Der Wald schützt natürliche Lebensräume und nach Angaben des WWF entspricht die Waldfläche, die jährlich verschwindet, der Fläche Griechenlands. Der WWF weist außerdem darauf hin, dass wir täglich etwa 1 Mill. Tonnen Papier verbrauchen, am meisten davon in Büros. Der Anteil an ausgedrucktem Material, das hinterher überhaupt nicht gelesen wird, beträgt bis zu 50%. Vor diesem Hintergrund wurde das grüne Dateiformat .wwf ins Leben gerufen.
Einfach ausgedrückt, handelt es sich bei .wwf um eine Art pdf-Datei, die man nicht ausdrucken kann. Nach der Vorstellung des „grünen Dateiformats“ erfuhren es einerseits große Unterstützung, andererseits waren auch manche Leute nicht damit einverstanden. Hauptstreitpunkt war die erzwungene Unmöglichkeit, auszudrucken und die Frage, ob dies nicht die „Nutzungsfreiheit“ verletze. Energieverschwendung resultiere demnach vielmehr aus mangelndem Umweltbewusstsein der Benutzer, dieses gelte es zu verstärken, man solle es aber nicht erzwingen.
Dieser Streit wurde im Februar diesen Jahres durch einen Artikel des Herausgebers des Umweltteils der englischen Zeitung „Guardian“, Damian Carrington, erneut angefacht (s. Guardian ). Er stellte fest, dass wir zweifellos Unmengen von Papier verbrauchen, stellte aber in Frage, ob es ein neues Dateiformat brauche, um unser Verhalten zu reglementieren.
Er formulierte eine andere Sichtweise auf die Problematik: wenn man weniger ausdruckt und dadurch Papier spart, aber die Computernutzung nicht reduziert, dann produziert man immer noch viel Wärme und CO2 und letzteres trägt ganz direkt zur Erderwärmung bei. Er betonte, dass die Verstärkung des Umweltbewusstseins der Menschen der grundlegende Lösungsweg sei.
Unter den Webusern in Taiwan kam eine ähnliche Diskussion um das .wwf-Dateiformat auf. Einige von ihnen nutzten die Gelegenheit, das in Taiwan erfolgreich entwickelte sogenannte „Steinpapier“ zu propagieren. Es lohnt sich vielleicht hier deutsche Leser auf dieses Steinpapier, für das keine Bäume gefällt werden müssen, aufmerksam zu machen. Es wäre gut, wenn dadurch mehr europäische Länder Interesse für dieses taiwanesische Steinpapier zeigen würden.

Die Fabrik, die dieses „Steinpapier“ herstellt, liegt in Tainan, im Süden Taiwans. Das Unternehmen „Taiwan Lung Meng Tech” hat ca. 37,5 Mill. Euro und 17 Jahre in die Entwicklung dieses Produkts gesteckt. Es betont, dass für den Herstellungsprozess keine Bäume gefällt werden müssen, es wird kein Wasser benötigt, es müssen keine starken Säuren oder Basen eingesetzt werden und es muss nichts gebleicht werden. Daher wird auch kein Abwasser produziert. Alles Punkte, die die Schwachstellen bei der Papiererzeugung aus Zellulose sind.
Hauptausgangsmaterial des Steinpapiers ist Steinpulver. Der durch das Verbrennen von Steinpapier erzeugte CO2-Ausstoß liegt im Vergleich zu Zellulosepapier bei nur der Hälfte. In der natürlichen Umwelt wird es innerhalb von etwa sechs Monaten abgebaut.
Die Propagierung von Steinpapier könnte die Probleme durch das Abholzen für die Papiererzeugung abmildern und könnte vielleicht sogar in nicht allzu langer Zeit Zellulosepapier in großem Maßstab ablösen. Doch welches Ausgangsmaterial auch immer zur Papiererzeugung herangezogen wird, so wird es doch immer den natürlichen Ressourcen unseres Planeten entnommen. Auch wenn das grüne Dateiformat .wwf Kontroversen heraufbeschworen hat, so ist es doch wichtig, sich gut zu überlegen, ob das Ausdrucken einer Datei wirklich notwendig ist.
Webadresse zum Herunterladen der Software für die grünen Dateien .wwf
Informationen zum „Steinpapier“ Taiwan Lung Meng Tech. Co., Ltd.

Jade Y. Chen


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