Gestern hat sich der rumänische, aber auch auf Deutsch schreibende Lyriker Dan Vulcănescu mit dem unten stehenden Gedicht „Schafe, elektrisch - Prosagedicht für Ernest Wichner“ bei der Brentano-Gesellschaft / Frankfurter Bibliothek um Aufnahme in selbige sowie um den Hauptpreis, ein Fernstudium „Lyrik“ mit Diplom (also offenbar dem alten Leipziger Abschluss gleichgestellt!) beworben - und wir räumen ihm gute, sehr gute Chancen ein:
Dan Vulcănescu:
Schafe, elektrisch
Prosagedicht für Ernest Wichner
also, war so, karpaten, so, ich komm
gerade vom schafen in den hütte rein
und hör stimme elektrisch von den
deutsche welle: hammer! hab die dings
gamaschen noch voll schnee und haar
ganz verschwitzt und denk: hammer!
ist stimme elektrisch von grünbein liest
whitman! denk: hammer - und bin ich
verändert vom nämlichen tags an für
immer und selbst fang an zu schreiben
elektrisch wie hammer grünbein erst
dann die eigene stimme entdecke wie
hier ist. bin ich hüter dings und dichter
dito. immer elektrisch und lieb ich die
schafe UND lyrik elektrisch mit eigener
stimme und singe die schafe elektrisch!
Einmal haben wir ihn sogar besucht, den Vulcănescu. Er wohnt, wie im Gedicht beschrieben, als Schäfer und Dichter in einer kleinen Hütte oberhalb von Cluj / Klausenburg. Er ist ein freundlicher Mann, sehr belesen, dabei aber nicht so überintellektualisiert wie viele bundesdeutsche Lyriker und leider auch Lyrikerinnen.
Vulcănescu ist ein langsamer, gewissenhafter, ja skrupulöser Arbeiter, und das mag für seine Lyrik wie für sein Hüten gelten. Manchmal schaut er auf ein Jahr zurück und in diesem ganzen Jahr ist ihm nur ein einziges Gedicht geglückt! Und doch - würde Vulcănescu sagen:
Es war ein gutes Jahr.
Man kennt Dan Vulcănescu in Deutschland viel zu wenig, und ob seine Teilnahme am Wettbewerb der Brentano-Gesellschaft viel daran ändern wird? Wir wissen es nicht.
Weshalb Ernest und ich schon seit geraumer Zeit nach einem geeigneten Verlag für „Vulc“ suchen. Also, hallo, draußen an den Empfängern: Sitzt da vielleicht ein Michael Krüger oder eine Ulla Berkéwicz? Sie würden es nicht bereuen, denn in Rumänien verkauft sich Vulcănescu wie geschnitten Brot. Darüber hinaus gilt er als „Herzog der backlist“.
Angebote bitte unter Chiffre vulc2010 an das Goethe Institut Buenos Aires bzw. München.



