Zu der Frage, was Leseförderung bewirken kann, hat die Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen interessanterweise aus der Definition des idealen Lesers drei Aspekte abgeleitet: „Der ideale Leser liest gut, gern und viel.“ Leseförderung benötigen also diejenigen, die schlecht, ungern und wenig lesen, und die drei Aspekte, an denen Leseförderung ansetzen kann, wären die Lesekompetenz, die Lesemotivation und die Lesehäufigkeit.
Lesekompetenz wird vor allem in der Schule vermittelt, wie auch die Evaluation in Schleswig-Holstein zeigt (s. Blog vom 17.10.2011), kann aber auch durch Projekte unterstützt werden wie „Bücher als „Kumpel“ – Leseförderung mit „Book Buddy“, bei dem Grundschulkinder Kindergartenkindern vorlesen und so das Lesen üben. Die Lesemotivation, für deren Förderung unter anderem das Lesen mit anderen angenehmen Beschäftigungen verbunden wird, steht bei vielen Projekten in Bibliotheken im Vordergrund, z.B. das „EGON – Naturgeschichtenprojekt“, bei dem Kinder in der Natur Geschichten über die Natur lesen, oder bei den Vorlesestunden, die die Geschichten mit Basteln, Malen und Spielen verbinden. Wichtig für die Lesemotivation ist auch der Lesestoff, vor allem für Jungen, die sich mehr für Sachthemen und Comics interessieren.
Die Sommerleseclubs – so die Bilanz nach den ersten zehn Jahren (s. Blog vom 05.10.2011) – wirken sich in erster Linie auf die Lesehäufigkeit aus, denn die Jugendlichen werden angeregt, mehr zu lesen und auch im Sommer regelmäßig in die Bibliothek zu gehen. Sicher beeinflussen sich die drei Aspekte auch gegenseitig, aber bei der Planung von Aktionen zur Leseförderung ist es wichtig zu überlegen, welcher der drei Aspekte hauptsächlich gefördert werden und welche Ziele erreicht werden sollen, rät die Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen.
Nach „Leseland Niedersachsen. Lesenetzwerke und lokale Leseförder-Initiativen 2009“. Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. ©Stiftung Lesen, 2009.
Dienstag, Oktober 25. 2011
Leseförderung - Was ist das?
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