
Foto @ Maria Gracia Centeno
Paola Cucurullo Moreira kommt aus Madrid und ist 22 Jahre alt. Sie studiert Technische Informatik an der Universidad Politécnica, der Technischen Universität in Madrid. Jetzt gerade allerdings befindet sie sich als Erasmus-Studentin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universtität in Bonn.
“Ich hatte eigentlich nicht vor, ins Ausland zu gehen, bis ein Freund mir erzählt hat, dass er ein Erasmus-Semester machen will. Da sagte ich: Gut, wenn du nach Deutschland gehst, komme ich mit. Also kamen wir hierher.” So beschloss Paola Cucurullo, nach Deutschland zu gehen. Zusammen mit einem Freund hat sie sich in Madrid für das Erasmus-Stipendium beworben.
“Die Mutter und zwei Schwestern meines Vaters leben in Frankfurt”, erzählt Paola. Dass sie Familie hier hat, war ein weiterer Grund für sie, herzukommen. Im Notfall hat sie hier Verwandte, an die sie sich wenden könnte. Aber ihre Deutschkenntnisse hat sie nicht von ihrer Familie geerbt. Sie hat Deutsch im Sprachenzentrum an ihrer Uni gelernt. Und obwohl sie zunächst nicht weitergelernt hat, weil sie die Sprache ein wenig zu schwer fand, ahnte sie, dass der Moment gekommen war, ihr deutsches Wörterbuch zu entstauben. Inzwischen befindet sie sich im zweiten Auslandssemester und besucht an ihrer deutschen Uni den Deutschkurs für Erasmus-Studenten.
Hier ihre Erfahrungen während des Auslandssemesters:
Wo liegen deine Schwierigkeiten mit dem Deutschen?
Das größte Problem für mich war anfangs, mit den Menschen zu sprechen. Ich fragte immer zuerst, ob sie Englisch sprechen. So lange bis ich beschloss: Du bist in Deutschland, also sprich Deutsch, damit du etwas lernst!
Was gefällt dir an der deutschen Sprache?
Es ist eine Sprache, die zumindest in Spanien nicht viele Menschen sprechen. Und das gefällt mir sehr gut. Außerdem ist es gerade im Ingenieur-Bereich grundlegend wichtig, denn fast alle großen Unternehmen haben mindestens einen Sitz in Deutschland. Letztendlich, wenn du als Ingenieur arbeitest, wirst du irgendwann bestimmt einmal mit Menschen in Deutschland zu tun haben. Also ist es nicht schlecht, die Sprache zu können.

Bonn © colourbox
Wie ist es, in einer Stadt wie Bonn zu leben?
Ich habe noch nie in einer Universitätsstadt wie Bonn gewohnt. Hier findet man alle paar Schritte ein Uni-Gebäude und mir gefällt die Atmosphäre hier wirklich. Hier gibt es immer etwas zu tun: ausgehen, Kaffee trinken gehen, immer hat jemand Zeit, etwas zu unternehmen, denn die Stadt ist voll von Studenten. Ich glaube, dass man diesen Faktor bedenken sollte, wenn man seine Erasmus-Stadt auswählt.
Obwohl Paola versichert, dass sie nicht all ihre Zeit mit Erasmus-Studenten verbringen möchte – denn einer ihrer Vorsätze fürs Ausland war auch, nur mit Deutschen auszugehen – , bedauert sie, dass sie nicht am Sprachtandem mit deutschen Studenten teilgenommen hat, das die Universität anbietet. Vielleicht hätte sie so mehr deutsche Studenten aus ihrem Fachgebiet oder mit ähnlichen Interessen kennengelernt. Trotzdem unterhält sie sich aber zumindest nach den Kursen mit ihren deutschen Kommilitonen, die immer sehr nett seien und gerne mehr über ihre Herkunft wissen möchten.
Paolas Gründe für das Erasmussemester in Deutschland:
- Sprachen zu lernen ist fundamental wichtig für den Arbeitsmarkt
- In Spanien kommst es gut an, Deutsch zu sprechen, weil es nur wenige können
- Es ist immer gut, von zu Hause weg zu gehen und neue Leute und Kulturen kennenzulernen
Hier in Deutschland hat sie gelernt...
- das Haus niemals ohne Regenschirm zu verlassen
- jeden Tag den Wetterbericht zu lesen
Nach dem Auslandssemester muss Paola erst einmal nach Spanien zurückkehren, um dort ihr Studium zu beenden. Aber wenn sich einmal die Gelegenheit bietet, zum Arbeiten nach Deutschland zurückzukehren, werde sie diese bestimmt nicht ausschlagen.
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