Ihr könnt euch echt nicht vorstellen, wie oft ich diesen Satz in der letzten Woche gehört habe. Und warum? Natürlich, weil ich im Ural war. Ziemlich logisch irgendwie =). Und zwar war ich mitten in seinem Zentrum, genauer gesagt in Jekaterinburg, der Hauptstadt. Wie es mich dorthin verschlagen hat, fragt ihr? Na, das ist ganz einfach. Ich habe das alles dem Oxforder Russland-Fonds zu verdanken. Und wenn man ganz genau sein will: In Jekaterinburg wurde eine wissenschaftlich-praktische Konferenz für Stipendiaten ausgerichtet. Im Rahmen dieser Veranstaltung haben wir uns Vorlesungen von Dozenten angehört und Fragen zu verschiedenen Themen diskutiert, die uns beschäftigen: Soziales, Wirtschaft, Design etc.
Wie ich mittlerweile festgestellt habe, ist Oxford eine einzige große Familie. Alle Teilnehmer waren sehr kommunikative, nette und natürlich kluge Leute, mit denen ich meine einwöchige Dienstreise sehr heiter verbracht habe. Der Ural empfing uns gleich am ersten Tag gastfreundlich. Die Sonne schien und es war warm – kurz: Der Frühling war da. Am Bahnhof wurden wir von den ortsansässigen Teilnehmern empfangen – von den Jekaterinburgern, die uns ihre Stadt in all ihrer Schönheit präsentiert haben. Man ist gleich versucht, etwas zu ihrem Akzent zu sagen, der einfach unglaublich interessant ist. Aber kommen wir zur Stadt selbst. Sie ist, wie sich herausstellte, jünger als meine Heimatstadt Uljanowsk, aber trotzdem sind dort sehr viele verschiedene Kirchen und Kathedralen gebaut worden.

Храм на Крови
Die Kathedrale auf dem Blut
Also – die bekannteste ist die Kathedrale auf dem Blut, wo Zar Nikolaus II zusammen mit seiner Familie erschossen worden war. Die Schönheit dieser Kirche verschlägt einem einfach den Atem! Was die Stadt selbst betrifft, so ist sie eine Millionenstadt, was auch gleich spürbar wird – überall ist Bewegung. Unser ortsansässiger Freund und „Guide“ hat uns die bei den Jugendlichen angesagtesten Plätze gezeigt. Das waren der Plotinka-Staudamm, das kleine Flüsschen Isset
und der dortige Arbat (Im Original: Wainer-Straße), wo verschiedene Denkmäler stehen: Das für die Bauern, für die Bourgeoisie, ein verliebtes Paar und sogar ein Michael-Jackson-Denkmal. Und was mich am meisten von allem erstaunt hat, ist eine vergleichsweise neue Sehenswürdigkeit: Ein Gennadi-Bukin-Denkmal. Jaja, ihr habt alles richtig verstanden, ein Denkmal für diesen Schuhverkäufer aus der russischen Serie „Glücklich zusammen“. Sehr interessant, dass ihm eine solche Ehre zu Teil wird. .
In der Nähe dieser Straße befindet sich ein Park, wo wir auf ein Tastaturen-Denkmal gestoßen sind. Es war allerdings ganz zugeschneit, und man konnte es nicht besonders gut sehen, aber das war nicht schlimm, denn selbst der kleine Teil, den wir uns angucken konnten, hat uns schon begeistert. Außerdem ist mir noch das höchste Gebäude Jekaterinburgs im Gedächtnis geblieben, das „Wyssozkij“ heißt, und an seinem Eingang steht ein Wyssozkij- Denkmal. Unter den Anwohnern gibt es so einen Witz: „Wyssozkij, Danke, dass ich was sehe!“, denn das Haus ist fast von allen Ecken der Stadt aus zu sehen, ,
und wenn man sich verlaufen hat, dann kriegt man seine Wegesrichtung schnell wieder heraus, wenn man sich daran orientiert. Wenn wir die Stadt besser gekannt hätten, hätten wir vermutlich auch davon Gebrauch gemacht. Schließlich sind wir einige Male so durch das Stadtzentrum geschlendert. Aber das war auch gut für uns, denn wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass es uns selbst in diesen paar Tagen richtig ans Herz gewachsen ist. Es war schon schade, von dort wegzufahren. Na ja, und jetzt bin ich schon wieder fast eine Woche in Uljanowsk, aber bis jetzt noch voll von positiven Gedanken an Jekaterinburg!

