
Man sagt ja, wenn man sehr auf etwas wartet, dann geht das auch auf jeden Fall in Erfüllung! Das habe ich inzwischen am eigenen Leib ausprobiert! Aber alles der Reihe nach. Wie ihr wisst, bin ich Studentin an der Fakultät für Fremdsprachen – und natürlich will ich, was auch sinnvoll für mich ist, einfach nur gerne mal nach Deutschland fahren. Ich interessiere mich für alle Kulturveranstaltungen, die etwas mit Deutschland zu tun haben und die in meiner Stadt stattfinden, und aus diesem Grund habe ich auch damit angefangen, diesen Blog zu schreiben. Später habe ich dann festgestellt, dass das wirklich spannend ist – außerdem macht es mir einfach so viel Spaß, zu schreiben. Und so habe ich beschlossen, das Schicksal herauszufordern und beim Deutsch-Russischen Forum meine Bewerbung für das Journalistenpraktikum 2011 einzureichen. Ich habe ganz entspannt alle Dokumente abgeschickt und das Ganze dann erfolgreich wieder vergessen. Dementsprechend überrascht war ich dann, Anfang März eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in Moskau zu bekommen! Ich sag´s ehrlich: Ich hatte Angst, hinzufahren – wahrscheinlich, weil ich nicht genug an meine Fähigkeiten geglaubt habe… aber gefahren bin ich dann doch. Und nicht vergebens, wie sich später herausstellte! Das Kennenlernen zog sich über zwei Tage hin: Am ersten Tag gab es einen Schreibwettbewerb und am zweiten Tag eine mündliche Vorstellung. Die Aufgaben waren zwar nicht besonders schwer, aber auch nicht leicht, und wir hatten nicht viel Zeit. Bis kurz vor Beginn des Vorstellungsgesprächs hatte ich echt Angst. Aber wie sich dann herausstellte, saßen in der Jury sehr sympathische und nette Leute. Und auch sonst habe ich noch sehr viele interessante Leute dort kennen gelernt.
Danach begann ein Monat bangen Wartens. Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, dass ich meine E-Mails jeden Tag nachgeguckt habe – ach was, gleich mehrmals am Tag! Ich habe auch mit den anderen TeilnehmerInnen hin- und hergeschrieben, um herauszufinden, ob nicht vielleicht schon jemand von ihnen eine Antwort hatte. Und dann kam der Tag, an dem ich endlich das langerwartete Schreiben bekam. Ich habe es sehr langsam gelesen, um alles ganz genau zu verstehen. Und als ich dann kapierte, dass sie mich genommen hatten, konnte ich meinen Augen nicht trauen und habe den Brief gleich noch ein paar Mal durchgelesen. Als ich mich endgültig davon überzeugt hatte, dass es sich um keine optische Täuschung handelt, konnte ich mein Glück kaum fassen! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich bin!!! Jetzt warte ich schon voller Ungeduld auf den 31. Juli, denn das ist der Tag, an den ich nach Berlin fahre, wo mein erstes von drei Seminaren im Rahmen des Journalistenpraktikums stattfindet.