
Nachdem ich 10 Jahre in London verbracht hatte, wo die Saisonalität von Obst und Gemüse durch die Ansprüche eines globalen Nahrungsmittelmarktes oft aufgehoben wird, gewöhnte ich mich bald daran, das ganze Jahr über frisches Obst und Gemüse zu bekommen. Sorgfältig beschriftete Schilder wiesen nonchalant die Herkunftsländer aus: Zitronen aus Israel, Tomaten aus Marokko und Kirschen aus Argentinien. Meine Wocheneinkäufe waren international, geschmacklich abwechslungsreich und rasch erledigt. Nach einer Weile gelüstete es meine italienischen Geschmacksknospen allerdings doch (wieder) nach feineren kulinarischen Genüssen, also ging ich zu einer grünen Kiste mit Obst und Gemüse von britischen Biobauernhöfen über. Regional einzukaufen bedeutete auch, das CO2 meiner Lebensmittel „auszugleichen“. Ein kleiner Schritt, aber der Auftakt zu einer größeren Meuterei auf meiner Jagd nach frischem Obst und Gemüse.
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