Ich will euch, wie immer, von meiner neuen Reise erzählen. Vor kurzem bin ich aus dem kalten, fernen Tjumen zurückgekommen. Und habe von dort viele warme Gefühle und eine heiße Liebe für diese Region mitgebracht). Ich war nach Tjumen gefahren, um… an einer wissenschaftlichen Winterschule teilzunehmen.))) Und ich muss euch sagen, dass ich noch bis heute begeistert von „sibirischer Wärme“ schwärme. Aber jetzt mal alles der Reihe nach.))) Fangen wir mit dem Anfang an! Alles beginnt mit… natürlich den OrganisatorInnen der Schule!
Und die haben die ganze Zeit auf höchstem Niveau gearbeitet, deshalb gab es keinerlei Probleme oder Schwierigkeiten. Schon gleich am Bahnhof, und zwar direkt an unserem Waggon, wurden wir von ihnen abgeholt – von Studierenden der Tjumensker Staatlichen Universität (TjumGU). Wir waren sehr früh angekommen (ungefähr um 6 nach Moskauer, und um 8 nach der dortigen Zeit), und deswegen wurden wir erst in ein Hotel gebracht, wo wir uns ein bisschen von der Zugfahrt erholen konnten. Dort bekamen wir auch was zu essen, und danach wurden alle zusammen in das außerhalb der Stadt gelegene Sanatorium „Hoher Nadelwald“ gefahren. Man muss sagen, dass es dort wirklich sehr schön war: ein Wald, ein See, ein Weihnachtsbaum, eine Thermalquelle.))) Schade nur, dass kein Schnee lag: Es ist kalt da bei denen, aber kein Schnee… die warten da selbst auf Schnee, aber keiner weit und breit…)
Wir wohnten in einem Hotel, und der Unterricht fand in einem kleinen, einzeln gelegenen Gebäude mit dem Namen „Märchen“ statt (am Ende haben wir schon bei der Bemerkung „wie im Märchen“ gelacht – im „Märchen“ war es „wie im Märchen“.))) Übrigens hatte das Gebäude einen richtigen Kamin, an dem wir uns in den Pausen getroffen und alles, was uns so interessiert und beschäftigt, besprochen haben. Zwischen den Seminaren gab es immer auch Kaffeepausen, in denen wir uns untereinander austauschen konnten. Die familiäre Atmosphäre hat den warmen Kontakt zu allen sehr unterstützt. San Sanytsch, der Organisator, war auch die ganze Zeit mit dabei und hat mit allen geredet. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden (wir waren 24 Leute aus unterschiedlichen Ecken des Landes, von Irkutsk bis Krasnodar) war ziemlich beeindruckend: Die Leute waren sehr klug und engagiert, kreativ und talentiert. Hier muss man noch dazu sagen, dass San Sanytsch uns Aufgaben gegeben hatte, bei denen wir nicht nur unseren Verstand, sondern auch unsere Talente unter Beweis stellen konnten – so haben wir zum Beispiel an einem Tag unser eigenes England kreiert – wir haben unser „Märchen“ geschmückt und es in die kleine Insel Großbritannien mitten in Sibirien verwandelt. Und mit dem Kennenlernen hatten wir auch schon angefangen, bevor wir uns persönlich getroffen haben: In einer Gruppe bei „vkontakte“, was uns einander ebenfalls näher gebracht hat. Außerdem hatten die OrganisatorInnen schon gleich am ersten Tag eine Rallye in Gruppen durchgeführt, die von San Sanytsch chaotisch zusammengestellt worden waren. Das hat uns ebenfalls zusammengebracht und -geschweißt, weil man dort die Gelegenheit hatte, einander besser kennen zu lernen. Ich bin unsagbar froh, dass ich auf diesem Training neue Freunde gefunden habe))).
Unsere Vortragenden waren ebenfalls ziemlich interessant und ungewöhnlich. Vor allem haben sie uns nicht nur aus der Theorie berichtet, sondern auch ihren eigenen Standpunkt erörtert und ihre Sicht der Dinge dargestellt, die uns irgendwie vertraut vorkam. Das war echt super. Außerdem haben sich die Vortragenden auch mit uns ausgetauscht und nicht nur einen Monolog heruntergeleiert, sondern einen Dialog mit uns geführt. Sie waren mit uns „auf einer Welle“, und deswegen war es doppelt interessant, ihnen zuzuhören)).
Neben der Arbeit gab es aber auch aktive Erholung für uns: Im Preis inbegriffen war das Baden in der Thermalquelle unter offenem Himmel (draußen ist es -20, und wir klettern nur in Badesachen zum Schwimmen runter; selbst sitzt man im Wasser, da ist es schön warm, und nur die Haare sind mit Raureif bedeckt – cool))), außerdem auch noch Skifahren und Reiten (allerdings sind wir dazu nicht mehr gekommen, die Zeit reichte nicht aus…), Armbrustschießen (das haben wir einmal ausprobiert – war unvergesslich), Rodeln (von einem Berg, der 7 Meter hoch und mehr als 100 Meter breit war, du setzt dich auf dein Rutschbrett und fliegst mit Lichtgeschwindigkeit und unter ohrenbetäubenden Schreien runter und kommst genau auf dem zugefrorenen See raus… Ich erzähle euch das hier und will sofort wieder runterfahren…)))
Die Stadt selbst haben wir uns vor der Abfahrt noch ein bisschen angeguckt. Eine schöne Stadt, dieses Tjumen).
So haben wir also gearbeitet und unseren Spaß gehabt. Es war tolltolltoll)))