Das Projekt begann mit der ökologischen Renovierung der Büros, Klassenzimmer und Veranstaltungsräume Anfang des Jahres. Ziel war es, durch einfach zu implementierende Energiesparmaßnahmen die Energiekosten um 20% zu senken und gleichzeitig die CO2 Emissionen zu reduzieren. Diese Maßnahmen beinhalteten die Installation von energieeffizienten Lampen, den Einbau von Energiespardeckenventilatoren und den Einsatz von Isolationsfolien an den Fenstern.
Weitere Einsparungen sollten durch den bewussten Umgang mit Energie der Mitarbeiter erreicht werden. Da die Räumlichkeiten gemietet sind, kamen bauliche Veränderungen wie Modifikationen an der Klimaanlage oder den Außenwänden nicht in Frage. Auf technische Maßnahmen wie den Einbau von Bewegungsmeldern, Tageslichtsensoren oder dem Einsatz einer Gebäudeautomation wurde im ersten Schritt aus Kostengründen verzichtet.
UMFANG DES CARBON FOOTPRINTS
Wir haben uns auf die drei wichtigsten Quellen der anfallenden CO2 Emissionen konzentriert: Stromverbrauch durch Beleuchtung, Ventilation, Kühlen, Bürogeräte, Emissionen durch Flugreisen und Emissionen durch den Verbrauch von Papier. Nicht berücksichtigt wurden der Individualverkehr der Mitarbeiter, Lehrer und Schüler und der anfallende Abfall (wobei Recycling von Wertstoffen bereits stattfindet).

STROMVERBRAUCH
Der Verbrauch des Goethe-Instituts Taipei von Elektrizität verteilt sich auf die Etagen 11 und 12 ( Verwaltung, Veranstaltungen, Bücherei, Klassenzimmer) und 6 (Klassenzimmer) und den anteiligen Verbrauch für Treppenhausbeleuchtung und Fahrstuhl. Wir haben den Elektrizitätsverbrauch des Jahres 2009 als Basis genommen. 2009 wurden insgesamt NT$ 779.000 für Stromkosten bezahlt, 2010 konnten die Kosten um NT$ 183.000 auf NT$ 595.000 gesenkt werden. Somit wurde das Ziel, 20% Kosteneinsparungen zu realisieren, erreicht.
Der Verbrauch im Jahr 2010 konnte auf 142.000 kWh (86 Tonnen CO2 im Vergleich zu 125 Tonnen CO2 im Jahr 2009) reduziert werden. Als Datenquellen lagen uns Stromabrechnungen der Jahre 2009-2010 vor. Die Monate November- Dezember 2010 (Rechnung kommt erst im neuen Jahr) haben wir geschätzt.
Weitere Einsparungen können durch die Installation von Bewegungsmeldern in den Toiletten und öffentlichen Bereichen, sowie durch den schrittweisen Austausch defekter Leuchtmittel mit LED Lampen realisiert werden. Auch der Austausch der Fernsehgeräte in den Klassenzimmern mit neuen energieeffizienten Flachbildschirmen würde Energie einsparen; weiteres Potential bieten die elektrischen Geräte in den Büros und in der Küche. Eine Verbesserung der Energieeffizienz der Klimaanlage ist ein Thema für das Gespräch mit dem Vermieter.
Große Bedeutung hat die Schulung des Personals und der Lehrer im Umgang mit den Deckenventilatoren; bei optimaler Nutzung sind hier weitere Einsparungen zu realisieren.

FLUGREISEN
Im Jahr 2009 wurden insgesamt 1.308,645 Flugkilometer zurückgelegt (282 Tonnen CO2). 2010 wurden 313.756 Flugkilometer zurückgelegt und es fielen dabei insgesamt 100 Tonnen CO2 Emissionen an. Diese deutliche Einsparung an flugreisenbedingten Emissionen ist allerdings projektabhängig. Reisebedingte CO2 Emissionen stellten auch weiterhin den größten Teil der CO2 Bilanz des Goethe-Instituts dar. Der kulturelle Austausch zwischen Taiwan und Deutschland ist die Kernaufgabe des Goethe-Instituts. Für das direkte Gespräch zwischen Künstlern, Experten und anderen Multiplikatoren sind die meisten Flugreisen unvermeidbar. Einsparungen sind aber durch eine Wahl der Flugroute (weniger Flugkilometer erzeugen weniger Emissionen) und durch die Nutzung von Bus und Bahn anstatt Anschlussflügen in Deutschland zu ermöglichen, soweit dass terminlich planbar ist. In Zukunft soll, wenn möglich, eine klimaneutrale Flugbuchung stattfinden.
WASSERVERBRAUCH
2010 wurden insgesamt 1109 m3 Wasser am Goethe-Institut Taipei verbraucht; Bei einem Faktor von 0.0984 kg-CO2 entspricht das CO2 Emissionen von 109 kg. Auch wenn der Wasserverbrauch einen sehr kleinen Anteil am Carbon Footprint des GOETHE Institutes darstellt, so können in Zukunft weitere Einsparungen durch wassersparende Armaturen und Spülungen realisiert werden.

PAPIERVERBRAUCH
Der Papierverbrauch lag 2010 bei insgesamt 608 kg, was CO2 Emissionen von 1787 kg entspricht (2.940 kgCO2e/kg). Für 2009 lagen keine Vergleichswerte vor. Bisher wurde reines Weißpapier benutzt; Im Jahr 2011 können durch den Einsatz von Recyclingpapier weitere CO2 Emissionen verringert werden.


OFFSETTING
Schwerpunkt des Projektes war die Erfassung der CO2 Emissionen des Goethe-Instituts Taipei und die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen bei gleichzeitiger Senkung der Energiekosten. Genauso wichtig war die Sensibilisierung der Mitarbeiter und die öffentlichkeitswirksame Kommunikation. Dies wurde mit internen Workshops, Events und einer begleitenden Webseite erreicht. Das Goethe-Institut Taipei wollte einen Schritt weitergehen und nicht nur Energie einsparen, sondern seine gesamten Emissionen des Jahres 2010 ausgleichen, um “Klimaneutralität” zu erreichen. Dafür wurden 250 Tonnen VCS Zertifikate einer kleinen Wasserkraftanlage in Tainan von dem Unternehmen SOUTHPOLE gekauft. Diese Anlage hat eine geplante Leistung von 12 MW und speist jährlich fast 50.000 MW-Stunden ins Netz.
Insgesamt wurden im Jahr 2010 195 Tonnen CO2 verursacht (im Vergleich zu 406 Tonnen im Jahr 2009); von den 250 Tonnen Zertifikaten bleiben 55 Tonnen übrig, welche für das Jahr 2011 angerechnet werden.

Jade Y. Chen


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