
Foto @ Maria Gracia Centeno
Vor sieben Jahren habe ich eine verzweifelte Email geschrieben und ich dachte eigentlich, dass ich so etwas nie wieder schreiben müsste: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich benötige ab August ein Zimmer. Ich bin ausländische Studentin und 18 Jahre alt. Zurzeit befinde ich mich nicht in Deutschland und kann deshalb keine Zimmer besichtigen. Ich bitte Sie daher, mich zu informieren, wenn ein Zimmer frei wird. Vielen Dank für Ihre Mühe und Ihre Antwort. Danke.“ Eigentlich war der Plan ganz einfach: in Deutschland selbstständig und möglichst günstig zu leben. Schließlich geschah das Wunder: Nur drei Monate nach meiner Bewerbung habe ich eine Bestätigung erhalten. „Sehr geehrte Frau Centeno, es gibt einen freien Platz im Studentenwohnheim XY. Im Anhang erhalten Sie einen Plan und die Maße des Zimmers.“ Meine erste Reaktion kostet mich beinahe einen neuen Laptop. Ich hüpfte, schrie und rief sofort alle möglichen Leute an, um ihnen zu erzählen, dass ich endlich ein Zimmer in der Stadt gefunden hatte, in der ich bald leben würde. Was für eine Freude!, dachte ich.
Aber als der erste Jubel vorüber war, beschloss ich, mir den Plan, die Details, die Zimmermaße und die Lage meines zukünftigen Zuhauses noch einmal genauer anzusehen. Dann kamen die ersten Fragen auf, wie zum Beispiel: Wie passen eine Küche und ein Bad in weniger als sieben Quadratmeter? Wie ist das, wenn dort nur alle 23 Minuten ein Bus vorbeifährt? Ich dachte, ich müsste nie wieder eine solche Email schreiben. Aber jetzt überlege ich, ob ich mich wieder bei einem Studentenwohnheim bewerben soll.
Die Vorteile eines Studentenwohnheims:
Auch Erasmus-Studenten müssen sich für ein Zimmer im Studentenwohnheim bewerben. Im Unterschied zu anderen Studenten, steht für Erasmus-Studenten jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von reservierten Zimmern zur Verfügung. Auf diese Zimmer hat nur Anspruch, wer Teilnehmer des Erasmus-Programms ist. Dennoch kann einem niemand versprechen, dass jeder Bewerber ein Zimmer in seinem gewünschten Wohnheim bekommt. Deshalb sollte man einen Plan B haben. Wer sein Auslandssemester in Deutschland verbringen möchte, kann sich zum Beispiel zusätzlich auch für andere Wohnungen bewerben oder selbst in der Liste der Wohnheime suchen. Hier fasse ich für euch einige Vor- und Nachteile des Lebens im Studentenwohnheim zusammen:
1. Der Preis
Die meisten Studentenwohnheime in Deutschland haben vergleichsweise günstige Mietpreise. Allerdings sind nicht alle Wohnheime staatlich und besonders jene, die privat geführt werden, können auch mal mehr als 350 Euro Miete kosten und über eine andere Ausstattung verfügen als die staatlichen. Diese privaten Wohnheime sind außerdem oft zentraler gelegen und die Wartelisten meist kürzer.
2. Möblierte Zimmer
Egal, ob es sich um kleine Apartments (inklusive Bad und Küche), Halb-Apartments (gemeinsame Küche auf dem Stockwerk) oder ein einfaches Zimmer (Bad und Küche auf dem Flur) handelt, die Studentenwohnheime sind immer mindestens mit Bett, Regal, Schreibtisch und Stuhl ausgestattet. Das macht es gerade für frisch angekommene Studenten einfacher, weil man keine Möbel kaufen und aufbauen muss. Alles Wichtige ist schon im Zimmer. Allerdings gehören Besteck, Handtücher, Fernseher, Drucker und manchmal auch eine Verbindung zum Internet nicht unbedingt zur Standard-Einrichtung in den Zimmern.
3. Ein wenig Privatsphäre
Natürlich gefällt es uns allen, auszugehen und Freunde zu treffen. Aber wenn man dann nach Hause in sein Zimmer kommt, kann man im Studentenwohnheim auch seine Privatsphäre genießen. Das ist einer der Vorteile, den es mit sich bringt, in einem Wohnheim zu leben.
4. Allein? Wer sagt, dass du allein bist?
Auch wenn viele fürchten, sich in einem Einzelzimmer einsam zu fühlen, sieht die Realität ganz anders aus. Fast alle Studentenwohnheime besitzen einen Freizeitraum, in dem Partys gefeiert und Filmabende oder die berühmten Stammtische organisiert werden. Dort entstehen neue Freundschaften und bald zögert man auch nicht mehr, beim Nachbarn anzuklopfen, um einen Kaffee trinken zu gehen oder gemeinsam zu kochen.
Nachteile
1. Lage:
Sehr wichtig ist es, sich vorher zu informieren, wo das Wohnheim liegt, bei dem ihr euch bewerbt. Oft befinden sich die Studentenwohnheime weit vom Zentrum oder vom Uni-Campus entfernt. Wenn die Busverbindung gut ist, macht das nichts aus. Aber wenn nicht, ist es manchmal besser, nach Alternativen zu suchen.
2. Ausstattung
Nicht allen gefällt die Ausstattung der Wohnheims-Zimmer. Die ist manchmal alt und auch unbequem. Deshalb ist es besser, die Fotos des Zimmers gut anzuschauen und, wenn möglich, das Zimmer vorher zu besichtigen. So könnt ihr vergleichen und entscheiden, ob es ein Ort ist, an dem ihr wohnen wollt oder nicht.
3. Wartezeit
Leider dauert es manchmal sehr lange, bis ein Zimmer in einem Wohnheim frei wird. Die Verwaltung informiert Bewerber oft erst dann, wenn der Vormieter die Kündigung unterschrieben hat. Deshalb kommt eine Zusage oft erst einen Monat vor dem möglichen Umzug.
Vielleicht habe eine Kleinigkeit über die Studentenwohnheime vergessen. Wenn euch noch mehr Vor- oder Nachteile einfallen, zögert nicht, sie mit uns auf:
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