Der Publizist Ralf Grauel und der Grafiker Jan Schwochow haben – gemeinsam mit einigen anderen Redakteuren und Infografikern – mit „Deutschland verstehen“ ein „Lese-, Lern- und Anschaubuch“ herausgebracht. Es verspricht eine „kurzweilige Bildungsreise durch unser Land – in Schaubildern und Infografiken“. Das Buch ist „konzipiert als Wimmelbuch für Erwachsene, das soll es auch tatsächlich sein, also ein Buch, in dem man Deutschland entdecken kann, durch Deutschland auf eine Reise gehen kann, also wir wollten so ein Staunbuch machen“, so Grauel in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur.Das Buch erklärt beispielsweise, was die Deutschen lieben und fürchten. Es veranschaulicht, wie gut die sammelwütigen Deutschen wirklich im Mülltrennen sind. Eine Doppelseite illustriert die weltweiten Verflechtungen der deutschen Autobauer. Eine andere Grafik zeigt, wohin welche deutschen Wörter ausgewandert sind. Man findet auch ein Schaubild mit den „teuersten“ deutschen Künstlern und eine Grafik zur Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944. Auch einzelne Gebäude wie die Münchner Allianz-Arena, der Reichstag oder der Palast der Republik werden behandelt. Und es gibt eine Weltkarte, die die Welt aus deutscher Sicht zeigt und natürlich jede Menge Klischees enthält. So besteht etwa die ganze USA nur aus Facebook, in Südamerika gibt es im Norden nur Drogen und im Süden nur Rinder mit Blähungen (sowie Margot Honecker). Es lässt sich natürlich darüber streiten, ob alle Grafiken aus ästhetischer Sicht gelungen sind. So schreibt Laura Weißmüller in der SZ: „Lehrreich und unterhaltsam sind die Versuche, der DNA unseres Landes auf die Spur zu kommen, natürlich schon. Nur schön sind sie leider selten“.
