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    <title>Ulf Stolterfoht - Rayuela - {{!de}}Argentinisch-Deutsches Stadtschreiber-Projekt - Reisetagebuch {{--}} {{!es}}Proyecto argentino-alemán de escritores residentes - Documentando la vida diaria{{--}}</title>
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    <pubDate>Tue, 14 Sep 2010 16:21:48 GMT</pubDate>

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    <title>Buenos Aires − 9. September</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Spanisch lernen im ganzen Satz:&lt;br /&gt;
(14) &lt;i&gt;Me gustaría darte las gracias otra vez.&lt;/i&gt; - Ich möchte mich nochmals bei dir bedanken.&lt;br /&gt;
(15) &lt;i&gt;Gracias por todo&lt;/i&gt;. - Danke für alles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kann es nicht glauben, dass es das schon gewesen sein soll, das bisschen Hundestreicheln und Unfug erzählen - das war ein Monat?&lt;br /&gt;
Ganz herzlichen Dank an die beiden Hauptleidtragenden: Gabriela Massuh fürs Übersetzen und Jennifer Endro fürs Korrigieren und Posten.&lt;br /&gt;
Herrn Luis, Herrn Wilhelm, ihrem Vater und Frau Andrea für das tolle Appartement!&lt;br /&gt;
Sergio, Marcelo, María, Carla und Federico Weyland für Freundschaft und Eingliederungsmaßnahmen!&lt;br /&gt;
Den Kellnern vom North Western für die erwiesene Zuneigung!&lt;br /&gt;
Den Frauen vom McDrive für Freundlichkeit und den immer frischen Big Tasty!&lt;br /&gt;
Und meinem Netbook Eee 904HA - dem treuesten Begleiter &lt;i&gt;elektrisch&lt;/i&gt;, den man sich vorstellen kann! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab morgen geht es von Berlin aus weiter, mit einem täglichen Schöneberg-Blog namens BRUETERICH TM. Wer sich das antun möchte, wähle: &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://ulfstolterfoht.wordpress.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://ulfstolterfoht.wordpress.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
- jeder Leser zählt!&lt;br /&gt;
Und als ob das nicht schon mehr als genug wäre, verfügt der Brüterich auch noch über einen literarischen Arm, nämlich die KLEINE AXT - Nachrichten aus dem Widerstand:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://kleineaxt.wordpress.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://kleineaxt.wordpress.com&lt;/a&gt;,&lt;br /&gt;
alles Projekte und Unterabteilungen der segensreichen Lyrikknappschaft Schöneberg!&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
(16) &lt;i&gt;El final de esta novela es muy triste&lt;/i&gt;. - Das Ende dieses Romans ist sehr traurig. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 09 Sep 2010 15:16:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 8. September</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Noch eine letzte und, wie finde, ziemlich seltsame argentinische Legende, die mir Sergio Raimondi am Sonntag beim Bier erzählt hat - so don&#039;t blame me! Als es noch kein Bahía Blanca gab, also schon eine Weile her, aber halt auch wieder nicht so arg lang, kam man in der Zentrale Buenos Aires auf die Idee, dass es doch eigentlich eines geben müsse - allein schon der günstigen Meerlage wegen (die ja in Wirklichkeit nur so eine Art Flussdelta-Lage oder meinetwegen Süßwasserlagunen-Lage ist - aber unter diesem Problem leiden nicht nur argentinische Hafenstädte: Von Duisburg wird z. B. behauptet, es liege 201,70km von Rotterdam entfernt, und in Rotterdam fangen die Probleme ja erst an. Und erst der extrem meerferne Hafen Stuttgart-Bad Cannstatt!). Egal. Nun ist man jedenfalls in Buenos Aires, aus mir völlig unverständlichen Gründen, auf die wirklich verrückte Idee verfallen, eine „Legion von Negern” von der Hauptstadt aus in Richtung auf das zu gründende Bahía Blanca zu entsenden, um dann ebendieses auch zu tun: die Gründung vorzunehmen. Was man dabei nicht bedacht hatte: Es war ja tiefster Winter (also aus meiner Erfahrung so um die 16 Grad Celsius, bei Sonne etwas mehr), und die Legion aus Negern waren typische Fröstler, so dass sie genau auf halber Strecke, mitten in der winterlichen Pampa, einfach so erfroren sind! Glauben Sie&#039;s oder lassen Sie es bleiben - es ist egal, weil es ja genau so WAR! Einige Jahre später - und das habe ich ohne Sergios Hilfe rausgekriegt - hat man einen neuerlichen Gründungsanlauf genommen und eine „Schwadron von Eskimos” ausgeschickt (keine echten Eskimos, halt so Patagonier und Feuerländer), die den Auftrag zur vollsten Zufriedenheit der Entsender erledigten. Noch heute aber geht ein Riss mitten durch die Stadt, ist sie schmerzhaft gespalten, in die direkten Nachfahren der legendären Eskimo-Gründerväter: kerngesund und absolut kälteresistent, und die sogenannten Blankeneser „Negerle” (ja, tatsächlich: Negerle! Keine echten, nur bezüglich ihres Fröstelns!) - aber diese Negerle - und ich kann das aus eigener Anschauung versichern - frieren langsam aus!         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor es nun gleich Bye, bye, Bahía Blanca heißt, noch zwei grundsätzliche Erkenntnisse, die weit über Bahía Blanca hinausweisen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.) Argentinier sind in aller Regel sehr gut erzogen und schweinehöflich! Das zeigt sich am permanenten Entschuldigen, am Darf-ich-Sagen, immer ist der Argentinier Am-sich-Bedanken - am Klarsten aber tritt die argentinische Höflichkeit in der Sitte hervor, nichts ohne Umschlag lassen zu wollen. Ich habe das nicht gekannt: man kauft irgendetwas: eine Eintrittskarte, einen Stadtplan, eine Broschüre - egal: immer gibt es einen ziemlich genau passenden Briefumschlag dafür, hellbraun oder weiß, kauft man eine Flasche Bier, entschuldigt sich der Argentinier zehnmal dafür, dass er keinen passenden Umschlag dafür hat. Auf meinem Schreibtisch habe ich mittlerweile einen ganzen Stapel davon! Am Anfang wollte ich den Umschlag noch ablehnen - das ist nämlich die falsche deutsche Höflichkeit, der ich leider sehr anhänge: Machen Sie sich doch bitte keine Umstände! Für so einen tollen Umschlag bin ich doch ein viel zu kleines Licht! usw. - jetzt habe ich begriffen: Umschlag muss sein wg. gutem Gefühl dabei. Wer Umschläge ablehnt, ist ein Banause, vor allem aber weiß er den Wert dessen, das er gerade erworben hat, überhaupt nicht zu schätzen bzw. zu ermessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ich sage das so flapsig, aber die argentinische Höflichkeit ist etwas ganz Besonderes. Ich habe mich sehr respektiert gefühlt, die ganze Zeit, und werde versuchen die Konzepte argentinischer Höflich- und Freundlichkeit auch in Berlin Wurzeln fassen zu lassen.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und bei den Umschlägen fang ich an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.) und das hat mit 1.) zu tun: wird man hier von den Kellnerinnen für eine gute Bestellung gelobt: „Ja, das ist sehr gut!”, „Nun, das passt gerade in dieser Zusammenstellung bestens!”, „Ja, sehr gut, perfekt!” oder - höchstes Lob: „Das würde mir SO auch schmecken - optimal!”  Ein „Ottimo” oder „Perfetto” hört man von italienischen Kellnern schon auch mal, aber es kommt meistens so blutleer, so Dienst nach Vorschrift daher: „Ja, eine Pizza Margherita und ein großes Bier - das wäre mir zur Not auch noch eingefallen!”, während beim argentinischen Kellner dieses ganze bestimmte Feuer der Euphorie lodert, und dieses Feuer macht das Kellnerlob so großartig und - ja: so authentisch. Man fühlt sich einfach angenommen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und jetzt - überhaupt nicht ottimo:&lt;br /&gt;
Bye, bye, Bahía Blanca!&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:37 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0050_8.9.2010.jpg&quot; title=&quot;Bahnhof Bahía Blanca © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Bahnhof Bahía Blanca © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt; 
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    <pubDate>Wed, 08 Sep 2010 23:10:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 7. September</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Dies ist der letzte „reguläre” Tag meines Rayuela-Tagebuchs - morgen und übermorgen wird vor allem gereist, erst nach Buenos Aires und dann, über den Mond, wieder zurück nach Berlin -, weshalb ich mich entschlossen habe, heute und an dieser Stelle ein paar Geheimnisse des Lyrikbetriebs zu lüften und sie Ihnen mitzuteilen. Der Wert dieser Botschaften liegt ziemlich genau bei € 39,90, aber ich habe mich auch dazu durchringen können, sie Ihnen jetzt und ausnahmsweise zu SCHENKEN!&lt;br /&gt;
Ich möchte einfach, dass Sie bezüglich des Themas „Lyrik” ein bisschen entspannter sein können. Dieser Wunsch treibt mich an und bestimmt schon lange mein Handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das wird auch zunehmend anerkannt! So schreibt mir Frau Inge aus Schwedt: „Ich musste 53 werden, um durch Ihre ‚Lyrischen Untersuchungen‘ endlich zu begreifen, was ich mein Leben lang beim Lesen UND Schreiben von Lyrik falsch gemacht habe. Dafür ein dickes Dankeschön! Mögen andere Lyrikbegeisterte schneller zu Ihrer ‚Bibel‘ finden als ich es tat.” Danke zurück nach Schwedt! Und hier, aus einem Telefax von Dagmar aus Schwäb. &lt;br /&gt;
Hall: „Es war, als würde ich in eine geheime, sehr gefährliche Sprache eingeweiht werden. Ja, so habe ich das tatsächlich empfunden.” Dagmar - dies nur am Rande - ist mittlerweile 27 und kann von Lyrik und Lyriktheorie leben. Eine von vielen, vielen Erfolgsgeschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt aber zum Geheimnisverrat:&lt;br /&gt;
Ob Sie es glauben oder nicht - es gibt in jedem Leser ein paar geheime Knöpfe, die Sie als Lyriker nur zu drücken brauchen, und er wird Sie als seinen Lieblingsdichter betrachten. (Bitte, liebe Leserinnen, die weibliche Form einfach immer dazu denken - es betrifft ja im Wesentlichen Sie!)&lt;br /&gt;
D. h. Leser sind zum größten Teil instinktgesteuert! Genau diese Instinkte müssen Sie nutzen, um einen Leser völlig in Ihren Bann zu ziehen. &lt;br /&gt;
Das erste Lesen ist das Entscheidende, und hier passieren auch die meisten Fehler. Oft kommt es gar nicht dazu, dass der Leser ein bestimmtes Gedicht richtig kennen lernt. Und diesen Schuh, liebe Lyriker, den müssen Sie sich, auch wenn es weh tut, dann schon anziehen (lassen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beliebte Leserausreden: &lt;br /&gt;
„Ich bin momentan einfach noch nicht bereit für Lyrik!” &lt;br /&gt;
„Es liegt an mir, nicht am Gedicht. Das Gedicht ist gut.”&lt;br /&gt;
„Erst muss ich noch den neuen Simmel fertig lesen!”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Ausreden gilt es auf das Entschiedenste zu begegnen, da kann und darf es sogar, wenn ich das richtig sehe, zu körperlichem Kontakt kommen.&lt;br /&gt;
Jetzt werden Sie sich fragen, woher ich das alles weiß. Na, weil ich selbst ein Lyriker bin.&lt;br /&gt;
In der Hoffnung, Ihnen ein bisschen Appetit auf Lyrik gemacht zu haben und der Versicherung das Sie diese und andere Ratschläge bald als schlankes E-Book („Lyrische Untersuchungen II”) downloaden können, verbleibe ich &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr lieber &lt;br /&gt;
Ulf Stolterfoht   
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 07 Sep 2010 18:07:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 6. September</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/86-Bahia-Blanca-6.-September.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Gestern hat sich der rumänische, aber auch auf Deutsch schreibende Lyriker Dan Vulcănescu mit dem unten stehenden Gedicht „Schafe, elektrisch - Prosagedicht für Ernest Wichner“ bei der Brentano-Gesellschaft / Frankfurter Bibliothek um Aufnahme in selbige sowie um den Hauptpreis, ein Fernstudium „Lyrik“ mit Diplom (also offenbar dem alten Leipziger Abschluss gleichgestellt!) beworben - und wir räumen ihm gute, sehr gute Chancen ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dan Vulcănescu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Schafe, elektrisch&lt;br /&gt;
Prosagedicht für Ernest Wichner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also, war so, karpaten, so, ich komm&lt;br /&gt;
gerade vom schafen in den hütte rein&lt;br /&gt;
und hör stimme elektrisch von den&lt;br /&gt;
deutsche welle: hammer! hab die dings&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gamaschen noch voll schnee und haar&lt;br /&gt;
ganz verschwitzt und denk: hammer!&lt;br /&gt;
ist stimme elektrisch von grünbein liest&lt;br /&gt;
whitman! denk: hammer - und bin ich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
verändert vom nämlichen tags an für&lt;br /&gt;
immer und selbst fang an zu schreiben&lt;br /&gt;
elektrisch wie hammer grünbein erst&lt;br /&gt;
dann die eigene stimme entdecke wie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier ist. bin ich hüter dings und dichter&lt;br /&gt;
dito. immer elektrisch und lieb ich die&lt;br /&gt;
schafe UND lyrik elektrisch mit eigener&lt;br /&gt;
stimme und singe die schafe elektrisch!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einmal haben wir ihn sogar besucht, den Vulcănescu. Er wohnt, wie im Gedicht beschrieben, als Schäfer und Dichter in einer kleinen Hütte oberhalb von Cluj / Klausenburg. Er ist ein freundlicher Mann, sehr belesen, dabei aber nicht so überintellektualisiert wie viele bundesdeutsche Lyriker und leider auch Lyrikerinnen. &lt;br /&gt;
Vulcănescu ist ein langsamer, gewissenhafter, ja skrupulöser Arbeiter, und das mag für seine Lyrik wie für sein Hüten gelten. Manchmal schaut er auf ein Jahr zurück und in diesem ganzen Jahr ist ihm nur ein einziges Gedicht geglückt! Und doch - würde Vulcănescu sagen:&lt;br /&gt;
Es war ein gutes Jahr. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kennt Dan Vulcănescu in Deutschland viel zu wenig, und ob seine Teilnahme am Wettbewerb der Brentano-Gesellschaft viel daran ändern wird? Wir wissen es nicht.&lt;br /&gt;
Weshalb Ernest und ich schon seit geraumer Zeit nach einem geeigneten Verlag für  „Vulc“ suchen. Also, hallo, draußen an den Empfängern: Sitzt da vielleicht ein Michael Krüger oder eine Ulla Berkéwicz? Sie würden es nicht bereuen, denn in Rumänien verkauft sich Vulcănescu wie geschnitten Brot. Darüber hinaus gilt er als  „Herzog der backlist“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angebote bitte unter Chiffre &lt;i&gt;vulc201&lt;/i&gt;0 an das Goethe Institut Buenos Aires bzw. München.   
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 06 Sep 2010 23:14:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 5. September</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Unter der Überschrift: „Et hätt noch immer joot jejange” heute in den Personalnachrichten des Argentinischen Tageblatts:&lt;br /&gt;
&lt;blockquote&gt;Liebe Leute, es ist wahr:&lt;br /&gt;
Hans-Arno wird heut fünfzig Jahr!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der genetische Siebenbürger Sachse feiert fern&lt;br /&gt;
der süßen Heimat im Rheinischen.&lt;br /&gt;
Leck mich en de Täsch:&lt;br /&gt;
Wer da mitfeiern könnte! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deine argentinischen Sibiu-Sassen entbieten&lt;br /&gt;
ein platensisches Alaaf! und gratulieren mit&lt;br /&gt;
diesem schönen, selbst verfassten Gedicht:&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;wie weit eine methode nicht trägt.&lt;br /&gt;
mit tom petty und jeff lynne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den hauptschulabschluss nimmt eddie noch mit,&lt;br /&gt;
dann tätowierung und ein lift bis nach britz,&lt;br /&gt;
erlernt ein mädchen mit gleichfalls tattoo&lt;br /&gt;
- die stadt spreizt begehrlich die arme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in tempelhof findet sich ein bezahlbares loch,&lt;br /&gt;
er steht im bose-eck nachts an der tür,&lt;br /&gt;
sie schließt ihr studium ab, zeigt ihm die tricks&lt;br /&gt;
- die einzige grenze der himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   ab in die trostlose weite,&lt;br /&gt;
rebellion war auch nur ein wort,&lt;br /&gt;
raus in die freudlose weite,&lt;br /&gt;
usf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sein erster lyrikband entert die liste,&lt;br /&gt;
sein fancy cord-jacket hat fransen und litzen,&lt;br /&gt;
seine agentin, sie lädt ihm die spritzen&lt;br /&gt;
- der himmel die einzige grenze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eddie gehört jetzt fest zum betrieb,&lt;br /&gt;
der standard urteilt: “besser als fried”,&lt;br /&gt;
frankfurter rundschau: “bizarres gewimmel”&lt;br /&gt;
- die einzige grenze der himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
er tritt in talkshows auf, schwitzt wie ein schwein,&lt;br /&gt;
wird immer fetter, löst pillen in wein,&lt;br /&gt;
dabei erst fünfzig, viel zu früh für die rente&lt;br /&gt;
- die stadt ballt zu fäusten die hände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   ab in die trostlose weite,&lt;br /&gt;
rebellion war auch nur ein wort, &lt;br /&gt;
raus in die freudlose weite &lt;br /&gt;
usf.                               [fade]&lt;/i&gt;&lt;/blockquote&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 05 Sep 2010 19:41:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 4. September</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/84-Bahia-Blanca-4.-September.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
    <content:encoded>
    Freak und Freakfrau. &lt;br /&gt;
Wenn man uns vor dreißig Jahren gefragt hätte, als was wir uns denn selbst bezeichnen würden, hätte die Antwort gelautet: als Freaks natürlich! Freaks waren die offizielle Nachfolgebewegung der Hippies. Hippie wollte irgendwann niemand mehr sein, weil Hippies als lieb und unpolitisch galten, vielleicht auch als ein bisschen doof, Freaks hingegen waren cool und auch politisch richtig gut drauf. Heute gibt es in Deutschland, nach allem was mir bekannt ist, keine Freaks mehr. Sehr wohl aber in Bahía Blanca! &lt;br /&gt;
Bahía Blanca-Freaks sitzen auf der Plaza Rivadavia, rauchen und machen Musik, gute Musik! Sie haben die Haare entweder rot gefärbt (Freakfrau), tragen Dreadlocks (Freak und Freakfrau) oder beides (Freakfrau). Bahía Blanca-Freaks trinken keinen Alkohol, zumindest nicht in der Öffentlichkeit, ich könnte mir aber vorstellen, dass sie dem Dope nicht abgeneigt sind. Bahía Blanca-Freaks fahren zu viert auf EINEM Fahrrad durch die Stadt, und man sieht sie nie ohne Rucksack. Und was haben sie da drin, in ihren Rucksäcken? Leider, leider ihr Jonglierzeug. Diese insgesamt höchst erfreulichen Bahía Blanca-Freaks jonglieren nämlich, ausnahmslos alle, mit Bällen, Keulen, Tellern, Schachteln, Fackeln, Äpfeln - es gibt nichts, was ein Bahía Blanca-Freak nicht in der Luft halten würde. Und so verdienen sie auch ihr Geld. Sobald die Ampel auf Rot schaltet, springen sie vor die haltenden Autos und legen los! Bei Grün wird kassiert. &lt;br /&gt;
      &lt;br /&gt;
„Freak” und „Freakfrau” waren übrigens die offiziellen Bezeichnungen, kein Männerscheiß.&lt;br /&gt;
Während ich gestern in einem Stammheimer Kassiber Gudrun Ensslins folgendes Zitat gefunden habe:&lt;br /&gt;
„tanten sind anders. aber sie sind nicht was anderes: wir wollen dasselbe.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und:&lt;br /&gt;
„es war nie anders: zu typen und tanten, mit denen wir kämpfen, war ein draht immer da. die beziehung ist real, spürbar, oder sie ist apologetik.”&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen aber, die weder „Typ” noch „Tante” sind, sind „Schwein”, „Zofe” oder etwas, das manche mit „F” und andere mit „V” schreiben. &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
An der Kreuzung Alsina / Corrientes kann ich von meinem Schreibtisch den ganzen Nachmittag über eine alte Dame beobachten, die bei Rot zwei sehr, sehr unbeholfene Tanzschritte macht und anschließend knickst - und sie bekommt, völlig zu Recht, ziemlich viel Geld!       
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 04 Sep 2010 17:56:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 3. September</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/62-Bahia-Blanca-3.-September.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Mysterien der Fernsehwerbung (4):&lt;br /&gt;
Eine junge Frau steht vor einem Bett, auf dem zwei Kleider liegen: ein weißes und ein rotes. Sie scheint sich nicht entscheiden zu können, welches sie am Abend tragen möchte. Da plötzlich fliegt ein Specht durchs Zimmer, landet auf dem Kopf der Frau und beginnt sofort wie verrückt auf die Schädeldecke der Frau einzuhacken: tock, tock, tock! Dieser Specht ist offenbar der Entscheidungsspecht, denn die Frau greift sich das rote Kleid und hält es sich lächelnd vor, wobei sie sich im Spiegel betrachtet. Die ganze Zeit über nagt die Frau aber schon an etwas herum, das ein alter, eingetrockneter Pizzarand sein könnte. Wir sehen nun eine ganze Tüte voll mit diesen Pizzarändern und eine Einblendung, die uns mitteilt, bei diesen Pizzarändern handele es sich um eine (deine!) natürliche Pause. (Der Specht jedoch war wohl ein synthetischer Specht!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pizzaränder. Ich hatte einmal, vor ziemlich langer Zeit, eine Lesung in München. Mein Konto war leer, im Geldbeutel noch 10 Mark - ich war aber irgendwie sicher, für diese Lesung bar bezahlt zu werden. War aber nicht so. Auf jeden Fall sind wir nach der Lesung noch in eine Pizzeria gegangen und ich wollte mich nun nicht darauf verlassen, hierzu vom Veranstalter eingeladen zu sein. Güterabwägung: eine Pizza und ein kleines Bier oder keine Pizza und drei große Bier? Da muss man als Lyriker nicht lange überlegen! Nun hatte ich aber den ganzen Tag über noch nichts gegessen und nach dem zweiten Bier überfiel mich ein geradezu unmenschlicher Hunger. Jetzt war es aber zu spät, die Entscheidung war gefallen. Nun saß neben mir der Kollege Kevin Perryman und verspeiste mit gutem Appetit eine wirklich sehr große Pizza, wobei er den Pizzarand großzügig abtrennte und am Tellerrand deponierte. Dieser Rand sah wahnsinnig verlockend aus, mit so großen Teigblasen, und auch ein bisschen verbrannt. Neuerliche Güterabwägung: sich nicht erniedrigen und verhungern oder Kevin um den Pizzarand bitten? Dieser Pizzarand schmeckte himmlisch! Und gerade als ich das letzte Bröckelchen verzehrt hatte, gab der Veranstalter bekannt, dass die Rechnung selbstverständlich auf ihn gehe!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier im Supermarkt in der Alsina-Straße hängen überall Schilder, welche besagen, dass es nach Gesetz Nr. 14.050 verboten sei, alkoholhaltige Getränke vor 10:00h und nach 21:00h zu verkaufen. Das ist deshalb komisch, weil der Gesetzgeber vor dem Gesetzeserlass die Supermärkte offensichtlich nach ihren Öffnungszeiten gefragt hat. In England, kann ich mich erinnern, wurde man 1979 im Supermarkt an der Kasse darauf hingewiesen, dass vor zwei Minuten die Sperrzeit begonnen habe. Da musste man dann seine Büchse Newcastle Brown Ale brav wieder zum Regal zurücktragen. In Rom aber habe ich es zweimal erlebt, dass morgens im GS-Supermarkt die gesamte Belegschaft damit beschäftigt war, die Alkoholbestände bzw. die Regale, in denen sie standen, mit Klarsichtfolie zu umwickeln, um sie so vor dem Verbraucher zu sichern - es war für den ganzen Tag Alkoholverbot verhängt worden. Einmal hatte das, glaube ich, politische oder religiöse Gründe, das andere Mal hieß der Grund Manchester United. Die Roma gewann dann auch das Hinspiel knapp mit 2-1, um im Rückspiel sang- und klanglos mit 1-7 unterzugehen! Macht zusammen 3-8.  
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    <pubDate>Fri, 03 Sep 2010 20:47:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca, den 2. September 2010</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Über Tübingen läßt man mich ja nichts mehr schreiben in diesem Blog, aber wer möchte mir eigentlich verbieten, an dieser Stelle eine amüsante Episode aus der schönen Stadt Freiburg i. Br. zu erzählen? Ich glaube tatsächlich, daß mir das niemand verbieten kann! Und daß mir das auch niemand verbieten sollte! Ich bin nämlich die Art Typ, die sich nicht verbiegen läßt, und Typen, die sich nicht verbiegen lassen, lassen sich auch nichts verbieten. (Ich bin übrigens auch genau die Art Typ, die sich nicht verschwenken läßt. Metall läßt sich verschwenken - ich nicht!)  &lt;br /&gt;
   Here we go: Da, wo Freiburg am Schönsten ist, im Stadtteil St. Georgen, gab es in den 80er und frühen 90er Jahren des glücklich vergangenen Jahrhunderts eine Pizzeria, und diese Pizzeria hieß &quot;Pizzeria Schlumpf. Bei Mutti und Giovanni&quot;. Bei Mutti handelte es sich um eine sehr aufgeregte, ältere Badenerin, Giovanni hingegen war wohl ein waschechter Italiener, den ich persönlich allerdings nie gesehen habe. (Ich war, wie ich leider zugeben muß,  nur zweimal  zu Gast in der Pizzeria Schlumpf.) Jedenfalls munkelte man, daß Mutti und Giovanni miteinander was am Laufen hatten bzw. daß Mutti in dem Glauben lebte, sie hätten was am Laufen. Ich müßte meine Gewährsleute Ul und Robin fragen . Jedenfalls waren es genau Ul und Robin, mit denen ich am betreffenden Abend bei Mutti einkehrte. Die erste Überraschung bei Mutti war die Speisekarte - es gab hier Pizzas, die es so nirgendwo sonst gab, Pizza Hawaii war noch das Gewöhnlichste - ich kann mich besonders an eine Pizza &quot;mit Hähnchenschlegel, Curryreis etc.&quot; erinnern, wobei mich vor allem das &quot;etc.&quot; in helle Aufregung  versetzte: was denn noch, um Gottes Willen? Gulasch und ein Wiener Schnitzel? (Was mich nun wiederum daran erinnert, daß der alte Freund Llonno tatsächlich einmal in der Pizzeria Arminstüble in der Böblinger Straße bei der Wirtin Luisa eine Pizza mit Schnitzel in Auftrag gegeben und, wenn ich mich recht erinnere, auch bekommen hat. Wirt Raffaele machte es  möglich!) Aber weiter mit Mutti. Mutti war - wie gesagt - trotz ihres fortgeschrittenen Alters eine sehr aufgeregte Frau, und obwohl sie ständig von ganzen Reisebussen fabulierte, die zum Mittagessen da gewesen seien, war sie von einer Pizza schon total gestreßt und eigentlich auch überfordert. (Wo war dieser Giovanni?) Wir hatten jedenfalls unsere drei Pizzas  glücklich bestellt, unter großem Augenverdrehen und &quot;Jetzt noch? So spät noch?&quot;-Gestöhne von Mutti (es war ungefähr 18:45h!) und harrten guter Stimmung der Dinge, die da kommen sollten. Was dann aber, nach etwa einer Stunde kam, waren drei große, runde Briketts und eine schreiende, heulende, brüllende Mutti: &quot;Oh je! Oh je! Jetzt sinds Negerle gworde! Jetzt sinds Negerle gworde!&quot; &lt;br /&gt;
   An dieser Stelle bin ich etwas verunsichert - es könnte auch sein, daß sich die Negerle-Sache an einem anderen Abend, ohne mich, ereignet hat und ich das nur erzählt bekommen habe. So oder so: die Pizza bei Mutti war immer ein Negerle - sie hatte die Sache einfach nicht im Griff! Zum Abschied bekam man von Mutti, auf kleinen Blechuntersetzern mit Papierdeckchen, einen selbstgemachten Kräuterlikör - und so etwas hat man zuvor und danach nicht getrunken: das war ein unglaubliches Gebräu auf Portwein- oder Sherry-Basis, statt Kräutern muß sie Jägermeister oder Underberg reingekippt haben, dazu Industrieessig, Kirschsaft oder Cola und ein Kilo Zucker - fertig ist das Likörchen! Und das mußte man dann arg loben! Und Mutti schrie immer dazwischen: &quot;Gell, paßt aber auf mit dem Likör! Der macht schlimme Flecken! Stellts Glas immer auf die Untersetzer! Gell, bitte! Au, jetzt isch aber spät! Au bitte, gell!&quot; Und dann ab in die Breisgauer Nacht (19:55h)!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist jetzt doch eine sehr lange Geschichte geworden und sie hat mit Bahia Blanca nur zu tun, daß sie mir hier wieder eingefallen ist. Und noch zwei Sachen sind mir eingefallen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) zum Thema eigenartige Kneipennamen: in einer württembergischen Stadt, deren Name hier nichts zur Sache tut, gab es eine Gaststätte mit dem Namen &quot;Pizzeria Kilt-Pub da Pasquale&quot; sowie eine Speisegaststätte namens &quot;Restaurant Petrovic Krüger&quot;, was ich fast noch seltsamer finde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) Pizzeria Arminstüble bzw. Freund Llonno (vulgo Michael): der alte Freund Llonno hatte vor langer Zeit und in klar humoriger Absicht bei der Wirtin Luisa einmal wie folgt bestellt: &quot;Frau Luise, bitte eine Pizzeria Calonze!&quot;, woraufhin die arme Luisa, sanft wie ein Engel, aber so bestimmt wie ein italienischer Gardist geantwortet hat: &quot;Michael, Pizzeria ist das Haus!&quot; - die Calonze ließ sie ihm durchgehen. Nennen Sie mich verrückt, nennen Sie übergeschnappt - aber das ist die lustigste Geschichte, die ich kenne. Und ich bin nicht der Typ, der da jetzt lange drüber diskutieren möchte! 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 02 Sep 2010 20:23:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 1. September</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Hier bei mir im Haus gibt es, obwohl das Edificio nur gerade einmal zweieinhalb Stockwerke umfasst, einen Fahrstuhl, ein altes Ratterknatterding. Ich habe ihn noch nie benutzt, aber von der Nachbarschaft wird er gut angenommen. Nun liegt mein Appartement direkt am Fahrstuhlschacht, und wenn sich der Lift in Bewegung setzt, könnte man denken, er fährt bei mir durchs Zimmer. Das ist nicht weiter schlimm, nur wenn es in der Nacht geschieht, sitze ich jedesmal stocksteif im Bett und denke: Jetzt ist es passiert! Jetzt habe ich den Bogen endgültig überspannt! Jetzt kommen sie und holen mich!&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Hier ein Fotodokument, dass das Grauen spürbar werden lässt:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:29 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0111_1.9.2010.jpg&quot; title=&quot;Fahrstuhl des Grauens © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Fahrstuhl des Grauens © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
Viele, viele Jahre lang war ich der Meinung, dass die mit Abstand schlechtesten süßen Stückchen von Berliner Bäckern stammen. Dann kam ich nach Rom. &lt;br /&gt;
Nun ist es hier aber noch viel, viel schlimmer! Wahrhaftig sind die argentinischen Stückchen so schrecklich, dass sogar ein römischer Feinbäcker den Verzehr verweigern würde. Schon die Glasur! Und innendrin der Pudding - oder was es ist! Dann dieses türkisch angehauchte Zeug! Unglaublich. (Man beachte diesbezüglich bitte auch Alissa Walsers Einschätzung der „Dulces” in ihrem Reisetagebuch!) Dabei  sind die Bäckereien wunderschön, die Fachverkäuferinnen sind freundlich und hilfsbereit, nur die Stückchen sind wirklich eine Strafe. Tolles Land, schlimme Fahrstühle, schlimme Stückchen. &lt;br /&gt;
(Was auch nicht so schön ist: Pizza Salami mit Tubenremoulade! Sehr gut hingegen das argentinische Softeis bei Tramontana, insbesondere die Sorte Crema Americana. Das liegt geschmacklich knapp neben Vanille und erinnert ganz stark an das Softeis, das es früher in der Breuninger-Milchbar gab - wenn man sich vorher lieb die Haare hat schneiden lassen. So ein Softeis und die neue Breuni-Schallplatte - näher konnte man dem Paradies nicht kommen!)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt noch ein Erlebnis vom Vorabend, eine Epiphanie geradezu proust&#039;schen Zuschnitts (Stückchen!): Ich war auf einen Käsetoast und ein 3/4 Heineken in der Bar „North Western”, die allmählich dem McDrive den Rang abzulaufen droht, als ich auf dem Heimweg an einer Autowerkstatt vorbeikam - in Bahía Blanca gibt es, über den Daumen gepeilt, 80 000 Autowerkstätten - und  dieser Autowerkstatt entströmte ein Duft, den ich, glaube ich, zum letzten Mal in den 70er Jahren gerochen habe, vor allem Gummi, aber auch Benzin und Diesel und irgendetwas, das es bei uns offensichtlich nicht mehr gibt, weil es diesen speziellen Geruch nicht mehr gibt. Die Epiphanie bestand nun darin, dass ich plötzlich - ich weiß nicht wie - so ein Bild vor mir hatte: von meinem Bruder und mir und unserem Freund Romulus Fischer, wie wir ca. 1978 die ziemlich steile Hohenzollernstraße mit Skateboards runtergefahren sind, in den Sommerferien, und es war glühend heiß, alles war irgendwie „richtig”, und mir wurde klar (es wurde mir gewissermaßen mitgeteilt), dass der 15-jährige Bub und ich jetzt, über dreißig Jahre später, innerlich bzw. mental absolut identisch sind: kein Unterschied, keine Entwicklung, nichts! Und das hat mich so gerührt, dass ich bisschen habe weinen müssen. Wahrscheinlich kann das niemand nachvollziehen, mir ist es selbst ein wenig peinlich und ich kann es auch gar nicht mehr richtig wiedergeben. Habe es aber wiedergeben müssen, für Sie: den lieben Leser, die liebe Leserin!        
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 01 Sep 2010 22:14:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 31. August</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Im Haus des Schiffsarztes jedoch hieß Pipi nicht Rolle, sondern „Wässerle“. &lt;br /&gt;
Ja, Wässerle! Ich nehme an, dass Sie ein bisschen Zeit benötigen, um diese Information zu verarbeiten - und diese Zeit möchte ich Ihnen auch geben. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 31 Aug 2010 11:58:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 30. August</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/49-Bahia-Blanca-30.-August.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Herrliches Wetter, strahlende Sonne, fast zwanzig Grad und der Winterschlussverkauf läuft auf vollen Touren - in drei Wochen fängt hier ja schon der Frühling an.&lt;br /&gt;
Optimales Fußballwetter also - und trotzdem habe ich Olimpo vs. Racing Club geschwänzt. Sergio Raimondi hatte mir geraten, zwei Stunden vor dem Anpfiff da zu sein, schließlich sei der Racing Club einer der Großen Fünf:  Boca Juniors (Löwe), Independiente (Leopard), River Plate (Büffel), San Lorenzo (Nashorn) und eben Racing (Elefant). Ich war nun aber so schön am Schreiben, dass ich mir einfach nicht vorstellen konnte, eine Stunde zum Stadion zu laufen, um dann dort bis zum Anpfiff noch mal zwei Stunden rumzustehen. Als es dann aber gegen 19:30h ging, bin ich doch ein bisschen unruhig geworden und habe - nur mal so interessehalber - geschaut, ob das Spiel eigentlich übertragen wird. Wurde es! Und ich habe es natürlich komplett verfolgt! Es fing aber auch schon so großartig an: Im Olimpo-Stadion verfügt man offensichtlich über keinen richtigen Tunnel, aus dem heraus die Spieler auftauchen könnten, weshalb sich alle in einem großen, aufblasbaren Sack verstecken müssen, schon lange vor Spielbeginn, und wenn es losgehen soll, müssen sie da alle rauskriechen, ein Ordner hält den Sack auf, viele Olimpo-Spieler haben auch noch ihre Tochter im Arm oder an der Hand, es ist ein wenig entwürdigend und auf jeden Fall verdammt eng. Verdammt eng ist es auch auf den Rängen, Raketen und bengalisches Feuer, der Schiedsrichter trägt einen Energy-Drink am Gürtel seiner Sporthose - naja! Von den Deutschen spielen nur Brum (Olimpo) und Bieler (Racing), an der Bande wird für meinen Fernseher Noblex Stereo geworben. Ein Zweiergespann soll uns das Derby nahebringen, und der eine Teil des Gespanns („der Verrückte”) schreit die ganze Zeit: „Urargo!”, und dann noch einmal, aber viel lauter: „Urargo!”, so als hätte er sein Kommentatoren-Handwerk in Wien-Hütteldorf erlernt, während der Andere („der Professor”) keinen Zweifel daran lässt, was er vom „Verrückten” hält - aber das Publikum verehrt ihn gerade wegen seiner Abgedrehtheiten, er ist ein veritabler Quotenhengst! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rest ist schnell erzählt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
38. Minute: 1-0 Bareiro &lt;br /&gt;
43. Minute: Der Energy-Drink stellt sich als eine Sprühdose heraus, mit der der Schiri den jeweiligen Tatort gelb markiert.&lt;br /&gt;
63. Minute: Ein Racing-Spieler sieht rot.&lt;br /&gt;
65. Minute: Bei Olimpo laufen sich Furch und Rolle&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt; warm.&lt;br /&gt;
74. Minute: Rolle* kommt tatsächlich und sorgt gleich für reichlich Betrieb. &lt;br /&gt;
88. Minute: Auch Furch kommt jetzt für den Torschützen Bareiro.&lt;br /&gt;
91. Minute: Noch ein Racing-Spieler fliegt vom Platz.&lt;br /&gt;
94. Minute: Abpfiff!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein hochverdientes 1-0 für Olimpo de Bahía Blanca gegen einen etwas ruppigen Racing Club. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Halbzeit aber − Mysterien der Fernsehwerbung (3) − wurde für ein Waschmittel geworben, das man schnell als „Skip (mit Baukastensystem)” identifizieren konnte, ein Waschmittel also, das sich ganz genau dosieren lässt und das deshalb überaus schonend mit Wäsche und Umwelt umgeht - eine gute Sache und überhaupt nicht rätselhaft. Das Mysterium bestand vielmehr darin, vor allem für jemanden, der irgendwie mit dem Literaturbetrieb verbandelt ist, dass sich die beiden Protagonistinnen, erst nur als Stimmen vorhanden, gegen Ende des Spots als Iris Radisch und Alexa Hennig von Lange zu erkennen gaben! Wohlgemerkt: Sie sahen ihnen nicht ähnlich - sie waren es! Warum macht man so etwas? Geldnot wird es nicht sein, vermute ich, und um ins Fernsehen zu kommen, hätten und haben beide sicher andere Möglichkeiten zuhauf. Und wenn es nun einfach so wäre, dass die beiden ganz ehrlich von Skip überzeugt sind und damit auch nicht hinterm Berg halten wollen. Das könnte sein, aber warum werben sie dann nicht in Deutschland? Ich könnte mir nur vorstellen, dass Iris Radisch und Alexa Hennig von Lange, vergleichbar den UNICEF-Botschaftern, ihre Popularität auch im Ausland ehrenamtlich für ein von ihnen als förderungswürdig erkanntes Umweltprojekt, nämlich das Skip-Baukastensystem, einsetzen wollen - und sei es nur, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ich werde versuchen, die beiden, sollten sie noch einmal auf dem Bildschirm erscheinen, abzufotografieren, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen - sprich: meine Behauptungen zu untermauern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;u&gt;_______________________________&lt;/u&gt;&lt;br /&gt;
[1: Rolle (neutr.) sagte man früher in Stuttgart für Pipi: „Mama, ich muss mal ein Rolle!“. Ein Fußballspieler namens Rolle hätte in Heslach für ähnliches Aufsehen gesorgt wie ein Kaká, als er nach Mailand kam. Man muss das vielleicht nicht wissen, aber viel schaden kann es auch nicht.]   
    </content:encoded>

    <pubDate>Mon, 30 Aug 2010 23:02:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 29. August</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/48-Bahia-Blanca-29.-August.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Die Stadt Bahía Blanca leistet sich den Luxus, in Ingeniero White neben dem Museo del Puerto auch noch das Museo Ferrowhite zu unterhalten. Beide Museen verbindet der alltagsgeschichtliche Ansatz, doch während beim Museo del Puerto die Rolle des Hafens im Vordergrund steht, geht es im Ferrowhite um die Bedeutung der Eisenbahn für die Nachbarschaft, die Provinz und das ganze Land. Und darum, was deren unaufhaltsamer Niedergang für Argentinien bedeutet. Wenn ich davon geschrieben habe, wie liebevoll das Hafenmuseum gestaltet ist, so gilt das für das Eisenbahnmuseum genauso. Ich habe sogar ins Magazin schauen dürfen, und was da alles zusammengetragen worden ist („Take stuff from work!”) und noch der öffentlichen Präsentation harrt, das ist unglaublich - etwa eine vollständige Sammlung von Dienststempeln der argentinischen Bahn, oder Ölkännchen in allen Größen und Qualitäten, antike Feuerlöscher, Schaffnertäschchen und Fahrkartenspender usw. Das Museumsgelände besteht aus drei Gebäuden: der hier beschriebenen Werkstatt mit der großen Ausstellung, dem „Schloss”, einem riesigen, ehemaligen Elektrizitätswerk und dem Spionshäuschen mit dem Café Secreto. Obwohl das E-Werk von einer italienischen Firma betrieben wurde, war sein Jefe ein deutscher Ingenieur, nämlich der Direktor Gustav (Nachname nicht bekannt oder wird schamhaft verschwiegen!). Dieser Direktor Gustav wohnte mit seiner Familie im Spionshäuschen, welches damals noch die Direktorenvilla war. Dann aber, am 27. März 1945, fasst sich Argentinien ein Herz und erklärt dem Deutschen Reich den Krieg! Und schon kurz darauf hat man ihn überzeugend gewonnen. In der Zeit zwischen März und Mai aber sieht man den Direktor Gustav auf dem Balkon seiner Villa sitzen. Mit zusammengekniffenen Augen scheint er den Hafen und die Eisenbahnlinie zu beobachten. Und als dann auch noch Funksignale geortet werden, ist der Fall klar: Der Jefe ist ein Spion. Das Ende der Geschichte habe ich nicht richtig verstanden. Ich glaube, man hat den Gustav in Arrest genommen, konnte ihm aber letztlich doch nichts nachweisen und musste ihn wieder laufen lassen. Das Werk wurde irgendwann geschlossen und die Direktorenfamilie verließ das Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Café Secreto dokumentiert all diese Ereignisse und noch manches andere mehr - das erste aber, das man sieht, wenn man den ersten Stock erklommen hat, ist dies hier: Können Sie es erkennen?&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:27 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0102_29.8.2010.jpg&quot; title=&quot;Gauchito © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Gauchito © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
YES, SIR - es ist:  Der Gauchito! &lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
Und hier ein weiteres, interessantes Dokument, das noch mal ein ganz anderes Licht auf die Situation der Hunde in Bahía Blanca wirft:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:26 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0062_29.8.2010.jpg&quot; title=&quot;Riesenschnauzer Welpe zu verkaufen © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Riesenschnauzer Welpe zu verkaufen © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 29 Aug 2010 22:34:00 +0200</pubDate>
    <guid isPermaLink="false">http://blog.goethe.de/rayuela/archives/48-guid.html</guid>
    
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    <title>Bahía Blanca − 28. August</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/47-Bahia-Blanca-28.-August.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
    <content:encoded>
    In der kleinen, verträumten Universitätsstadt T., an den Ufern des Flusses N., da kann es einem manchmal passieren, dass - nein, nein! Nur ein Späßchen! Stattdessen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mysterien der Plakatwerbung (1):&lt;br /&gt;
Am bevorzugten Wohnsitz von allen:&lt;br /&gt;
Die Kinder entfruchten (entsaften?),&lt;br /&gt;
die Väter genauso!&lt;br /&gt;
Fragen Sie unsere Mitarbeiter nach&lt;br /&gt;
den Spezialpaketen zum Höchstpreis!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann damit irgendjemand etwas anfangen? Ich habe mir das nur so notiert, ohne Herkunft oder Firma, und weiß auch nicht mehr, wo das hing, noch wie es auf Spanisch heißt. Mich irritieren dabei weniger die entsafteten Kinder, als vielmehr die Tatsache, dass hier mit einem besonders hohen Preis geworben wird. Das scheint mir eine sehr kluge Strategie zu sein. Bei uns in Schöneberg gibt es im Bioladen ein Brot, das Walchenbrot, und von diesem Brot kostet das Kilo € 5,80! Aber es schmeckt spitze! Mit diesem Preis würde ich nun ganz offensiv umgehen: „Nehmen Sie doch unser leckeres Walchenbrot mit - zum völlig absurden Wahnsinnspreis von unglaublichen € 5,80!“ Fast kommen mir die 5,80 noch zu günstig vor, da muss eigentlich die 6 vor dem Komma stehen. Beim Walchenbrot ist nun der Preis ja noch irgendwie durch die außergewöhnliche Qualität gedeckt, was aber ist mit richtig schlechten Produkten? Kein Unterschied: „Berliner Bärenpils - ein schlechtes Bier zum hohen Preis!“ - da würde ich mich nicht zweimal bitten lassen und beherzt zugreifen. Aber wahrscheinlich ist der Konsument bei uns einfach noch nicht so weit. &lt;br /&gt;
Vielleicht noch ein Beispiel: In Wilmersdorf gibt es, Bundesallee Ecke Berliner Straße, ein Beerdigungsunternehmen „der billigbestatter“ (Feuerbestattung schon unter € 1000,-) und jeden Tag überlege ich mir, dass ich doch gerade nicht billig, sondern sehr, sehr teuer bestattet werden möchte, mit Eichensarg und Nachthemd aus Damast und Captain Beefheart aus dem Lautsprecher! Nun muss ich allerdings zugeben, dass sich das Angebot des „billigbestatters“ auch nicht an den Verstorbenen, sondern an die Hinterbliebenen richtet, und da sieht es dann schon etwas anders aus. Das will alles noch einmal in Ruhe durchdacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gestern war ich mit Federico Weyland, dem Leiter des Kulturamts der Stadt Bahía Blanca unterwegs (davon morgen mehr!), und er hat mir in bestem Deutsch eröffnet, dass es sich beim fiesen Abdecker mitnichten um einen Abdecker handelt, sondern um einen sehr bekannten Hundetrainer, der einen Trainingsplatz außerhalb der Stadt besitzt. Morgens sammelt er seine Kunden ein, verbringt einen schönen Tag mit ihnen und abends liefert er sie wohlbehalten wieder ab! Hier ein Bild des rollenden Zwingers - bitte urteilen Sie selbst:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:25 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0100_ulf_28.8.2010.jpg&quot; title=&quot;rollender Hundezwinger © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;rollender Hundezwinger © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 28 Aug 2010 22:29:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 27. August</title>
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
    <content:encoded>
    Kommenden Sonntag spielen hier, im Stadion Roberto Natalio Carminatti&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:21 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0055_27.8.2010.jpg&quot; title=&quot;© Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;© Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
die heimischen Olimpo de Bahía Blanca gegen den Racing Club aus Avellaneda / Provinz Buenos Aires - und schaut man sich die Kader der beiden Mannschaften an, dann ist das auch ein Stück Alltagsgeschichte der Immigration. Bei Olimpo finden sich die Herren Laumann, Scheffer, Brum (Dr. Brumm?), Rolle, Dietrich und Furch, während für den Racing Club Dobler, Licht, Bieler und Wagner auflaufen werden. Macht in Addition ein Verhältnis von 6:4 - und genau das wäre auch unser Wunschergebnis! Klopf, klopf, klopf!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sergio Raimondi hat mir vorgestern erzählt, dass die Stadt einige Hundefänger beschäftigt, um dem Problem der Rudelbildung vorzubeugen. Die Hunde würden an einen zentralen Ort gebracht, wo man versuche, ein neues Herrchen oder Frauchen für sie zu finden. Sergio Raimondi ist der sympathischste Mensch, den man sich vorstellen kann, und ich bin geneigt, ihm alles zu glauben. Heute nun habe ich aber, hier bei uns in der Straße, einen Fänger bei der Arbeit beobachten müssen, und ich kann nur sagen: Ich erkenne einen Abdecker, wenn ich ihn sehe! Ganz, ganz widerlicher Typ! Ich verspreche, dranzubleiben am Hundethema.&lt;br /&gt;
Hier ein Entronnener, der schlaue Raúl:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:22 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0060_27.8.2010.jpg&quot; title=&quot;der schlaue Raúl © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;der schlaue Raúl © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
Spanisch lernen im ganzen Satz:&lt;br /&gt;
(12) &lt;em&gt;¿Le apetece una taza de café?&lt;/em&gt; - Möchten Sie eine Tasse Kaffee?&lt;br /&gt;
(13) &lt;em&gt;Saca la mosca con una cucharilla.&lt;/em&gt; - Hol die Fliege mit einem Kaffeelöffel raus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Argentinien scheint es nicht so wichtig zu sein, ob der Kaffee gut schmeckt - es kommt allein darauf an, dass er „authentisch“ schmeckt. Vergleichbar der Situation in Deutschland, wo es nur darauf ankommt, ob es sich um einen „Bohnenkaffee“ handelt („Jetzt gönnen wir beiden uns erstmal einen schönen Bohnenkaffee.“). Tatsächlich findet man ja heute noch in Speisekarten den Eintrag „Tasse Bohnenkaffee € 1,40“, obwohl ich es, zumindest außerhalb Bukarests, nur einmal erlebt habe, dass einem ein löslicher Kaffee serviert wurde. Dies geschah in der Gaststätte „Bei Paul“ (aka „Kopper“) in Stuttgart-Vaihingen. Er kam aus einer großen, schwarzen Thermoskanne zum Runterdrücken, war also schon zubereitet und schmeckte authentisch. Egal - mit einem Päckchen Café Cinco Hispanos und dem extrem stark gechlorten Wasser, das hier aus dem Hahn kommt, gelingt es mir jeden Morgen aufs Neue, einen typisch argentinischen Kaffee zu zaubern. Hier der Beweis:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:23 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0099_27.8.2010.jpg&quot; title=&quot;typisch argentinischer Kaffee © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;typisch argentinischer Kaffee © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt; 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 27 Aug 2010 22:46:00 +0200</pubDate>
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    <title>Bahía Blanca − 26. August</title>
    <link>http://blog.goethe.de/rayuela/archives/38-Bahia-Blanca-26.-August.html</link>
    
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    <author>nospam@example.com (Ulf Stolterfoht)</author>
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    Gestern morgen hat mich Sergio Raimondi, Dichter, Professor, Museumsdirektor und ein unheimlicher netter Mensch, mit seinem Auto abgeholt, und gemeinsam sind wir zum von ihm geleiteten Museo del Puerto nach Ingeniero White, dem Hafenvorort von Bahía Blanca gefahren. Das Museo del Puerto dokumentiert die Alltagsgeschichte der nach Argentinien gekommenen Einwanderer - und ich glaube nicht, dass ich schon einmal etwas so liebevoll Gemachtes gesehen habe wie dieses Museum. Man kommt tatsächlich aus dem Staunen nicht heraus, gleichzeitig ist es aber keine Verklärung der Vergangenheit und der Gegenwart der Leute von Ingeniero White, kein Neighbourhood-Kitsch, vielmehr steht das alles auch in einer politischen Tradition, die man am ehesten vielleicht als eine syndikalistische bezeichnen könnte. So sieht das Museum von außen aus:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:20 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0094_26.8.2010.jpg&quot; title=&quot;Museo del Puerto © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Museo del Puerto © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
Und im Inneren findet sich zum Beispiel eine Vitrine, die eine Mütze der Mussolini-Jugend zeigt, von der sich ein italienischer Einwanderer erst nicht und dann doch trennen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben ein weiteres Dokument einer Diktatur - ich hoffe, man kann das erkennen -, nämlich das Maskottchen der &#039;78er Fußball-WM, Gauchito(!):&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:18 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0079_26.8.2010.jpg&quot; title=&quot;Maskottchen der &#039;78er Fußball-WM © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Maskottchen der &#039;78er Fußball-WM © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
Nach dem Museumsbesuch hat Sergio mich auch noch zum Essen eingeladen, wunderbare argentinische Gnocchi, und nächste Woche unternehmen wir womöglich eine Landpartie!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald einmal mehr zum Museum - aber jetzt muss ich erst noch ein paar Überhänge abarbeiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) ein Nachtrag zur Hetteler-Problematik - leider!&lt;br /&gt;
Vorgestern war ich in einer sehr netten Bar und wurde dort von einem sehr netten Kellner bedient. Wir haben uns, glaube ich, gegenseitig ziemlich in Ordnung gefunden. Beim Zahlen ist nun aber etwas Komisches passiert. Der Kellner freute sich unheimlich zu hören, dass ich aus Deutschland komme, Deutschland sei super, vielleicht etwas teurer als Argentinien, aber sonst spitze, und er habe erst kürzlich ein Buch des deutschen Autors Adolf Hitler gelesen, nämlich „Mein Kampf”, welches ihm ganz ausgezeichnet gefallen habe. Er wisse nun nicht, räumte er ein, ob Hitler letztlich ein guter oder ein schlechter Mensch gewesen sei, er könne aber sicher sagen, dass er ein sehr guter Autor sei! Für dieses ungewöhnliche ästhetische Bekenntnis gab es dann halt doch noch ein Trinkgeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die traditionelle Mütze der Hetteler-Jugend, wie man sie im Museo del Puerto gezeigt bekommt:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:19 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0082_26.8.2010.jpg&quot; title=&quot;traditionelle Mütze der Hetteler-Jugend © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;traditionelle Mütze der Hetteler-Jugend © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
2) Das argentinische Bier. Es gibt hier, neben den üblichen Lizenzbieren Heineken, Budweiser, Warsteiner, Stella Artois usw., nicht so sehr viel einheimisches Bier: Brahma, Schneider, Isenbeck - das ist aber auch ganz egal, weil sowieso alle Quilmes trinken. Ich natürlich auch. Quilmes ist, könnte man wohlwollend sagen, mittelflott. Man muss sich jedenfalls nicht überwinden, um es zu trinken. Und am nächsten Morgen wacht man munter auf und kann sich gleich ans Tagwerk machen. So war es zumindest bisher immer. Nun habe ich aber einmal ein bisschen über die Stränge geschlagen hier in Bahía Blanca und ganz offensichtlich ein oder zwei Quilmes zu viel getrunken. Trotzdem bin ich am nächsten Morgen glasklar aufgewacht, wie üblich, aber irgendetwas stimmte nicht. Ich wusste nur lange nicht was - erst als ich versuchte aufzustehen, merkte ich, dass ich gelähmt war.  Nicht „wie gelähmt”, sondern richtig! Nachdem ich etwa dreißig Minuten regungslos im Bett gelegen bin, begann sich die Lähmung langsam zu legen und bereits nach weiteren zehn Minuten konnte ich problemlos aufstehen und duschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bier trinkt man hier allerdings auch aus solchen Humpen - ein weiteres Dokument aus dem Museo:&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
&lt;!-- s9ymdb:17 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;389&quot; height=&quot;291&quot;  src=&quot;http://blog.goethe.de/rayuela/uploads/GEDC0075_26.8.2010.jpg&quot; title=&quot;Bierhumpen © Ulf Stolterfoht&quot; alt=&quot;Bierhumpen © Ulf Stolterfoht&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;br /&gt;
3) Seit einigen Tagen, und das mag mit der Quilmes-Erfahrung zusammenhängen, verändert sich meine Körperbehaarung signifikant. Dicke, schwarze Haare wachsen mir am Außenohr, auf der Schulter und auf der Rückseite der Hand - „Werwolf Hilfsausdruck!”  - aber nur links!  Rechts ist alles wie gehabt. Ich werde Sie auch diesbezüglich auf dem Laufenden halten.  
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 26 Aug 2010 23:19:00 +0200</pubDate>
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