Per Flugzeug, Schiff, Zug, Surfbrett … mit allen möglichen Verkehrsmitteln ist der Hauptdarsteller der Tour GOOOL! – Das Tor nach Deutschland – ein Fußball – kreuz und quer durch Spanien gerollt, um auf seinen Stationen bei Schülern und Studenten für Deutschland und die deutsche Sprache zu werben: seit dem Anstoß auf den Kanarischen Inseln im April 2011 bis zur Ankunft am 24. November in Santiago de Compostela. Während seiner Reise hat der Ball mit Tausenden spanischen Jugendlichen Bekanntschaft gemacht.
Bis auf den Gipfel des Teide stieg er, rollte durch die beliebten Madrider Stadtviertel, dribbelte sich in Granada unbemerkt sogar bis in die Alhambra hinein, flog durch die Gassen von Sevilla, rollte über die Strände von Málaga, über den Aquädukt in Segovia und durch viele weitere wunderbare Orte Spaniens.
Kurz vor Finisterre, dem vermeintlichen Ende der Welt, wählte der Ball für das große Finale am 25. November 2011 eine Stadt aus, in die zahlreiche Pilgerwege führen: Santiago de Compostela.
vor dem Finale
Zu diesem herausragenden Ereignis waren die neun besten Torschützen aus den Schulen eingeladen, die der Ball auf seinem Weg durch Spanien besucht hatte. Die Auserwählten waren nicht nur Deutschschüler - fünf davon von Schulen der PASCH-Initiative - sondern natürlich auch äußerst geschickte Ballkünstler, die den Ball wesentlich öfter als ihre Mitschüler in der mitreisenden Torwand versenkt hatten.
Die Teilnehmer des Finales kamen gemeinsam mit ihren Deutschlehrern nach Santiago: María mit ihrem Lehrer Fran aus Saragossa, Santiago und Dani aus Torrelavega, Blanca und Guillermo aus Segovia, die Lehrer María und Luis mit ihren Schülern Lydia und Javier aus Madrid – im AVE, mit dem Flugzeug, im Taxi ... es war für alle eine weite Reise. Und doch kamen alle voller Vorfreude nach Santiago, voller Vorfreude darauf, am großen Finale teilzunehmen und dabei vielleicht eine Reise nach Deutschland gewinnen zu können.
Am Mittwoch, den 23. November, trafen die ersten Finalisten ein. Die Schüler waren bei Gastfamilien der Schule M. Peleteiro untergebracht, dem hauptsächlichen Sammel- und Schauplatz einer ganzen Reihe von Veranstaltungen im Vorfeld des Finales, die mit Beharrlichkeit und Ausdauer von Frau Ingeborg Werner, seit über zehn Jahren Deutschlehrerin an der Schule, organisiert wurden.
Direktor Luis Peleteiro sagte, er fühle sich „sehr glücklich, dieses Ereignis hier zu feiern“ – in der Schule, die sein Vater vor sechzig Jahren gegründet hatte und die auch heute in der galizischen Hauptstadt einen hervorragenden Ruf genießt.
Mit Goethe-Schirm, Ball und Krake auf dem Jakobsweg
Die Schulanlagen, vor drei Jahren gebaut, erwiesen sich als ideal für die gesamte Veranstaltung, besonders die großzügige Aula, in der der Direktor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Donnerstagmorgen willkommen hieß und Michael Höfig, Fachberater der Bildungskooperation Deutsch des Goethe-Instituts Madrid, das Projekt GOOOL! vorstellte, immer begleitet von Paul, der Krake, die am gesamten Ballabenteuer keinen geringen Anteil hatte. Michael Höfig erinnerte daran, dass die Krake Paul durch ihre weissagenden Fähigkeiten berühmt wurde: sie erriet den Gewinner der Weltmeisterschaft 2010 richtig und entschied sich damals gegen Deutschland – für Spanien. Michael unterstrich die Rolle des Fußballs als „universale Sprache“, weshalb gerade dieses Motiv dafür ausgewählt wurde, in Spanien für die deutsche Sprache zu werben.
Nach den Eröffnungsreden wurde unter den Schülern der Schule M. Peleteiro das große Torwandschießen abgehalten, das Urbano Migules Vázquez für sich entscheiden konnte. Und um die Stimmung noch etwas anzuheizen, forderten die Lehrer ihre Schüler anschließend zu einem Fußballspiel auf, das für sie allerdings kein sehr rühmliches Ende nahm. Zum Glück hatte die Schulküche ein richtig deutsches Essen zubereitet, mit Eisbein, Würstchen und Sauerkraut, das allen ihre verausgabten Kräfte zurückgab.
Der Höhepunkt des Tages kam zweifelsohne mit dem Auftritt des australisch-deutschen Künstlers DYKO, John Barrie Dyke, der alle mit seiner elektronischen Musik im Stil von Kraftwerk, seinen Texten, vor allem aber seiner Inszenierung überraschte. Das Publikum ging von Anfang an frenetisch mit, und DYKO sprang mitten hinein in seine jugendlichen Zuhörer, ganz im mythischen Stil von Ikone Iggy Pop. Die Schüler des Abiturjahrganges hatten außerdem das Glück, an einem Musikworkshop mit DYKO teilnehmen und dabei ihr ganz eigenes Musikthema aufzeichnen zu können.
Workshop mit DYKO
Einige Energien mussten natürlich noch für den kommenden Freitag aufgespart werden, den Tag des großen Finales. Alle Teilnehmer zogen mit Ball, Torwand und Pulpo Paul durch die einzigartige Szenerie des Pilgerwegs Camino de Santiago bis auf den Platz Obradoiro, auf dem das Finale stattfinden sollte. Gegenüber der Kathedrale, an der ein riesiges Logo des Goethe-Instituts hing, wurde die Torwand aufgebaut. Die Veranstaltung wurde vom Bürgermeister von Santiago de Compostela, Gerardo Conde Roa und vom Stadtrat für Jugend und Sport, Adrián Varela, geleitet. Beide Politiker unterstrichen in ihren Ansprachen die „Bedeutung der deutschen Sprache“ in unserer heutigen Zeit, die „Türen öffnet“.
Nach zwei spannungsgeladenen Runden wurde unter dem Jubel des Publikums Diego Martínez, Schüler der IES Rosalía de Castro aus Santiago de Compostela, als Sieger gekürt. Diego und Urbano Migueles Vázquez, der in der Vorrunde fünf von sechs möglichen Toren erzielte, gewannen die Reise nach Deutschland, und auch die anderen Finalisten erhielten Preise.
Zum Abschluss der Veranstaltung widmete DYKO dem Fußball, Pulpo Paul und allen Teilnehmern einen Song. „Obwohl ich nicht gewonnen habe“, sagt Javier später auf dem Rückflug nach Madrid, „war das eine super Erfahrung. Ich würde jederzeit wieder mitmachen.“
María García Morales.
Siegerfoto mit Bürgermeister Gerardo Conde Roa. Fotos: Michael Höfig.