Nach langer Planungs und noch längerer Zeit der Vorfreude sind meine Eltern und mein Bruder am letzten Dienstag hier in Krasnojarsk angekommen. Mit Nieselregen hat sich die Stadt am ersten Tag nicht allzu sehr bemüht, meinen Eltern ein herzliches Willkommen zu schenken, ich bin aber überzeugt, dass sich dies nun ändert.

Gleich am zweiten Tag sind wir gen Osten nach Irkutsk mit dem Endziel Olchon, der Insel im Bajkal, aufgebrochen. Für meine Familie war es die erste Fahrt in der Transsib, für mich die erste im Kupé. War schön, aber ich fahre wirklich lieber Platzkart,das Gefühl von mehr Platz und viel zu gucken! Im Abteil war es furchtbar warm, und so waren wir alle froh, auf dem Irkutsker Bahnhof bei Sonnenschein wieder richtig durchatmen zu können.

Wie waren pünktlich zum letzten Schultag da. Wunderbar, wie sich die ganze Jugend der Stadt rausgeputzt hatte, ganz genau wie am ersten Schultag, mit weißen Schleifen und Schürzen. Auch der Besuch auf dem Zentralen Markt war beeindruckend. Bei meinem ersten Besuch der Stadt war ich nur außen dran vorbei gegangen, aber kaum übertritt man die Türschwelle taucht man ich eine neue, bunte Welt ein.

Tausend Gerüche strömen von allen Seiten herbei und von ganzen Schweinen bis zu dicken roten Äpfeln kann man hier alles finden, was die russische Küche und das russische Herz begehren.
Abends haben wir uns mit Jule und ihrer Mitbewohnerin Veronika auf einen Borschtsch, Pelmeni und ein

Bier getroffen. Für mich war es super; ich wollte seit ich es das erste mal gehört habe so ein Bier aus der Tüte trinken. Auch wenn der Sinn mich noch nicht ganz erfasst hat, schön aussehen tut es allemal!