Kaufe bei einem sehr netten, sehr hübschen Jungen eine Maniok-Wurzel. Er hackt sie mir in zwei Stücke und wickelt sie in Zeitungspapier ein. Zu Hause packe ich sie aus. Da klebt noch jede Menge dieser roten Erde dran. Die Wurzel selber ist ziemlich hart. Ich schneide sie in kleinere Stücke. Die Haut, ein ganz dünnes, braunes Häutchen, lässt sich fast abreiben. Bin versucht ein Stück roh zu probieren, lasse es lieber. Lege sie ins Wasser und koche sie bis sie weich ist. Gehe ins Netz und suche ein Rezept.
Finde die Warnung: Die Maniok-Wurzel enthält Blausäure. Man muss sie erst einweichen, dann auspressen, dann kochen.
Ich bin entsetzt. Probiere dennoch ein Stückchen. Schmeckt nach nicht viel. Lasse sie liegen. Wegwerfen kann ich sie später.
Frage E., sie sagt, völliger Blödsinn, was im Netz stehe. Gebraten, sagt sie, schmecken sie am besten. Recht hat sie.
Ihre Schwägerin, erzählt D., wohne in Spanien. In Barcelona. Die sammle dort die besten Sachen von der Straße auf. Jeans, richtig gute Marken. Hemden von La Costa. Asen und Skulpturen. Eine Skulptur, die dann 500 Euro wert war. Sie habe sie besucht und einiges abbekommen: eine lammfellgefütterte Jeansjacke. Ein schwarz-in-schwarz besticktes, glänzendes Top, eine tolle Jeans für ihre Enkel.
Ich erzähle Frau R. vom Creutzfeld-Jakob-Syndrom und vom BSE-Skandal in Europa. Frau R. ist entrüstet. Das geht doch nicht, sagt sie, dass man den Kühen Knochenmehl füttert. Des isch doch widernatürlich.
An diesem Punkt, sage ich, habe ich aufgehört, Fleisch zu essen. Deshalb, sagt D., sähe ich so gut aus. Wer Pflanzen esse, habe einen frischen Teint, Fleischesser einen gräulichen.
Vor ein paar Tagen habe man zu den elf schwarzen Katzen auch noch eine kleine rote über die Mauer in den Garten geworfen. Und jeder, der jetzt in den Garten komme, finde die kleine rote Katze so süß. Zu den elf schwarzen sage keiner mehr etwas.



