Wenn man die S- oder U-Bahnen aus Deutschland kennt, und zum ersten Mal mit der russischen Metro fährt, kann das schon ziemlich beeindruckend sein. Zwar hat man natürlich schon von den sagenhaften „Unterirdischen Palästen“ gehört, doch richtig vorstellen kann man sich das nicht. So ging es zumindest mir, als mich meine Eltern das erste Mal in die Metro schleppten.
Zuerst einmal diese unglaublich langen Rolltreppen. Sie sind nicht nur wesentlich länger und schneller als die deutschen, sondern bleiben die Menschen nur auf der rechten Seite stehen. Dass hat den Grund, das links immer Platz sein muss, damit die Menschen die es eilig haben noch neben den anderen hindurchschlüpfen können.
Dann die fantastisch verzierten und wunderschönen Hallen unter der Erde. Wo in Deutschland schlechtes Graffiti die Wände schmückt ist es hier Gold und sanfte, helle Farben. Bilder aus längst vergangenen Zeiten und Statuen die über die Menschen wachen zu scheinen. Außerdem findet man dort auch Glasmalereien und aufwändige Fresken, die hauptsächlich die Stationen der braunen Linie (Ringlinie) schmücken. Und dadurch, dass an die Stationen immer nur elektrisches Licht gelangt, sind diese noch nahezu unbeschädigt und werden auch noch lange Zeit ein Wahrzeichen Moskaus sein.
Neben Ästhetik beweist die Metro auch Funktionstüchtigkeit. Mit durchschnittlich 41 km/h bringt sie täglich bis zu 9 Millionen Menschen von einem Ort zum anderen und funktioniert, im Gegensatz zu den deutschen Bahnen, sowohl bei größter Hitze, als auch bei eisiger Kälte. Ca. alle 90 Sekunden kommt eine neue Metro und in der Rushhour beträgt der Abstand zwischen den unterschiedlichen Zügen sogar nur 30 Sekunden. Geöffnet hat sie von 5:30 Uhr bis 01:00 Uhr Nachts.
Doch ist die Moskauer Metro nicht nur sehr prachtvoll und fahrtüchtig, sondern auch sehr preisgünstig und pünktlich. Auch wenn die Preise in den letzten Jahren stark angehoben wurden, sind sie im Vergleich zu Deutschland immer noch sehr billig. Denn hier kostet ein Ticket nur 28 Rubl (was umgerechnet etwa 70 Cent sind) wobei die Tickets in Deutschland bei 2€ und mehr liegt.
Alle Linien sind irgendwie miteinander vernetzt und durch unterirdische Durchgänge verbunden. Diese liegen jedoch oftmals auch weit auseinander, was dazu führt, dass man schon mal einige Minuten unterwegs ist, um von einer Linie zur anderen zu gelangen.
Die Moskauer Metro ist seit 1935, also seit sie gebaut wurde, ein sehr zuverlässiges und sicheres Verkehrsmittel für alle Moskauer Bürger und meist weitaus schneller, als Bus oder Auto, die normalerweise immer im Stau stehen.
Also wer mal Moskau einen Besuch abstattet, spart sich am besten Bus und Auto und nimmt lieber die Metro, denn die kann auch mal auf 90km/h beschleunigen, was in der Moskau und vor allem in der Moskauer Innenstadt sonst wirklich absolut unmöglich ist und die Moskauer Metro zur schnellsten Metro auf der ganzen Welt macht. Außerdem lohnt es sich einmal die Russische Kunst unterhalb der Erde anzusehen und in die Geschichte Moskaus einzutauchen. Nur macht man das am besten nicht morgens zwischen 7 Uhr und 10 Uhr, denn da wird es in der Metro wirklich voll!
Außerdem gibt es auch noch ein Moskauer Metromuseum welches 1967 eröffnet wurde und sich an der Metrostation „Sportivnaya“ befindet. Dort werden Fotos, Dokumente, verschiedene Exponate, alte Technik und Mechanismen ausgestellt und man erfährt wie die Metro gebaut wurde und welche Rolle sie in der Geschichte Moskaus gespielt hat. Man kann aber auch Führungen durch die Metrohallen machen.
Antonia Lehmann
Mittwoch, 8. Juni 2011
moskauer metro
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Kommentare
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Schöner Artikel. Ich fand die Moskauer Metro auch einfach nur unglaublich. Ich glaub, ich habe mehrfach den Verkehr aufgehalten, indem ich stehen geblieben bin und gestaunt habe. Beeindruckend fand ich auch wie sauber die Metrostationen alle sind.
#1
Jonas - Transsib-Tipps
(Homepage)
am
09.06.2011 00:28
(Antwort)


