
Es war eine spontane Entscheidung, als Eduard vor gut einem Jahr beschloss, sein Glück in Deutschland zu versuchen. So spontan der Entschluss, seine Heimat zu verlassen und in ein fremdes Land zu ziehen eben sein kann. Natürlich hatte er vorher einige Monate Deutsch gelernt. Doch eine genaue Vorstellung von Deutschland hatte Eduard damals noch nicht.
Als er im März 2011 nach München kam, war das sein erster Besuch in Deutschland. Im Sommer 2010 hatte er angefangen, Deutsch zu lernen. Erst an der Uni, dann bei einer privaten Lehrerin in Spanien. In München angekommen folgte ein Monat Intensivkurs, denn er merkte schnell, dass die Deutschen schneller sprachen als er verstehen konnte. Eduards Ziel war es, möglichst schnell Sprechen zu lernen, um hier Arbeit zu finden.
Denn seinen Job in Spanien hatte er verloren. Eduard ist Industrie-Ingenieur und arbeitet im Bereich der regenerativen Energien. „Ich hatte gehört, dass in Deutschland die Wirtschaft immer gut sei und Ingenieure besser bezahlt werden als bei uns in Spanien. Also bin ich hierhergekommen“, erzählt er von seinem Entschluss.
Um seine Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu erhöhen, absolvierte Eduard das Programm „Deutsch plus Berufspraktikum“ des Goethe-Instituts Schwäbisch-Hall. „Dabei habe ich aber nicht nur etwas über das Arbeitsleben hier gelernt, sondern auch viele nette und interessante Freunde gefunden“, erinnert er sich. Nach dem Praktikum bewarb er sich bei verschiedenen deutschen Unternehmen und fand schließlich eine Stelle als Ingenieur in Heidelberg, wo er bis heute lebt und arbeitet.
Der 29-Jährige fühlt sich in der Stadt wohl, er wohnt in einer WG zusammen mit deutschen Mitbewohnern. „Ich finde es sehr gut, in einer WG zu wohnen, so lerne ich ständige neue Leute kennen, obwohl ich weniger Zeit für Freunde habe, seit ich arbeite“, sagt er. Das Leben in Deutschland findet er generell weniger stressig als zu Hause in Spanien: „Ich glaube, das liegt daran, dass hier alles besser organisiert und geplant ist, dadurch hat man weniger Stress.“
Obwohl er sich vorstellen kann, noch einige Jahre in Deutschland zu leben, plant er nicht, für immer hier zu bleiben. „Das kann sich natürlich ändern, wenn ich hier eine Frau kennenlernen und heiraten würde.“ Zurzeit fehlt ihm aber seine sonnige Heimat noch manchmal. Und so nutzt Eduard Brückentage und verlängerte Wochenenden, um zumindest alle zwei bis drei Monate einmal nach Spanien zu fliegen. Am meisten vermisst er das Meer: „Ich komme aus Girona. Dort fährt man oft einfach übers Wochenende ans Meer. Das geht hier in Heidelberg natürlich nicht.“
Für alle, die wie er nach Deutschland zum Arbeiten kommen möchten, hat Eduard noch einen Tipp: „Wichtig für die Jobsuche ist vor allem ein gutes Sprachniveau. Außerdem würde ich jedem raten, zu versuchen, hier in Deutschland ein Praktikum zu machen. Danach hat man bessere Chancen, wenn man sich um eine Arbeitsstelle bewirbt.“
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