
Der alte Arbat
Abends trafen wir unseren „Couch Besitzer“ , Serjoscha. Er wohnt ein Stück außerhalb des Zentrums direkt an einem großen Park und schaut aus dem Fenster direkt auf eine große, grüße Fläche- schön im Kontrast zum Regengrau der Stadt. Der zweite Tag Moskau führte uns zuerst in die Tretjakovskaja Gallerie, in der ausschließlich Russische Künstler ausgestellt sind. Ich entdeckte dort viele der Bilder, die man aus Lehrbüchern oder Buchklappen kennt, so zum Beispiel die Porträts Gogols, Puschkins und Dostojevskis oder Ivanovs Riesengemälde mit Jesus , an das ich mich noch lebhaft aus meiner Vorlesung erinnern kann. Der Maler hatte geschlagene 20 Jahre dafür gebraucht und 800 Übungszeichnungen und Gemälde auf dem Weg der Entstehung gestaltet.

Moskauer Gegensätze
Von dort aus führte uns ein Spaziergang zurück in Zentrum und am Bolschoj Theater vorbei bis zum Viertel Kitaj Gorod, wo wir die Metro nahmen und zur Lomonosov Universität fuhren. Die Universität an sich ist schon einen Blick wert. Sie ist eine von Stalins stolzen „Sieben Schwestern“ und thront jenseits der Moskva gut sichtbar über der Stadt. Von hier aus hat man einen fabulösen Blick über die Stadt. Abends waren wir noch mit Serjoscha und ein paar Freunden etwas trinken und spazieren.
Auf einer der vielen Moskauer Brücken hat sich ein Russischer Brauch ganz besonders durchgesetzt, und dies auf eine wirklich schöne Weise. Das Ritual Liebender an besonderen Stellen der Stadt gemeinsam Schlösser an zubringen, die für ihre Liebe stehen hat man hier vervollkommnt: entlang der Brücke stehen Bäume, die, erst auf den zweiten Blick sichtbar, statt Blättern tausende von kleinen, großen, bunten, kunstvoll geformten, alten und neuen Vorhängeschlössern tragen. Ich war verzaubert!
Der dritte Tag Moskau hatte vor allem eine Überschrift: Kreml. Obwohl ich schon in Moskau war hatte ich es noch nicht in den Kreml geschafft, und dies sollte nun nachgeholt werden. Trotz drohendem Regen stellten wir uns tapfer an die Schlange. Vom Kreml selber war ich ein bisschen „unterwältigt“ , wahrscheinlich hätte es mir mit besserem Wetter, einem guten Führer und ein paar Mützen mehr Schlaf besser gefallen, aber Moskau hat mich bestimmt nicht zum letzten mal gesehen und ich versuche es einfach wann anders noch mal. Danach hat uns der Regen ein bisschen eingeschränkt, außerdem war ich ein kaputt und hab mich nach dem Essen mit Buch auf eine Bank verzogen während Micha durch die Welt der Schönen und vor allem Reichen durch das GUM flitze. Da unser Zug nach Petersburg (wir hatten wirklich gerade noch Plätze bekommen) erst um 2:20 abfuhr hatten wir noch Zeit und verbrachten den Abend mit Serjoscha und seinem Kumpel Dima bei Bier, Pelmeni und Spielen. Der bislang fürchterlichste Zug trug uns dann zur letzten Station Michas und meiner Reise...in die für mich schönste der Russischen Städte: Sankt Petersburg.
Cornelius Stiefenhofer, Archangelsk





Der „Zoopark Novosibirsk“ ist, zu meiner Beruhigung, viel grüner, freundlicher und weiter als der in Krasnojarsk. Es war wirklich gut das zu sehen, ich dachte vorher dass es überall so traurig und deprimierend im Zoo ist wie dort. Nachdem Pascha uns noch auf dem Akkordeon begeistert, Tee gekocht und uns mit Buchweizen und Salat für die Fahrt ausgerüstet hatte ging es auf die nächste Etappe, einen Kontinent, eine Zeitzone und 23 Stunden Zugfahrt nach Jekaterinburg.
Olchon. Wenn dies nicht eines der Schönsten Plätzchen Russlands ist.... Nicht nur die Schamanen, auch buddhistische Mönche und, wenn man Legenden glaubt, sogar Dschinghis Khan sind dem Zauber der Insel erlegen. Die größte Insel des Bajkals liegt ungefähr 6 Stunden entfernt von Irkutsk am Westufer des Sees.
Nach allem was ich über die Insel gesehen, gehört und gelesen habe war ich gespannt und neugierig, nicht nur auf Olchon sondern auch auf unser "Camp", über das ich ebenfalls viel gehört hatte. Zwischen Turistenabzocke und voller Begeisterung waren alle Meinungen dabei gewesen. Mir hat es gut gefallen. Um mal was anderes zu probieren haben wir uns in einer Jurte, einem traditionellen mongolischen Zelt, einquartiert. Nur wenige Meter von uns entfernt ragt der Schamanenstein aus dem See und bietet über Glasklarem Wasser einen Postkartenanblick zu jeder Tageszeit. 
