Hinter dem Platz gibt es eine Treppe, die wir hinaufgegangen sind, um einen besseren Überblick über die Menschenmasse, die sich dort versammelt hatte, zu bekommen. (Es sollen um die 2000 Menschen dort gewesen sein.) Dort fragte ich dann ein älteres Ehepaar, warum hier so viele Menschen sind und was diese hier machen. Mir wurde dann geduldig erklärt, dass hier eine Demonstration gegen den Bau einer Autobahn durch einen Vorort nördlich von Moskau stattfindet. Es soll nämlich extra ein Wald, der Khimki-Wald, gerodet werden, um das Autobahnprojekt realisieren zu können. Sie meinten auch, dass die ganze Demonstration nicht erlaubt wäre und deshalb so viel Polizei anwesend sei.
Zeitungsberichten und Nachrichtenmeldungen zu Folge, habe der russische Präsident Dmitrij Medwedew nun die Pläne des Autobahnbaus durch den Khimki-Wald vorerst auf Eis gelegt. Er meinte, dass den Forderungen der Bevölkerung Folge geleistet und zusätzliche Analysen durchgeführt werden sollen.
Als ich dann am Montag nach der Arbeit nach Hause gefahren bin, bekam ich mit, wie eine alte Russin sich total über den Erfolg der Demonstranten freute und ihre Freude im Bus auch laut kund tat und so die anderen Passagiere mit ihr ins Gespräch kamen. Alle waren der Meinung, dass man mit vereinten Kräften sehr wohl etwas bewirken kann und lobten die Demonstranten mit dem russischen Wort „молоцы“.
Verena Maier


