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    <title>to4ka-treff - Städteblog - Kasan</title>
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    <pubDate>Fri, 20 Jul 2012 15:12:53 GMT</pubDate>

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    <title>&quot;Baustelle&quot; - eine deutsch-russische Tanzkooperation</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Stephanie Mai)</author>
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    Zufit Simon, Tänzerin und Choreographin, kommt mit einer der verspäteten Moskauer Maschienen am Kazaner Flughafen an. Vor ein paar Tagen ist der Kaelteumschwung gewesen, nun liegt schon Schnee und die erste Bitte an Zufit ist, sich im Probenraum wirklich warm anzuziehen. Die Heizungen sind zwar in Betrieb, doch schaffen diese nur mäßig, den Probenraum auf Arbeitstemperatur zu heizen. Dort wird sie mit der Kazaner Tanzkompagnie Pantera im ersten von zwei Probenzyklen eine abendfüllende Choreographie erarbeiten. Binnen von sechs Tagen bereits soll das Stück als work in progress im Rahmen des territorija Festivals gezeigt werden. Ein Tempo, welches eigentlich nicht der Arbeitsweise von Zufit entspricht. Sie bevorzugt eine langsamere, da sie in ihrer Arbeit den Fokus auf die individuellen Tanzpersönlichkeiten setzt, die sich erst mit intensivem Kennenlernen offenbahren. &lt;br /&gt;
Das  Motiv, welches der choreographischen Arbeit zugrunde liegt, ist die Kettenreaktion. Zufit beschäftigen in ihren Stücken meistens die Grenzen des Menschen, der immer limitiert, immer gebremst durch jemand oder etwas ist, niemals wirklich frei. Der Einzelne kann ohne die Gruppe nicht funktionieren und mit seinem Handeln wirkt er widerrum auf die Gruppe ein. Auf Aktion erfolgt Reaktion, Verbundenheit kehrt sich in Abhängigkeit, man folgt und wird verfolgt, die einzelnen Mitglieder manipulieren sich körperlich und emotional. Die Kettenreaktion von Emotionen, Bewegungen, Impulsen und Abhängigkeiten, die zwischen den Mitgliedern der Gruppe wirken ist die Basis der Interaktion zwischen dem Einzelnen und der Gruppe. Wann stösst die Gruppe an ihre Grenzen? &lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1568 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;259&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Baustelle_3_web.jpg&quot; title=&quot;Baustelle_3_web.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
©Vladimir Lupovskoy&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv der Kettenreaktion lässt sich gleichermaßen auf die Entstehungsgeschichte der Kooperation übertragen.  Denn kennengelernt haben sich Zufit und Pantera 2010 im Rahmen des EUNIC Projektes „intradans“, welches sieben russische Tanzkompagnien mit europäischen Choreographen zu gemeinsamer Stückentwicklung zusammenführte - Zufit assisitierte damals Christoph Winkler und Pantera arbeiteten zusammen mit der dänischen Choreographin Lotte Sigh. Die damalige Choreographie rief bei der Aufführung in Kazan gemischte Reaktionen hervor. Ein Teil des Publikums verliess den Saal vorzeitig, da sie mit diesem Verständnis von Tanz wenig anfangen konnten. Klassischer Tanz ist in Russland zwar weit verbreitet und hoch angesehen, das zeitgenössische Pendant hat vor allem in den Regionen einen kleineren Publikumskreis. &lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1569 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;396&quot; height=&quot;330&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Baustelle_4_web.jpg&quot; title=&quot;Baustelle_4_web.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
©Vladimir Lupovskoy 
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    <pubDate>Wed, 01 Feb 2012 11:50:00 +0100</pubDate>
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    <title>Premiere des Stückes am 11. und 12. Februar 2012 im Kamala-Theater Kazan</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Stephanie Mai)</author>
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    Laut Nail Ibragimov, künstlerischem Leiter von Pantera sei es in Kazan schwer mit dem Attribut zeitgenössisch, „Du bleibst unverstanden oder Dir wird Überheblichkeit vorgeworfen“. Den konservativen Einschlag der Stadt erklärt er mit dem traditionellen Einfluss von Orthodoxie und Islam. Ausserdem seien Industriestaedte wie bspw. Ekaterinburg oder Tscheljabinsk offener für moderne Ansätze, da diese nicht so stark von einer klassischen akademisch-künstlerischen Ausbildung geprägt seien.  &lt;br /&gt;
Die Ausbildung der Mitglieder von Pantera wiederum sind ganz vielfältig, einige haben eine Sportkarriere bereits hinter sich, was wohl als das lokale Kolorit der Kompagnie bezeichnet werden kann in einer Stadt, die dem Sport so verpflichtet ist wie Kazan. Diese Vielfalt in der Körpersprache und -verwendung ist einer der Aspekte, mit denen die Choreographin erst umgehen lernen muss. In der Arbeit in Deutschland sei viel eher eine gemeinsame Basis aus aktuellen Techniken, Methoden und Stilen vorhanden. Die unterschiedlichen tänzerischen Hintergründe und Erfahrungen der fünf Tänzerinnen in ein Ganzes zu bringen ist das Herausfordernde an der Arbeit hier, wenn bspw. die Balletausbildung die Bewegungen einer Tänzerin stets nach oben drängt oder die Körpersprache des Kollektivs sehr auf das Repräsentative der Bewegungen ausgerichtet ist, Zufit hingegen aber interessiert an den kleinen, subtilen Bewegungen. „Dann muss man sich eben umstellen“, sagt sie, im positiven Sinne des Wortes. Wie auch in der Kommunikation, denn die Arbeit mit einer Übersetzerin ist eine zusätzliche Hürde, da jeder Übersetzung eine Interpretation innewohnt. Als Tänzer hat man aber gelernt, sich über seinen Körper zu artikulieren und so geht die Arbeit langsam in die direkte Kommunikation über und die wichtigsten russischen Worte hat Zufit nach der ersten Woche auch bereits gelernt.  &lt;br /&gt;
Am Tag der Aufführung wird bis zuletzt geprobt, einige Bewegungsabläufe entstanden in den letzten Stunden vor der Aufführung. Ein studentisches Publikum und zahlreiche Pressevertreter sind gekommen, es folgt eine lebhafte Diskussion. „Warum fünf Frauen und keine männlichen Tänzer?“, ist eine der Fragen, die den Saal beschäftigt. Gerne hätte auch Zufit mit einer gemischten Gruppe gearbeitet, in der Vorauswahl gab es jedoch nur einen männlichen Tänzer. Nur wenig früher hatten zwei männliche Mitglieder die Kompagnie verlassen, da sich die Funktion des Familienversorgers und die Arbeit als professioneller Tänzer kaum vereinen lassen&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:1567 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;280&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/Baustelle_2_web.jpg&quot; title=&quot;Baustelle_2_web.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
© Vladimir Lupovskoy&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 01 Feb 2012 11:40:57 +0100</pubDate>
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    <title>Der Blick aus meinem Fenster I</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Stephanie Mai)</author>
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    Von meinem Fenster kann ich in den Garten eines dieser alten Holzhäuser blicken kann, welches wie seine Bewohner so gar nicht inmitten der umgebenen Neubaublocks seinen Platz zu finden scheinen. Eine alte Dame, die geschäftig die Wäsche aufhängt oder die Hühner füttert und nach getanem Tagwerk die Ruhe auf einem kleinen, im Winde der Zeit verbogenen Bänklein geniesst. Der Wind, so scheint es könnte ihr Haus wegpusten, trocknet aber meistens nur die aufgehängte Wäsche. An die dunkelgrün gestrichenen Holzplanken des Hauses hat jemand in weisser Farbe &quot;S.O.S. Трущоба&quot; geschrieben. &lt;br /&gt;
Über dem Szenario geht der Blick in die Ferne, über Baumkuppen, die Teil eines Parkes sein könnten, aber nur ihr Garten sind und einer der wenigen Orte, die noch nicht vom Bauwahn erfasst wurden, der damals in Vorbereitung des 1000-jährigen Jubiläums begann und seitdem die Stadt fortwährend in eine einzige Baustelle verwandelt. Zum Staub der Baustellen gesellt sich die übliche Abgasluft, ich hatte vergessen, dass jeder Atemzug hier nicht nur das Leben ermöglicht, sondern auch verkürzt. In Kazan, so sagt man, sei die Luft ohnehin getränkt vom Ablass des örtlichen Seifenwerks, woran sich die Einwohner gewöhnt haben, aber die Touristen sich verwundern. Wie auch den meisten Angereisten sofort das seltsam uneinheitliche Stadtbild auffällt. Hinter dem Kanal Bulak die wenigen und zerfallenden Überreste des einst tatarischen Teils der Stadt mit der zentralen Strasse zum Bahnhof, auf der unregelmäßig Busse in den Schlaglöchern stecken bleiben, die hochmodernen Sportanlagen, und das wohl berühmteste Gebäude – die hochgradig symbolkräftige und vorwiegend touristische Kul-Sharif Moschee, deren Pforten bereits vor dem Abendgebet schliessen und erst nach dem Morgengebet öffnen. Auf der anderen Seite des Kreml steht das Ministerium für Landwirtschaft, ein pompöser historisierter Neubau, von dem sich niemand sicher ist, ob er dem UNESCO-Regularium der Unveränderlichbarkeit des Panoramas des geschützen Objektes widerspricht. Zwei Metrostationen weiter und gelegen zwischen den Bezirken Kaluga und Ametevo, liegt inmitten der Stadt ein kleines Dorf. Dort stehen an breiten Wegen alte und noch bewohnte Holzhäuser in den typisch russischgrünen oder -türkisen Schattierungen mit kontrastreich gestrichenen verzierten Fensterrahmen. Kinder spielen im Schnee und eingeschneite zusammengerollte Fellberge kläffen jeden Fremden an. &lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 27 Jan 2012 13:45:48 +0100</pubDate>
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    <title>Der Blick aus meinem Fenster II</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Stephanie Mai)</author>
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    Doch dies ist einer der wenigen Orte, an denen die alten Holzhäuser noch ihr Recht auf Existenz haben. Das historische Stadtbild ist heute weitgehend zerstört – abgerissen oder „den Flammen zum Opfer gefallen“. Die Restaurierung der unter Denkmalschutz stehende Häuser so lange ausgeblieben, bis der Abriss wirklich unvermeidlich oder aber bei Absicherungsarbeiten „zufällig“ die historische Fassade in Mitleidenschaft gezogen wurde. Für andere Objekte wurden ganz ungeniert Pläne der historischen Restaurierung eingereicht mit dem Wissen, dass deren Einhaltung unüberprüft bleibt. Auf diese Weise wurde ein grosser Teil des architektonischen Erbe der Stadt zerstört, die Idee einer Museumsstrasse wie sie der Kazaner Wissenschaftler Bulat Galeev vorschlug, blieb unverwirklichte Vision. Immerhin der Park des Schwarzen Sees konnte dank Bürgerprotesten gerettet werden. &lt;br /&gt;
Gerade stehen die Zeichen auf Veränderung. Anlass mag auch die Delegationsreise ins chinesische Shenzen gewesen sein, wo die Übergabe der olympischen Fackel erfolgte. Fasziniert von der baulichen Ausgestaltung und der touristischen Infrastruktur der Stadt kehrte die Delegation zurück. Wenig später verfasste Olesa Baltusova, Bloggerin und Stadtführerin eine offene Einladung zu einem Stadtspaziergang an Rustem Minnichanov, Präsidenten Tatarstans, die sie über die Sozialnetzwerke verbreitete und damit soviel Aufsehen erweckte, dass diese zwei Tage später angenommen wurde. Wenig später wurde der Nesterenko entlassen, der zuvor sechs Jahre das staatliche Kontrollorgan für den Schutz des kulturellen und historischen Erbes leitete und der Schutz des alten Kazan steht nun ganz oben auf der politischen Agenda. An dem Haus vor meinem Fenster hat jemand, aus Trotz oder Stolz, die weissen Buchstaben “S.O.S Tрущоба” dunkelgrün überstrichen. Nur im Lichteinfall der Abendsonne schimmert die alte Schrift noch hindurch.  &lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 27 Jan 2012 13:40:00 +0100</pubDate>
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    <title>Region Tjumen, ich liebe dich )))</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    Ich will euch, wie immer, von meiner neuen Reise erzählen. Vor kurzem bin ich aus dem kalten, fernen Tjumen zurückgekommen. Und habe von dort viele warme Gefühle und eine heiße Liebe für diese Region mitgebracht). Ich war nach Tjumen gefahren, um… an einer wissenschaftlichen Winterschule teilzunehmen.))) Und ich muss euch sagen, dass ich noch bis heute begeistert von „sibirischer Wärme“ schwärme. Aber jetzt mal alles der Reihe nach.))) Fangen wir mit dem Anfang an! Alles beginnt mit… natürlich den OrganisatorInnen der Schule!&lt;br /&gt;
Und die haben die ganze Zeit auf höchstem Niveau gearbeitet, deshalb gab es keinerlei Probleme oder Schwierigkeiten. Schon gleich am Bahnhof, und zwar direkt an unserem Waggon, wurden wir von ihnen abgeholt – von Studierenden der Tjumensker Staatlichen Universität (TjumGU). Wir waren sehr früh angekommen (ungefähr um 6 nach Moskauer, und um 8 nach der dortigen Zeit), und deswegen wurden wir erst in ein Hotel gebracht, wo wir uns ein bisschen von der Zugfahrt erholen konnten. Dort bekamen wir auch was zu essen, und danach wurden alle zusammen in das außerhalb der Stadt gelegene Sanatorium „Hoher Nadelwald“ gefahren. Man muss sagen, dass es dort wirklich sehr schön war: ein Wald, ein See, ein Weihnachtsbaum, eine Thermalquelle.))) Schade nur, dass kein Schnee lag: Es ist kalt da bei denen, aber kein Schnee… die warten da selbst auf Schnee, aber keiner weit und breit…)&lt;br /&gt;
Wir wohnten in einem Hotel, und der Unterricht fand in einem kleinen, einzeln gelegenen Gebäude mit dem Namen „Märchen“ statt (am Ende haben wir schon bei der Bemerkung „wie im Märchen“ gelacht – im „Märchen“ war es „wie im Märchen“.))) Übrigens hatte das Gebäude einen richtigen Kamin, an dem wir uns in den Pausen getroffen und alles, was uns so interessiert und beschäftigt, besprochen haben. Zwischen den Seminaren gab es immer auch Kaffeepausen, in denen wir uns untereinander austauschen konnten. Die familiäre Atmosphäre hat den warmen Kontakt zu allen sehr unterstützt. San Sanytsch, der Organisator, war auch die ganze Zeit mit dabei und hat mit allen geredet. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden (wir waren 24 Leute aus unterschiedlichen Ecken des Landes, von Irkutsk bis Krasnodar) war ziemlich beeindruckend: Die Leute waren sehr klug und engagiert, kreativ und talentiert. Hier muss man noch dazu sagen, dass San Sanytsch uns Aufgaben gegeben hatte, bei denen wir nicht nur unseren Verstand, sondern auch unsere Talente unter Beweis stellen konnten – so haben wir zum Beispiel an einem Tag unser eigenes England kreiert – wir haben unser „Märchen“ geschmückt und es in die kleine Insel Großbritannien mitten in Sibirien verwandelt. Und mit dem Kennenlernen hatten wir auch schon angefangen, bevor wir uns persönlich getroffen haben: In einer Gruppe bei „vkontakte“, was uns einander ebenfalls näher gebracht hat. Außerdem hatten die OrganisatorInnen schon gleich am ersten Tag eine Rallye in Gruppen durchgeführt, die von San Sanytsch chaotisch zusammengestellt worden waren. Das hat uns ebenfalls zusammengebracht und -geschweißt, weil man dort die Gelegenheit hatte, einander besser kennen zu lernen. Ich bin unsagbar froh, dass ich auf diesem Training neue Freunde gefunden habe))).&lt;br /&gt;
Unsere Vortragenden waren ebenfalls ziemlich interessant und ungewöhnlich. Vor allem haben sie uns nicht nur aus der Theorie berichtet, sondern auch ihren eigenen Standpunkt erörtert und ihre Sicht der Dinge dargestellt, die uns irgendwie vertraut vorkam. Das war echt super. Außerdem haben sich die Vortragenden auch mit uns ausgetauscht und nicht nur einen Monolog heruntergeleiert, sondern einen Dialog mit uns geführt. Sie waren mit uns „auf einer Welle“, und deswegen war es doppelt interessant, ihnen zuzuhören)).&lt;br /&gt;
Neben der Arbeit gab es aber auch aktive Erholung für uns: Im Preis inbegriffen war das Baden in der Thermalquelle unter offenem Himmel (draußen ist es -20, und wir klettern nur in Badesachen zum Schwimmen runter; selbst sitzt man im Wasser, da ist es schön warm, und nur die Haare sind mit Raureif bedeckt – cool))), außerdem auch noch Skifahren und Reiten (allerdings sind wir dazu nicht mehr gekommen, die Zeit reichte nicht aus…), Armbrustschießen (das haben wir einmal ausprobiert – war unvergesslich), Rodeln (von einem Berg, der 7 Meter hoch und mehr als 100 Meter breit war, du setzt dich auf dein Rutschbrett und fliegst mit Lichtgeschwindigkeit und unter ohrenbetäubenden Schreien runter und kommst genau auf dem zugefrorenen See raus… Ich erzähle euch das hier und will sofort wieder runterfahren…)))&lt;br /&gt;
Die Stadt selbst haben wir uns vor der Abfahrt noch ein bisschen angeguckt. Eine schöne Stadt, dieses Tjumen).&lt;br /&gt;
So haben wir also gearbeitet und unseren Spaß gehabt. Es war tolltolltoll))) 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 22 Dec 2011 18:11:46 +0100</pubDate>
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    <title>Der Regenbogen des Lebens</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    Ihr könnt mich und ganz Kasan beglückwünschen: In diesem Jahr haben wir zum zweiten Mal eines der Weltwunder bei uns zu Gast gehabt – den Cirque du Soleil. Letztes Jahr hatte er auch schon bei uns gastiert und den ganzen September lang KasanerInnen und Gäste der Stadt mit seiner Kunstfertigkeit erfreut. In diesem Jahr ist der Besuch nicht ganz so groß angelegt, nur auf ein paar Tage, aber dafür nicht weniger wunderbar und zauberhaft. Im vergangenen Jahr hatten wir die Ehre, die Show „Corteo“ zu bewundern. In diesem Jahr hat man uns die Show “Saltimbanco“ mitgebracht. &lt;br /&gt;
Worin sich das Gastspiel dieses Jahres von dem letztes Jahr unterscheidet? Na ja, natürlich sind die Shows völlig verschieden, aber jede ist eben für sich genommen wunderbar. Hervorragend für die Stadt ist auch der Zeitraum der Aufführung. Und die Zeit hat auch andere Differenzen eingeebnet: In diesem Jahr ist der Zirkus nämlich in unsere Arena gekommen und hatte nicht, wie beim letzten Mal, sein eigenes Zelt dabei. Die Vorstellungen fanden in einer der größten Arenen Kasans statt – in der „Tatneftarena“. Das große Gebäude hat es möglich gemacht, selbst in diesen wenigen Tagen eine riesige Menge an Zuschauern unterzubringen. Der Gewinn war unglaublich. Schon Ende des Sommers hatten die KasanerInnen damit begonnen, sich mit Tickets für die Show einzudecken. Sehr viele Touristen sind extra in unsere Stadt gekommen, um sich an diesem Wirklichkeit gewordenen und vom Zirkus interpretierten Märchen zu erfreuen. &lt;br /&gt;
Das inhaltliche Thema der Vorstellung ist eine große Megapolis, in der das Leben pulsiert. Dort ist alles so strahlend und kunterbunt, verlockend und anziehend, dass man sofort durch die Straßen dieser großen Stadt spazieren will. Hier ist jede/r Bewohner/in eine strahlendes und „buntgefächertes“ Individuum. &lt;br /&gt;
Die Show „Saltimbanco“ ist eine wilde Mischung aus Farben und Pracht. Sie ist ein richtiger Regenbogen des Lebens, in dem grünes Gras, ein hellblauer Himmel und alle unmöglichen Farben der Welt vertreten sind. Ein Regenbogen des Lebens, in dem es Freude, Angst, das Streben nach einem gesetzten Ziel, Lachen und Gefahr gibt. Wie soll auch schließlich der Cirque du Soleil ohne Gefahren auskommen?! Oh, wenn ihr wüsstet, wie mir das Herz stehengeblieben ist, als die AkrobatInnen mit der Leichtigkeit von Vögeln über meinem Kopf umhergeschwebt sind. Wenn ihr wüsstet, wie groß meine Verwunderung war, als ich Leute sah, die so biegsam waren wie Schlangen. Wenn ihr wüsstet, wie ich über die Kraft gestaunt habe, über die die Zirkusathleten verfügen. Wenn ihr wüsstet, wie es mir vor den Augen geflimmert hat, als ich diesen geschickten Jongleur beobachtete, bei dem es mir so vorkam, als ob er die Bälle gar nicht mit den Händen, sondern mit einem einzigen Blick in Bewegung hält, und sie geflogen sind, als ob sie seine Hände gar nicht berührten. All das würdet ihr wissen, wenn ihr diese großartige Show gesehen hättet. Seid ihr jetzt traurig, dass ihr es nicht geschafft habt, nach Kasan zu kommen, um zu einer Vorstellung vom Cirque du Soleil zu gehen? Grämt euch nicht, es ist noch nicht alles verloren. Die Gastspiele gehen weiter, und die ArtistInnen der Sonne setzen ihren Aufstieg in das Firmament in anderen Städten fort. Nach Kasan hat der Zirkus es schon nach Moskau geschafft, gerade ist er in der nördlichen Hauptstadt Russlands zu Gast – in Sankt Petersburg. Und Reisen nach Kiew, Riga und Rom liegen noch vor ihm… nutzt also den Moment und bleibt dem Märchen auf der Spur!)&lt;br /&gt;
Was kann ich noch über die Show sagen? Mir fehlen einfach die Worte, um meiner Begeisterung und meiner Faszination vom Talent und Können der Schauspielenden Ausdruck zu verleihen. Nach der Vorstellung funkelte meine Seele in allen Farben des Regenbogens, und das Strahlen verschwand gar nicht mehr von meinem Gesicht.&lt;br /&gt;
Ich bin dem Cirque du Soleil und seinen DarstellerInnen unendlich dankbar für diese meisterhafte Show, die uns wieder an Wunder glauben lässt. Ich hoffe, dass diese Sonne nicht zum letzten Mal in unserem Kasan vorbeigeschaut hat, um uns neue Märchen zu erzählen und unsere Stadt in allen Regenborgenfarben erschillern zu lassen.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 19 Nov 2011 00:53:17 +0100</pubDate>
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    <title>Ein ganz schöner Brocken</title>
    <link>http://blog.goethe.de/staedteblog/index.php?/archives/391-Ein-ganz-schoener-Brocken.html</link>
            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    Ihr könnt mir gratulieren! Natürlich könntet ihr mir zu allem möglichen gratulieren – zum ersten Tag des zweiten Herbstmonats, der gerade war, zu dem wunderbaren Sonnentag heute u.s.w. Gründe gibt es genug, was mich natürlich zweifellos sehr  freut!  )) Aber ich wollte ein ganz anderes Ereignis mit euch teilen: Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich an einem Auswahlseminar teilgenommen, bei dem man ein Stipendium  der Potanin-Stiftung ergattern konnte. Liebe Leute, das war echt großartig! Aber alles der Reihe nach.  &lt;br /&gt;
Am Anfang muss natürlich erwähnt werden, dass der Wettbewerb aus zwei Etappen bestand. Die erste war ein Test. Und der beinhaltete dann auch noch mal zwei Frageblöcke: Einen zur Logik und einen zur Allgemeinbildung. Erinnert ein bisschen an ein Knallgemisch aus IQ-Test und Prüfungen in allen Fächern gleichzeitig. Mit der Logik hab ich´s ja nicht so, wie die Mehrheit der weiblichen Bevölkerung auf diesem Planeten. Nicht ohne Grund sagt man ja: „Au weia, weibliche Logik“. Ich bin eine typische Stellvertreterin solch eines Individuums mit weiblicher Logik, und daher war dieser Prüfungsteil knifflig! Das einzige, bei dem ich nicht ins Rudern kam, war eine  Aufgabe, bei der man denjenigen Begriff herauskriegen musste, der die beiden anderen aus der Reihe „Mutter, Tochter, Ärztin“ in sich vereinen kann. Irgendwann einmal hatten wir so eine Aufgabe schon mal bekommen. Zuerst will man gleich „Mutter“ sagen.  Denn das scheint ja auf den ersten Blick der globalste und wichtigste Begriff zu sein. Doch es lohnt sich, noch mal darüber nachzudenken. Schließlich ist jede Mutter auch die Tochter von irgendjemandem, und es gibt eben keine Mütter, die keine Töchter gewesen sind. Deswegen ist der am weitesten gefasste Begriff aus dieser Reihe – die Tochter! Danach gab es Fragen an den Intellekt. Hier wurde mir dann klar, dass nichts mehr zu holen ist… Details werde ich mal weglassen, nur so viel: Trotz allem bin ich mit meinen Testergebnissen in die zweite Runde weiter gekommen, worüber ich unwahrscheinlich froh war. &lt;br /&gt;
Zweiter Wettbewerbstag, Runde zwei. Das war noch interessanter. Die zweite Runde bestand aus Spielen. Den ganzen Tag lang hat man Mannschaftsspiele mit uns gemacht, in denen wir unsere Führungsqualitäten und unsere Teamfähigkeit unter Beweis stellen sollten. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich im wahren Leben eine große Anführerin wäre, und deswegen war ich auch nicht an vorderster Front dabei, aber meine Vorschläge habe ich schon eingebracht, und die Gruppe hat sie auch oft angenommen. In der ersten Hälfte haben wir bei einer „Seeschlacht“ feindliche Schiffe versenkt, dann mit Spiegeln Laserstrahlen abgefangen, Bälle in Körbe geworfen und eine Fabel geschrieben. Nach den Ergebnissen dieser ersten Hälfte kam unsere Gruppe auf den ersten Platz. Danach gab es ein leckeres Mittagessen. Arme hungrige Studierende haben schließlich ununterbrochen Hunger &lt;img src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;) Deswegen ging das Mittagessen also genau an die richtige Adresse &lt;img src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;))&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte haben wir ein Schiff gebaut, Proviant für unsere Seefahrt eingeladen, noch ein bisschen am Seehafen im Stau gestanden und sind dann schließlich auf das offene Meer hinausgefahren, um neue Welten zu erforschen. Und entdeckten dann auch wirklich ein unbekanntes Land, das bisher noch kein Fuß eines Reisenden je betreten hatte, wofür wir durch Gold mit Schokoladengeschmack belohnt wurden. Na, wenn das kein Wunder ist: Sich an nur einem Tag in einen Seemann zu verwandeln und eine kleine, aber immerhin doch eigene geographische Entdeckung zu machen. Außerdem habe ich auch noch neue Freunde gefunden. Danke an die Potanin-Stiftung für so einen tollen Wettkampf. &lt;br /&gt;
Das Stipendium habe ich mit meinen Ergebnissen leider nicht bekommen, aber dieser Umstand konnte meine leuchtenden Erinnerungen an diesen großartigen Wettbewerb in Gesellschaft kluger, lustiger und kommunikativer Leute nicht trüben. Ein ganz schöner Batzen war das, und das jetzt mal gar nicht aufs Geld bezogen &lt;img src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/templates/default/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; style=&quot;display: inline; vertical-align: bottom;&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;)))&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 09 Oct 2011 23:35:28 +0200</pubDate>
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    <title>Märchenstadt und Stadt der Träume</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    Hier sind ein paar Worte über Sankt Petersburg, die Stadt des heiligen Peters. &lt;br /&gt;
Ich bin nämlich gerade erst gestern aus dieser Stadt zurückgekommen. Es war meine dritte Fahrt nach Piter gewesen. Man muss dazu sagen, dass es mich vom ersten Blick an in seinen Bann geschlagen hatte. Mittlerweile sehe ich ein, dass ich nur eine Stadt auf dieser Welt aus vollem Herzen lieben kann – mein heimatliches Uljanowsk. Kasan ist für mich schon ein zweites Zuhause geworden, und ich verneige mein Haupt vor ihm. Doch Piter ist für mich ein Ideal, das ich vergöttere. &lt;br /&gt;
Liebe Leute, ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich die zweite russische Hauptstadt einfach so ganz locker „Piter“ nenne, und nicht Sankt Petersburg. Denn das ist nicht nur das Nacheifern einer Mode – schließlich sagen heute ja fast alle „Piter“ – sondern beschreibt auch meine Beziehung zu dieser Stadt. Sie ist für mich sprichwörtlich zu einem Freund geworden. Mal für mal schließt mich diese ideale Stadt in ihre Arme und zeigt mir die verschlungensten Pfade ihrer Seele. Und deswegen sage ich, wie zu einem guten Freund, „Piter“ zu ihr. Diesmal waren wir mit unserer ganzen Gruppe 1482 dorthin gefahren. Wisst ihr noch? Ich hab euch schon mal von diesen tollen Leuten erzählt. Fünf Tage Urlaub in einer so wunderbaren Gesellschaft – das ist einfach ein Märchen. Außerdem haben wir auch noch unter den anderen Leuten, die mit uns nach Piter gefahren sind, viele neue Freunde gefunden. Kurz gefasst: Zusammen war uns echt nicht langweilig)))&lt;br /&gt;
Man darf nicht vergessen, dass der Herbst schon vor der Tür steht und damit die Regenzeit angesagt ist. Aber Piter hat uns dennoch einen Sonnentag geschenkt. Das war der erste Tag, als uns die Stadt mit ihren Sonnenstrahlen gleich nach der Ankunft des Zuges am Bahnhof umarmt hat. Danach sind wir noch nach Peterhof gefahren, wo wir in den Genuss eines goldenen Glanzes auf den berühmten Fontänen gekommen sind. Peterhof erblüht nämlich, und zeigt seine Pracht, nur bei sonnigem Wetter; wir hatten also Glück, ihn in seiner ganzen Schönheit zu erleben. Und wir haben ihn nicht nur in unser Herz geschlossen, sondern es auch sogar noch hingekriegt, zu baden. Ins Meer sind wir natürlich nicht mehr rein, schließlich handelt es sich ja immer noch um die Ostsee und nicht um das Schwarze Meer. Aber in den Fontänen haben wir dafür ein bisschen rumgeplanscht. Diese Möglichkeit hat der Imperator Peter der Große selbst für uns geschaffen. Denn schließlich hat er sich ja diese herrlichen Fontänen ausgedacht, in denen wir nun planschen konnten. Stellt euch doch mal vor: An einem heißen Sonnentag schlendert ihr gemütlich durch den Park. Und plötzlich klatscht von beiden Seiten des Weges überraschend Wasser auf euer Haupt. Oder ihr wollt euch auf eine Bank setzen, um ein bisschen verschnaufen, und habt euch gerade erst hingesetzt, als sich von oben eine richtige Fontäne über euch ergießt. Solche Witzchen hatte unser Imperator auf Lager. Aber wir sind ihm ja dankbar dafür. Denn er hat uns so viele glückliche Momente geschenkt: Wir sind wie Kinder in diesen Brunnen herumgehüpft, haben gelacht und gespielt. Gegen Ende unserer Fahrt nach Peterhof waren wir durch diese Spiele zwar ziemlich durchnässt, aber glücklich.  &lt;br /&gt;
Am zweiten Tag verwöhnte uns das Wetter nicht so sehr, aber das konnte uns die Laune trotzdem nicht verderben. Am zweiten Tag sind wir in einen richtigen Piterschen Platzregen geraten. In nur fünf Minuten waren wir dermaßen durchnässt und verfroren, wie wir uns das im Traum nicht hätten vorstellen können.  Aber wie sagt man noch: „Wer nie in den Piterschen Regen geraten ist, kennt Piter nicht“. Und wirklich entsprach dieser Regen ganz dem Charakter der Stadt, er lag ihr sozusagen im Blut. Denn die Stadt selbst ist genauso gewaltig, impulsiv und unbezähmbar wie ein starker Platzregen. &lt;br /&gt;
Während unseres Aufenthalts in Piter haben wir uns eine Menge Kirchen und Museen angesehen. An was ich mich am besten erinnere? Schwer zu sagen. Alles war so interessant und ungewöhnlich. Ich kann jedenfalls sagen, dass wir uns in der Eremitage verlaufen haben – weswegen wir zwar nicht das gesehen haben, was wir wollten, dafür aber viel Neues und Interessantes entdecken konnten. Im Schokoladenmuseum konnten wir den großartigen Geschmack richtiger Schokolade genießen. In der Isaaks-Kathedrale haben wir mit dem Genius menschlicher Gedankengänge Bekanntschaft gemacht, der es ermöglicht hatte, dass Hunderte von Baumeistern die tonnenschweren Säulen in nur 45 Minuten errichten konnten. Wir waren nicht in der Auferstehungskirche, wir haben die als Museum begehbare Wohnung von Alexander Puschkin nicht gesehen und sind auch nicht zu einigen anderen Hundert Museen gekommen, aber trotzdem haben wir super viel Neues gelernt und sehr viel Spaß gehabt.&lt;br /&gt;
Danke, mein Piter. Danke, mein Freund. Du hast mir und meinen Freunden so viele glückliche Minuten geschenkt. Ich hoffe darauf, dass wir bald noch mal in diese Märchenstadt fahren, in dieses wunderbare und unvergessliche Piter.&lt;br /&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 20 Sep 2011 17:28:46 +0200</pubDate>
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    <title>Die umgekehrte Nacht</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    „Vor kurzem war´s, und lang ist´s her“… es war am 14. Mai, gar nicht so lange her, und doch scheint es, als sei eine ganze Ewigkeit vergangen. Nicht nur, weil es nicht die einfachste Zeit gewesen ist (Vorprüfungen, Examina, Klausuren – na ja, jeder Studierende wird mich verstehen), sondern auch, weil man dieses Wunder noch einmal erleben will, bei dem wir am 14. Mai selbst dabei sein durften. Und es war wirklich ein richtiges Wunder: die Nacht der Museen!!! &lt;br /&gt;
Für meine Freundinnen und mich waren es zwar eher nicht die Nacht, sondern die zweite Tageshälfte und der Abend, aber nichtsdestotrotz war es unvergesslich!!! Also: Unser Weg begann mit dem Park „Schwarzer See“. Irgendwie verstehe ich die Verwaltungsorgane in Kasan nicht: Das ist so ein wunderbarer Ort mit viel Platz, einem künstlichen Weiher, und sie wollen ihn abreißen und einen Parkplatz für Autos darauf bauen… außerdem steht noch ein Gebäude in der Nähe, die Aleksandrovskij-Passage, eine großartige Anlage von Handwerkskünstlern aus dem 19. Jahrhundert. Karyatiden und Stuck… die Fassade geht ja noch so einigermaßen, aber dahinter ist es dann schrecklich: die Mauern fallen auseinander, überall nackte Ziegel, kein Putz, Zerfall… Hat es denn diese Schönheit etwa nicht verdient, von uns als Denkmal vergangener Generationen für die zukünftigen Generationen bewahrt zu werden?... Ich versteh´s einfach nicht!&lt;br /&gt;
Aber egal, lösen wir uns vom Traurigen los und setzen wir unseren Weg fort!!! Im Park sind wir spazieren gegangen und haben wie die kleinen Kinder auf den Schaukeln geschaukelt. Es war wettermäßig ein warmer Tag, die ganzen Grünflächen waren voll mit Löwenzahn, und in den Beeten blühten in kräftigen Farben die Tulpen. Es war super, einfach nur dieses Erblühen mitzuerleben und sich über den Frühling, das wunderbare Wetter und die Schönheit der Natur mitten im Zentrum der großen, modernen Megapolis zu freuen.&lt;br /&gt;
Weiter führte uns unser Weg durch den Kreml. Er war in dieser Nacht das Zentrum aller Veranstaltungen. Hier waren gleich ein paar Schauplätze angesiedelt, die wir unbedingt in Augenschein nehmen wollten. Leider haben wir dann doch nicht alles gesehen, waren aber im Endeffekt dennoch zufrieden. Schon auf dem Platz vor dem Kreml war ein Jahrmarkt mit Volks-Bastelkunst aufgebaut. Holzwaren, Stickarbeiten, Sachen aus Ton und selbstgemachte Spielzeuge – alles das und noch vieles mehr wurde auf diesem Jahrmarkt in großer Vielfalt präsentiert. Besonders schön war es, sich die Sachen anzusehen, die Kinder gemacht hatten. Ich liebe kindliche Kunst und halte sie für die ehrlichste von allen. Vielleicht steckt nicht so viel Können darin, aber dafür so viel Gutes und eine solche Ehrlichkeit, das Lächeln von Kindern und ihre Mühen, und deshalb kann man gar keine besseren Handarbeiten finden!!! &lt;br /&gt;
Wir sind also über den Jahrmarkt geschlendert, haben hier und da etwas gekauft (dabei hätte man alles kaufen wollen, aber die Finanzen von Studierenden sind immer begrenzt). Hier auf dem Platz war auch eine Bühne aufgebaut worden, auf der großartige MusikerInnen aus Kasan auftraten. Die fetzigen Jazz- und Rockstücke gingen nicht spurlos an den BesucherInnen auf dem Platz vorbei und erregten die verdiente Aufmerksamkeit. Auch wir konnten nicht widerstehen. Einfach so stehen zu bleiben, war nicht möglich, man wollte tanzen und den Rhythmus mitklopfen, womit wir uns dann im Grunde auch beschäftigt haben!!! =)))&lt;br /&gt;
Im Kreml selbst gab es Plätze für ein Rock- und ein Anime-Festival, es wurden Workshops im Basteln von Karnevalsmasken und Stoffpuppen angeboten und Filme unter offenem Himmel gezeigt. Auch eine Menge Ausstellungen gab es, darunter eine, die dem 125-jährigen Jubiläum des großen tatarischen Schriftstellers G. Tukaya und seiner „Schurale“ gewidmet war. „Schurale“ ist das bekannteste Werk von G. Tukaya, das von dem Sommerdämon Schurale erzählt, der es liebte, alle BesucherInnen des Waldes zu kitzeln. Während wir durch die Ausstellung schlenderten, stießen wir auf interessante Workshops im Modellieren mit japanischem Ton und im Anfertigen von Stoffblumen. Zuerst sind wir zum Modellieren gegangen. Dieser japanische Ton ist ein interessantes Material. Man kann wirklich alles Mögliche damit machen. Die dortigen KünstlerInnen stellten vor allem Blumen her, die von echten nicht zu unterscheiden waren. Auf der Ausstellung wurden Brautsträuße aus diesem Material präsentiert. Sträuße, die aussahen, als hätte man sie gerade erst aus dem Blumenladen hergebracht. Das einzige, was diese Sträuße von echten unterscheidet, ist, dass sie nie verwelken. Und sie brauchen absolut kein Wasser. Im Gegenteil – das schadet ihnen eher nur. Das kommt von der Zusammensetzung des Tons. Er besteht sowieso schon zu 80% aus Wasser, und wenn man dann noch welches hinzufügt, verändert sich die Konzentration des Materials, und der Ton zerfließt einfach. Die zweite Hauptkomponente des Tons sind organische Fasern. Deswegen warnte man uns sofort: „Das Material ist essbar!“, und daher muss man es weit genug außerhalb der Reichweite von Hunden und Katzen aufbewahren, die diesen Ton nämlich gerne als Futter interpretieren! Man muss außerdem bemerken, dass der Ton in Bezug auf sein Gewicht sehr leicht ist, vom Preis her aber ziemlich reinhaut. Deswegen haben wir unglaubliches Glück gehabt, dass wir auf diesen Workshop gestoßen sind und diese Kunst völlig umsonst kennenlernen konnten. Danach sind wir zu einem Workshop gegangen, wo man Stoffblumen herstellen konnte. Hier konnten wir tolle Haarspangen und Broschen selber machen. Im Geschäft wird so etwas für 200-300 Rubel verkauft, und hier konnten wir es ganz umsonst und dazu auch noch schnell herstellen. Der Workshop wurde von der Wohltätigkeitsorganisation „Mütter Kasans“ durchgeführt. Deswegen haben wir nicht nur zu unserem eigenen Vergnügen gebastelt, sondern auch noch unseren Beitrag zum Gemeinwohl geleistet. Nach den Workshops haben wir uns noch ein paar Plätze rund um den Kreml angeguckt: haben Rock-Musik gehört, uns die Anime-Menschen angesehen und einfach nur so mit Leuten gequatscht.&lt;br /&gt;
Danach haben wir uns zum Tee-Feiertag aufgemacht, der im Nationalen Museum organisiert wurde. Wir hatten Glück und konnten kostenlos in die Ausstellung gehen. Hier haben wir uns Exponate angeguckt, die mit der Stadtgeschichte und der Geschichte der Republik Tatarstan zusammen hingen. Besonders beeindruckt hat uns die Original-Kutsche von Jekaterina der Großen. Sie nahm einen ganzen Saal für sich ein und fesselte durch ihre Großartigkeit den Blick. Und natürlich konnten wir an diesem Tag im Museum Tee aus der ganzen Welt probieren. Zeitlich gesehen ging es nun auf den Abend zu, und nach dem Teetrinken spürten wir schon eine gewisse Müdigkeit. Aber das hielt uns nicht auf. Schließlich standen auf unserem Programm noch Ausstellungen, die wir noch nicht gesehen hatten. Deswegen liefen wir schnell weiter. Und auf dem Weg machten wir noch Fotos und besprachen alles, was wir an diesem Tag gesehen hatten. &lt;br /&gt;
Der nächste Punkt war eine Galerie, in der Ausstellungen zu den Themen Graffiti und Jeans liefen. Außerdem wurden Gedichte vorgelesen, Stücke aufgeführt, gesungen, getanzt – hier fand jede Minute irgendeine Aktion statt, und das Leben pulsierte nur so!!! Graffiti haben mir immer schon gefallen, aber bis zu diesem Moment hatte ich diese Kunst nie so richtig ernst genommen. Auf dieser Ausstellung aber habe ich richtige Kunstwerke gesehen. Ich  fand es sogar ein bisschen schade, dass diese Meisterwerke nicht die Mauern unserer Häuser schmücken. Mir scheint, die Stadt würde dadurch viel schöner und interessanter, wenn die Wände ganz gewöhnlicher Häuser von den Bildern solcher Straßenkünstler verziert würden – von Graffiti-KünstlerInnen. &lt;br /&gt;
Besonders hat mir die Ausstellung „Jeans als Kult“ gefallen. Das Wichtigste in dieser Ausstellung waren nicht die Jeans bekannter Musiker wie Shevchuk, Makarevich, Butusov u.s.w., sondern die Atmosphäre der sowjetischen Vergangenheit selbst. Jeans gab es nämlich schon in der Sowjetunion, und in der ersten Zeit waren sie eine große Seltenheit und der Traum eines jeden Teenagers. Das war etwas ganz Exklusives. Gute, modische Jeans gab es nur wenige, und deshalb hat die Generation unserer Eltern alles Mögliche angestellt, um an solche Hosen zu kommen. Der Klassiker waren natürlich „Warenki“ („die Gekochten“). Das Geheimnis ihrer Herstellung konnten wir nicht entschlüsseln, aber wenn ich mich nicht täusche, dann musste man sie irgendwie kochen, damit sie modische Formen annahmen. Ich weiß nur, dass mein Vater sich auch in dieser Richtung engagiert hat, und er hat damals nicht nur Jeans, sondern auch Hemden und alles andere gekocht! Kurz: Mein Papa war ein großer Modeliebhaber! =)) Und im Zusammenhang mit dieser reichen Geschichte der sowjetischen Jeans hatten die OrganisatorInnen beschlossen, auf der Ausstellung eine sowjetische Atmosphäre herzustellen. Dafür haben sie eine Riesenmenge sowjetischer Sachen zusammen gesammelt: Spielzeug, Mikrofone, Player, Zeitschriften, Schallplatten und so weiter. Ich, ein Kind, das noch in der UdSSR geboren, aber schon in Russland aufgewachsen ist, konnte für eine Stunde in die sowjetische Vergangenheit abtauchen, wofür ich den OrganisatorInnen dieser Ausstellung unendlich dankbar bin. Denn obwohl man über die sowjetische Vergangenheit wegen des Defizits, der Schlangen, des Fehlens an Konkurrenz und so weiter schimpft,  hatte sie trotzdem ihren Charme, den es jetzt nicht mehr gibt. Schon allein die „Warenki“ sind das wert. Schließlich hat unsere Generation jetzt alles, und wir haben uns daran gewöhnt. Aber unsere Eltern haben sich noch alles selbst erarbeitet und gelernt, unter Bedingungen zu leben und individuell zu sein, in denen alle gleich waren. Meine Mama zum Beispiel hat ein gewöhnliches weißes Halstuch mit Brillantgrün gefärbt, damit es seinen eigenen Charme bekam. Wir kommen gar nicht auf solche Gedanken… und das ist traurig…&lt;br /&gt;
Dann stürzten wir uns vom 20. und 21. Jahrhundert in das Altertum – und machten uns zum Kunstmuseum auf, wo eine Sammlung alter Fächer ausgestellt war, beginnend mit der Zeit der ersten chinesischen Kaiser und bis hin zur Epoche der prunkvollen französischen Höfe. Außerdem wartete noch die Dauerausstellung mit Gemälden auf die BesucherInnen des Museums. Leider war das Kunstmuseum bereits die letzte Station auf unserer Tagesroute. Es war mittlerweile schon 23 Uhr, und wir waren furchtbar geschafft und wollten einfach nur etwas essen. Wir sind also zu Fuß nach Hause gelaufen und haben auf dem Weg wieder einmal all das besprochen, was wir an diesem Tag gesehen hatten. &lt;br /&gt;
Es war großartig! Was bleibt mir noch zu sagen? Einfach nur: „Ich will noch mal ins Museum!!!“=))) &lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 03 Jun 2011 00:37:06 +0200</pubDate>
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    <title>Weltwunder</title>
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    An Jekaterinburg… Du bist ein Märchen, ein Traum, ein Wunder!!!&lt;br /&gt;
Ich fange mal damit an, dass ich euch erkläre, wieso ich plötzlich auf Jekaterinburg komme. Na ja, meine Freunde sagen immer: „Das ist deine Stadt!“. Und wirklich: sie ist, wenn man nach dem Namen geht, die Stadt von Jekaterina (allerdings nicht nach mir benannt, denn solche Berühmtheit habe ich bisher noch nicht erreicht=))). Aber es ist nicht nur der Name. Auch von der Stimmung her, die in dieser Stadt herrscht, ist sie meine! Hier atmet alles Freiheit und Glück, überall leuchten bunte Farben, man wird, wohin man auch geht, angelächelt, und Traurigkeit und Unglück haben hier keinen Platz. &lt;br /&gt;
Jekaterinburg ist eine jugendliche Stadt. Es gibt hier viele junge Leute – aktiv, talentiert, progressiv denkend und zielstrebig. Und viele Neubauten: Wolkenkratzer genauso wie elitäre und sehr schöne Wohn- und Bürokomplexe. Trotzdem gibt es in der Stadt auch sehr viele alte Gebäude, die in einem hervorragenden Zustand sind. Jekaterinburg ist eine Stadt der Kontraste, in der die Kultur des Vergangenen, des Gegenwärtigen und Zukünftigen gleichermaßen miteinander verwoben ist. Die Kultur des Vergangenen ist das kulturelle Erbe, das die Einwohner der Stadt seit den Lebzeiten V. Tatischtschevs und V. de Genins, den Gründervätern der Stadt, behutsam bewahren. &lt;br /&gt;
Die Kultur des Gegenwärtigen: das sind die Bauten, die zu unseren Zeiten entstanden sind. Kleine, aber sehr prägnante Skulptur-Kompositionen, die man praktisch an jeder Ecke finden kann. Die Kultur des Zukünftigen besteht aus der Jugend, dem Potential, das sie in sich trägt und den Zielen und Aufgaben, die sie sich setzt. Und man muss hinzufügen, dass – nach dem zu urteilen, was ich gesehen habe – Jekaterinburg in der Zukunft nur noch weiter erblühen kann. Hier sind wirklich wunderbare junge Leute zu Hause, die ich das Glück hatte, im Rahmen des 2. Eurasischen Jugend-Wirtschaftsforums, zu dem ich nach Jekaterinburg gefahren war, kennen zu lernen. Das Eurasische Jugend-Wirtschaftsforum ist eine großformatige wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltung, die junge Leute aus allen Ecken des Erdballs für ein paar Tage zusammen bringt – damit sie nicht nur neue Freunde finden, sondern auch mit vereinten Kräften Lösungswege für die globalen Probleme, mit denen unser Planet zu kämpfen hat, suchen und diskutieren können. &lt;br /&gt;
Hiermit sind genauso die Problematik von Krieg und Frieden wie auch wirtschaftliche Probleme, Probleme der Globalisierung und die Frage nach der Entwicklung einer internationalen Zusammenarbeit gemeint. Und nicht grundlos gab es im Rahmen des Forums einen ökologischen und einen ökonomischen Bereich, einen für internationale Beziehungen und einen zur touristischen Entwicklung, in deren Rahmen auch diese globalen Probleme diskutiert worden sind. Das Eurasische Forum ist eine offene Plattform, auf der alle Teilnehmenden ihre Meinung sagen und ihr Interesse am Schicksal der Menschheit und des Planeten zum Ausdruck bringen können. &lt;br /&gt;
Die hauptsächliche Mission des Forums ist die Entwicklung eines Dialogs zwischen den unterschiedlichen Zivilisationen. Und hier, auf Jekaterinburger Boden, kommt dieser Dialog ziemlich erfolgreich zustande. Schließlich sind alle Bedingungen dafür vorhanden: Engagierte junge Leute, wunderbare WissenschaftlerInnen und SpezialistInnen, eine Atmosphäre der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Handelns. Und selbst die Geographie lässt die Stadt nicht im Stich: Jekaterinburg liegt an einer Stelle, wo zwei Erdteile – Europa und Asien – aufeinandertreffen, ist also genau die Mitte des Eurasischen Kontinents. Und es gibt hier sogar eine Grenzmarkierung: „Die Grenze zwischen Europa und Asien“. Wir sind an dieser Grenze gewesen. Ihr könnt euch wirklich nicht vorstellen, was das für ein Glücksgefühl ist, mit einem Bein in Europa und mit einem in Asien zu stehen. In diesem Moment habe ich mich wirklich wie jemand aus Eurasien gefühlt – als ein Mensch, der ehrlich offen ist für den Dialog mit VertreterInnen anderer Länder.&lt;br /&gt;
Und während des Eurasischen Forums ist es mir auch wirklich gelungen, in einen Dialog mit anderen Nationen und Völkern zu treten: Denn jetzt habe ich Freunde aus den USA, Namibia, Kasachstan, Kirgisien, China, Vietnam und vielen anderen Staaten. &lt;br /&gt;
Und das ist eben auch ein Weltwunder: Dass du weißt, dass jedes Volk und jede Nation zu deinen Freunden zählen. Vielen Dank an die OrganisatorInnen des Eurasischen Forums dafür, dass sie es mir ermöglicht haben, mit diesem Weltwunder Kontakt aufzunehmen!!!=)))))&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 06 May 2011 00:52:01 +0200</pubDate>
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    <title>Wenn ihr nicht nach Europa kommt, kommt Europa eben zu euch</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    In Kasan hat wieder die Europa-Woche stattgefunden!!! Alle, die Lust hatten, bekamen wieder einmal die unschätzbare Möglichkeit, sich an die europäische Kunst anzunähern und sogar den Geschmack von Europa zu probieren!!! Es war echt super, lustig und lehrreich, sich diese Europa-Tage anzusehen!!! Und man wollte einfach alles mitmachen: Zu allen Vorführungen der Klassiker des europäischen Films gehen, alle Sprachkurse mitnehmen und zum Tag der Ausbildung in Europa gehen!!! Im Endeffekt hatte ich den Anspruch, alles auf einmal zu machen – und dann auch noch während der Studienzeit. Dieses Vorhaben wurde nicht zu 100% realisiert, aber einen bestimmten Teil des Programms habe ich dann doch geschafft))) Und zwar bin ich zu „Meine erste Griechisch-Stunde“ und „Meine erste Französisch-Stunde“ gegangen. Das war dermaßen super, dass man die positiven Emotionen, die ich in diesen anderthalb Stunden erlebt habe, in Worten gar nicht widergeben kann (jede der Unterrichtseinheiten dauerte zwar nur 45 Minuten – aber das waren fabelhafte 45 Minuten, in denen man die Sprache und Kultur anderer Länder kennen lernen konnte). &lt;br /&gt;
Zuerst bin ich mit meinen Freunden (der ganzen lauten und lustigen Truppe) zu Griechisch gegangen. Wir haben uns da in die erste Reihe gesetzt und auf ein Wunder gewartet!!! Und das Wunder ist auch geschehen!!! Es kam ein Grieche herein (leider hat er sich nicht vorgestellt) und sagte: „Hallo! Und schon könnt ihr Griechisch!! Lasst uns doch diese wunderbare Sprache sprechen!!!“ – Und ihr könnt es euch nicht vorstellen, aber das gesamte russische Publikum (es waren 150 Leute da) fing plötzlich an, Griechisch zu sprechen!!! Und das soll jetzt kein Wunder sein?! Ich bin mehr als überzeugt davon, dass auch ihr in euch die Gabe wecken könnt, Griechisch zu sprechen!!! Denn alle kenne schließlich das Wort „Ekonomika“, Ökonomie, und das ist schließlich schon griechisch!!! Und solche Worte gibt es in unseren Sprachen unermesslich viele!!! So kommt es auch, dass wir parallel zu unserer Muttersprache in kleinem Umfang anfangen, Griechisch zu lernen!!! Unser Lehrer hat in dieser Unterrichtsstunde sogar einen Witz gemacht. In Griechenland gibt es nämlich jetzt, zu Zeiten des wirtschaftlichen Abstiegs, diesen Ausspruch: „Lasst uns doch einfach von allen Ländern Gebühren für den Gebrauch unserer Wörter nehmen, dann werden wir gleich die Reichsten auf der ganzen Welt!!!“)))) &lt;br /&gt;
Und dann gibt es im Griechischen noch eine Besonderheit: Es hat sich im Laufe der Zeit sehr wenig verändert, und das moderne Griechisch ist praktisch völlig identisch mit der Sprache des alten Hellas. Das heißt also, dass ihr mit Leichtigkeit Inschriften verstehen könnt, die auf der Fassade eines Gotteshauses stehen, das über 2000 Jahre alt ist!!! So sehr kann man nur mit dem modernen/alten Griechischen in Geschichte und Traditionen eintauchen!!! Das ist schon wieder so ein Wunder!!!&lt;br /&gt;
Und Französisch ist schon lange meine Leidenschaft. Deswegen habe ich, sobald ich vom 45-minütigen „Meine erste Französisch-Stunde“ erfahren hatte, ohne Nachzudenken alles andere stehen- und liegen lassen, alle meine Freundinnen zusammen getrommelt – und mich zusammen mit ihnen aufgemacht, um mir die Abgründe dieser „Sprache der Liebe“ zu Gemüte zu führen. Jaja, die Sprache der Liebe – denn so haben Pierre und Julien, unsere jungen Französisch-Lehrer und nebenbei „richtige“ Franzosen, ihre Sprache vorgestellt. In dieser schwierigen Mission standen ihnen zwei Video-Helfer zur Seite: Guillaume und Gilles))) Pierre und Julien haben uns einfach diese Videofilme gezeigt, die mit „Verführerisches Französisch: Unterricht in der Sprache der Liebe“ übertitelt waren und deren große Helden natürlich Guillaume und Gilles waren))) Und man soll es nicht meinen: Es gab nichts Schlechtes oder Anzügliches in diesen Filmen, sondern die Jungs berichteten einfach davon, wie man sich auf französisch kennen lernt, was es für Komplimente gibt, was man wie machen sollte, und so weiter. Das war dermaßen lustig und interessant, dass diese 45 Minuten schneller als eine Sekunde an uns vorbeigeflogen sind… ich war ganz enttäuscht, als die Unterrichtsstunde schon vorbei war!!! &lt;br /&gt;
Aber was soll man machen, alles geht in diesem Leben früher oder später einmal zu Ende))) Das Wichtigste ist doch das, was ich aus diesen Stunden mitgenommen habe – neue Kontakte und den Wunsch, über den Weg der Sprache noch weitere zu knüpfen!!! Vielleicht bekommt ihr nach meinem Bericht ja genauso Lust darauf!!! Lernen wir uns doch gleich einmal kennen: Ich heiße Katja [me lene Katja], [je m´appelle Katja], und du? [pos se lene?], [comment tu t´appelles?])))&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sat, 09 Apr 2011 23:39:30 +0200</pubDate>
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    <title>Es ist Winter in Kasan…</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    „Der Winter, das sind Kälte, einsame Häuser, Meere und Städte – und alles wie aus Eis“, so hieß es in einem Lied aus meiner Kindheit. Und wir hier in Kasan haben wirklich Winter und Frost… da kommt man nicht drum rum!!! Ehrlich gesagt bin ich sogar froh – denn in diesem Jahr haben wir einen „richtigen“ Winter. Natürlich gibt es jedes Jahr einen, aber so einen „richtigen“ haben wir schon lange nicht mehr gehabt! Für mich bedeutet ein echter Winter Minusgrade und viel Schnee – ganze Berge, so dass man die Autos nicht mehr sieht! Das ist dann ein „richtiger“ Winter.&lt;br /&gt;
In diesem Jahr haben wir in ganz Russland genau so einen echten Winter, und an meinem Kasan ist er auch nicht vorbei gegangen!!! Der erste Schnee ist bei uns schon im November gefallen. Aber damals hatten wir nicht ahnen können, dass es in diesem Jahr sooo viel Schnee geben würde! Am schneereichsten war der Dezember! An den letzten Dezembertagen hat es ohne Mittagspausen geschneit!))) In der Universität waren sogar für zwei Tage die Lehrveranstaltungen ausgefallen, weil man sich nicht bis dorthin durchschlagen konnte, und die Stadt erinnerte an einen einzigen großen Schneehaufen. Die Stadtverwaltung konnte diesen Naturgewalten gar nicht hinterher kommen. &lt;br /&gt;
Und es war sehr interessant, im Zentrum herum zu laufen – ein bisschen, als ob man durch einen Wald geht. Du läufst so, und um dich herum sind nur noch Schneeberge von drei Metern Höhe. Witzig war auch, dass wir auf der Höhe der Buschkronen entlang gegangen sind – das heißt also, unter unseren Füßen lag Schnee in einer Höhe von einem bis anderthalb Metern. So etwas kriegt man sonst nirgendwo zu Gesicht))) Als sich die Sonne durch den tief hängenden, grauen Himmel hindurch gekämpft hatte, wurde es auf den Straßen märchenhaft schön, und alles rundherum glänzte und blendete einen durch seine schneeweiße Pracht. Für Menschen mit Phantasie wurden die Schneeberge außerdem zu Objekten der Inspiration: Dieser Haufen hier sieht aus wie eine Blätterteigtorte – dieser hier wie eine mit Nuss, die mit Puderzucker bestäubt wurde – und in die hier wurde noch Schokolade mit reingemischt. Ein lustiger Winter)))&lt;br /&gt;
Um irgendwie den Schnee vor unserem Wohnheim zusammenzutragen, haben die StudentInnen beschlossen, Schneefiguren zu bauen. Eine Woche lang wurden die Gäste unseres kommunikationsfreudigen Wohnheims von einem Schneehasen, einem Kater und anderen Individuen begrüßt. Wir hatten sogar einen grünen Tannenbaum aus Schnee. Aber die Pracht währte nicht lange: Bald war sie schon von einer neuen Schneeschicht bedeckt…&lt;br /&gt;
Manchmal wurde der Schneefall derart heftig, dass in der Stadt alles zum Erliegen kam. So war, als ich Weihnachten nach Uljanowsk fahren wollte, die Einfahrt nach Kasan versperrt, weil es wegen des starken Schneefalls und der vielen Autos einfach kein Weiterkommen auf den Straßen gab und alles stand… wir konnten uns gerade noch aus dem festen Griff der Naturgewalten, der Kasan schon fast erdrückt hatte, befreien. Aber als wir über die Autobahn gefahren sind, sahen wir dort eine kilometerlange Schlange aus LKWs, die nicht in die Stadt hineingelassen wurden. &lt;br /&gt;
Januar und Februar brachten starke Minusgrade mit sich. Schnee war nun schon praktisch keiner mehr da; denn die Stadtverwaltung hatte es mittlerweile hingekriegt, die Randstreifen der Straßen und die Bürgersteige frei zu räumen. Aktuell ist es in Kasan gerade sehr kalt. Letzte Woche sanken die Temperaturen auf unter -30 С. Und natürlich hatte das auch Auswirkungen auf uns. Während der Kälte war in einem der Universitätsgebäude ein Heizungsrohr geplatzt, und deswegen wurden die Lehrveranstaltungen dort abgesagt. Auch bei uns sind deswegen ein paar Stunden ausgefallen. Dafür hatten wir dann eben mehr Freizeit. Und wie sollte man die wohl verbringen? Ich bin jedenfalls gleich als erstes zum Schlittschuhfahren gerannt! Bei solchen Temperaturen traut sich ja nicht jeder aufs Eis. Ich aber bin frostbeständig))) Und wenn du läufst, spürst du die Kälte auch gar nicht. Außerdem kann man sich ja immer mit heißem Tee im Café wieder aufwärmen. Deswegen mein Rat, falls ihr euch nach Kasan aufmacht – packt auf jeden Fall eure Schlittschuhe ein. Dann fahren wir zusammen))) Einen glücklichen Winter!)))&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sat, 26 Feb 2011 23:23:51 +0100</pubDate>
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    <title>Also Hallo nochmal)))</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    Ich habe schon lange nichts mehr in meinem Blog geschrieben und will euch deshalb aufs Neue zurufen: „Seid gegrüßt! Hallo, Freunde! Wie geht´s euch?“. Ich hoffe, dass bei euch alles ok ist! Doch der Aufhänger des heutigen Eintrags ist nicht nur ein Grußwort, sondern auch eine Erinnerung daran, dass man all das, was um einen herum ist, achten sollte; und zwar das, was wir eben nicht immer wertschätzen, das uns aber viel wert ist! Ein Paradox, nicht wahr? Im Russischen gibt es ein Sprichwort dazu: „Was wir haben, bewahren wir nicht; aber sobald wir es verlieren, weinen wir“. Deswegen wollte ich euch heute vom verschwindenden Kasan erzählen – von dem Kasan, das Schritt für Schritt Geschichte wird und das man nur noch anhand von Bildern, alten Fotografien und dementsprechenden Grundrissen einer Stadt nachvollziehen kann, die wir und unsere Kinder schon niemals mehr live zu Gesicht bekommen werden. &lt;br /&gt;
Kasan ist mehr als 1000 Jahre alt, und natürlich ist es sinnlos oder sogar dumm zu fordern, dass man dort alles erhalten sollte, was in diesen Jahren gebaut worden ist. Eine Stadt verändert sich ständig, wie wir selbst uns auch. Aber dennoch müssen einige Architekturdenkmäler erhalten werden. Schließlich kann ein Mensch ohne seine Vergangenheit nicht existieren, und genauso wenig kann auch eine Stadt ohne das Erbe vorangegangener Epochen normal funktionieren. Man muss schon sagen, dass in Kasan in dieser Hinsicht mehr erreicht wurde als an anderen Orten. Aber, wie man so sagt: Vollendung kennt keine Grenzen! Und es gibt auch Fehlschläge. Weit muss man nicht gehen, um Beispiele dafür zu finden! Wenn ihr zum Beispiel nach Kasan kommen würdet (was ich mir sehr wünsche), was würdet ihr dann als Erstes ansehen? – Die Fußgängerzone in der Baumann-Straße. &lt;br /&gt;
Wenn ihr die entlanglauft, wird euch bestimmt das alte Gebäude des Hotels Kasan auffallen. Früher einmal war es das Prunkstück der Stadt. Ein prächtiges Gebäude mit Stuck im Barokko-Stil, gebogenen Fenstern und großzügigen Zimmern. Und jetzt ist es nur noch eine Ruine. Die städtischen Behörden verhalten sich in dieser Sache nicht besonders angemessen. Einerseits können sie das Gebäude nicht abreißen, weil es unter Denkmalschutz steht, und andererseits ist die Lage so gut: Im Zentrum der Stadt, und zum Kreml sind es nur fünf Minuten zu Fuß. Was tun? Die Behörden haben einen Ausweg aus dieser schwierigen Lage gefunden; sie haben beschlossen: „Wir werden brav sein, und reißen wir dieses alte Gebäude nicht ab“, aber woher Geld nehmen? Denn Geld gibt es auch nicht dafür (vielleicht ist es uns das nicht wert, oder vielleicht ist auch einfach keins da). Na ja, egal – das Ergebnis ist folgendes: Das Gebäude steht leer, offiziell reißt es niemand ab – so tragen es eben „Ziegeljäger“ Stück für Stück ab. Und es schreitet noch nicht mal jemand ein. &lt;br /&gt;
Solche abbruchreifen Gebäude werden so lange auseinander genommen, bis nur noch die Fassade von ihnen übrig bleibt. Und danach kommen die städtischen Behörden zu dem Ergebnis: Die tragenden Konstruktionen wurden entfernt, das Gebäude kann nicht mehr restauriert werden. Schlussfolgerung: Das Architekturdenkmal wird abgerissen. Und genau dieses Los erwartet das Hotel Kasan in zwei Jahren. Schon jetzt ist der Großteil der stützenden Wände abgetragen worden, und der Innenhof des Hotels ähnelt eher einer Müllhalde, auf der Landstreicher und Penner übernachten. Traurig… &lt;br /&gt;
Das Hotel Kasan ist nicht das einzige Beispiel für ein solches Barbarentum von Seiten der Bürger und der Gleichgültigkeit von Seiten der Behörden. Das Gebäude der Hofversammlung befindet sich ebenfalls in einem jämmerlichen Zustand, und jetzt interessiert kaum jemanden mehr, dass es im Jahre 1766 errichtet wurde und dass hier einmal Katharina II, Alexander von Humboldt, Gustav Rose, Christian Ehrenberg u.s.w. gewesen sind. &lt;br /&gt;
Einige aktive Bürger tun alles, um das historische Erbe ihrer geliebten Stadt zu erhalten – doch bisher sind ihre Kräfte viel schwächer als die Gier derjenigen, die aus den Ruinen des Altertums Profit schlagen wollen…&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sat, 05 Feb 2011 23:13:27 +0100</pubDate>
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    <title>Made in Kazan</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    &lt;!-- s9ymdb:1185 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_center&quot; width=&quot;110&quot; height=&quot;61&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/staedteblog/uploads/logo.serendipityThumb.gif&quot;  alt=&quot;&quot; /&gt;Was soll man sagen: Wir wissen alle sehr gut, was in China, Großbritannien oder in den USA hergestellt wird… wir wissen, wer die besten Autos macht, wo die leckersten Bananen wachsen, wo die billigsten Wohnungen gebaut werden… wir wissen so vieles! Aber ich würde wetten, dass mehr als die Hälfte von euch nicht weiß, was in Kasan gemacht wird. Also, ganz nebenbei: In dieser wunderbaren Stadt werden die schönsten Leben gemacht!!! Das könnt ihr mir glauben! Ihr zweifelt daran? Kein Problem! Um euch zu überzeugen, erzähle ich jetzt davon, wie Kasan einem dabei helfen kann, den eigenen Horizont zu erweitern!&lt;br /&gt;
Am 23. September startete in der Stadt im Rahmen des Programms „Made in Kazan“ zum ersten Mal ein Projekt mit dem Titel „Rasshirjaj gorizonty“ („Erweitere deinen Horizont“).  Das Projekt umfasste Seminare mit Top-Managern aus aller Welt. &lt;br /&gt;
All diese Seminare waren absolut kostenlos. Aber es gab eine Bedingung: Um am Projekt teilnehmen zu können, musste man zwei kurze Essays über sich selbst schreiben; eins über die eigene Zukunft, und eins über die Stadt. Das Projekt stieß bei den aktivsten Einwohnern der Stadt auf Interesse und setzte sich in den Köpfen der Bürger fest. Auch ich geriet in seine Fänge! Ehrlich gesagt habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich durch die Vorauswahl komme. Ich wollte einfach nur etwas zu mir selbst schreiben, und dazu, was ich über die Entwicklung Kasans denke, eben meine Meinung sagen. Umso größer war meine Verwunderung, als ich die Einladung zugeschickt bekam. Für einen Moment hat es mir sogar die Sprache verschlagen, und bis zum 23. September habe ich niemandem von den Seminaren erzählt, weil ich Angst hatte, dass hier irgendein Fehler vorliegen könnte und ich eigentlich gar nicht zu den Teilnehmern gehöre. Aber es gab keinen Fehler, und am 23. September konnten die Veranstalter meinen Nachnamen problemlos auf der Teilnehmerliste entdecken. Und erst dann begriff ich, wie viel Glück ich gehabt hatte. Von dieser Minute an wurden Wunder wahr!&lt;br /&gt;
Ja, wirklich: Wunder, denn anders kann man diese tollen Seminare mit herausragenden Geschäftsleuten, Politikern und Wissenschaftlern gar nicht beschreiben.&lt;br /&gt;
Das Projekt lief drei Tage lang, vom 23.-25. September. Die Seminare begannen um neun und endeten so um sieben, acht Uhr abends. Natürlich waren wir danach geschafft, aber niemand verließ vor der letzten Vortragsminute den Raum, weil alles so dermaßen interessant, wissenswert und sogar lustig war, dass jede Minute unbezahlbar schien. &lt;br /&gt;
Ich erzähle jetzt etwas ausführlicher von jedem der Vortragenden.&lt;br /&gt;
Und natürlich fange ich mit den Hauptorganisatoren an, mit den Menschen also, denen die Stadt nicht nur dieses wunderbare Projekt zu verdanken hat, sondern auch ihr Erblühen und ihre ständige Weiterentwicklung: mit I. Metshina, dem Bürgermeister von Kasan, und V. Grickih, einem Abgeordneten der Kasaner Stadtversammlung. &lt;br /&gt;
Über I. Metshina kann man stundenlang erzählen, aber wenn man versuchen wollen würde, ihn mit einem Wort zu beschreiben, dann wäre das: „Ein Patriot“. Seine Liebe zu Kasan kennt keine Grenzen, und das lässt sich selbst ohne erweiterte Horizonte begreifen. In den letzten Jahren, nämlich seitdem Herr Metshina Bürgermeister von Kasan ist, hat sich die Stadt von „einer der Städte, die…“  in eine Perle des Landes verwandelt. Kasan ist regelrecht erblüht, und es wurde angenehm, hier zu leben. Natürlich sind noch nicht alle Probleme gelöst worden, aber schließlich ruht sich Metshina nicht auf dem bisher Erreichten aus und geht stetig voran, wobei er alle Probleme überwindet. Das Wichtigste ist dabei – und das hat er uns im Seminar selbst gesagt – dass die Stadt sich auch weiterhin entwickelt und immer besser, sauberer, strahlender und glücklicher wird.  &lt;br /&gt;
V. Grickih hat uns keine Theorie präsentiert und auch nicht von dem berichtet, was alles schon gemacht wurde. Er gab sich im Gegenteil Mühe, von dem zu berichten, was noch nicht erreicht wurde. Und das ist zum Beispiel folgendes: Bisher haben wir alle unsere Rolle in der Entwicklung der Stadt noch nicht verinnerlicht. Wir erwarten Veränderungen von den Regierenden und machen selber gar nichts. Aber schließlich liegen unser Leben und unsere Stadt in unseren Händen. Doch diese innere Verantwortung eines jeden Einzelnen haben wir bisher nicht verstanden, und das ist wohl das größte Problem der Stadt. Und wisst ihr was: Herr Grickih ist damit zu uns durchgedrungen. Jeder dachte ernsthaft über seine Rolle in der Entwicklung der Stadt nach und begann daran zu arbeiten, wie man Kasan besser machen könnte. Die Leute schlossen sich zusammen und dachten darüber nach, was sie für sich selbst und für die Stadt tun könnten.&lt;br /&gt;
Sehr interessant war es, R. Sahbieva – dem Leiter von „Sberbank Tatarstan“ – zuzuhören. Er machte eine sehr kluge Bemerkung, die nicht nur auf geschäftlicher Ebene, sondern auch in anderer Hinsicht nützlich ist: „Jede Beschwerde ist ein Geschenk“. Jede Unzufriedenheit mit dir oder mit deiner Tätigkeit gibt dir die Richtung zur Entwicklung und Selbstvervollkommnung vor, und damit einen Vektor für dein Leben. Und dafür solltest du dankbar sein. &lt;br /&gt;
Eine sehr interessante Vorlesung hat S. Karaganov gehalten. Er erzählte uns von den neuen Entwicklungsrichtungen Russlands, was es uns erlaubte, einen neuen Blick auf die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation im Land und in der Welt zu werfen. &lt;br /&gt;
Jozef Lu erzählte uns von seinem Land, von Singapur. Das ist ein ganz erstaunlicher Staat, in dem es keine Bundesländer gibt, keine brauchbaren Rohstoffe, kein Süßwasser und praktisch keine Korruption, wo eines der weltweit besten Ausbildungssysteme existiert und wo die Regierung für das Volk arbeitet, und nicht für die persönlichen Interessen irgendwelcher Beamten. &lt;br /&gt;
D. Chernov ist ein erstaunlicher Mensch. Man schätzt ihn so auf ca. 30, aber dabei hat er schon für praktisch alle Großunternehmen Russlands gearbeitet oder mit ihnen kooperiert. Er hat sich nicht lange mit Theorie aufgehalten, sondern uns von der Praxis erzählt – davon, wie verschiedene ausländische und russische Unternehmen einmal Erfolge erzielt haben. Es war so interessant, ihm zuzuhören, dass die Teilnehmer gleich während der Vorlesung ihre Fragen stellten und so in die Diskussion mit ihm einstiegen.&lt;br /&gt;
David Jan, Direktor der Firma ABBYY und IT-Manager, bekam die Möglichkeit, seine Fertigkeiten im Umgang mit dem Computer in der Praxis zu demonstrieren. Die Umstände brachten es zufällig so mit sich, dass genau vor seinem Auftritt die Technik ausfiel. Aber er als ein Spezialist der gehobenen Klasse wischte diese Unterbrechung sofort vom Tisch. Er zeigte uns das Geheimnis erfolgreichen Businesses auf: Ein Geschäft, dass nur auf die Erzielung von Gewinn ausgerichtet ist, wird niemals erfolgreich sein. Business sollte immer auf Verbesserung ausgerichtet sein. Denn nur ein solches Unternehmen kann wirklich erfolgreich sein und somit erblühen.&lt;br /&gt;
Äußerst interessant war der Austausch mit A. Novikov. Er sagte uns sofort, dass er nur ungern Vorlesungen hält und erzählte deswegen ein bisschen von sich selbst, und die verbleibende Zeit reservierte er für die Diskussion mit uns. Er riet uns davon ab, sich mit Businessfragen zu beschäftigen, und jemand sagte ihm, dass er das wohl absichtlich macht, damit er keine persönliche Konkurrenz bekommt – worauf er bemerkte, dass er die wirklich nicht braucht, aber dass der Grund nicht darin liege. Novikov erklärte uns seinen Ratschlag folgendermaßen: Es muss einem Menschen gegeben sein, sich mit der Geschäftswelt auseinander zu setzen. Über sich selbst sagt er folgendes: „Ich sehe jedes kleinste Manko im Restaurant und verstehe nicht, warum die anderen das nicht sehen. Ihnen ist es einfach nicht gegeben, im Gastronomie-Business zu arbeiten – mir dagegen schon“.&lt;br /&gt;
Alla Vuchkovich war die einzige Vertreterin des schwachen Geschlechts unter den Vortragenden. Aber sie hat sich vor dem Hintergrund der starken und erfolgreichen Männer überhaupt nicht verloren, sondern ihre Gesellschaft harmonisch ergänzt. Frau Vuchkovich erzählte uns, wie man richtig und effektiv mit Personal umgeht, denn schließlich sind Menschen in jeder Hinsicht die allerwichtigste Ressource. Ein Unternehmen kann nicht erfolgreich arbeiten, wenn es keine moderne Ausrüstung, keine erfolgsversprechende Strategie und gut ausgebildete Mitarbeiter hat. &lt;br /&gt;
Kin-H&#039;jan Tan erzählte uns von der Strategie des blauen Ozeans. Wir hatten da zwar schon einen Management-Kurs hinter uns, aber solch eine Theorie war uns bisher nicht untergekommen. Sie ist ein ganz neuer Ansatz zur Überwindung von Konkurrenz auf dem Markt, zur Entwicklung des Unternehmens und der Vervollkommnung seiner Produktion.  Die Grundidee, auf der die Vorlesung Kin-H&#039;jan Tans basierte, bestand darin, dass man sich gar nicht unbedingt etwas absolut Neues ausdenken muss; es reicht völlig, etwas Altes zu verändern – aber so, dass dieses Alte zu einer Ware wird, die keine Konkurrenten hat. Kompliziert? Überhaupt nicht! Meistens findet eine solche Veränderung nur an der Oberfläche statt, nur fällt sie niemandem auf. Sie rechtzeitig zu bemerken und zu nutzen, ist die Hauptaufgabe einer guten Führungskraft. &lt;br /&gt;
Weiter hat noch ein Manager des Präsidenten der Russischen Föderation, Arkadij Dvorkovich, zu uns gesprochen. Wisst ihr, wenn man auf die „großen“ Politiker guckt, dann kommt es einem so vor, als ob das ganz andere Leute sind – anders als wir, die einfachen Bürger. Aber sobald du anfängst, dich mit ihnen auszutauschen, verstehst du, dass sie sich in nichts von dir selbst unterscheiden. Sie haben genauso eine Familie, häusliche Sorgen, Träume und Wünsche und individuelle Pläne für die Zukunft. Es war sehr angenehm, sich mit Arkadij Dvorkovich zu unterhalten. Er ist ein sehr aufrichtiger und ehrlicher Mensch. Und die wichtigste Frage, die wir ihm stellten, klang etwa so: „Bitte vervollständigen Sie den Satz „Russland in der Zukunft, das ist…“. Und wisst ihr, was er geantwortet hat? Er sagte nicht, dass das Russland der Zukunft ein Marktführer mit modernisierter Wirtschaft, hohen Wachstumsraten und so weiter sein würde. Er sagte einfach nur: „Für mich ist das Russland der Zukunft das Land, in dem meine Kinder und Enkel leben werden. Und wenn es mir nicht gelingen sollte, dass sie in einem guten Land leben, dann bin ich ein schlechter Mensch“. Er sagte das wie ein Mensch, und nicht wie ein Politiker. Und genau das war besonders angenehm und wertvoll.&lt;br /&gt;
Was soll ich sagen, die drei Tage sind unbemerkt vorbei geflogen… es ist fast so, als ob es sie gar nicht gegeben hätte… Aber die Glücksgefühle, das Wissen und der Enthusiasmus, den die Teilnehmer erleben konnten, das bleibt uns für das ganze Leben erhalten… Ich bin unsagbar froh, dass ich an diesem Wunder teilhaben und meinen Horizont erweitern konnte. Vielen Dank an alle, die mir dabei geholfen haben!!!&lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Fri, 01 Oct 2010 01:05:15 +0200</pubDate>
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    <title>Uljanowsk + Kasan = Deutschland + Türkei</title>
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            <category>Kasan</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Katja Anisimowa)</author>
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    Es hat sich so ergeben, dass ich in letzter Zeit sehr oft im Kino war. Und die beiden herausragendsten Filmereignisse des letzten Monats waren für mich zwei Festivals: Das deutsche Filmfestival in Uljanowsk und das Festival des türkischen Films in Kasan.&lt;br /&gt;
Das deutsche Filmfestival in Uljanowsk fand im Rahmen des internationalen Forums „Russland – Russlanddeutsche – Deutschland“ statt. Das Programm dieses Forums war sehr breit gefächert und umfasste neben dem Filmfestival auch noch eine Fotoausstellung, den lebendigen Austausch mit MuttersprachlerInnen und eine Menge anderer Veranstaltungen, bei deren Organisation auch die Uljanowsker StudentInnen mitgeholfen haben. Aber ich als begeisterter Filmfan bin natürlich in erster Linie in die Kinos gerannt. Einen großen Dank an die Organisatoren dafür, dass sie uns die Möglichkeit geboten haben, dieses Festival kostenlos mitzuerleben – denn eine Eintrittskarte fürs Kino, und dann auch noch an 4 Tagen hintereinander, kann sich nicht jeder Student leisten. Das Publikum war sprichwörtlich sehr gemischt: junge Leute kamen genauso wie Rentner – manche, um echte Kunstwerke der deutschen Filmkunst zu genießen, und andere, weil es ihnen einfach wichtig war, sich die deutsche Sprache anzuhören. Auf jeden Fall hat das Festival, den zufriedenen Gesichtern der Zuschauer nach den Vorführungen und den lebhaften Diskussionen der Filme nach zu urteilen, allen sehr gefallen.  &lt;br /&gt;
Von den Beiträgen, die ich auf dem Festival gesehen habe, hat mir Fassbinder mit seinem Film „Angst essen Seele auf“ am besten gefallen. Ich habe mir schon viele Liebesfilme angeguckt, aber jedes Mal, nach jedem Film, komme ich zu ein und demselben Ergebnis: Die Menschen lieben einander. Ja, genau so: Jeder Mensch liebt jemanden. Nicht unbedingt ein Mann eine Frau, ein Mädchen einen jungen Mann oder ein Rentner ein kleines Mädchen, sondern: Ein Mensch liebt einen Menschen. Dabei ist es unwichtig, wie alt du bist und welches Geschlecht oder welche Hautfarbe du hast – alles um dich herum ist unwichtig, wenn dein Herz voll mit Liebe ist. Natürlich ist es einfach, darüber zu reden – doch wie soll man weiter leben, wenn das eigene Leben der Liebe wegen in Trümmern liegt? Manche halten das aus – schließlich ist die Liebe es wert – und andere distanzieren sich von ihren Gefühlen: denn schließlich ist ein Leben jenseits der Grenzen, die uns Beziehungen setzen, genauso lebenswert. Ich kann weder den einen noch den anderen einen Vorwurf machen. Jeder setzt schließlich seine eigenen Prioritäten. Auf jeden Fall sollte man aber, wofür man sich auch immer entscheidet, man selbst sein. Nur du selbst weißt nämlich, was gut für dich ist. Und niemand kann dir deine eigenen Entscheidungen vorwerfen – außer du dir selbst. &lt;br /&gt;
Das Festival des türkischen Films war prall gefüllt mit Neuerscheinungen und hat uns frische Genies der türkischen Filmkunst nahe gebracht. Außerdem war das Festival des türkischen Films dem deutschen Filmfestival sehr ähnlich: Es war auch 4 Tage lang, und der Eintritt war frei. Es fand ebenfalls im Rahmen eines größeren Festivals statt, nämlich des Festivals für islamischen Film „Das goldene Minbar“, und es gab nach den Vorführungen wieder eine Menge an positiven Eindrücken.&lt;br /&gt;
Am stärksten berührt hat mich der Film „10 vor 11“ (Original: „11´e 10 Kala“, Regie: Pelin Esmer). Ein wunderbarer Film. Ich kann nur jedem raten, ihn sich anzusehen. Wovon handelt er? Natürlich, wie immer, von unserem Leben. Und wie ist es, dieses Leben? Na, ganz unterschiedlich: Es ist voll von Erfolgen und von Enttäuschungen, es steckt voller Entdeckungen und voller Verluste, und es liegt viel Absurdität und viel Wahrheit darin. Es ist ein bisschen von allem dabei. Denn alles das, was mit uns passiert, lässt sich nicht einfach so abstreifen – selbst dann nicht, wenn man das sehr will. Unser Leben ist eine einzige große Sammlung. Und wir alle sind Sammler. Ein solcher Sammler war auch ein einsamer alter Mann. Doch er sammelte in seinem Leben nicht nur Ereignisse, sondern auch Dinge. Seine Wohnung sah schon aus wie eine Müllhalde, aber er konnte einfach nichts wegschmeißen. Aus allem machte er eine Kollektion. Und auf jedem Gegenstand vermerkte er, woran er ihn erinnerte. Wegen seiner Sammlung trennte er sich von seiner Frau, stritt sich mit den Nachbarn und vergaß die ganze Welt um sich herum – alles nur der Sammlung wegen. Der alte Mann lebte nur für seine Kollektion der Vergangenheit, und deswegen ging die Gegenwart an ihm vorbei – weswegen er immer einsamer wurde. &lt;br /&gt;
Soviel zu den Filmen… wir können viel aus Filmen lernen – die Hauptsache ist eben, dass wir selbst auch dazu bereit sind. &lt;br /&gt;
 
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    <pubDate>Sat, 18 Sep 2010 00:43:33 +0200</pubDate>
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