
ich bin sehr froh, wieder zurück in buenos aires zu sein. meine gespräche mit gletschern sind vorerst in beiderseitigem einverständnis abgeschlossen. die tiere, die ich sah, habe ich gesehen. beispielsweise die seehunde, die vor puerto madryn hauptsächlich herumnölten und damit meine bewunderung letzlich nicht erringen konnten. anders die glattwale in der bucht, die auf eine derart lässige und souveräne art im wasser faulenzten, sich herumwälzten und ab und zu, wie nach einem tiefen cigarrenzug, ausatmeten, dass ich etwas wie neid verspürte auf ihre enorme innere ruhe. den flamingos von calafate meine verehrung. die dort auf mich herabschießenden raubmöwen aber sollten nicht mit einer lobenden erwähnung rechnen. gegen die adler und geier im umfeld von bariloche hege ich keinen groll. es ist nicht ihre schuld, wenn ich sie mit dem kondor verwechselte, dessen bekanntschaft ich gern gemacht hätte. im naturpark von feuerland sah ich einen schwarzspecht, den ich hiermit grüße. als er davonflog, klang es, als würde ein kleiner hubschrauber starten. wenn er lust hat, auf mich zu hören, würde ich ihm raten, es vielleicht etwas weniger affektiert zu tun.
ganz in der nähe scharrten hundertschaften von falken im boden und ich wagte kaum, durch ihre mitte zu gehen. das offizielle treffen mit dem führenden dalmatiner von ushuaia war einer der höhepunkte meiner expedition. wenn er einmal nach deutschland reisen wollte, wäre es mir ein vergnügen, ihn diesmal schweigend an mir vorüber gehen zu lassen. der qualle oben in den bergen, am ausläufer des beagle-kanals, wünsche ich eine gedenktafel, auf der ihre pionierleistung in sachen weichtier-tourismus adäquat gewürdigt wird. habe ich jemanden vergessen? eines nachts war mir, als hörte ich neben mir im hotel los naranjos in ushuaia das mylodon kurz aufstöhnen, jenes legendäre, vermeintlich ausgestorbene riesenfaultier, das einst in den weiten flächen patagoniens zu hause war. zweifellos eine sensation. aber im hotel? für ganz ausgeschlossen halte ich es nicht, muss aber in erwägung ziehen, dass das geräusch auch von der interaktion jenes liebespärchens verursacht worden sein könnte, das am nächsten morgen mit roten ohren im frühstücksraum platz nahm.



