Der heutige Tag hat mit den Seminaren im Museum angefangen. Unsere Gruppe ist recht angenehm und motiviert. Mascha beschäftigt sich z.B. hauptsächlich mit den Sportbildern. Das beeindruckt. Wir diskutieren erstmal Perspektiven, Einstellungen und die vielen anderen Aspekte, die man beim Fotografieren beachten soll. Dann haben wir die von den Teilnehmern mitgebrachten Fotos durchgeschaut und ausdiskutiert.
Nach unseren Seminaren gehen wir wieder zur “Zajtuna” essen – einem Cafe, oder eher Stolovaja in der Nähe des Bahnhofs. Einen Salat ohne Mayonaese zu bestellen geht gar nicht, die Begründung hat auch ihren Charme: „Das könnt ihr doch dann selbst nicht essen!” Ähnlich verhält es sich mit Früchtetee: „Diesen trinkt nicht jeder, deswegen haben wir ihn nicht!“

Später gehen wir in Tajas Office, da ruft uns Bibigul an – unsere kasachische Heldin fuer unsere Filmserie. Wir sollen nach Botschkarjovka kommen, da sie heute das Heu verstreuen wird,

damit es bei gutem Wetter trocknet. Wir fahren raus. Umgeben von den Bergen, gehen wir eine ganze Weile einen Berg hinauf. Bibuguls Haus steht oben, alle sind mit Heuzerstreuen beschaeftigt und ich beschaeftige mich erst Mal mit Vitja – Bibiguls kleinem Sohn und beginne dabei tierisch, meinen Mischa zu vermissen, der derzeit in Nowo bei meiner Mutti ist. Mitja und ich gehen Himbeeren pfluecken, ich sehe erst gar keine da, er zeigt aber ueberzeugt auf etwas und sagt: „Mamam“, dann knie ich mich und sehe tatsaechlich eine ganze Menge.

Nachdem alle Himbeeren verspeist sind, wird Vitja zu seiner Oma geschickt und ich lasse mich auf dieses herrliche Grass nieder, genieße die Sonne und mache meine Notizen. Unglaublich, in der Stadt hatte ich grade meine dicke Jacke an und jetzt sonne ich mich!
So, jetzt komme ich auch ins Spiel, ich soll das Interview mit unserer Heldin führen und deswegen verabschiede ich mich, aber nicht für lange.