Die Dezemberausgabe von American Libraries (AL) blickt auf das Jahr zurück und listet die Top Ten Meldungen.
Meldung Nummer 1 - wenig erstaunlich - ist die Wirtschaftslage. Bibliotheken sind doppelt getroffen. Zum einen sind sowohl die Umsatzsteuer als auch die Grundsteuer, aus denen die meisten Bibliotheksbudgets ihren Löwenanteil erhalten, gesunken. Zum anderen wird die Finanzkrise auch die private Unterstützung schmälern. All das zu Zeiten, wo die Nutzungszahlen der Bibliotheken im ganzen Land in die Höhe schnellen. Sogar 10% mehr als bei der letzten Wirtschaftskrise im Jahr 2001 (gelistet als Nummer 10 der Top Ten Meldungen).
Unter Meldung Nummer 3 werden die wiederholten Versuche verschiedener konservativer Gruppen, das eine oder andere als ungeeignet angesehene Buch aus Öffentlichen Bibliotheken zu entfernen. Das Buch, das es dieses Jahr am meisten getroffen hat war ‚And Tango makes three’ (Mit Tango sind wir zu dritt), ein Kinderbuch in dem zwei männliche Pinguine ein verwaistes Pinguin-Ei adoptieren.
Ein Problem mit dem sich Bibliotheken in den USA seit 2001 herumschlagen müssen, sind die ‚National Security Letters’, die die Offenlegung von Bibliotheksdaten einfordern können - ohne daß diese Herausgabe oder sogar nur der Erhalt des Briefes bekannt gemacht werden darf. Auch dieses Jahr eine der Top Ten Meldungen.
Ansonsten finden sich auf der Liste Meldungen über Naturkatastrophen, die auch Bibliotheken nicht verschont haben (beispielsweise Hurrikan Ike). Bibliotheksschließungen sind eine weitere - traurige - Meldung, auch wenn dem eine weitere Meldung gegenübersteht, daß es in manchen Fällen gelungen ist durch gemeinsame Anstrengungen von Bibliothekaren und Bibliotheksbenutzern Schließungen zu verhindern. Erfreulich auch die Meldung, die nicht nur in Bibliothekskreisen für Aufsehen sorgte, daß Harvard beschlossen hat, künftig seine wissenschaftlichen Artikel kostenlos durch ‚open access’ zugänglich zu machen. Ein weiteres Plus verbuchten die Bibliotheken in der nationalen Bibliothekswoche. Bibliotheken, die das höchste Zertifikat für ‚grüne’ Gebäude erhielten, machten es ebenfalls auf die Liste.
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