
Seite an Seite: Bonbibi, ihr Zwillingsbruder Shaha Jangoli und ihr Widersacher Dakshin Rai (in Gestalt eines Tigers)
Die Fischer, die sich bei Flut in die kleinen Kanäle des Nationalparks trauen, die Honigsammler, die im Mangrovenwald den süßen Saft ernten wollen – sie alle wissen nicht, ob sie abends wieder heimkommen. Die Macht des Tigers ist hier allgegenwärtig. Und daher wird Bonbibi nicht nur von den Hindus verehrt, sondern sogar von den Moslems, die sich hier (in der Regel nach ihrer Flucht aus dem nahen Bangla Desh) niedergelassen haben. Und auch die Anhänger der Naturrreligionen, die Adivasi, fürchten das mächtige Tier.
An Bonbibis Seite findet man in den kleinen (oft aus Bambus errichteten) Tempeln häufig ihren Zwillingsbruder Shaha Jangoli. In den Sundarbans ranken sich eine Menge Legenden um die beiden.
An Bonbibis Seite findet man in den kleinen (oft aus Bambus errichteten) Tempeln häufig ihren Zwillingsbruder Shaha Jangoli. In den Sundarbans ranken sich eine Menge Legenden um die beiden. Und manchmal wird neben ihnen auch noch ein Tiger dargestellt – der soll Dakshin Rai darstellen. Einst soll er ein brahmanischer Weise gewesen sein, dann aber aus Gier beschlossen haben, Menschen zu verspeisen. Als er einen jungen Mann auffressen möchte, betet der zu Bonbibi. Die eilt flugs samt Shaha Jangoli herbei und besiegt den Bösen.
Übrigens: Bonbibis Schutz hilft nur, wenn die Menschen keine Spuren im Urwald hinterlassen. Und daher verzichten die Fischer und Honigsammler doch tatsächlich dort auf das ansonsten in Indien so beliebte Spucken auf den Boden…
