Ein Pendant zum Goethe-Institut, um die schwedische Kultur im Ausland zu vertreten, wäre erstrebenswert. In dieser Hinsicht waren sich Marika Lagercrantz und Valle Wigers einig. Die Schauspielerin Lagercrantz ist seit letztem Jahr Kulturrätin an der schwedischen Botschaft in Berlin. Im Gespräch mit Wigers, Journalist und Autor eines Buchs über Berlin, berichtete sie von ihren Erfahrungen in der Hauptstadt.
Die Schwedisch-Dozenten in Deutschland bezeichnete Lagercrantz als die „eigentlichen Kulturräte Schwedens“. Sie sorgten dafür, dass die Sprache und Kultur an vielen Universitäten in Deutschland ihren festen Platz habe. Denn leider sei das Bild Schwedens in Deutschland zu eindimensional: Zu viel Natur, zu wenig Kultur, so Lagercrantz‘ Kritik. In diesem Zusammenhang formulierte Moderator Wigers auch den Wunsch, eine eigene, schwedische Kulturinstitution im Ausland zu schaffen.
Gut hundert Besucher hörten ein sehr persönliches Gespräch, in dem Marika Lagercrantz sich selbst als „mutige Wahl“ für ihre Aufgaben als Kulturrätin bezeichnete. Immerhin habe sie in jungen Jahren in der Hausbesetzer-Szene verkehrt.
Marika Lagercrantz gab auch Tipps für die nächste Berlin-Reise: Von etablierten Veranstaltungen wie der Berlinale bis zu eher alternativen, zum Beispiel das Medienkunst-Festival „transmediale“. Die Kulturszene in einer vergleichsweise armen Stadt wie Berlin sei der Beweis, dass auch Kultur Wachstum bedeuten könne.
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