
"CSA La Tabacalera"
Te Roja Pies de Barro.
Mit dem aufkommenden Frühling wird nun auch
der zweite Monat unseres Handy-Fotografie-Wettbewerbs eingeläutet – und mit diesem auch das zweite Thema:
DAS BILD DER MUSIK.
Das Siegerfoto aus der ersten Woche erreicht uns aus
Madrid und wurde in der CSA Tabacalera in Lavapiés aufgenommen. Dies lässt mich die Gelegenheit ergreifen, euch ein wenig über eines der wichtigsten alternativen Kulturzentren Madrids zu berichten – wenn nicht vielleicht das wichtigste.
Zum Einstieg erkläre ich euch, was mit CSA gemeint ist. Damit hätten wir schon viel erreicht, denn es bedeutet Centro Social Autogestionado (=selbst verwaltetes Sozialzentrum).
Sezieren wir das Konzept einmal Wort für Wort:
Centro
Ort der Begegnung, Freiraum: Die Tabacalera,
wie es der Name schon sagt, ist in den alten Gebäuden der Tabakfabrik im Stadtteil Embajadores geblieben. Es ist riesig! Von den rund 30.000 quadratmetern sind 9.200 in Betrieb. D.h. mit Glück werden wir zukünftig mehr und mehr Tabacalera besitzen. Es gibt Säle in allen Größen, Plätze unter freien Himmel, Gärten und sicher noch viel mehr Dinge, die mir gerade nicht einfallen. In diesen Räumen werden alle möglichen Aktivitäten durchgeführt: Theater, Workshops, Konzerte, Ausstellungen, Kurse, Beratungen, etc. Wenn ich Zeit habe, werde ich später noch einmal darauf zurückkommen.
Social
Man kann sagen, dass dieses Zentrum eine Art Unterstützer-Funktion für die Gesellschaft zu erfüllen hat. Deswegen findet ihr auf diesen Freiplätzen auch legale Beratung, Integrationskurse für Migranten, Spanisch-Kurse, einen Kinderhort und viele andere Dinge. Wie ihr anhand des dritten Punktes sehen werdet, sind die Möglichkeiten grenzenlos.
Diese Mentalität wird dadurch verdeutlicht, dass fast alles dort gratis ist. Ich kann euch nicht mit voller Gewissheit sagen, dass dies immer der Fall ist, aber ich selbst habe nie etwas bezahlt. Ich beziehe mich hierbei auf die Kurse, Workshops, Ausstellungen, etc. An der Bar muss bezahlt werden, aber die Preise sind dort sehr fair.
Autogestión
"El que la propone, se la come". Das ist das Motto der Tabacalera. Es sagt aus, dass jede Person mit einem Projekt, sofern es gewisse und zudem logische Richtlinien erfüllt, es in den Räumlichkeiten vorstellen kann.
Welches sind die Richtlinien? Einige sind pragmatischer Natur: macht nicht das, was bereits eine andere Person macht, wenn dies der Fall sein sollte, setzt euch mit dieser Person in Verbindung und zieht es zusammen durch. Bedenkt aller praktischen Anforderungen: wie viele Menschen werden kommen, welche Materialien werden dazu benötigt und was kann das Projekt zur Tabacalera beitragen. Wie sagt man so schön: Geben und nehmen.
Fast schon unnötig zu sagen: falls eure Planung "eine sexistische, rassistische Sache sein sollte, die Umwelt bedroht oder ein mieser Plan ist, die Welt einzunehmen… haben wir ein Problem" (aus dem Handbuch der Tabacalera).
Das Projekt zeigt große Ähnlichkeiten zum in Berlin erfolgreichen "Bethanien" auf… aber davon erzähle ich euch ein andermal.