Als einigermaßen umweltbewusste, im Ausland lebende Deutsche stellt man sich schon so manchmal die Frage: Wie entsorge ich bestimmte Abfälle?
Vor einigen Jahren, als ich mit befreundeten Kommilitonen mittags auf der Wiese der UNAM lag, eine der gröβten Universitäten Mexikos, entdeckte ich geschredderte Batterien direkt vor meiner Nase. Man fragt sich, was aufgeplatzte Batterien auf einer der schönsten Grünflächen von Mexiko Stadt machen und wie diese überhaupt dahin kommen. Wir entschieden uns für die Variante, dass sie achtlos weggeworfen wurden und dann unter den Rasenmäher gekommen waren. Weitere Überlegungen zur Verunreinigung von Umwelt, Böden und Grundwasser scheiterten am mangelnden Wissen.

Als dann die ersten Sammelstellen auftauchten, war ich ein wenig beruhigter. Zumindest gab es nun einen Ort, an dem man seine Altbatterien entsorgen konnte, denn bisher wurden sie in den allgemeinen Hausmüll geworfen und landeten im besten Fall gemischt mit anderen Abfällen auf einer riesigen Deponie.
Offizielle Schätzungen gehen alleine in Mexiko Stadt von einem jährlichen Verbrauch von 51,6 Millionen Batterien pro Jahr aus. Eine nicht zu verachtende Menge, wenn man bedenkt, dass 30% bis 50% der Inhaltsstoffe toxisch sind und viele Batterien illegal, hauptsächlich aus dem asiatischen Raum, ohne jegliche Kontrolle eingeführt und verkauft werden. Meist sind diese Batterien von schlechter Qualität und haben eine geringere Lebensdauer, sie sind aber auch erheblich günstiger, weshalb sie reichlich gekauft werden.
Bis heute wurden 283 Sammelsäulen im Stadtgebiet von Mexiko aufgestellt, die regelmäβig geleert werden und deren Inhalt einem geordneten Recyclingkreislauf zugeführt wird. Auch Handys lassen sich hier einfach und kostenfrei für jeden Bürger entsorgen. Es handelt sich dabei um Säulen, die an viel benutzten Straβen aufgestellt werden. Außen sind große, witterungsgeschützte Werbeflächen angebracht, innen der Auffangbehälter. An der zur Fahrbahn abgewandten Seite gibt es einen Einwurfschlitz für gebrauchte Batterien und Handys. Diese Säulen sind durch ein Recyclinglogo gekennzeichnet. Auch Schulen und öffentliche Institutionen sind in das Projekt integriert.
Seit 2007 wurden ca. 165 Tonnen Altbatterien und 22.000 Handys gesammelt. Leider fehlt allerdings häufig noch das Wissen bei der Bevölkerung, dass es diese Möglichkeit zur Entsorgung von Batterien gibt, und so landen große Mengen dieses Sondermülls und seine Schadstoffe auch weiterhin auf Deponien sowie unzureichend gesicherten oder sogar illegalen Müllhalden.