Kaum sind unsere Librarian in Residence 2009 abgereist, beginnt auch schon die Planung für 2010. Seit Mitte November sind die Informationen und das Bewerbungsformular für das Librarian in Residence Programm 2010 online. Diesmal geht es um das Thema Schulbibliotheken.
Das Programm bietet zwei deutschen Spezialisten auf dem Gebiet der Schulbibliotheken 2010 die Gelegenheit, innerhalb eines mehrwöchigen Fachaufenthalts in den USA (voraussichtlich Florida), Schulbibliotheken in den USA kennenzulernen und sich intensiv mit den Gegebenheiten und Arbeitsweisen amerikanischer Schulbibliotheken auseinanderzusetzen. Dies beinhaltet Besuche an amerikanischen Schulbibliotheken, an Ausbildungsstätten für Schulbibliothekare, die Teilnahme an Workshops sowie Gespräche und Kontakte mit Kollegen und Funktionären.
Bereits Seit den 60er Jahren wurden in den USA Schulbibliotheken systematisch aufgebaut um sicher zu stellen, dass der Umgang mit Information und Wissen eine hohe Priorität bereits in der Schule einnimmt. In Deutschland haben in jüngster Zeit die Diskussionen um die Ganztagsschule, schulbegleitendes Lernen, Folgen der Pisa-Studie und frühkindliche Erziehung das Thema 'Schulbibliotheken' in den Fokus der Fachdiskussion gerückt.
„Bibliothek und Information International„ wird das Programm wieder finanziell unterstützen und Nancy Everhart, die derzeitige Präsidentin der American Association of School Librarians hat sich freundlicherweise bereit erklärt bei der Koordination vor Ort mitzuhelfen.
Wednesday, 2. December 2009
Librarian in Residence 2010 – Schulbibliotheken
Posted by Brigitte Doellgast
in Bibliotheken in den USA / US Libraries , Librarian in Residence
at
17:51
| Comments (0)
Wednesday, 25. November 2009
Bibliothekstourismus
Man kann die Library of Congress (LoC), die größte Bibliothek der Welt, unter verschiedenen Gesichtspunkten beschreiben. Ein möglicher Gesichtspunkt ist der touristische.
Zur Vorbereitung meiner Reise habe ich mir für Washington einen amerikanischen Reiseführer gekauft („The Unofficial Guide to Washington, D.C.“, Frommer, 10th ed. 2009). Hier bekommt die LoC vier Sterne (von höchstens fünf). Der Kommentar lautet: „Beeindruckend und informativ“.
Nachdem ich an diesem Montag Mittag zwei Stunden mit John Van Oudenaren und David Morris über digitale Projekte (World Digital Library) und die European Division gesprochen haben, führt mich David in die auch für Besucher geöffnete Eingangshalle des Jefferson-Building. Und tatsächlich: Hier ist richtig was los! Touristen aller Altersgruppen drängeln sich in der Halle und in den formidabel gestalteten Ausstellungen, die die Bibliothek präsentiert.
Wirklich großartig sind die beiden aktuellen Ausstellungen „Creating the United States“ und „Exploring the Early Americas“. In letztere wird u.a. die berühmte Waldseemüller-Karte aus dem Jahr 1507 gezeigt, die erste (Welt-)Karte, in der die Bezeichnung „Amerika“ vorkommt. (Die LoC konnte diese Karte 2001 für angeblich 10 Mio. $ ankaufen.)
Es ist offensichtlich, dass die Bibliothek hier am Prozess des „nation building“ in einem eher kulturellen Sinn mitwirkt. Die Bibliothek beweist sich damit als nationale Institution. Auch das ist Lobby-Arbeit.
Zur Vorbereitung meiner Reise habe ich mir für Washington einen amerikanischen Reiseführer gekauft („The Unofficial Guide to Washington, D.C.“, Frommer, 10th ed. 2009). Hier bekommt die LoC vier Sterne (von höchstens fünf). Der Kommentar lautet: „Beeindruckend und informativ“.
Nachdem ich an diesem Montag Mittag zwei Stunden mit John Van Oudenaren und David Morris über digitale Projekte (World Digital Library) und die European Division gesprochen haben, führt mich David in die auch für Besucher geöffnete Eingangshalle des Jefferson-Building. Und tatsächlich: Hier ist richtig was los! Touristen aller Altersgruppen drängeln sich in der Halle und in den formidabel gestalteten Ausstellungen, die die Bibliothek präsentiert.
Wirklich großartig sind die beiden aktuellen Ausstellungen „Creating the United States“ und „Exploring the Early Americas“. In letztere wird u.a. die berühmte Waldseemüller-Karte aus dem Jahr 1507 gezeigt, die erste (Welt-)Karte, in der die Bezeichnung „Amerika“ vorkommt. (Die LoC konnte diese Karte 2001 für angeblich 10 Mio. $ ankaufen.)
Es ist offensichtlich, dass die Bibliothek hier am Prozess des „nation building“ in einem eher kulturellen Sinn mitwirkt. Die Bibliothek beweist sich damit als nationale Institution. Auch das ist Lobby-Arbeit.
Facebook, Twitter & Co.
Auch über die American Library Association und ihr Washingtoner Büro hat Jan-Pieter Barbian schon viel Wissenswertes berichtet.
In dem Gespräch, das ich mit Kristin Murphy und Jeff Kratz führen kann, geht es schwerpunktmäßig darum, wie es der ALA gelingt, Kolleginnen und Kollegen vor Ort dazu zu motivieren, sich auch politisch für Bibliotheken zu engagieren. Das geschieht natürlich auf verschiedenen Wegen. Zu einem wichtigen Kommunikationskanal haben sich in letzter Zeit die „social media“, also die neuen, kollaborativen Anwendungen im Web (Stichwort: Web 2.0), entwickelt.
Natürlich ist die ALA schon länger in Facebook präsent. Und natürlich ist auch das eine Plattform, um Inhalte zu publizieren. Fast noch wichtiger ist jedoch, dass über die Funktion „fans“ mittlerweile (Stand: 24.11.2009) 1.986 Personen registriert sind, die von Seiten der ALA sozusagen durch einen Mausklick erreicht werden können.
Ähnlich verhält es sich mit Twitter. Auch hier ist die ALA präsent. Kristin kann dazu eine schöne Geschichte erzählen. Unmittelbar nach einem Gespräch mit einem Kongressabgeordneten wurde ein „Tweet“ verschickt, der Bibliothekaren aus dem Wahlkreis des Abgeordneten nahe legte, in dessen Büro anzurufen, um ihre Unterstützung in wichtigen Punkten des Gesprächs zu signalisieren. Der Erfolge dieser Aktion, wie Mitarbeiter des Abgeordneten versicherten, beeindruckend …
Und dann gibt es noch das faszinierende System Capwiz , das extra für „Lobbyisten“ im Zusammenhang mit dem Kongress aufgesetzt wurde. Auch hier ist die ALA präsent. Und auch hier geht es im Wesentlichen darum, die eigenen Mitglieder bzw. „Sympathisanten“ zu mobilisieren. Wenn man so will: Lobbyismus 2.0.
In dem Gespräch, das ich mit Kristin Murphy und Jeff Kratz führen kann, geht es schwerpunktmäßig darum, wie es der ALA gelingt, Kolleginnen und Kollegen vor Ort dazu zu motivieren, sich auch politisch für Bibliotheken zu engagieren. Das geschieht natürlich auf verschiedenen Wegen. Zu einem wichtigen Kommunikationskanal haben sich in letzter Zeit die „social media“, also die neuen, kollaborativen Anwendungen im Web (Stichwort: Web 2.0), entwickelt.
Natürlich ist die ALA schon länger in Facebook präsent. Und natürlich ist auch das eine Plattform, um Inhalte zu publizieren. Fast noch wichtiger ist jedoch, dass über die Funktion „fans“ mittlerweile (Stand: 24.11.2009) 1.986 Personen registriert sind, die von Seiten der ALA sozusagen durch einen Mausklick erreicht werden können.
Ähnlich verhält es sich mit Twitter. Auch hier ist die ALA präsent. Kristin kann dazu eine schöne Geschichte erzählen. Unmittelbar nach einem Gespräch mit einem Kongressabgeordneten wurde ein „Tweet“ verschickt, der Bibliothekaren aus dem Wahlkreis des Abgeordneten nahe legte, in dessen Büro anzurufen, um ihre Unterstützung in wichtigen Punkten des Gesprächs zu signalisieren. Der Erfolge dieser Aktion, wie Mitarbeiter des Abgeordneten versicherten, beeindruckend …
Und dann gibt es noch das faszinierende System Capwiz , das extra für „Lobbyisten“ im Zusammenhang mit dem Kongress aufgesetzt wurde. Auch hier ist die ALA präsent. Und auch hier geht es im Wesentlichen darum, die eigenen Mitglieder bzw. „Sympathisanten“ zu mobilisieren. Wenn man so will: Lobbyismus 2.0.
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