Hallo liebe Leserinnen und Leser,
Ich heiße Sebastian Cros und habe seit dem 2. Februar ein Praktikum in der Bibliothek des Goethe Institut Montréal begonnen. Hier werde ich bis zum 31. März arbeiten und dann am 8. April meine Rückreise nach Frankreich antreten. Ich habe die erste Hälfte meines bisherigen Lebens in Köln verbracht und die andere im Süd - westfranzösischen Bordeaux.
Ich habe eine zweijährige Bibliothekarausbildung absolviert und habe ebenfalls zwei Jahre Sprachen studiert. (Englisch, Deutsch und Russisch)
Da ich gerne zukünftig in einer Bibliothek tätig sein möchte, und es anstrebe, meine deutsch-französischen Kultur- und Sprachkenntnisse in meinem späteren Beruf einzubeziehen, habe ich mich für ein Praktikum am Goethe Institut Montréal entschieden, nicht nur um meinen Lebenslauf aufzuwerten, sondern auch um meine Kenntnisse im Bibliothekswesen zu erweitern.
Natürlich freue ich mich auch, die Stadt Montréal kennenzulernen, sowie auch das Glück zu haben, die Kultur von Québec und Kanada aus der Nähe betrachten zu können.
Während meiner Ausbildung habe ich, neben weiteren Praktika an deutschen und französischen universitäts- und Stadtbibliotheken, ein Praktikum in der Bibliothek des Goethe Institut Minsk und Lyon gemacht.
Dieses nun dritte Praktikum im Umfeld eines Goethe Instituts wird mir sicher am Ende meines Aufenthaltes in Montréal eine Art Vergleichung ermöglichen und hoffentlich meine Arbeitssuche in diesem Spektrum ein wenig vereinfachen.
Eigentlich kann ich jetzt schon erwähnen, dass auf einer Seite das Umfeld und das Publikum dieser drei Goethe Institute sehr verschieden sind und dass wiederum auf einer anderen Seite, der innerliche Einrichtungs- und organisatorische Arbeitskern eines Goethe Instituts in diesen drei Ländern, und womöglich auch in den anderen Nationen, eine gewisse Ähnlichkeit nachweist.
Die Standorte Minsk und Lyon lassen sich hauptsächlich durch ihr politisches, kulturelles und sprachliches Umfeld unterscheiden. Die Republik Belarus (oder früher auch Weißrussland genannt) weist seit mehr als ein Jahrzehnt eine autoritäre Regierung nach, die die Arbeit des Goethe Institut Minsk mit oft bürokratischen Hürden erschwärt und beeinträchtigt. Doch die hohe Anzahl der dortigen Partnerschaften mit Bibliotheken, Schulen und Universitäten in vielen Städten von Belarus, sowie auch das dortige Interesse der Menschen, die Deutsch lernen oder einfach mehr über Deutschland erfahren möchten, ermöglicht dem Goethe Institut Minsk über eine feste Standhaftigkeit zu verfügen. Zudem scheint in den letzten Wochen die heutige Finanzkrise für eine Verbesserung der demokratischen und rechtsmäßigen Verhältnisse beizutragen.
Ich muss dennoch sagen, dass es fasst ein Wunder ist, in der Bibliothek des Goethe Institut Minsk Zugriff auf freie Medien zu haben, was außerhalb von seinen vier Wänden überhaupt nicht der Fall ist. Wahrscheinlich ist dies wegen der Tatsache zu verstehen, dass im Bezug zu den zirka 10 Millionen Einwohnern von Belarus nur sozusagen eine Minorität im Auge der Staatsmacht die Sprache von Goethe lernt und versteht. Eine weitere Erklärung währe die feste Verbundenheit des Goethe Instituts mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und so gleichzeitig eine gewisse Vernetzung zur Regierung eines der wichtigsten Handelspartner der Republik Belarus (Deutschland).
Im Gegensatz zur Bibliothek des Goethe Institut Lyon, wo sich natürlich neben deutschsprachigen Medien auch deutsche Einheiten in französischer Sprache befinden, werden den Lesern in Minsk neben der deutschen und russischen Sprache ebenfalls Fassungen und Wörterbücher in weißrussischer Sprache angeboten. (Diese „Dreisprachigkeit“ kann man auch mit der ukrainischen Sprache in der Bibliothek des Goethe Institut Kiew feststellen).
Dies wars erst mal vom ersten Vergleich.
Gegen Ende meines jetzigen Praktikums am Goethe Institut Montreal, werde ich hier auf dem Überblog, wie gesagt, einen weiteren kleinen Vergleich zwischen der Bibliothek des Goethe Institut Montreal, der Bibliothek des Goethe Institut Lyon und Minsk veröffentlichen.