Der taiwanesische Dokumentarfilmer Ke Chin-yuan dokumentiert seit den 1980er Jahren mit den Mitteln des Films Taiwans natürliche Umwelt, die Veränderungen der Umwelt und damit zusammenhängende Katastrophen. Er wurde 1962 in der Gemeinde Shengang bei Changhua geboren und wuchs in einem von Taiwans Randgebieten auf. Daher war es für ihn ganz natürlich, dass er „einen Lebensweg wählte, der sich von denen anderer Mitschüler, die ebenfalls im Journalismus tätig waren, völlig unterschied.“ Er nahm die Kamera zur Hand und dokumentierte in der Art von Feldstudien kontinuierlich Taiwans natürliche Umwelt, die Veränderungen der Umwelt und damit zusammenhängende Katastrophen.
Seine Dokumentarfilme gewannen auf nationalen und internationalen Filmfestivals wie dem deutschen Tier-, Natur- und Umweltfilmfestival „NaturVision“, dem „Taipei Filmfestival“, dem koreanischen „Green Film Festival“ und dem spanischen „Telenatura“-Filmfestival mehr als zwanzig Preise. Zum gerade in I-lan stattgefundenen „Internationalen Kavalan Kurzfilmfestival“ hat er zum Themenbereich „Green Power“ vier Dokumentarfilme eingereicht, die sich mit Ökologie und Umwelt beschäftigen.
Für den Film „Ebb and Flow“ brauchte er drei Jahre, um ihn an Originalschauplätzen fertig zu drehen. Als die taiwanesische Regierung 2008 ankündigte, den Standort für die petrochemische Anlage des Unternehmens Kuokuang vom Kreis Yunlin in die Feuchtgebiete der Gemeinde Fangyuan bei Changhua zu verlegen, verließ sich Ke Chin-yuan auf sein Gefühl und ging direkt vor Ort, um dort zu drehen. Völlig unerwartet erklärte Kuokuang schließlich die Einstellung der Pläne, als Ke gerade seine Dreharbeiten abgeschlossen hatte. Zu dem Filmmaterial, das Ke Chin-yuan drehte, gehörte nicht nur, wie die Fischer ein bis zwei Tausend Taiwan-Dollar mit dem Öffnen von Austern verdienten, womit sie den Lebensunterhalt für ihre Familien bestritten. Er filmte auch die Schönheit der Feuchtgebiete der Gemeinde Fangyuan im Kreis Changhua und löste dadurch große Begeisterung darüber aus, dass Taiwan tatsächlich noch über ursprüngliche Feuchtgebiete solcher Schönheit verfügte.
In seinem Film „Swing“ thematisierte er, wie in den 90er Jahren das Halten von Orang Utans zu einer Mode in Taiwan wurde und welches Schicksal den Orang Utans blühte, als die Mode wieder verebbte.
In „Our Antarctic Dream“ und in „Conquering the Highest Peaks“ schloss sich Ke Chin-yuan einer Bergsteigergruppe an, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die sieben höchsten Berge der Kontinente zu besteigen. Darin beschreibt er das Extrembergsteigen in der Antarktis und die erfolgreiche Besteigung des höchsten Berges der Welt, des Mount Everest im Himalaja.
Ke Chin-yuan erklärte, dass beim Drehen dieser Dokumentarfilme nicht der Faktor „Mensch“ das Schwierigste war, sondern es war das unbeständige Wetter, das die größte Herausforderung darstellte.