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    <title>to4ka-treff - Städteblog - Togliatti</title>
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    <pubDate>Fri, 20 Jul 2012 15:31:34 GMT</pubDate>

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    <title>Lost in Traditions</title>
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            <category>Togliatti</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Anna Pohlschmidt)</author>
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    &lt;strong&gt;Nachdem ich mich lange nicht gemeldet habe, hier ein kleiner Rückblick auf meine Verwirrungen zu den vergangenen Feiertagen.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland pflegen wir unsere regionalen Unterschiede. Ob sie uns nerven, wir stolz drauf sind oder wir versuchen sie zu ignorieren – sie sind doch immer da und prägen uns. Im Ausland ärgert man sich dann als Rheinländer, dass die ganze Welt nur Oktoberfest und Lederhosen unter Deutschland zu verstehen scheint. Aber auch damit haben wir uns langsam abgefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 299px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:793 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;299&quot; height=&quot;399&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/silvester.JPG&quot; alt=&quot;Copyright: Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Richtig oder Falsch? Im Rheinland gibt es die Tradition, dass man zu Silvester eine Puppe baut, aus der dann die Raketen abgeschossen werden.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwierig wird’s dann aber im Detail, wenn man als Kulturmittler in Russland beispielsweise Weihnachten oder Karneval erklären soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Achtung, Vorurteile!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Land scheint es nämlich so, dass man von regionalen Unterschieden noch nie etwas gehört hat. Außer dem Klima verändert sich hier von Region zu Region wenig, so lange man sich an eine russische Familie hält. Und da braucht man gar nicht mal die viel zitierten Plattenbauten heranziehen. Ich denke eher an kulinarische Gleichschaltung. Im ganzen Land gibt’s zu Neujahr Oliv’e und zur Masleniza Bliny, Vodka ohnehin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das bei uns nicht so einfach ist, stößt oft auf Unverständnis. Ob ich denn auch das Oktoberfest feiern würde, es zu Weihnachten Karpfen und Räuchermännchen gebe und ob Fasching denn wirklich so lustig sei. Das sind einige Standardfragen. Lange habe ich mich aus den Fragen, die ich meist mit „Nein“ beantworten musste, herausgewunden, indem ich auf Tradition und Moderne angespielt habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 299px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:792 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;299&quot; height=&quot;398&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Weihnachtenklein1.JPG&quot; alt=&quot;Copyright: Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Weihnachtspyramide und Räuchermännchen. Tradition, aber nicht überall in Deutschland.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin eben nicht sehr traditionell aufgewachsen und so gab es bei uns weder Weihnachtsbaum, noch Räuchermännchen. Dass aber kaum jemand in meiner Heimatregion ein Räuchermännchen zu Weihnachten neben der Krippe stehen hat, war mir nicht klar. Und genau so wenig ist dem Russen verständlich, dass in einem kleinen Land wie dem unseren zum Teil von Stadt zu Stadt die Traditionen, Essgewohnheiten und Bräuche wechseln. &lt;br /&gt;
Von der Deutschen Minderheit hier lerne ich so einiges über „meine Heimat“, wovon ich noch nie gehört habe. Das nehme ich mit Interesse auf. Und auch wenn ich nicht besonders traditionsverbunden bin, freue ich mich doch, wenn dann auch akzeptiert wird, dass es in Deutschland nicht nur Fasching, sondern auch Karneval und sowohl einen Pelznickel, als auch einen Knecht Ruprecht gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 11 Mar 2010 14:50:56 +0100</pubDate>
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    <title>Grippe - eine Frage der Ehre</title>
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            <category>Togliatti</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Anna Pohlschmidt)</author>
    <content:encoded>
    Wir in Togliatti (ich identifiziere mich natürlich schon hundertprozentig mit meiner Heimat auf Zeit) sind stolze Menschen. Und vor allem sind wir eine Weltstadt. Dank des (mal geretteteten, mal dem Konkurs freigegebenen) Ladafabrikanten „AvtoVas“ konnten wir auch ganz vorne bei der Weltwirtschaftskrise mitmischen. Ein Problem stellt allerdings die Schweinegrippe für uns da. Alle Welt schaut auf Westeuropa, die USA, sogar Polen und die Ukraine haben ihre Epidemien. Nicht so hier bei uns. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 365px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:722 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;365&quot; height=&quot;274&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/regen.JPG&quot; alt=&quot;Foto und Copyright: Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Unangenehmes Regenwetter seit Wochen - eigentlich die beste Voraussetzung für eine ordentliche Grippewelle.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das konnte unsere Stadt natürlich nicht so auf sich sitzen lassen. Nachher könnte die Welt noch den Eindruck bekommen, dass es bei uns keine Fälle von Schweinegrippe gibt, weil unsere Einwohner weder Urlaub in Mexiko machen, noch als Saisonarbeiter nach Deutschland gehen. Wir also reine Provinz, abgeschlossen von Jetset und Kultur wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 365px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:723 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;365&quot; height=&quot;274&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Oper.JPG&quot; alt=&quot;Foto und Copyright: Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Als ich gehört habe, dass es in Samara einen Fall von Schweinegrippe gibt, bin ich natürlich sofort hin um märtyrerhaft die Seuche bei uns einzuschleppen. Aber selbst ein Bummel auf dem Markt vor der Oper hat nicht die gewünschte Wirkung gehabt...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Epidemie auch ohne Schwein&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Glück also, dass die Stadtoberen hier eine Lösung gefunden haben. Die saisonale Grippe wurde einfach zur Epidemie erklärt und damit das auch glaubhaft und international dramatisch genug rüberkommt, wurden alle Schulen für eineinhalb Wochen geschlossen. Das soll uns erst mal eine Stadt in Deutschland nachmachen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich persönlich bin davon nur soweit betroffen, als dass sich einige Termine an Schulen verschieben, der Sprachunterricht geht weiter. Aber um jeden immer schön an die katastrophale Endzeitstimmung in der Stadt zu erinnern, werden gezielt vereinzelte ( mit Sicherheitauch ebenfalls durch Stadtobrigkeiten angeordnete) Schutzmasken in das Stadtbild eingestreut. Die Kontrolleurin im Bus trägt einen Mundschutz, ebenso die Frau an der Kasse im Supermarkt. Merkwürdigerweise aber nicht die Frau an der Fleischtheke…&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ja, wir versuchen unser bestes. Und falls es doch noch zu einem Schweinegrippefall kommen sollte, sind auch schon Tausende Dosen Impfstoff vorhanden. Natürlich längst nicht genug für alle. Weil ein bisschen ausbreiten sollte sie sich dann ja schon, damit wir auch unsere internationale Schlagzeile bekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald es einen Fall Schweinegrippe gibt, werde ich das natürlich melden. Ansonsten komme ich ja Weihnachten nach Hause und kann dann ja selbst eine Ansteckung in die Hände nehmen. &lt;br /&gt;
Bis dahin alles Gute!&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 30 Nov 2009 15:58:09 +0100</pubDate>
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<item>
    <title>Mein Weg in die Ukraine?</title>
    <link>http://blog.goethe.de/staedteblog/index.php?/archives/242-Mein-Weg-in-die-Ukraine.html</link>
            <category>Togliatti</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Anna Pohlschmidt)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Ich habe in den letzten Jahren meine Leidenschaft für die Ukraine entdeckt.  Da ich aber beruflich scheinbar weiter bei Russland lande, muss zu anderen Mitteln gegriffen werden. Ich habe mich dezent der ukrainischen Gemeinde in Togliatti aufgedrängt und dabei schamlos die slavische Gastfreundschaft ausgenutzt. Man könnte auch von Zufall reden, aber das wär dann doch etwas langweilig.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begann vor ein paar Wochen beim Erntedankfest des Vereins der Russlanddeutschen in Togliatti. Dazu waren auch die Vertreter anderer „Minderheiten“ in der Stadt eingeladen. Es kamen eine Weißrussin und zwei Ukrainer. &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 397px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:699 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;397&quot; height=&quot;298&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Erntefestklein.JPG&quot; alt=&quot;Erntefest, Copyright Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Von links nach rechts: frankophile Ukrainerin, Schwein in Speck, Weißrussin&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Natürlich hatten auch alle ihre eigenen Spezialitäten dabei. Neben meinem Zwiebelkuchen standen dann also ukrainischer Speck und Vareniki. Und da das Fest um 13 Uhr angefangen hatte, waren wir um halb drei beim weißrussischen Selbstgebrannten, dem russischer und ukrainischer Vodka voraus gegangen waren. Auch ich durfte einen holprigen Trinkspruch aussprechen und wurde daraufhin gleich von den Ukrainern an den Nachbartisch eingeladen. So kam es zu unserer ersten Begegnung. &lt;br /&gt;
Bei dem Ehepaar handelte es sich um die Leiter des ukrainischen Kulturvereins, deren ganzer Stolz der Chor „Dnepro“ ist. Während die Frau aus einem noch nicht eruierten Grund eine Begeisterung für alles Französische hat, ist der Mann der Sänger der Familie. Aus der Überzeugung heraus, dass dies die französische Version meines Namens sei, wurde ich vom ersten Augenblick an „Annette“ genannt. Dafür brachte ich natürlich direkt meine Liebe zu ihrer Heimat zum Ausdruck und bestand auf einer Einladung zu sämtlichen folgenden Festen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wichtigste Regeln: Das Essen loben und den Vodka trinken!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Völlig unerwartet fand das nächste schon am vergangenen Sonntag statt. Mittags traf ich mich mit den Russlanddeutschen, als mir die Leiterin, Erika, mitteilte, dass wir später zum Konzert eingeladen seien.&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 397px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:700 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;397&quot; height=&quot;298&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Fest1klein.JPG&quot; alt=&quot;Fest1, Copyright Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Die Tafel reich gedeckt. Der Chor in seinen Kostümen.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; So gingen wir also zu dem Lokal, in dem der gesamte Chor schon dabei war, eine enorme Tafel mit enorm viel Essen und Schnaps zu beladen. Das Lokal gehörte einem Sohn eines Chormitglieds und so war es selbstverständlich, dass das Essen selbst mitgebracht wurde. Schließlich ist das Entscheidende bei so einem Bankett ja auch, dass jeder jedem sagen kann, dass seine/ihre Speisen ganz besonders köstlich seien. Das gleiche gilt natürlich für den Schnaps.  Ich musste selbst geräucherten Speck, Kichererbsensalat, süße Bliny und diverses anderes loben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 399px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:701 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;399&quot; height=&quot;299&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Fest2klein.JPG&quot; alt=&quot;fest2, Copyright Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ach ja, zwischendurch hatte der Chor natürlich auch noch seinen Auftritt&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Außer, dass mich hier nun schon jeder Annette nannte, verlief das Ritual ähnlich wie beim letzten Mal. Gegen drei wird angefangen zu essen – und im Zehnminutentakt muss dazu angestoßen und getrunken werden. Zwischendurch wurde aber immer wieder spontan angefangen zu singen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Adoption oder Hochzeit? &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich saß die meiste Zeit nur da, hörte zu und versuchte meinen Teller vor undefinierbarem Essen zu schützen. Besonders die älteren Damen waren kurz davor, mich zu adoptieren.&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 397px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:702 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;397&quot; height=&quot;298&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Fest3klein.JPG&quot; alt=&quot;fest3, Copyright Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Am Abend wurde immer noch gesungen und die Schnäpse immer wilder gemischt. Das erhöht sicher meine Chancen auf eine Einbürgerung...&lt;/div&gt;&lt;/div&gt; Und natürlich wurde versprochen, mir einen echten Kosaken als Ehemann zu suchen. Nachdem ich am Ende noch einen Toast auf die deutsch-ukrainische Freundschaft gesprochen und mich in das Gästebuch des Chores eingetragen hatte, war ich mir sicher, dass meinem Weg in die Ukraine nichts mehr im Weg stehen dürfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 05 Nov 2009 01:22:06 +0100</pubDate>
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    <title>Bürokratien im Vergleich</title>
    <link>http://blog.goethe.de/staedteblog/index.php?/archives/238-Buerokratien-im-Vergleich.html</link>
            <category>Togliatti</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Anna Pohlschmidt)</author>
    <content:encoded>
    &lt;strong&gt;Wie leicht assimiliert sich der Deutsche in Russland?&lt;br /&gt;
&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Wenn man als Ausländer nach Russland kommt ist es nicht unbedingt das schlechteste, aus Deutschland zu sein. Und das sage ich nur, weil wir Deutschen vermutlich ebenso bürokratie-besessen sind wie die Russen. Über die letztendliche Logik des russischen wie des deutschen Papierwahns lässt sich aber streiten. Und das gilt für beide Seiten. Während ich im letzten Jahr in Deutschland nach meinem Uni-Abschluss wegen diverser Jobs und drei Umzügen einen unübersehbaren Stapel an versicherungs-, steuer-, renten-, arbeitslosengeld-, ummelde- und sonstwas-bezogenen Unterlagen angesammelt hatte, stehe ich heute in Russland vor neuen Herausforderungen.&lt;br /&gt;
Erst einmal musste ich mir hier mehrere Identitäten aneignen. Da man als Ausländer in Togliatti kein Anrecht auf Handy oder DSL hat, heiße ich bei Megafon Ksenia und bei Volga Telekom Marina (Danke an dieser Stelle!). Meinen Mietvertrag durfte ich zwar selbst unterschreiben, offiziell wohne ich aber nicht in meiner Wohnung. Das verwirrt nicht nur mich, auch beispielsweise den jungen Mann, der mich für die Wahl hier in der Stadt am Sonntag registrieren wollte. Dafür wird man aber auch die Frau schneller los, die einem Kabelfernsehen andrehen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:697 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; style=&quot;float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Ausblick.JPG&quot; alt=&quot;Ausblick, Copyright Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Registrierung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das schwierigste Kapitel der russischen Bürokratie für jeden Ausländer ist jedoch die Visum- und Registrierungsangelegenheit. Man ist hier sehr darauf bedacht, wo sich der Ausländer gerade aufhält und zu welchem Zweck. Ähnlich wie beim deutschen Arbeitsamt kann man bei der Registrierungsstelle alle Angaben korrekt und pünktlich angeben – irgendwie bleibt immer die Angst, etwas falsch gemacht zu haben. Und vor allem in Moskau hab ich schon oft erlebt, dass man eben auch zahlen darf, wenn tatsächlich alles korrekt ist. &lt;br /&gt;
Und genau da liegt vielleicht mein Vorteil in Togliatti. Während ich hier zwar (anders als in Moskau) mit einem deutschen Pass keine Handynummer bekomme, so sieht aber auch kein Milizionär in mir einen westlichen Touristen, den man ausnehmen könnte. Man ist hier den Ausländer (zumindest den westlichen) nicht gewohnt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:698 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; style=&quot;float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;&quot; src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Wasserski.JPG&quot; alt=&quot;Wasserskifahrer, Copyright Anna Pohlschmidt&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;br /&gt;
In Togliatti gibt es keine Touristen, höchstens einheimische Erholungsurlauber&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorteile dieser Tatsache bin ich grad am ausloten. Vielleicht sollte ich mal ins Museum gehen. Ob man hier als Ausländer auch den dreifachen Eintritt wie in Moskau und St. Petersburg zahlt?&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 09 Oct 2009 18:56:30 +0200</pubDate>
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</item>
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    <title>Natur, Autos und Verkehrsplanung</title>
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    <author>nospam@example.com (Anna Pohlschmidt)</author>
    <content:encoded>
    So, hier kommt endlich ein erster Bericht über und aus Togliatti (leider weiterhin ohne Fotos, da Internetverbindung zu langsam - aber ich glaube weiterhin, dass diese Stadt und ich da gemeinsam in Zukunft eine Loesung finden werden). &lt;br /&gt;
Jetzt bin ich seit über zwei Wochen hier und habe auch schon fleißig angefangen zu arbeiten. Als Sprachassistentin ist es meine Aufgabe, die deutsche Sprache und Kultur zu vermitteln, ich bin so eine Art Werbebanner für Deutschland. &lt;br /&gt;
In diesem Blog werde ich das umdrehen und Propaganda für das schöne Togliatti machen. Man könnte mich quasi zum Tourismusbeauftragten für Togliatti in Deutschland machen. Allerdings würde ich wohl Kulturinteressierte eher auf die Nachbarstadt Samara verweisen. Wer aber Entspannung, Natur und Sport sucht, der soll nach Togliatti kommen!&lt;br /&gt;
Was sich mir im Vorhinein als Autostadt mit riesigem Industriegebiet verkaufen wollte, stellte sich als entspanntes, von Natur umgebenes mittelständiges Städtchen heraus. Zumindest solange ich in der Altstadt bleibe. Hier wohne ich nämlich direkt am Wald, kann zu Fuß Arbeit und Zentrum schnell erreichen und alles andere ignorieren. Es gibt einen großen Park mit einem obligatorischen Lenin in der Mitte, erstaunlich viele Fahrradfahrer liebevoll angelegte Beete in alten Autoreifen vor dem Haus. &lt;br /&gt;
Trotzdem muss ich ab und zu auch in die Neustadt. Dort sind die Straßen schon breiter und die Wohngebiete in Planquadraten gebaut, was die Gemütlichkeit deutlich reduziert, aber natürlich auch die Moderne der Stadt widerspiegelt. Irgendwo hinter den hier schon höheren Häusern fängt dann wohl auch die Industrie an, die mir aber auch hier bisher verborgen blieb. Togliatti ist nämlich nicht nur drumherum, auch innendrin, also überall, sehr grün. Das tut der Seele gut, das entspannt, das ist gesund. &lt;br /&gt;
Wer wollte da an Autos, Krise, Insolvenzen denken. Zugegeben, viele hier tun das. AvtoVAS ist nun einmal der größte Arbeitgeber und somit die Lage des Lada-Produzenten für die ganze Stadt ausschlaggebend. Auch damit werde ich mich also in den nächsten Monaten auseinandersetzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Öffentlicher Personennahverkehr in Togliatti&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal bin ich aber damit beschäftigt, mich in der Stadt zurecht zu finden. Der Stadtplan ist mein ständiger Begleiter, ebenso die Angst, in der falschen Marschrutka (Kleinbusse, das häufigste Fortbewegungsmittel) zu sitzen oder meine Haltestelle zu verpassen. Gerade in der Neustadt, wo für mich alles gleich aussieht, ist da höchste Konzentration gefragt. Ich bin mittlerweile auch in der Lage, eine überarbeitete Version des Marschrutka-Plans herauszugeben. Dass die eine oder andere Linie nicht mehr oder neuerdings andere Routen fährt habe ich am eigenen Leib erfahren dürfen. Wobei ich wiederum sehr dankbar sein kann, dass es überhaupt einen Stadtplan mit eingezeichneten Bussen gibt, eindeutig ein Pluspunkt für Togliatti! Außerdem neu für mich: &lt;br /&gt;
- hier bezahlt man erst beim Aussteigen aus der Marschrutka, &lt;br /&gt;
- es wird wirklich NUR an Haltestellen gehalten und &lt;br /&gt;
- man drückt einfach auf den Halteknopf, wenn man die nächste Station raus will (für mich eine großartige Erleichterung, war ich doch immer schlecht darin, durch den ganzen Bus zu rufen, dass der Fahrer bitte halten soll).&lt;br /&gt;
Zugegeben, der „ÖPNV“ in Russland ist eins meiner Lieblingsthemen, das garantiert nie langweilig wird. &lt;br /&gt;
Jetzt schlage mich erst einmal weiter durch die Stadt. Über neue Entdeckungen werde ich hier berichten und mich dabei gleichzeitig wahlweise der örtlichen Tourismus- oder Verkehrsbehörde als Fachkraft anbieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Poka, Anna!&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 18 Sep 2009 13:20:07 +0200</pubDate>
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    <title>Ein Tag vor Abflug - Vorbereitungen auf Togliatti</title>
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            <category>Togliatti</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Anna Pohlschmidt)</author>
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    So, es ist fast so weit. Morgen Abend geht meine Reise los. Nachts werde ich in Togliatti/Tol’jatti/Тольятти ankommen und mein knappes Jahr als Sprachassistentin beginnen.&lt;br /&gt;
Noch bin ich am Packen. Derzeitiger Stand der Dinge: der Trend geht eindeutig weg vom Buch, hin zu praktischen Utensilien wie Espressokanne, Taschenmesser und Hustenlöser. Man lernt eben mit den Jahren dazu.&lt;br /&gt;
Wenn ich in Volgograd vor über sechs Jahren noch einiges an deutschsprachiger Literatur (wenn auch oft russische Autoren) und mindestens fünf Reiseführer und regional relevante Geschichtsbücher dabei hatte, wird meine Bibliothek nun erst einmal leer bleiben. Romane gibt es nur noch vor Ort gekauft auf Russisch (wenn auch nicht unbedingt russische Autoren), Reiseführer sind ohnehin meist unnütz oder können auch vor Ort besorgt werden und in die Geschichtsbücher wurde eh nie reingeguckt.&lt;br /&gt;
Auch im Vergleich zu meiner Zeit in Moskau, in der ich für meine Magisterarbeit geforscht habe, gehe ich fast mit leeren Händen an die Volga. Ordnerweise Kopien werden diesmal nur einen sehr bescheidenen Platzhalter in Form der wichtigsten Reiseunterlagen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Packen ist aber natürlich nicht alles an Vorbereitung. Nur leider endet hier meine Souveränität. Mich erwartet eine Stadt, die ich vor einem halben Jahr noch nicht einmal vom Namen her kannte. Mittlerweile weiß ich auch nur wenig mehr: Togliatti liegt an der Volga und der Lada wird dort hergestellt. Ach ja, der Stadtname geht auf einen italienischen Kommunisten zurück. Das sind in etwa die Informationen, die bei Wikipedia zu finden sind. Zusätzlich habe ich in den letzten Wochen versucht, die regionalen Nachrichten etwas zu verfolgen. &lt;br /&gt;
Mir bleibt aber erst einmal nichts anderes übrig, als die Stadt auf mich zukommen zu lassen. Dann gibt es auch mehr Informationen. Bis dahin packe ich weiter meinen Koffer und nehme mit…kein russisches Grammatikbuch!&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Mon, 31 Aug 2009 21:06:34 +0200</pubDate>
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