Eines der gefährlichsten Probleme, mit denen die arabischen Gesellschaften kämpfen, ist die Belästigung von Frauen. Sie verdeutlicht wie abwertend Frauen betrachtet werden, wie sie über Jahrhunderte als Projektionsfläche benutzt worden sind. In den arabischen Gesellschaften bedeutet die Frau Sex und Hausarbeit.
Sunday, 3. July 2011
Bloggen gegen sexuelle Belästigung
Eines der gefährlichsten Probleme, mit denen die arabischen Gesellschaften kämpfen, ist die Belästigung von Frauen. Sie verdeutlicht wie abwertend Frauen betrachtet werden, wie sie über Jahrhunderte als Projektionsfläche benutzt worden sind. In den arabischen Gesellschaften bedeutet die Frau Sex und Hausarbeit.
Man braucht nur zu sehen, wie mit Frauen auf der Straße umgegangen wird – angefangen bei den Blicken, die ihre Intimsphäre durchdringen, über die respektlose „Bewunderung“ ihres Aussehens und erniedrigende Andeutungen, bis hin zu Berührungen und mehr.
Frau gleich Ding
Warum lässt sich so einfach ein Grat zwischen „Frau sein“ und „Mensch sein“ überschreiten, ohne den Frauen das Recht auf Identität und Würde im öffentlichen Raum bewahren könnten?
Die Antwort lautet: Versachlichung … Jawohl!
Frauen sind in unseren arabischen Gesellschaften für Viele nichts weiter als Objekte. Leider trifft diese Betrachtungsweise für Frauen sogar mehr zu als für Männer. Frauen sind demnach keine vollständigen Menschen, und ihr Körper nach Belieben für alle zugänglich.
Zu meinen unangenehmsten Erfahrungen gehört das Herumstehen auf der Straße, während ich auf den Bus warte. Hier bin ich allen möglichen Belästigungen ausgesetzt, von üblen Worten über Blicken bis zu Schlimmerem. Nämlich, dass Autofahrer mich zum Mitfahren einladen, und sich darauf verlassen, dass ich einfach einsteige, weil ich eine Frau auf der Straße bin.
Früher habe ich mich im Stillen geärgert. Ende letzten Jahres habe ich dann begonnen denen, die meinen Körper anglotzen, in die Augen zu schauen. Dann bekommen sie Angst und entfernen sich von mir. Ich antwortete jetzt auf Sprüche mit lauter, entschlossener Stimme: "Wie bitte? Was sagst Du da?" Entweder sie wenden sich schnell in eine andere Richtung, oder aber sie bestreiten, mit mir gesprochen zu haben. Und was die Autofahrer betrifft, ich hebe jetzt irgendeinen Stein vom Boden auf und drohe ihn auf ihr Auto zu schmeißen. Früher habe ich mich damit begnügt ihnen böse Blicke zuzuwerfen und ab und zu einen anzuschreien. Manchmal drohe ich auch mit Erdklumpen. Einmal stand ich gerade neben einem Obstverkäufer, da hab ich mir spontan eine Orange gegriffen.
Zwei Sitzplätze für mich, bitteIn den öffentlichen Verkehrsmitteln zahle ich jetzt, nach zahllosen Versuchen, die Würde meines Körpers vor Erniedrigungen zu schützen, den Preis für einen zweiten Sitzplatz. Damit ich meine Ruhe habe, ohne dass sich neben mich ein Mann setzt, bei dem ich nicht einschätzen kann was er tun wird. Und selbst das gefällt ihnen nicht. Oft ernte ich dafür von den Mitfahrenden, ob Männer oder Frauen, vorwurfsvolle Blicke, als würden sie mir vorwerfen, dass ich übertreibe.
Letzte Woche hat es einem Mann missfallen, dass ich einen extra Sitzplatz reserviert hatte. Er hat es die ganze Fahrt über für alle Mitfahrenden hörbar kommentiert. Ich zog es vor, nicht zu antworten, war aber verwundert. Warum diese Ablehnung? Ist es nicht mein Recht, nicht gedemütigt zu werden? Zumal ich sogar bereit bin dafür zu bezahlen. Wie oft habe ich mit anderen es vorgezogen, in der U-Bahn zu stehen, um uns Belästigungen von männlichen Banknachbarn zu ersparen? Wie oft wurde ich von der Gesellschaft dazu gezwungen, Demütigungen stumm zu ertragen, weil ich eine Frau bin? Wer hat bestimmt, dass eine Frau verpflichtet ist nie zu widersprechen? Was für eine Gerechtigkeit ist das?
Erfahrungen wie meine haben Feministen aus der arabischen Region, vor allem aus Ägypten, dem Libanon und Syrien, dazu motiviert, den 20. Juni 2011 zum Internet-Aktionstag gegen sexuelle Belästigung und Gender-Diskriminierung auszurufen. Genutzt wurden Facebook, Blogs und Twitter. Ich erwarte, dass es nicht bei dieser einen Aktion bleibt.
Eman Hashim, 30 Jahre, ist die Autorin vom Blog thawratalbanafseg.blogspot.com, der 2010 von der Deutschen Welle (DW) als „Der Beste Arabische Blog“ bezeichnet wurde. Nach ihrem Medizinstudium hat sie unter anderem im Bereich PR, Übersetzung und Pädagogik gearbeitet. Doch vier Jahre später spürte sie die Sehnsucht und beschloss endlich als Ärztin zu arbeiten.
Eines der gefährlichsten Probleme mit denen die arabischen Gesellschaften kämpfen ist die Belästigung von Frauen. Sie verdeutlicht wie abwertend Frauen betrachtet werden, wie sie über Jahrhunderte als Projektionsfläche benutzt worden sind. In den arabisch
Tracked: Jul 03, 15:44