
Foto @ Maria Gracia Centeno
Schon seit er sehr klein ist, ist Miguel Gómez Donoso mit der deutschen Sprache in Kontakt. Denn er besuchte drei Jahre lang eine deutsche Schule in Madrid. „Es war eine Zeit, in der ich sehr wenig Deutsch gelernt habe, weil ich mehr Zeit damit verbrachte, mit den anderen Kindern im Hof zu spielen oder während des Unterrichts zu malen und zu schlafen“, erzählt Miguel lachend. Jahre später kam sein Interesse für Deutsch zurück und er besuchte einen Nachmittagskurs während seiner Zeit am Gymnasium. Erst hier merkte er, dass das wenige, das er während der Grundschule gelernt hatte, ihm viel nützte, weil ihm viele Wörter dieser fremden Sprache irgendwie bekannt vorkamen.
Dann ergab sich eine ausgezeichnete Gelegenheit: Er konnte an einem Schüleraustausch nach Berlin teilnehmen, einer Stadt, die ihn schon damals sehr beeindruckte. „Wenn man dann an der Uni ist, fragt man sich: Soll ich am Erasmus-Programm teilnehmen oder nicht? Aber wer hier kein Erasmus-Semester macht, wirkt, als wäre er bescheuert ... Und nachdem es mir in Deutschland sehr gefallen hatte, nahm ich mir ein Jahr Zeit, um Deutsch zu lernen. Danach ging ich für einen Sommer nach Freiburg, um dort am Goethe-Institut einen Intensivkurs zu machen und schließlich bewarb ich mich für einen Erasmus-Platz in München, weil ich Berlin schon kannte und außerdem herausgefunden hatte, dass die TU München die beste deutsche Uni für Bau-Ingenieure ist.“
Miguel studiert Bauingenieurwesen an der Universidad Politécnica in Madrid und ist sehr glücklich, in München zu leben. Als er hier ankam, wusste er, dass noch jemand von seiner spanischen Uni in diese Stadt gekommen war. Heute sind die beiden gute Freunde. Miguel meint dazu: „Jemanden zu haben, der eine unterstützt und mit dem man gemeinsam Dinge unternehmen kann, ist wirklich eine große Hilfe.“ Schon am Beginn seines Austauschjahres war der Empfang an der deutschen Hochschule großartig: „Sie haben Willkommenstreffen, Partys und besondere Programme speziell für uns Erasmus-Studenten organisiert.“ Allerdings sagt er – wie viele andere Erasmus-Studenten, die aus Spanien nach Deutschland kommen, – auch, dass das monatliche Erasmus-Stipendium kaum ausreicht. Außerdem gibt er zu, dass diejenigen, die wie er Ingenieurswesen studieren, 100 Euro mehr bekommen, als die, die Geisteswissenschaften studieren, was er sehr ungerecht findet.
Kurse anrechnen lassen
Das Anrechnenlassen von Kursen ist etwas, was jeder Erasmus-Student nach seiner Rückkehr in sein Heimatland machen muss. Doch die Vorbereitung und die Suche nach Kursen und Lehrveranstaltungen beginnt schon lange vor der Reise nach Deutschland. Wie Miguel uns erzählt, ist das Studienprogramm, das die Studenten bekommen, allerdings nicht immer aktuell. Oft stammen die Kursbeschreibungen noch aus dem vorherigen Semester. „Die deutschen Unis aktualisieren die Vorlesungsverzeichnisse nicht für den kommende Semester. Deshalb weißt du am Beginn deiner Suche nicht, ob die Kurse, die du dir aussuchst überhaupt in deinem Erasmus-Semester angeboten werden“, sagt Miguel. Die Überraschung erwartet die Studenten erst, wenn sie in Deutschland ankommen. Denn oft sind die ausgewählten Kurse dann nicht die, die in diesem Semester angeboten werden. Die Studenten müssen deshalb nach ihrer Ankunft so schnell wie möglich überprüfen, welche anderen Kurse ihnen von ihrer spanischen Uni anerkannt werden. „Allerdings gibt es da auch ziemlich viel Verständnis und Flexibilität“, sagt Miguel zum Schluss. Und was denkt ihr über den Ablauf des Erasmus-Stipendiums? Teilt eure Erfahrungen mit uns hier auf Rumbo Alemania oder auf todo alemán @ facebook! Defined tags for this entry: españoles en alemania, estudiar en alemania, portraits / perfiles, studieren / erasmus

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