Zunächst verschlägt es einem den Atem. In Berlin ist es mindestens fünf Grad heißer als in Rom. Hier sind es 40 Grad: Es regt sich kein Lüftchen und die Luftfeuchtigkeit steht der in Bangkok in nichts nach. Die deutsche Hauptstadt erlebt derzeit einen der wohl heißesten Sommer: Scharen von Touristen schlendern mit nacktem Oberkörper am Kudamm entlang und Fahrgäste drohen damit, sich das Leben nehmen zu wollen, wenn plötzlich die Klimaanlage in den Schnellzügen der Bundesbahn ausfällt.
Nachdem ich mich ganz nach dem Motto „Die Jahreszeiten, gnädige Frau, sind nicht mehr so wie früher!“ über das Wetter parliert habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich der Arbeit zu widmen. Ziel meiner Reise, die im Rahmen des „va bene“-Projektes vom Goethe-Institut Italien stattfindet, ist es, eine Reportage über eines der „schwierigsten Pflaster“ der deutschen Hauptstadt zu drehen.
In der Tat ist Neukölln mit seinen 300.000 Einwohnern nicht nur eine Art „Stadt in der Stadt“, sondern gleichzeitig ein mehr oder weniger bedeutsames Beispiel des so genannten „deutschen Integrationsmodells“. Hier spielt sich auch die bekannte „Gentrifizierung“ statt, jener Prozess der Aufwertung innerstädtischer Randgebiete, der nicht nur den Verfall von den Wohnumfeldern beseitigt, sondern de facto auch alt eingesessene Einwohner mit niedrigem Einkommen aus dem Viertel vertreibt.
Ein ehrgeiziges Thema also für ein Stadtviertel, in dem rund 160 ausländische Gemeinden zusammenleben und in dem die Gewaltenrate unter Jugendlichen und die Verbrecherquote überdurchschnittlich hoch sind. In den Familien mit „Migrationshintergrund“, wie es auf Bürokratendeutsch heißt, verlassen 75 % der Kinder die Schule ohne einen Abschluss, in den Grundschulen Neuköllns ist in 95 % der Fällen Deutsch nicht die Muttersprache und so weiter. In diesem Sinne wird meine Fernsehreportage über ein sehr umstrittenes Integrationsmodell berichten, in dem der Großteil der ausländischen Gemeinden, wie die türkische oder die arabische, in einer Art Parallelgesellschaft lebt. Haben wir es hier mit verfehlter Integration zu tun? Oder ist das viel mehr ein Anzeichen für dieses soziale Unbehagen, das die Randgebiete der Metropolen des 21. Jahrhundert überfällt, in denen nur eine langfristige Kompromisslösung wirklich weiterhelfen könnte? Alles Fragen die ich gemeinsam mit Francesco Tosto, dem Kameramann, in den nächsten zwei Wochen beantworten möchte, wenn auch nur teilweise (dabei werden wir in der ersten Woche die Umgebung besichtigen, in der zweiten die Aufnahmen machen).
Die ersten Begegnungen helfen mir, eine Welt zu verstehen, die sich ständig verändert: Agostino Imondi, der in der Schweiz geboren ist, doch dessen Wahlheimat Berlin ist, ist der Ko-Regisseur von „Neukölln Unlimited“, ein schöner Dokumentarfilm über drei libanesische Geschwister, die verzweifelt versuchen, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland zu erhalten und dafür ihre künstlerischen Fertigkeiten als Sänger oder Breakdancer einsetzen. Sein Werk wurde auf der jüngsten Berlinale mit dem gläsernen Bären für den besten Langfilm in der Sektion Generation 14plus ausgezeichnet. Agostino empfiehlt mir, vorsichtig an das Thema heranzugehen: Wahrheit kann oft sehr vielschichtig sein und stimmt nicht immer mit den Sensationsnachrichten überein, die von den Medien gemeldet wurden und Neukölln in eine Art Berliner Bronx verwandelt haben.
Auch Miriam, eine junge Frau türkischen Ursprungs, die in Berlin geboren ist und mich heute Vormittag durch die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Farben der Wochenmärkte und Moscheen im Viertel geführt hat, warnt mich vor allzu leichten Stereotypen: „Damit Integration auch wirklich funktioniert, muss sie von allen beteiligten Seiten gewollt und gefördert werden“, erklärt sie mir. „Oft stößt die kulturelle Steifheit der neuen Zugewanderten gegen veraltete Gesetze und Normen, die von den heutigen Gegebenheiten überwunden wurden“.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Nachdem ich mich ganz nach dem Motto „Die Jahreszeiten, gnädige Frau, sind nicht mehr so wie früher!“ über das Wetter parliert habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich der Arbeit zu widmen. Ziel meiner Reise, die im Rahmen des „va bene“-Projektes vom Goethe-Institut Italien stattfindet, ist es, eine Reportage über eines der „schwierigsten Pflaster“ der deutschen Hauptstadt zu drehen.
In der Tat ist Neukölln mit seinen 300.000 Einwohnern nicht nur eine Art „Stadt in der Stadt“, sondern gleichzeitig ein mehr oder weniger bedeutsames Beispiel des so genannten „deutschen Integrationsmodells“. Hier spielt sich auch die bekannte „Gentrifizierung“ statt, jener Prozess der Aufwertung innerstädtischer Randgebiete, der nicht nur den Verfall von den Wohnumfeldern beseitigt, sondern de facto auch alt eingesessene Einwohner mit niedrigem Einkommen aus dem Viertel vertreibt.
Ein ehrgeiziges Thema also für ein Stadtviertel, in dem rund 160 ausländische Gemeinden zusammenleben und in dem die Gewaltenrate unter Jugendlichen und die Verbrecherquote überdurchschnittlich hoch sind. In den Familien mit „Migrationshintergrund“, wie es auf Bürokratendeutsch heißt, verlassen 75 % der Kinder die Schule ohne einen Abschluss, in den Grundschulen Neuköllns ist in 95 % der Fällen Deutsch nicht die Muttersprache und so weiter. In diesem Sinne wird meine Fernsehreportage über ein sehr umstrittenes Integrationsmodell berichten, in dem der Großteil der ausländischen Gemeinden, wie die türkische oder die arabische, in einer Art Parallelgesellschaft lebt. Haben wir es hier mit verfehlter Integration zu tun? Oder ist das viel mehr ein Anzeichen für dieses soziale Unbehagen, das die Randgebiete der Metropolen des 21. Jahrhundert überfällt, in denen nur eine langfristige Kompromisslösung wirklich weiterhelfen könnte? Alles Fragen die ich gemeinsam mit Francesco Tosto, dem Kameramann, in den nächsten zwei Wochen beantworten möchte, wenn auch nur teilweise (dabei werden wir in der ersten Woche die Umgebung besichtigen, in der zweiten die Aufnahmen machen).
Die ersten Begegnungen helfen mir, eine Welt zu verstehen, die sich ständig verändert: Agostino Imondi, der in der Schweiz geboren ist, doch dessen Wahlheimat Berlin ist, ist der Ko-Regisseur von „Neukölln Unlimited“, ein schöner Dokumentarfilm über drei libanesische Geschwister, die verzweifelt versuchen, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland zu erhalten und dafür ihre künstlerischen Fertigkeiten als Sänger oder Breakdancer einsetzen. Sein Werk wurde auf der jüngsten Berlinale mit dem gläsernen Bären für den besten Langfilm in der Sektion Generation 14plus ausgezeichnet. Agostino empfiehlt mir, vorsichtig an das Thema heranzugehen: Wahrheit kann oft sehr vielschichtig sein und stimmt nicht immer mit den Sensationsnachrichten überein, die von den Medien gemeldet wurden und Neukölln in eine Art Berliner Bronx verwandelt haben.
Auch Miriam, eine junge Frau türkischen Ursprungs, die in Berlin geboren ist und mich heute Vormittag durch die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Farben der Wochenmärkte und Moscheen im Viertel geführt hat, warnt mich vor allzu leichten Stereotypen: „Damit Integration auch wirklich funktioniert, muss sie von allen beteiligten Seiten gewollt und gefördert werden“, erklärt sie mir. „Oft stößt die kulturelle Steifheit der neuen Zugewanderten gegen veraltete Gesetze und Normen, die von den heutigen Gegebenheiten überwunden wurden“.
(Deutsche Übersetzung: Soledad Ugolinelli)
Freitag, 2. Juli 2010
Gute Reise!
Nach Zeitung und Radio ist nun das Fernsehen an der Reihe. Vom 16. Juli bis zum 2. August wird Pietro Suber, Reporter der Politsendung Matrix (Canale5), nach Berlin fahren um dort einen Dokumentarfilm über das brisante Thema Jugendarmut in Deutschland zu drehen.
Um mit den Augen eines italienischen Journalisten zu beobachten, was im Berliner Viertel Neukölln passiert, haben wir ihn gebeten uns mit Worten und in Bildern von seinem Tapetenwechsel zu berichten.
(Seite 1 von 1, insgesamt 6 Einträge)
















