
Das Debüt der 1978 in Ektaterinenburg (früher Swerdlowsk) geborenen Alina Bronsky sorgte Ende 2008 und auch 2009 in Deutschland für Aufsehen. Es war der Toptitel des Verlags "Kiepenheuer & Witsch" und die Autorin wurde von einer Fernsehsendung in die nächste eingeladen.
"Scherbenpark" erzählt von Sascha, einem 17-Jährigen russlanddeutschen Mädchen, das in der Nähe von Frankfurt/M. lebt. Oder besser gesagt wird das Buch von Sascha Naimann selbst erzählt. Sie lebt in einem gettoähnlichen Hochhauskomplex, ist hochbegabt und ihre Mutter ist vom Vater ihrer beiden Halbgeschwister erschossen worden.
Alina Bronskys Sascha erzählt das alles und das Erwachsenwerden eines längst erwachsen gewordenen Mädchens mit vielen subtilen, schnellen, exakten, poetischen, lustigen, traurigen Zwischentönen und hat damit ein wirklich gelungenes Debüt abgeliefert.
Seit Ende der 1980er Jahre sind mehr als zwei Millionen Russlanddeutsche aus Russland, Kasachstan, Kirgisien nach Deutschland aus- und eingewandert. Jetzt haben sie endlich einen Platz in der neueren deutschen Literatur bekommen.
Für Deutschlerner auf dem Gymnasium ab "steg 4" zu empfehlen.
P.S.: Totschka, das deutsch-russsische Jugendportal des Goethe-Instituts
hat Alina Bronsky getroffen und ihr Fragen zu ihrem Roman gestellt.