Das Team von Todo Alemán, einem Projekt des Goethe-Instituts New York im Rahmen von „Sprachen ohne Grenzen“, hat sich bei der „Sprachen ohne Grenzen“-Konferenz mit der Videokamera umgeschaut. Hier ist das Ergebnis:
Freitag, 25. September 2009
Bilder, Bilder, Bilder
Geschrieben von Christoph Brammertz
in 17.09.2009, Donnerstag, 18.09.2009, Freitag, Bildung
um
11:27
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Tags für diesen Artikel: andrew aris, begrüßung, berlin, britta hufeisen, klaus-dieter lehmann, leonard orban, martin kobler, sven söderberg
Montag, 21. September 2009
Kleine Presseschau
Unserdeutsch – Ein dokumentarisches Südseemärchen
Ich erzähle euch jetzt eine wahre Geschichte.
Mit diesen Worten beginnt das Theaterstück Unserdeutsch – ein dokumentarisches Südseemärchen in der Black Box der Akademie der Künste, eindrucksvoll gespielt von der aus Südafrika stammenden Schauspielerin Yvette Coetzee.

Weihnachten auf Papua-Neuguinea
© Harry Hoerler
© Harry Hoerler
Die Geschichte handelt vom deutschen Kolonialismus in Papua-Neuguinea, von den Kindern deutscher Kolonialherren und einheimischer Frauen, von der Suche nach Identität und von einer Kreol-Sprache: Unserdeutsch.
Auf eine Schultafel in der Mitte des Raums malt Coetzee Kreidezeichnungen, die plötzlich animiert werden, alte Fotos erscheinen, kurze Videosequenzen, Interviews von den jetzt erwachsenen Sprechern von Unserdeutsch.
Wir erfahren aus Sicht der sich Erinnernden vieles über die Zwänge der Missionarsschule, ausgedrückt in dem notorischen Wiederholen deutscher Verbkonjugationen. Familien und der Zusammenhalt unter den so genannten "half-caste-children" werden sichtbar, aber auch das Leben zwischen zwei Welten, die Frage nach der Zugehörigkeit werden thematisiert.
Der Wechsel zwischen den Sprachen Deutsch, Unserdeutsch und Englisch: Ein Stück über die Mehrsprachigkeit
Die Erzählende kommuniziert mit den Unserdeutsch-Sprechern über die Schultafel: Einige Erinnerungen verblassen, der Kontakt bricht ab, aus fotografierten Personen werden Leerstellen, verbildlicht als umrisshafte Flecken des nassen Schwamms auf der hellen Tafel. Andere Erinnerungen werden vehement mit dem Schwamm gelöscht oder weggeschoben.
Was passiert mit der Kreolsprache Unserdeutsch aus Vunapope? Ist sie bald auch eine Leerstelle in der Liste der Sprachen weltweit oder wird sie Bestand haben?
Nach Ende des Stücks ist noch Zeit für ein Gespräch mit dem Linguisten Craig A. Volker und dem Zeitzeugen und Sprecher von Unserdeutsch, Harry Hoerler aus Papua-Neuguinea. Eine Frage nach der anderen stellte das Publikum den beiden Gästen. Schließlich meldet sich auch eine ältere Frau zu Wort und beginnt völlig unvermittelt den Namen, das Geburtsdatum und den Geburtsort ihres Großvaters aufzuzählen: Er lebte als Deutscher während der Kolonialzeit in Vunapope, Papua-Neuguinea. Plötzlich rückte der Wirklichkeits-Bezug des Stücks noch einmal deutlich in das Bewusstsein der Zuschauer und die geografische Distanz zwischen Berlin (Deutschland) und Berlinhafen (Papua-Neuguinea) verschwindet in den schwarzen Wänden der Black Box.
Das Stück ist noch bis zum 29. September 2009 in Deutschland zu sehen.
Link-Tipps
Weitere Vorstellungstermine und Informationen zum Stück „Unserdeutsch“
Weitere Hintergrundinfos mit Audiobeispielen (goethe.de)
Geschrieben von Victoria Voll
in 18.09.2009, Freitag, 19.09.2009, Samstag, Rahmenprogramm
um
15:24
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Samstag, 19. September 2009
Bollywood macht Schule
Wie lernt man am einfachsten Hindi? Viele Inder haben die Frage für sich so beantwortet: Mit Bollywood-Filmen! Der Dokumentationsfilm des Regisseurs Armin Paul Hampel Zubaan: Hindi trägt den Untertitel Der Zungenschlag Bollywoods und berichtet über eine unglaubliche Ausbreitung einer Sprache.
In einem Land mit über 100 gesprochene Sprachen, dürfte es schwierig sein, in Sachen Filmsprache die richtige Wahl zu treffen, wenn man nicht nur eine kleine Minderheit an Sprechern erreichen will. Denn selbst die Amtssprache Englisch lernt in den häufigsten Fällen nur die Bildungsschicht. Lange Zeit war trotzdem Englisch die Sprache der Kinofilme.
Doch dann begann der Erfolg der Bollywood-Filme, die tausende Kinogänger wegen ihrer Mischung aus Action, Herz-Schmerz, Tanz- und Musikeinlagen in die Kinos trieb. Mit diesen Filmen verbreitete sich durch berühmte, Hindi-sprechende Bollywood-Schauspieler wie beispielsweise Shahrukh Khan auch die Sprache im Land.
Die Kinofilme verursachten eine so großflächige Sprachverbreitung, wie sie kein Politiker zuvor in der Lage war durchzusetzen. Immer noch strömen die Fans in die Bollywood-Filme, egal, ob sie nun Hindi verstehen oder nicht. Oft zeigen die Filme Wirkung, wie die, von der ein Mann in einem Interview des Dokumentarfilms berichtet: „I started learning Hindi through the (Hindi-)films!“
Das Hindi der Bollywoodmovies hat noch einige Besonderheiten: Es ist eher das Hindi der Straße als eine Standardsprache und es nimmt Einsprengsel aus anderen indischen Sprachen auf, die die Schauspieler mit einbringen. So trägt das Kino einerseits zu einer für Hindi-Sprecher erfreulichen Verbreitung der eigenen Sprache bei, andererseits verändert es die Sprache auch so sehr, dass mancher Angst um „seine“ Sprache bekommt.

Hans Jürgen Krumm von der Universität Wien bei der Podiumsdiskuission im Anschluss an die Bollywood-Dokumentation.
Foto: Petra Siewert
Foto: Petra Siewert
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