Mit der vierten Klasse(das entspricht der deutschen 12. Gymnasialklasse) habe ich eine Kultursendung simuliert, die das Hoerspiel aus Calvinos Maerchen einleiten soll.
Die Klasse hat in Gruppen gearbeitet; jede Gruppe hat entweder ein Interview geschrieben und aufgenommen oder einen Text ueber die literarische Bedeutung des Maerchens geschrieben und natuerlich auch aufgenommen.
Die Arbeit hat 2 Unterrichtsstunden und 8 Extrastunden am Nachmittag in Anspruch genommen.
RADIOSENDUNG ZUM THEMA KULTUR
Meine Damen und Herren, Guten Morgen und Willkommen zu unserem ersten kulturellen Rundfunkprogramm.
Heute Morgen werden wir das Thema ‘Das Märchen, das zu leben lehrt’ behandeln.
In der ursprünglichen Gesellschaft war das Märchen eine Stellungnahme zum Alltag, und es wurde auf eine fantastische Weise ausgedrückt .
Das Märchen wurde am Anfang mündlich in einer einfachen Sprache mit gelegentlichen Änderungen des Erzählers übertragen.
Später erhielt es eine schriftliche Form, damit es eine universelle Verbreitung haben konnte, und hatte eine didaktische Funktion.
Dann wurde es zur Stimme für die unerreichbaren Träume und die Wünsche des armen Teils der Gesellschaft.
Der Inhalt der Märchen handelte von dem Reichthum, den herrlichen Höfen und den Hochzeiten mit einem Prinzen.
Das Märchen entwickelt sich an unbestimmten Orten und zu unbestimmten Zeiten.
Es beginnt und endet mit festen Formeln und am Ende triumphiert das Gute über das Böse.
Seine Charaktere sind einfach und sie kommen in Kontakt mit einer zauberhaften Welt, die mit Feen, Hexen, Zwergen und Riesen bevölkert ist
Man benutzt eine einfache und alltägliche Sprache, die die Zuhörer erfreut, und man vermittelt Erfahrungen und eine Moral.
Man denkt, dass das Märchen nur für Kinder ist, aber es umfasst Lehren, die den Erwachsenen bestimmt sind.
In einem Märchen schreibt der Autor auch seine eigenen Gefühle. Die Erzählung übermittelt ein kulturelles Vermögen, damit das Kind versteht, wie es sich verhalten muss.
Die Eltern haben nicht mehr die Aufgabe, eine zauberhafte Welt zu verteidigen, weil das Märchen sich darum kümmert.
Unsere Reporter haben Eltern interviewt. Wir wollen hören, was sie zu diesem Thema gesagt haben.
Reporter: Mochten Sie Märchen, als Sie klein waren?
Mutter 1: Ja, Märchen gefielen mir, und sie gefallen mir noch sehr. Als ich klein war, habe ich immer mit offenen Augen geträumt, während meine Eltern sie mir vorgelesen haben, und ich bin in eine fantastische Welt eingetreten.
Reporter: Haben Sie ihren Kindern Märchen vorgelesen?
Mutter 2: Ja, aber leider habe ich sie ihnen nicht so oft erzählt, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich denke, dass es eine gute Methode ist, den Kindern etwas beizubringen. Ausserdem führen sie die Kinder in die literarische Welt ein, und in die traditionelle Kultur.
Reporter: Erzählen Sie Märchen von berühmten Autoren erfinden Sie sie?
Mutter 3: Manchmal erzähle ich Geschichten von Schriftstellern, manchmal geniesse ich es, neue Geschichten mit meinen Kindern zu erfinden: es ist eine Gelegenheit, zusammen zu bleiben und gleichzeitig ihre Kreativität zu entwickeln.
Und jetzt, liebe Zuhörer, werden Sie ein Interview an einigen Kindern hören. Wir sind gespannt zu erfahren, was sie uns über das Thema Märchen erzählen...
Reporterin: Hallo, wie heißt du, schönes Kind?
Kind: Hallo... ich heiße Linda
Sabrina: Und ich heiße Sabrina
Reporterin: Wie alt seid ihr?
Linda + Sabrina: Wir sind sechs Jahre alt!
Reporterin: Ihr seid schon groß! Mögt ihr Märchen?
Sabrina: Ja! Unsere Mutter erzählt sie uns immer!
Reporterin: Sabrina, welches ist dein Lieblingsmärchen?
Sabrina: Mein Lieblingsmärchen ist “König Drosselbart”!
Reporterin: Was magst du in “König Drosselbart”?
Sabrina: Ich mag die Prinzessin, weil sie dumm ist...
Reporterin: Und du, Linda, was ist dein Lieblingsmärchen?
Linda: Ich mag “Rapunzel” sehr, weil ich blonde Haare liebe.
Reporterin: Das ist auch das Lieblingsmärchen von meinen Kindern!
Alle Kinder möchten einen Prinzen treffen, … und ihr?
Sabrina: Ich will keinen Prinzen, weil ich schon einen Verlobten habe, und in Zukunft werden wir heiraten!
Reporterin: Ach so! Super! Wie heißt er? Wie alt ist er? Ist er schön oder nicht?
Sabrina: Er heißt Peter, er ist sieben Jahre alt, und ich mag ihn sehr...
Reporterin: Und du, Linda, was meinst du über den Prinzen?
Linda: Ich suche gerade einen Prinzen, weil ich auf meine Schwester neidisch bin....
Reporterin. Gut! Jetzt sind wir fertig mit dem Interview. Möchtet ihr ein Bonbon?
Sabrina + Linda: Ja, gerne, danke, danke. Tschüs!
Reporterin: Tschüs!
Liebe Zuhörer, Sie werden jetzt ein Interview an einer weltberühmten Literaturkritikerin hören, die uns über die Bedeutung des Märchens in der heutigen Kultur spricht.
Reporter: Guten Tag! Heute interviewen wir die berühmte Literaturkritikerin Laura Faravelli. Als erste Frage möchten wir von Ihnen wissen, was das Märchen bedeutet.
Faravelli: Das Märchen ist die Verbindung zwischen der Welt der Erwachsen und der Kinderwelt, und das stellt vielleicht den einzigen Treffpunkt zwischen diesen so unterschiedlichen Welten dar.
Diese Welt steht zwischen Realität und Traum: Die Erwachsenen fliehen von ihrem Alltag, indem sie träumen, und damit finden sie genug Energien, um die Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Kinder stellen sich eine Scheinwelt vor, die sie nie finden werden, aber das wissen sie noch nicht.
Reporter: Und was ist Ihre Meinung über die Funktion des Märchens?…
Faravelli: Das Märchen hat nicht nur eine Hauptfunktion, sondern es hat auch Nebenfunktionen z.B aus der schriftlichen Erzählung entstehen Gefühle. Es wird benutzt zu lehren. Von jedem Märchen lernen die Kinder etwas. Wenn einem Kind ein Bonbon angeboten wird, muss es immer an den vergifteten Apfel von Schneewittchen denken…
Reporter: Welche ist die psychotherapeutische Funktion eines Märchens?
Faravelli: Jeder Autor schreibt im Märchen seine Gefühle, Träume und seine Wünsche…
Reporter: Zum Schluß, was denken Sie über den moralischen und kulturellen Wert des Märchens…
Faravelli: Ja, das Märchen selbst ist Kultur. Jedem Volk gehören Märchen. Es verbindet die Menschen und lässt uns träumen. Wenn man ein Märchen liest oder hört, tritt man in eine fantastische Welt ein.
So, meine Damen und Herren, jetzt können wir Ihnen etwas vom Märchen verraten, das Sie nächstes Mal in unserer Sendung hören werden.
Es war einmal ein Bauer, der nicht genug Birnen für den König hatte. So versteckte er seine Tochter in einem Korb, damit es schien, dass es mehr Birnen gab. Die Diener des Königs fanden das Mädchen, und sie begann als Magd zu arbeiten. Da sie besser als die anderen Köche und Dienstleute arbeiten konnte, erregte sie den Neid von den anderen Mägden, die sie von dem Königreich jagen wollten. Das Mädchen wird die Protagonistin von vielen Abenteuern werden...
Und... das Ende von diesem Märchen werden Sie in der nächsten Sendung entdecken....
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Abend und verabschieden uns bis zum nächsten Mittwoch um 19.00 Uhr. Auf Wiederhören von der ganzen Redaktion der Kultursendung.



Es grüßt euch
das Rotkäppchen