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    <title>Nahaufnahme - Journalistenaustausch</title>
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    <pubDate>Mon, 20 May 2013 16:46:16 GMT</pubDate>

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    <title>Der Ökonom als Superstar</title>
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    <author>nospam@example.com (Piercarlo Fiumanò, Freiburg)</author>
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    Lars Feld ist ein echter Superstar unter den deutschen Ökonomen. Dank der entscheidenden Kontakte des Kollegen aus der Wirtschaftsredaktion der „Badischen Zeitung&quot; dürfen wir den Tempel des deutschen Wirtschaftsliberalismus betreten. Felt ist der Leiter des Freiburger Walter Eucken Instituts, einer Einrichtung, die nach einem der Väter des Ordoliberalismus benannt ist, und die in einem vornehmen Wohnviertel der Stadt liegt. Er ist darüber hinaus vor allem einer der fünf Wirtschaftsweisen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sachverständigenrat zur Seite stehen. Inmitten einer Krise, in der Deutschland immer mehr zum Motor Europas wird, sind wir gespannt auf die Ideen eines wichtigen Ökonomen über dieses immer stärker auf Deutschland hin ausgerichtete Europa und auf sein Urteil über die Schwierigkeiten Italiens. Das Gespräch findet in Felds hellem Büro statt, das vollständig mit Büchern angefüllt ist und in dem über dem Eingang ein großes Bild von Walter Eucken hängt. Der freie Ton des Gesprächs führt Feld zu Schlussfolgerungen, die wir möglicherweise erwarteten, vor allem im Hinblick auf Italien. Die Krise wird noch ein oder zwei Jahre dauern. Aber Italien wird dennoch verständlicher Weise so lange unter Beobachtung bleiben, bis es gelingt, tatsächlich einen Weg der Reformen einzuschlagen. Danach diskutiere ich mit Bernd lange über den Inhalt des einstündigen Gesprächs. Ich merke, dass es in Italien kein klares Urteil über mein Land gibt. Lichter und Schatten, wie immer.  
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    <pubDate>Fri, 17 May 2013 21:13:00 +0200</pubDate>
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    <title>Vauban, Wirklichkeit gewordene Utopie</title>
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    <author>nospam@example.com (Piercarlo Fiumanò, Freiburg)</author>
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    Endlich gelingt es, das französisch ausgesprochene Vauban zu besuchen. In einer ehemaligen französischen Militärbasis ist in Freiburg eine „grüne Stadt&quot; entstanden, eines der wichtigsten Beispiele ökologisch nachhaltigen Bauens, das 2010 sogar bei der Weltausstellung in Shanghai vorgestellt wurde. Bei einem kurzen Besuch in der Mittagszeit entdecke ich die Geheimnisse dieses Ortes, der 1993 geplant wurde und an dem heute 5.000 Menschen wohnen. Zu kurz für ein umfassendes Bild, aber lang genug, um eine Vorstellung zu erhalten. Die Tatsache, dass alles integriert ist, Häuser und Bewohner des Viertels, macht diesen Ort einzigartig, das wird bei einem Blick auf den Stil der Gebäude und auf die Menschen auf den schmalen Straßen im Grünen deutlich. Darunter machen wir das Profil der ersten Pioniere aus, die sich in den Anfangsjahren in diesem überraschenden Viertel ansiedelten, echte Veteranen. Einige wohnen in Häusern, die gut zu einer Kommune von Blumenkindern der 60er Jahre passen würden. Eine Art von Kollektivismus ante litteram, bei dem über alles diskutiert und an allem teilgehabt wurde. Die Kollegen von der „Badischen Zeitung&quot; werden später erklären, dass hier mehr als 92 Häuser mit einem Stromverbrauch von nur 15 Kilowatt pro Quadratmeter errichtet wurden. Im Innern des Viertels entsteht der Eindruck einer Wirklichkeit gewordenen Utopie, bei der die Stromversorgung durch die Nutzung von Abwärme sichergestellt wird. Es gibt hier sogar so genannte „Sonnenschiffe&quot; (Plus Energy House), Häuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen. Ein so starkes Augenmerk auf die Umwelt ist im Reich der Green Economy nicht zufällig. Die Wohnungen verfügen über Zentralheizungen, bei denen Holzspäne als Brennstoff eingesetzt wird. Diese Bautechniken sind in Italien nicht unbekannt, aber wir sind noch weit von solchen Energiesparmodellen entfernt. Nicht zufällig organisieren Vereine Führungen für Schulen, denn in Vauban kann man offenbar auch etwas lernen. Erstaunlich der Einsatz des Regenwassers, das gesammelt wird. Der Kollege Karl, der hier in der Nähe wohnt, aber interessanterweise mit dem Wagen zur Arbeit fährt und damit freundlichen Tadel der Zeitung erntet, erklärt, dass es nur außerhalb des Viertels einen Parkplatz gibt, denn alles ist zu Fuß zu erreichen. Dieses Verkehrsmodell wird auch am Freiburger Fußballstadion angewandt, wo es keine Parkplätze gibt, das aber an Spieltagen ununterbrochen von Bussen angefahren wird. Freiburg ist wie geboren für eine Stadt ohne Parkplatz. Jede unter Abgasen leidende Altstadt wäre gern vom Autoverkehr befreit. Hier ist die Utopie Wirklichkeit.  
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    <pubDate>Fri, 17 May 2013 20:39:00 +0200</pubDate>
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    <title>In der falschen Schlange</title>
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    <author>nospam@example.com (Piercarlo Fiumanò, Freiburg)</author>
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    Seltsame Alchimie des Schlange-Stehens. Mitten im bunten Schwarzwalt-Markt vor dem imposanten Münster hat sich vor einem Schild mit der Aufschrift &quot;Original Freiburger&quot; eine lange Schlange gebildet. Dort gibt es weiße und andere Wurst in unterschiedlichen Tönungen und Geschmacksrichtungen. Ich bin kein Experte regionaler Spezialitäten, aber aus der Länge der Schlange schließe ich an diesem Feiertag, dass ich dort ein gutes Würstchen bekomme. So beschließe ich, einen Blick ins Münster zu werfen, dann drehe ich mich wieder um und entdecke zu meiner Überraschung, dass die Schlange sich an den benachbarten Stand verlagert hat. Was ist passiert? Hat eine unmerkliche Bodenbewegung die Schlange nach rechts versetzt? Die Leute scheinen die gleichen zu sein. Also stelle ich mir vor, dass es hier ein mir unbekanntes Theorem über das Schlange-Stehen gibt. Die geordnete Bewegung geht vermutlich auf Regeln des zivilen Zusammenlebens zurück, die auf vorgeschichtliche Zeiten zurückgehen. Tatsächlich habe ich mein Würstchen mit Brötchen in Ruhe allein genießen dürfen. Mit dem Verdacht, in der falschen Schlange zu stehen.  
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    <pubDate>Fri, 17 May 2013 20:07:00 +0200</pubDate>
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    <title>Grazie Piccolo, grazie Goethe-Institut</title>
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    <author>nospam@example.com (Karl-Heinz Fesemeier, Triest)</author>
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    Wieder zurück in Deutschland vermisse ich viel. Eine Stadt, ein Land eben nicht als Tourist zu erleben, sondern eingebettet in eine Redaktion, ist ein riesiger Unterschied. Ich kann deshalb das Projekt Journalistenaustausch des Goethe-Instituts nicht hoch genug loben. Es ist weit mehr als ein Tapetenwechsel, es ist ein kompletter Perspektivwechsel. Mir ist klar geworden, wie wenig man in Deutschland den Frust in Italien über die dortige politische Klasse versteht. Ebenso die sozialen Probleme in dem Land, die im Süden noch deutlich gravierender sein dürften. Und ich war zugegebenermaßen auch etwas erstaunt, wie das Auftreten Deutschlands in der Eurokrise in Italien, das hier vermutlich pars pro toto auch für andere Länder steht, wirkt. Die bei vielen Deutschen offenbar tief sitzende Vorstellung, dass man selber im wesentlichen alles richtig macht, und die anderen lediglich von Deutschland, seinem Denken und Handeln zu lernen hätten, ist eine Rollenverteilung, die Europa nicht gut tun kann. Habermas fragte unlängst in einem Vortrag zu Recht: Wollen wir ein deutsches Europa oder ein Deutschland in Europa? Andere Länder diskutieren die Frage, Deutschland nicht.&lt;br /&gt;
Es werden viele Erinnerungen bleiben an diese in vielerlei Hinsicht beeindruckende Stadt. Und natürlich an die wundervollen Menschen, die ich hier kennengelernt habe und mit denen ich in Kontakt bleiben möchte. Die sympathischen Kollegen in der Kulturredaktion des Piccolo haben mir drei Wochen lang ein redaktionelles Zuhause gegeben. Sie waren immer ansprechbar und hatten viel Geduld mit meinem angelernten Italienisch. Molto Grazie! Und ein besonderes Grazie geht natürlich auch an Frau Hagemann, die Leiterin des Goethe-Institits in Triest, die mit vielen Anregungen und Hilfestellungen mir vieles erleichtert hat.  
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    <pubDate>Tue, 14 May 2013 18:02:00 +0200</pubDate>
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