Man kann die Library of Congress (LoC), die größte Bibliothek der Welt, unter verschiedenen Gesichtspunkten beschreiben. Ein möglicher Gesichtspunkt ist der touristische.
Zur Vorbereitung meiner Reise habe ich mir für Washington einen amerikanischen Reiseführer gekauft („The Unofficial Guide to Washington, D.C.“, Frommer, 10th ed. 2009). Hier bekommt die LoC vier Sterne (von höchstens fünf). Der Kommentar lautet: „Beeindruckend und informativ“.
Nachdem ich an diesem Montag Mittag zwei Stunden mit John Van Oudenaren und David Morris über digitale Projekte (World Digital Library) und die European Division gesprochen haben, führt mich David in die auch für Besucher geöffnete Eingangshalle des Jefferson-Building. Und tatsächlich: Hier ist richtig was los! Touristen aller Altersgruppen drängeln sich in der Halle und in den formidabel gestalteten Ausstellungen, die die Bibliothek präsentiert.
Wirklich großartig sind die beiden aktuellen Ausstellungen „Creating the United States“ und „Exploring the Early Americas“. In letztere wird u.a. die berühmte Waldseemüller-Karte aus dem Jahr 1507 gezeigt, die erste (Welt-)Karte, in der die Bezeichnung „Amerika“ vorkommt. (Die LoC konnte diese Karte 2001 für angeblich 10 Mio. $ ankaufen.)
Es ist offensichtlich, dass die Bibliothek hier am Prozess des „nation building“ in einem eher kulturellen Sinn mitwirkt. Die Bibliothek beweist sich damit als nationale Institution. Auch das ist Lobby-Arbeit.
Wednesday, 25. November 2009
Bibliothekstourismus
Facebook, Twitter & Co.
Auch über die American Library Association und ihr Washingtoner Büro hat Jan-Pieter Barbian schon viel Wissenswertes berichtet.
In dem Gespräch, das ich mit Kristin Murphy und Jeff Kratz führen kann, geht es schwerpunktmäßig darum, wie es der ALA gelingt, Kolleginnen und Kollegen vor Ort dazu zu motivieren, sich auch politisch für Bibliotheken zu engagieren. Das geschieht natürlich auf verschiedenen Wegen. Zu einem wichtigen Kommunikationskanal haben sich in letzter Zeit die „social media“, also die neuen, kollaborativen Anwendungen im Web (Stichwort: Web 2.0), entwickelt.
Natürlich ist die ALA schon länger in Facebook präsent. Und natürlich ist auch das eine Plattform, um Inhalte zu publizieren. Fast noch wichtiger ist jedoch, dass über die Funktion „fans“ mittlerweile (Stand: 24.11.2009) 1.986 Personen registriert sind, die von Seiten der ALA sozusagen durch einen Mausklick erreicht werden können.
Ähnlich verhält es sich mit Twitter. Auch hier ist die ALA präsent. Kristin kann dazu eine schöne Geschichte erzählen. Unmittelbar nach einem Gespräch mit einem Kongressabgeordneten wurde ein „Tweet“ verschickt, der Bibliothekaren aus dem Wahlkreis des Abgeordneten nahe legte, in dessen Büro anzurufen, um ihre Unterstützung in wichtigen Punkten des Gesprächs zu signalisieren. Der Erfolge dieser Aktion, wie Mitarbeiter des Abgeordneten versicherten, beeindruckend …
Und dann gibt es noch das faszinierende System Capwiz , das extra für „Lobbyisten“ im Zusammenhang mit dem Kongress aufgesetzt wurde. Auch hier ist die ALA präsent. Und auch hier geht es im Wesentlichen darum, die eigenen Mitglieder bzw. „Sympathisanten“ zu mobilisieren. Wenn man so will: Lobbyismus 2.0.
In dem Gespräch, das ich mit Kristin Murphy und Jeff Kratz führen kann, geht es schwerpunktmäßig darum, wie es der ALA gelingt, Kolleginnen und Kollegen vor Ort dazu zu motivieren, sich auch politisch für Bibliotheken zu engagieren. Das geschieht natürlich auf verschiedenen Wegen. Zu einem wichtigen Kommunikationskanal haben sich in letzter Zeit die „social media“, also die neuen, kollaborativen Anwendungen im Web (Stichwort: Web 2.0), entwickelt.
Natürlich ist die ALA schon länger in Facebook präsent. Und natürlich ist auch das eine Plattform, um Inhalte zu publizieren. Fast noch wichtiger ist jedoch, dass über die Funktion „fans“ mittlerweile (Stand: 24.11.2009) 1.986 Personen registriert sind, die von Seiten der ALA sozusagen durch einen Mausklick erreicht werden können.
Ähnlich verhält es sich mit Twitter. Auch hier ist die ALA präsent. Kristin kann dazu eine schöne Geschichte erzählen. Unmittelbar nach einem Gespräch mit einem Kongressabgeordneten wurde ein „Tweet“ verschickt, der Bibliothekaren aus dem Wahlkreis des Abgeordneten nahe legte, in dessen Büro anzurufen, um ihre Unterstützung in wichtigen Punkten des Gesprächs zu signalisieren. Der Erfolge dieser Aktion, wie Mitarbeiter des Abgeordneten versicherten, beeindruckend …
Und dann gibt es noch das faszinierende System Capwiz , das extra für „Lobbyisten“ im Zusammenhang mit dem Kongress aufgesetzt wurde. Auch hier ist die ALA präsent. Und auch hier geht es im Wesentlichen darum, die eigenen Mitglieder bzw. „Sympathisanten“ zu mobilisieren. Wenn man so will: Lobbyismus 2.0.
Tuesday, 24. November 2009
Zwei goldene Regeln
Über die großartigen Bestände und die beeindruckende finanzielle Ausstattung der Watson Library als Bibliothek des Metropolitan Museum of Art hat Jan-Pieter Barbian vor sechs Wochen bereits berichtet.
Für mich gibt es während meines Aufenthalts in New York zwei Gelegenheiten zu Begegnungen mit Ken Soehner, dem Chief Librarian. In meiner ersten Woche kann ich an einer speziellen Führung teilnehmen, die in einer der Ausstellungen des Museums für die „Friends of the Watson Library“ organisiert wurde. Solche Veranstaltungen sind integraler Bestandteil der Fundraising-Anstrengungen auch von Bibliotheken in den USA. Wichtig scheinen mir zwei Aspekte zu sein. Zum einen bekommen die Sponsoren auf diese Weise etwas zurück und haben auf diese Weise sozusagen einen Nutzen von ihrem Engagement. Und zum anderen war es wichtig, dass beim anschließenden kleinen Empfang mit Wein und Knabbersachen NICHT von Geld die Rede war. Man stand wirklich ganz ungezwungen beisammen und unterhielt sich.
In der zweiten Begegnung haben Ken und ich Zeit für ein intensives Gespräch. Am Ende kommen wir noch einmal auf das Thema „Fundraising“ zu sprechen. Für Ken gibt es zwei ganz einfache „goldene Regeln“, die er mir ans Herz legt. Die erste lautet: "Du musst fragen.“ Und die zweite heißt. "Es ist persönlich.“ Darüber kann man eine Weile nachdenken … (Ich tue das auf der Zugfahrt von New York nach Washington.)
Für mich gibt es während meines Aufenthalts in New York zwei Gelegenheiten zu Begegnungen mit Ken Soehner, dem Chief Librarian. In meiner ersten Woche kann ich an einer speziellen Führung teilnehmen, die in einer der Ausstellungen des Museums für die „Friends of the Watson Library“ organisiert wurde. Solche Veranstaltungen sind integraler Bestandteil der Fundraising-Anstrengungen auch von Bibliotheken in den USA. Wichtig scheinen mir zwei Aspekte zu sein. Zum einen bekommen die Sponsoren auf diese Weise etwas zurück und haben auf diese Weise sozusagen einen Nutzen von ihrem Engagement. Und zum anderen war es wichtig, dass beim anschließenden kleinen Empfang mit Wein und Knabbersachen NICHT von Geld die Rede war. Man stand wirklich ganz ungezwungen beisammen und unterhielt sich.
In der zweiten Begegnung haben Ken und ich Zeit für ein intensives Gespräch. Am Ende kommen wir noch einmal auf das Thema „Fundraising“ zu sprechen. Für Ken gibt es zwei ganz einfache „goldene Regeln“, die er mir ans Herz legt. Die erste lautet: "Du musst fragen.“ Und die zweite heißt. "Es ist persönlich.“ Darüber kann man eine Weile nachdenken … (Ich tue das auf der Zugfahrt von New York nach Washington.)
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