Reaktionen Teil 1: Werden die neuen Maßnahmen eingehalten?
Die meisten Mitarbeiter sind mit den neuen Maßnahmen zufrieden und haben keine größeren Probleme damit, sich an diese zu halten. Im Gegenteil: Sie freuen sich darüber, mit welchen einfachen Mitteln und mit wie wenig Verzicht man Strom sparen (Anm.: durch die neuen Sparmaßnahmen konnten schon etwa 20 Prozent eingespart werden) und etwas für die Umwelt tun kann. Aber trotzdem: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb fällt es manchmal schwer, die Veränderungen in den routinierten Büroalltag zu integrieren. Bis neue Gewohnheiten entstehen, kann es manchmal einige Zeit dauern. Ein Beispiel: Eine Mitarbeiterin erzählte, dass, wenn die Balkontür geöffnet wird, manchmal vergessen wird, die Klimaanlage auszuschalten. Oder, wenn die Klimaanlage wieder eingeschaltet wird, wird vergessen, die Balkontür zuzumachen.
Auch beim Unterricht in den Klassenräumen kommt es manchmal noch zu Unaufmerksamkeiten. So wurde berichtet, dass meistens nur die Lehrer darauf achten, ob die Klimaanlage auf 26 Grad steht und die Ventilatoren eingeschaltet sind. Dies führt manchmal dazu, dass, wenn die Lehrer aus dem Raum sind, die Klimaanlage von den Schülern zu tief eingestellt wird. Manchmal werden Klimaanlage und Licht auch nicht ausgeschaltet, wenn der Letzte den Raum verlässt. Ein Grund für das Problem könnte sein, dass die Schüler noch nicht genug in das Projekt mit einbezogen werden. Zwar wurden die Schüler meist durch die Lehrer von dem Projekt informiert und die meisten Schüler haben auch das extra entworfene Plakat gelesen. Trotzdem sind der Klimawandel und das Projekt im Kursalltag kein großes Thema. So wird so gut wie gar nicht mit den anderen Kursteilnehmern darüber diskutiert, auf wie viel Grad die Klimaanlage stehen soll. Entweder der Lehrer kümmert sich darum oder man erledigt es selbst, ohne zuvor mit den anderen Kursteilnehmern zu reden.
Doch trotz einiger Probleme berichteten fast alle Mitarbeiter, dass ihnen durch das Projekt das Thema Klimawandel bewusster geworden ist und das Thema Strom sparen nicht mehr nur eine private Frage, sondern auch eine Frage des Büroalltags ist. Die meisten Mitarbeiter haben zwar bereits vor Beginn des Projekts das Thema Klimawandel sehr ernst genommen und versucht, privat Strom zu sparen. Im Büroalltag war dieses Thema jedoch nicht immer präsent. Wie eine Lehrerin erzählte, könnte dies zum Einen daran gelegen haben, dass Strom sparen im Büroalltag keine persönliche Kostenfrage ist (schließlich bezahlt man den genutzten Strom im Büro ja nicht selbst) und zum Anderen, dass man nicht die Hauptverantwortung trägt. Zu Hause ist man Herr seines eigenen Reiches und ist für alles, was man tut oder nicht tut, selbst verantwortlich. Im Büroalltag kommt es aber letztlich darauf an, dass alle mitmachen. Und wenn meine Kollegen nicht auf den Stromverbrauch achten, warum sollte ich das dann tun?

Jade Y. Chen

