Unter dieser Überschrift stellt Günter Pflaum, stellvertretender Leiter des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz, überzeugend dar, warum eine aktive und systematische Unterstützung der Sprach- und Leseförderung von klein auf die Kernaufgabe aller Öffentlichen Bibliotheken sein sollte und warum sie besonders dafür geeignet sind. Außerdem stellt er das Stufenprogramm zur Sprach- und Leseförderung für Kinder und Jugendliche im Alter von 0-16 Jahren vor, das vom Landesbibliothekszentrum im Bundesland Rheinland-Pfalz entwickelt wurde und den Bibliotheken fertige Materialien bereitstellt, damit diese auch mit geringen personellen Möglichkeiten Leseförderungsaktivitäten in ihrer Bibliothek anbieten können.
Mit dieser Ankündigung beenden wir den Webblog, der unter dem Thema „Bibliotheken für Kinder und Jugendliche“ Projekte und Angebote aus Deutschland und Lettland vorstellte. Alle Artikel und Informationen sind auf der Website des Goethe-Instituts Riga unter www.goethe.de/lasit und www.goethe.de/lesen zu finden. Dort erhält man einen Überblick über die Vielfalt der Leseförderungsprogramme und Angebote für Jugendliche in Deutschland und Lettland. Das Goethe-Institut Riga wird dort auch weiterhin Artikel über neue Aktionen veröffentlichen. Machen Sie uns Vorschläge über wichtige Themen oder schreiben Sie über Ihre Aktivitäten!
Artikel "Bibliotheken als Bildungspartner von klein auf"
Ihr Team Information & Bibliothek im Goethe-Institut Riga
Freitag, Juni 8. 2012
„DaddelBIB“ und MultimediaSpielwiese – Bibliotheken als Vermittler im Dschungel der elektronischen Spiele
Sowohl bei der „MultimediaSpielwiese“ der Stadtbibliothek Bremen als auch beim Projekt „daddelBIB“ in Neukirchen-Vluyn stehen vor Ort mehrere Computer mit einem nach Altersstufen gestaffelten Angebot mit Computerspielen und Lernsoftware zur Verfügung. Der wichtigste Aspekt ist jedoch, dass die Spiele nicht nur von einem Medienpädagogen nach Qualitätsgesichtspunkten ausgewählt werden, sondern dass dieser auch die Kinder und Jugendlichen während der Öffnungszeiten beim Testen und Spielen betreut und Pädagogen und Eltern berät.
Zur Einführung in den Umgang mit Videospielen gehört auch die Beachtung des Jugendschutzes, regelmäßige Bildschirmpausen und feste Regeln des Fair Play. Es werden verschiedene, nach dem Alter der Spieler gestaffelte Spielgruppen angeboten, aber auch eine reine Mädchengruppe und eine Spiele-Tester-Gruppe mit Jugendlichen ab zwölf Jahren, die dabei lernen Computerspiele nach bestimmten Kriterien kritisch zu betrachten.
Montag, Juni 4. 2012
Gaming in Bibliothek - Schüler lernen mit „Kodu“.
Es ist kein Geheimnis, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit unglaublich gern mit Computerspielen verbringen. Warum soll man Kindern etwas verbieten, was ihnen wirklich Spaß macht? Es gibt keinen eindeutigen Grund zur Annahme, dass Computerspiele nützlich oder im Gegenteil schädlich sind. Allerdings gilt es als bewiesen, dass die richtigen Computer(lern)spiele die Entwicklung der Kinder fördern, sie zum Lernen motivieren, ihr Selbstbewusstsein stärken und ihnen helfen neue Fertigkeiten zu entwickeln.Es ist wichtig das Interesse der Kinder an klugen Spielen zu wecken und sie nicht einfach primitive und gewalttätige Spiele spielen zu lassen. Und wenn die Kinder und Jugendlichen bei einem Spiel etwas selbst kreieren können, dann kann dieser Prozess nicht nur kreativ, sondern auch äußerst spannend sein.
Als Fortsetzung einer erfolgreichen Tradition und bereits zum dritten Mal als Teilnehmer an einer kreativen Net-Safe Veranstaltung für Sicherheit im Internet in Bibliotheken 2012, hat die Bibliothek Gulbene einen Wettbewerb für Jugendliche von der 7. – 9. Klasse veranstaltet, bei dem diese dazu aufgefordert wurden in Mannschaften zu lernen, wie man selbst ein Spiel im digitalen Format erstellt. So wurde ein qualitativer und inhaltsreicher Wettbewerb auf Landkreisebene angeboten.
Er bot den Jugendlichen die Möglichkeit ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen, förderte ihre Fähigkeit zur Teamarbeit, richtete sich an ihre Kreativität und vor allem erwarben sie die Fähigkeit Spiele selber zu entwickeln. Wir freuen uns über die rege Teilnahme der Schulen im Landkreis, insgesamt nahmen zehn Mannschaften aus dem ganzen Landkreis teil.
Als erste Runde des Wettbewerbs fand am 27. Januar in der Bibliothek Gulbene ein Brettspielturnier statt. Als Sieger ging die Mannschaft „Knaģīši“ aus der Grundschule in Dauksti hervor. Das Brettspielturnier hatte den Sinn die Mannschaften mit den Grundregeln des Entwerfens von Spielen vertraut zu machen, das Nachdenken anzuregen, ihre Kreativität zu wecken und den Mannschaftsgeist zu stärken.
Vor dem Erstellen des digitalen Spieles sollten die Mannschaften zunächst ein Spielszenario im traditionellen Sinne erstellen, wobei jedoch nicht vergessen werden durfte, dass das Spiel später auf dem Computer gespielt werden sollte. In dieser Runde des Wettbewerbs wurde das Szenario der Mannschaft „DiGi“ aus der Mittelschule in Gulbene als Sieger ausgezeichnet.
Damit die Mannschaften eine Vorstellung davon bekamen, was die Hauptaufgabe des Wettbewerbs war und wie man ein digitales Spiel selber erstellen kann, fuhren die Mitarbeiterinnen der Bibliothek Gulbene zu den Mannschaften. Den Mannschaften wurde die Seite kodugamelab.com vorgestellt, auf der man Spiele erstellen kann und deren Benutzung Anita, Bibliothekarin der Bibliothek Gulbene, am 22. und 23. November 2011 in dem Workshop „Creative Gaming: Kreative Verwendung von Computerspielen in der Bibliothek“ erlernt hatte, welchen das Goethe-Institut zusammen mit der LBB (Lettischer Bibliotheksverband, Anm. d. Ü.), LNB (Lettische Nationalbibliothek, Anm. d. Ü.) und des Lehrstuhls für Informations- und Bibliotheksstudien der sozialwissenschaftlichen Fakultät der LU (Lettischen Universität, Anm. d. Ü.) organisiert hatte. Die Seminare fanden in den Schulen/Bibliotheken vor Ort statt und es wurden die Ressourcen des Regionalen Lernzentrums der Bibliothek Gulbene benutzt: Laptops, ein Projektor, eine Leinwand und die Lektorin, eine Bibliothekarin, die an jedem Veranstaltungsort die Teilnehmer etwa 1,5 Stunden lang mit der Internetseite zum Erstellen der Spiele vertraut machte. Am Ende des Seminars übergab die Moderatorin auf Grundlage eines Abgabe-Annahmeprotokolls den Mannschaften je einen Laptop mit den entsprechenden Programmen zum Erstellen von Spielen für die Dauer des Wettbewerbs. So war sichergestellt, dass alle Mannschaften die gleichen technischen Voraussetzungen hatten.
Die Mannschaften waren sehr interessiert und probierten die angebotenen Möglichkeiten aus. Natürlich gaben sie nach dem Erstellen ihres geplanten Spieles zu, dass dies gar nicht so einfach ist, dass man viel Zeit und Geduld braucht. Aber trotzdem waren die Schüler sehr zufrieden mit ihren Leistungen.
Zur Abschlussveranstaltung am 9. März 2012 erschienen alle zehn Mannschaften und ihre Moderatoren in der Bibliothek Gulbene, um ihre Spiele allen Anwesenden und der Jury vorzustellen. Es wurde sowohl der Entstehungsprozess des Spiels gezeigt als auch ein bisschen „gespielt“. Den dritten Platz erkämpften sich die Mannschaft Kursori und ihre Moderatorin Dace Dzērve aus der Bibliothek Litene, den zweiten Platz die Mannschaft Knaģīši aus der Grundschule Dauksti und ihre Moderatorin Anda Pelsa und den ersten Platz errangen die aktiven Mädchen aus Galgauska, die Mannschaft Klikšķi und ihre Moderatorin Aiga Vagule, mit einer überzeugenden Mehrheit der Jury.
Spiel der Manschaft Klikšķi
Um dieses Spiel zu spielen, benötigen Sie Microsoft Kodu!
Wir sind sehr froh, dass die Jugendlichen bei diesem Wettbewerb neue Fertigkeiten erworben haben, die sie sowohl in der Schule als auch in ihrer Freizeit anwenden können. Schon während der Präsentationen berichteten viele Mannschaften, dass sie ihr selbsterstelltes Spiel ihren Mitschülern und auch Lehrern zum Ausprobieren gegeben hatten, um neue Tipps zu erhalten, wie sie ihr Spiel noch verbessern konnten.
Es soll noch erwähnt werden, dass die Kinder, die gelernt haben selber Spiele zu erstellen und ihr erstes eigenes Computerspiel im Rahmen der E-Kompetenzwoche 2012 entwickelt haben, ihr Wissen an andere Interessierte weitergegeben und Schulungen für Kinder und Erwachsene angeboten haben.
Ein kurzer Einblick in den Wettbewerb
Solvita Lībere, Anita Rauza, Sabīne Jefimova
Bibliothek Gulbene
Donnerstag, Mai 24. 2012
Wie würden Jugendliche ihren Bereich in der Bibliothek gestalten?
Das fragten sich die Kolleginnen in der Stadtbücherei Backnang (bei Stuttgart), als sie die 50 Quadratmeter große Jugendecke renovieren wollten und holten sich die Jugendlichen selbst als Ratgeber in die Bibliothek. Schüler einer 12. Klasse des Backnanger Gymnasiums beteiligten sich unter Leitung einer Lehrerin an den Entwürfen und aus den verschiedenen Vorschlägen der Schüler wählte die Bibliothek die besten aus und kombinierte sie miteinander. Grundthema wurde ein Meteoriteneinschlag, der das Dach der Jugendbücherei zerstört und den Blick auf den Himmel freigibt. Die Wände wurden in Backsteinoptik getüncht, allerdings klaffen auch in ihnen große Löcher, durch die Helden aus bekannten Comics der Bücherei zu Hilfe eilen. Die fünf Jugendlichen, aus deren Ideen sich der endgültige Entwurf zusammensetzte, realisierten auch die Gestaltung, zum Teil in der Bibliothek, zum Teil im Rahmen des Kunstunterrichts. Die Jugendecke als Szene aus einem Comic wurde von der Benutzergruppe durchweg positiv aufgenommen und die Bibliotheksmitarbeiterinnen sind sich einig, dass das nicht die letzte Zusammenarbeit dieser Art bleiben wird, denn auch die Kinderecke erscheint jetzt recht farblos zu sein.
Berichtet nach „Meteoriteneinschlag in der Stadtbücherei“ von Irmingard Grimmer in „BuB“ 62(2011) 10, S. 689
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