Der 17. März ist jeder Irin/jedem Iren ein Begriff. An diesem Tag wird Saint Patrick, der Schutzpatron Irlands, auf der ganzen Welt gefeiert. Hier in Chicago ist der St. Paddy’s Day ein Riesenspektakel. Der Chicago River wird grün gefärbt, die Menschen feiern ausgelassen auf den Straßen und in den umliegenden Pubs, aus Lautsprechern dröhnt irische Volksmusik und jeder trägt die Farbe Grün.
Nachdem ich bereits vor fünf Jahren das Vergnügen hatte den St. Patrick’s Day in Dublin mitzuerleben, wusste ich schon ungefähr was mich erwarten würde. Um 9 Uhr war Treffpunkt mit den anderen Praktikantinnen und Freunden am Chicago Theatre, da die Färbung des Flusses auf 10 Uhr angesetzt war und wir einen guten Platz am Ufer ergattern wollten. Nachdem es letztes Jahr um diese Jahreszeit angenehme 20°C hier in Chicago hatte, waren es dieses Jahr nur eisige 2°C. Die Flussfärbung war an für sich wenig spektakulär, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß. Im Anschluss ging es zum Aufwärmen in einen der vielen Coffee Shops auf der S Michigan Ave, da die Parade erst für 12 Uhr vorgesehen war. Mit Coffee-to-go bewaffnet und wiedergewonnenem Gefühl in den Füßen, ging es zurück auf die Straße, quer durch den Millennium Park auf den S Columbus Dr, wo die Parade stattfinden sollte. Die Parade ging vielversprechend los, allerdings war sie weniger beeindruckend als die Parade in Dublin. Es gab keine festlich geschmückten Umzugswagen, keine Irish Dancers, sondern nur vereinzelt hier und da eine Gruppe Männer in Schottenrock und mit Dudelsack. Das offizielle Ende der Parade konnten wir leider aus Kältegründen nicht abwarten.
Die zweite Aufwärmphase erfolgte dann bei Tim O’Toole’s einer irischen Bar. Hier gab es neben grünem Bier auch Irish Car Bombs zu trinken. Unter einer Irish Car Bomb versteht man ein halbes Pint Guinness mit einem Shot Baileys. Die sowieso schon gute Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als am späten Nachmittag eine Gruppe Dudelsackspieler die Bar betrat und einige traditionelle Volkslieder zum Besten gab. Neben uns am Tisch saßen komischerweise echte irische Feuerwehrmänner, die aufgrund ihrer Teilnahme an der Parade angereist waren. Gegen sechs Uhr abends begann sich die Bar nach und nach zu leeren, was wir zum Anlass nahmen ebenfalls aufzubrechen.
Im Großen und Ganzen war der St. Patrick’s Day hier in Chicago zwar ein Spektakel, das man auf jeden Fall mitmachen muss, wenn man schon mal um diese Jahreszeit in der Stadt ist. Wenn ich allerdings wählen müsste, zwischen dem St. Patrick’s Day in Dublin und dem in Chicago, würde ich mich für Dublin entscheiden.
Tuesday, 12. March 2013
Ausflug nach Toronto
Als Stadt hat Chicago zwar einiges zu bieten, aber wenn man schon einmal für einen längeren Zeitraum hier ist, lohnt sich auch eine Fahrt über die Grenze nach Kanada.
Gesagt, getan...
Mit einem kleinen Mietwagen, dessen Benzintank ca. 10 Gallonen fasst, ging es letztes Wochenende los. Der Weg nach Toronto ist auch ohne GPS einfach zu finden, aber da Raststätten und Tankstellen nicht direkt am Highway liegen, ist es ganz praktisch eines zu haben. An der Grenze muss man sich zwar dieselben Fragen anhören wie bei der Passkontrolle am Flughafen, aber das ist eigentlich kein Problem.
Toronto ist eine tolle Stadt, die trotz des großen asiatischen Bevölkerungsanteils, sehr europäisch wirkt. Neben der überwiegend amerikanischen Architektur (Wolkenkratzer) gibt es viele Straßen und Parks, die den englischen Einfluss erkennen lassen. Man kann auch mit amerikanischen Dollars bezahlen und muss nicht zwingend Geld wechseln. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen mitten im Stadtzentrum und sind gut zu erlaufen. Das absolute Highlight ist der Fernsehturm, auch CN Tower genannt. Von dessen Spitze hat man einen tollen Blick über den Lake Ontario und die Stadt an sich. Bei gutem Wetter kann man sogar bis zu den Niagarafällen schauen.
Diese sind nur eine Autostunde von Toronto entfernt und auf jeden Fall einen Ausflug wert. Außerdem sind die „Horseshoe Falls“ auf der kanadischen Seite die schöneren Wasserfälle. Wer dann noch Zeit und Lust hat weiterzufahren, der sollte das kleine Örtchen Niagara-on-the-Lake besuchen. Diese schnuckelige Kleinstadt erinnert ein wenig an die Hamptons. Hier sind alle Häuser im Neuengland Stil gehalten und kleine Boutiquen, Cafés und Restaurants zieren die linke und rechte Seite der Queen St, der Hauptstraße. Im Jahr 2003 wurde die Stadt zu einer National Historic Site erklärt. Die Region um Niagara-on-the-Lake gilt als berühmtestes Weinbaugebiet Kanadas.
Die Fahrt von Chicago nach Toronto dauert „nur“ sieben bis acht Stunden. Wenn man zu mehreren fährt und sich die Kosten für den Mietwagen teilt, kommt man auch weitaus günstiger weg, als wenn man ein Ticket für den Greyhound Bus bucht. Außerdem ist man viel ungebundener, was öffentliche Verkehrsmittel betrifft.
Mir persönlich hat das Wochenende in Kanada sehr gut gefallen und ich empfehle jedem, der für eine längere Zeit hier in Chicago wohnt, einen Ausflug über die Grenze zu machen.
Gesagt, getan...
Mit einem kleinen Mietwagen, dessen Benzintank ca. 10 Gallonen fasst, ging es letztes Wochenende los. Der Weg nach Toronto ist auch ohne GPS einfach zu finden, aber da Raststätten und Tankstellen nicht direkt am Highway liegen, ist es ganz praktisch eines zu haben. An der Grenze muss man sich zwar dieselben Fragen anhören wie bei der Passkontrolle am Flughafen, aber das ist eigentlich kein Problem.
Toronto ist eine tolle Stadt, die trotz des großen asiatischen Bevölkerungsanteils, sehr europäisch wirkt. Neben der überwiegend amerikanischen Architektur (Wolkenkratzer) gibt es viele Straßen und Parks, die den englischen Einfluss erkennen lassen. Man kann auch mit amerikanischen Dollars bezahlen und muss nicht zwingend Geld wechseln. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen mitten im Stadtzentrum und sind gut zu erlaufen. Das absolute Highlight ist der Fernsehturm, auch CN Tower genannt. Von dessen Spitze hat man einen tollen Blick über den Lake Ontario und die Stadt an sich. Bei gutem Wetter kann man sogar bis zu den Niagarafällen schauen.
Diese sind nur eine Autostunde von Toronto entfernt und auf jeden Fall einen Ausflug wert. Außerdem sind die „Horseshoe Falls“ auf der kanadischen Seite die schöneren Wasserfälle. Wer dann noch Zeit und Lust hat weiterzufahren, der sollte das kleine Örtchen Niagara-on-the-Lake besuchen. Diese schnuckelige Kleinstadt erinnert ein wenig an die Hamptons. Hier sind alle Häuser im Neuengland Stil gehalten und kleine Boutiquen, Cafés und Restaurants zieren die linke und rechte Seite der Queen St, der Hauptstraße. Im Jahr 2003 wurde die Stadt zu einer National Historic Site erklärt. Die Region um Niagara-on-the-Lake gilt als berühmtestes Weinbaugebiet Kanadas.
Die Fahrt von Chicago nach Toronto dauert „nur“ sieben bis acht Stunden. Wenn man zu mehreren fährt und sich die Kosten für den Mietwagen teilt, kommt man auch weitaus günstiger weg, als wenn man ein Ticket für den Greyhound Bus bucht. Außerdem ist man viel ungebundener, was öffentliche Verkehrsmittel betrifft.
Mir persönlich hat das Wochenende in Kanada sehr gut gefallen und ich empfehle jedem, der für eine längere Zeit hier in Chicago wohnt, einen Ausflug über die Grenze zu machen.
Friday, 15. February 2013
Kunst in Windy City
Eigentlich gibt es Kunst in Chicago an jeder Ecke und in jedem Viertel zu bestaunen. Dazu muss man nicht unbedingt ins Museum gehen. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Ausflug in das Art Institute of Chicago oder das Museum of Contemporary Art (MCA). Ersteres könnte man auch als MOMA von Chicago bezeichnen und ist DIE Adresse für Kunstliebhaber, die ihren Weg nach Windy City gefunden haben. Das prachtvolle Gebäude liegt auf der South Michigan Avenue und grenzt direkt an den Millennium Park an. Neben wechselnden Ausstellungen, wie „Underfoot“ von Irving Penn oder „Picasso & Chicago“, gibt es klassische Fotoausstellungen, Kunst zur Zeit der Antike und der Renaissance, sowie Kunst aus aller Herren Länder, Architektur aus Chicago, Stillleben, Gemälde berühmter Impressionisten und zeitgenössische Kunst zu bestaunen. Alle diese Kunstwerke sind über viele Ausstellungshallen verteilt und ohne einen Museumsplan würde man sich natürlich nicht zurechtfinden. Mein persönliches Interesse galt der Fotoausstellung „Underfoot“ von Irving Penn, den Gemälden von Claude Monet und Van Gogh, sowie den amerikanischen Klassikern „Nighthawks“ von Edward Hopper und „American Gothic“ von Grant Wood. Daneben habe ich auch einige weitere Gemälde entdeckt, mit denen ich bereits im Kunstunterricht in der Schule das Vergnügen hatte.
Man braucht sicherlich keine drei Wochen, wie im Louvre, um sich jede Ausstellung vollständig anzuschauen, aber man kann sich auf jeden Fall einen ganzen Tag im Art Institute aufhalten. Wer den üblichen Museumsandrang umgehen möchte, sollte sich am Donnerstagabend nichts vornehmen, denn dann schließt das Art Institute erst um 20 Uhr statt um 17 Uhr. Egal ob Kunstliebhaber oder nicht, hier kommt jeder auf seine Kosten!
Man braucht sicherlich keine drei Wochen, wie im Louvre, um sich jede Ausstellung vollständig anzuschauen, aber man kann sich auf jeden Fall einen ganzen Tag im Art Institute aufhalten. Wer den üblichen Museumsandrang umgehen möchte, sollte sich am Donnerstagabend nichts vornehmen, denn dann schließt das Art Institute erst um 20 Uhr statt um 17 Uhr. Egal ob Kunstliebhaber oder nicht, hier kommt jeder auf seine Kosten!
Saturday, 9. February 2013
Thrift store - Bitte was?
Malls, outlets und clothing stores, das sind ja alles bekannte Begriffe, aber was ist denn bitte ein „thrift store“? Als ich meine Mitbewohner das erste Mal von „thrift store shopping“ habe reden hören, wusste ich erst nicht, was damit gemeint war. Auf Nachfrage wurde mir dann erklärt, dass mit „thrift stores“ Second-hand Läden gemeint sind. Allerdings verbirgt sich hinter dem Begriff nicht die Art von Second-hand Laden, die ich von zuhause kenne. „Thrift stores“ ähneln hier eher kleinen Boutiquen und man hat überhaupt nicht den Eindruck, als würde man sich in einem Second-hand Laden befinden. Neben außergewöhnlicher Kleidung und Schuhen gibt es viele andere Schätze, wie zum Beispiel antike Möbel, Lampen oder Schmuck zu kaufen. Auch die Art und Weise wie diese Läden aufgemacht sind, unterscheidet sich meiner Meinung nach deutlich von den Second-hand Läden in Deutschland.
Also, wendet Euch ab von amerikanischen Shoppingmalls und Kleidermarken wie American Eagle Outfitters, Abercrombie & Fitch oder J.Crew und durchstöbert die „thrift stores“ der verschiedenen Stadtviertel Pilsen, Wicker oder Lincoln Park. Wer shopping-begeistert ist und zudem weniger auf Massenware steht, wird hier mit Sicherheit auf seine Kosten kommen!! Als Geheimtipp empfehle ich Euch „Crossroads Trading Co.“
Also, wendet Euch ab von amerikanischen Shoppingmalls und Kleidermarken wie American Eagle Outfitters, Abercrombie & Fitch oder J.Crew und durchstöbert die „thrift stores“ der verschiedenen Stadtviertel Pilsen, Wicker oder Lincoln Park. Wer shopping-begeistert ist und zudem weniger auf Massenware steht, wird hier mit Sicherheit auf seine Kosten kommen!! Als Geheimtipp empfehle ich Euch „Crossroads Trading Co.“
Thursday, 26. July 2012
Welcome to Chi-City

"It is hopeless for the occasional visitor to try to keep up with Chicago. She outgrows his prophecies faster than he can make them."
Diesen Satz sagte Mark Twain 1883, als die Stadt Chicago gerade ihren 46. Geburtstag gefeiert hat. Heute ist Chicago immer noch am Puls der Zeit und eines der Haupthandelszentren der Vereinigten Staaten von Amerika. Studien zufolge wird sich Chicago in den nächsten zwanzig Jahren vervierfachen.
Ich wollte diese Stadt am Lake Michigan unbedingt sehen und verstehen, deshalb bewarb ich mich um die ausgeschriebene Praktikumstelle am Goethe-Institut.
Nun bin ich hier. Angekommen. Beeindruckt. Überwältigt.
Mein Freund und ich beschlossen, unsere ersten Tage in Chicago mit folgenden Dingen zu verbringen : ein Besuch im Millennium Park, eine Deep-Dish-Pizza essen, shoppen auf der Mag-Mile, einen Spaziergang am Lake, einen Chicago-Dog für zwischendurch und eine City-Night-Tour, um das funkelnde Chicago bei Nacht zu sehen.
Fazit:
Chicago ist wunderschön und sehr grün, es gibt viele Parkanlagen und mittendrin immer bunt bepflanzte Blumenkübel. Zwar ist Chicago sehr beschäftigt, aber selten gehetzt. Die Menschen hier kommen aus allen Teilen der Welt, sprechen die verschiedensten Sprachen, haben unterschiedlichste Kulturen und leben in Einklang miteinander. Chicagoans sind freundlich und meist offen für einen Smalltalk " Where are you from?" "Oh Germany...wow...well my XYZ was German, too!" Es scheint, als ob fast JEDER Chicagoan mindestens einen deutschen Vorfahren hat.
Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen für die deutsche Kultur und Sprache interessieren - viele fragen mich, was man in Deutschland so isst, welches Fast-Food es gibt, welche Musik man hört, wie man ausgeht und was dies und jenes auf Deutsch heißt. Und auch im Goethe Institut ist immer viel los, weil viele Menschen sich zu Sprachkursen anmelden oder an deutschen Events teilnehmen wollen.
Tuesday, 24. July 2012
Love is se destraktschn of mai hart
... and äverißing is folling apart. So oder so ähnlich ging das mit Abstand furchtbarste Gedicht, was ich jemals gehört habe. Zugleich habe ich Tränen gelacht und beschämt auf den Boden geschaut, als ich mich an meine Jugend und meine ersten Gedichte erinnerte.
But let's back up a little
Am Samstag fand ein vom Auswärtigen Amt organisierter Poetry Slam im Vittum Theatre in Chicago statt. Unter dem Motto "in any tongue" stellten die German Slam Champions, Team Allen Earnstyzz und Team Totale Zerstörung zusammen mit Chicagos Speak Easy Ensemble das Verständis von Sprache vor und vor allen Dingen auf die Probe.
Die deutschen Slammer bekamen Untertitel oder wurden während ihres Vortrages simultan übersetzt. Hört sich anstrengend an, war aber furchtbar amüsant.
In mehreren Runden wurde auf deutsch über die verschiedenen Kunstepochen gerappt (klar, sind ja Kunstrapper), im Wechselspiel über sozialkritische Themen gesprochen oder amüsant die Vorzüge vom Team Totale Zerstörung (kurz TTZ oder TTD für Team Total Destruction) dargestellt.
.
In der letzten Runde hieß es dann "Battle - keiner für alle und niemand für mich" (oder so).
Die Darsteller wurden in zwei Gruppen eingeteilt und mussten in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander antreten. Neben "wer am schnellsten Situps machen kann und dabei sein Gedicht nicht vergisst, hat gewonnen" war eine Hauptdisziplin "Wie lenke ich den Redner am besten von seiner Rede ab?"
"First of all, we should say thank you to Dan's granny for giving him his outfit as a present" war einer der etwas weiter von der Gürtellinie entfernten Witze "Wait. Haven't you been the little Hobbit? No wait, now I remember: Gnomeo and Juliet!" ging dann schon etwas tiefer.
In der letzten Disziplin sollte das schlechteste Gedicht gewinnen. Poetisch mit voller Demut vor dem Text und großen Gesten trug das erste Team einen Rap-Song (irgendwas mit 'ner Biene) vor. Trotzdem war die zweite Performance von TTZ-Frontman Julius Fischer nicht zu übertreffen. Das oben angedeutete Gedicht hat Julius auf Englisch geschrieben, als er 15 war. An eine Textzeile erinnere ich mich besonders gern "... and I killed so many children". Was das in diesem unfassbar schlechten Liebes-ich-reihe-wild-englische-Wörter-aneinander-die-ich-schon-kenne-Gedicht verloren hat, wusste selbst Julius nicht mehr genau.
Alles in allem ein wunderhübscher Abend und an alle zukünftigen Praktikanten: Im nächsten Sommer organisiert das Auswärtige Amt erneut einen Poetry Slam und da darf dann bestimmt auch der ein oder andere Praktikant vom Goethe-Institut mit. Ansonsten: in Deutschland anschauen und gut finden!
In diesem Sinne schließe ich mich dem Julius an:
I tried to be the same,
but I don't know your name.
Why do you ignore me?
I just want to be free.
Britney Spears hätte's nicht besser machen können.
But let's back up a little
Am Samstag fand ein vom Auswärtigen Amt organisierter Poetry Slam im Vittum Theatre in Chicago statt. Unter dem Motto "in any tongue" stellten die German Slam Champions, Team Allen Earnstyzz und Team Totale Zerstörung zusammen mit Chicagos Speak Easy Ensemble das Verständis von Sprache vor und vor allen Dingen auf die Probe.

Die deutschen Slammer bekamen Untertitel oder wurden während ihres Vortrages simultan übersetzt. Hört sich anstrengend an, war aber furchtbar amüsant.
In mehreren Runden wurde auf deutsch über die verschiedenen Kunstepochen gerappt (klar, sind ja Kunstrapper), im Wechselspiel über sozialkritische Themen gesprochen oder amüsant die Vorzüge vom Team Totale Zerstörung (kurz TTZ oder TTD für Team Total Destruction) dargestellt.
.

In der letzten Runde hieß es dann "Battle - keiner für alle und niemand für mich" (oder so).
Die Darsteller wurden in zwei Gruppen eingeteilt und mussten in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander antreten. Neben "wer am schnellsten Situps machen kann und dabei sein Gedicht nicht vergisst, hat gewonnen" war eine Hauptdisziplin "Wie lenke ich den Redner am besten von seiner Rede ab?"
"First of all, we should say thank you to Dan's granny for giving him his outfit as a present" war einer der etwas weiter von der Gürtellinie entfernten Witze "Wait. Haven't you been the little Hobbit? No wait, now I remember: Gnomeo and Juliet!" ging dann schon etwas tiefer.
In der letzten Disziplin sollte das schlechteste Gedicht gewinnen. Poetisch mit voller Demut vor dem Text und großen Gesten trug das erste Team einen Rap-Song (irgendwas mit 'ner Biene) vor. Trotzdem war die zweite Performance von TTZ-Frontman Julius Fischer nicht zu übertreffen. Das oben angedeutete Gedicht hat Julius auf Englisch geschrieben, als er 15 war. An eine Textzeile erinnere ich mich besonders gern "... and I killed so many children". Was das in diesem unfassbar schlechten Liebes-ich-reihe-wild-englische-Wörter-aneinander-die-ich-schon-kenne-Gedicht verloren hat, wusste selbst Julius nicht mehr genau.
Alles in allem ein wunderhübscher Abend und an alle zukünftigen Praktikanten: Im nächsten Sommer organisiert das Auswärtige Amt erneut einen Poetry Slam und da darf dann bestimmt auch der ein oder andere Praktikant vom Goethe-Institut mit. Ansonsten: in Deutschland anschauen und gut finden!
In diesem Sinne schließe ich mich dem Julius an:
I tried to be the same,
but I don't know your name.
Why do you ignore me?
I just want to be free.
Britney Spears hätte's nicht besser machen können.

















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