

Mehrmals war ich drauf und dran alles hinzuwerfen und nach Hause zu fahren (aber wie gesagt, ich weiß eigentlich nicht genau wo zu Hause ist). Bei einer dieser Gelegenheiten saß ich auf einer Absperrung neben dem Gehweg und aß einen Joghurt. Plötzlich fühlte ich mich so weit weg (wovon?) und den Tränen nah. Aber ich habe es jedes Mal geschafft, mich wieder zu fangen, und das verdanke ich verschiedenen Menschen, die ich hier kennen gelernt habe und erwähnen möchte, ehe ich Abschied nehme. Mein Dank geht also:
1.) an meine Kolleginnen in der Kunststiftung Baden-Württemberg für ihre Herzlichkeit und ihre zuvorkommende Präsenz
2.) an Irmgard Kramer, die mich zu sich nach Hause einlud und mir das Gefühl gab, in Buenos Aires zu sein
3.) an Dieter Fuchs, den österreichischen Drehbuchautor, der mir die Stuttgarter Arbeiterviertel zeigte und mit mir über Nietzsche und über seine antisemitische Schwester sprach, die in Paraguay die Colonia Nueva Germania gegründet hat
4.) an Rachel, diese junge Frau von 89 Jahren, mit der ich mich einen ganzen Nachmittag lang auf der Café-Terrasse von Karstadt unterhielt und nicht wusste, was mich mehr beeindruckte, ihre schreckliche Geschichte einer jüdischen Überlebenden oder ihr unbeugsamer Lebenswille
5.) an Joachim Kalka, der mich zum Deutschen Literaturarchiv Marbach begleitete und Zeit und Mühe investierte, um meinen Gedichten im Deutschen eine Melodie zu geben
6.) an die Übersetzerinnen meiner Blogs – Elisabeth Müller und Christin Kleinhenz
7.) an Sabine Büdel, die mich so herzlich im Berliner Literaturhaus empfing
8.) an Verena Krieg, der angesichts eines unmöglichen Terminkalenders (meinem) nie schwindlig wurde und die mir viele kleine Gefälligkeiten erwies, ganz zu schweigen von ihrer sagenhaften Geduld

9.) an Florian Höllerer, den Leiter des Literaturhauses, der die Aussage von Gabriela Massuh in Buenos Aires, dass ich den nettesten Leiter aller Literaturhäuser in Deutschland erwischt hätte, voll bestätigte
10.) und schließlich an Ulf, meinen Herzensfreund aus Stuttgart und Bahía Blanca, dem ich das Foto des ohne Herrchen und ohne Leine auf der Straße herumlaufenden Hundes widme, mit diesem Gedanken, Ulf: Es gibt immer noch Hoffnung!!!


Übersetzung: Elisabeth Müller



