Oh ihr Flughäfen des letzten Jahrhunderts mit patiniertem Licht und wie müden Photonen in euren Gängen. Ihr Flughäfen, deren Teppiche in der Erinnerung beinahe vollständig aus zertretenen Kaugummis bestehen. Ihr Airports, wo der Kaffee in den Cafés schmeckt wie Raucherinselextrakt. Oh ihr Flughäfen – Aeropuerto de Ezeiza ist einer von euch.
Einer für mich war der vorbestellte Taxifahrer – mit einem Bauch groß wie große Herzlichkeit. Er hielt ein Schild vor demselben, darauf mein Name. Stand geduldig und kompetent – Zeuge meiner Ankunft – und in stoischer Demut, wie ein Zeuge Jehovas. Oder leicht salziger Demut.
Von den dreihundert Metern zu Fuß bis zum geparkten Wagen schnaufte er noch bis weit in die Stadt hinein. Schließlich hatte er laufen und lange warten müssen, seiner natürlichen Umgebung entrissen, dem taxivischen Raum.
Der Fahrer, nennen wir ihn María María María, beschrieb seinem Passagier die Stadt durch die Nennung dreier Avenidas. Er konnte nicht Englisch noch Deutsch. So mussten seine Lippen Buenos Aires nicht verlassen.
Schwarz war der Wagen und straßenlaternenlichtgelb. Und schwer war der, der ihn fuhr: ein wahrer Bruder Tuck.
Und ein wahrer Bewohner der leichten Schwere dieser Stadt: Nachdem er die Unterkunft seines Passagiers um 20 Meter verfehlt hatte, stieß er unter schweren, nur ihm bekannten Anstrengungen 5 Meter zurück, gab es dann auf und fuhr noch einmal um den ganzen Block, das heißt drei Ampeln und circa 395 Meter weiter.
Nach zwei Dritteln der Strecke war klar, dass das abgesehen von Blaulicht unbeleuchtete Polizeiauto hinter uns nicht uns galt.
Auch das Gewitter, das unterwegs eingesetzt hatte, galt nicht uns. Das weiße Licht der Blitze verrichtete woanders Strom.
Vor einem Hotel, vor einem Anfang, verabschiedeten sich der Fahrer und sein Passagier mit Handschlag. Zwei Subseñores in leichtem Regen.



