Von 15. bis 20. August nahm eine Gruppe von acht amerikanischen und kanadischen Schulbibliothekarinnen an einer Studienreise nach Deutschland teil.
Am Donnerstag, dem 18. August, besuchte die Gruppe die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt.
Michelle Schmitt von der Ladue Horton Watkins High School in St. Louis, Missouri beschreibt ihre Eindrücke:
Die Deutsche Nationalbibliothek war aus vielerlei Gründen interessant, aber was mich am meisten fasziniert hat, war, wie sehr meine Vorstellungen von einer Nationalbibliothek von der Realität übertroffen wurden. Die Nationalbibliothek ist in erster Linie eine Sammlung aller in und über Deutschland erschienenen Publikationen. Ich stellte mir ein dunkles, kaum genutztes Gebäude vor, aber die Wirklichkeit hätte anders nicht sein können.
Viele Besucher (alle über 18 Jahre alt; ganz anders als die Schüler, die zu uns kommen) strömten durch die hellen Räume. Obwohl die Bestände nicht entlehnt werden dürfen, kommen täglich 1200 bis 1400 Besucher, um die Räumlichkeiten und die 8,3 Millionen Ressourcen zu nutzen.
Auf unserer Führung konnten wir ein wenig hinter die Kulissen dieser faszinierenden Bibliothek blicken. Zuerst sahen wir die öffentlich-zugänglichen Bereiche: den großzügig und schön gestalteten Eingangsbereich und das Café, die Lesesäle, die Bücherausgabe und einen Computerraum. Danach besuchten wir die Sondersammlungen, wo wir das besondere Vergnügen hatten, einen Blick auf einige im Tresor aufbewahrte Briefe von so historisch bedeutsamen Persönlichkeiten wie Sigmund Freud und Eleanor Roosevelt werfen zu dürfen.
Nächste Station auf unserer Tour hinter die Kulissen waren die Büros (mir gefällt es sehr, wie in deutschen Gebäuden natürliches Licht genutzt wird) und die Bücherregale. Die Regale haben mir am besten gefallen. In den 1400-Kilometer-langen Gängen der Bibliothek befindet sich ein modernstes Transportsystem. Mit erstaunlicher Effizienz werden damit täglich 2000 Bücher auf Schienen in Wägen von den Regalen bis zur Bücherausgabe befördert. Die Regale selbst sind riesig groß, und die Bibliothek lagert ihre Bestände vernünftigerweise nach Anschaffungsdatum. Deshalb wird es nie notwendig, die Regale im Zuge des ständigen Anwachsens der Sammlung umzuorganisieren.
Schließlich waren wir wieder dort angelangt, wo wir begannen, nämlich im Eingangsbereich, wo viele von uns als Erinnerung an die tolle Führung Souvenirs kauften.
Ganz wie das Kunstwerk im Eingangsbereich vermittelt, ist die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt ein guter Ort zum Verweilen und Denken. Es war ein Vergnügen einer der 170 ausländischen Gäste zu sein, die die Bibliothek jährlich begrüßen kann!
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