Das Leben in der (Groß)stadt lehrt uns viele Dinge. Unter anderem lehrt es uns, wegzuschauen. Nicht weil es was Verbotenes oder Gefährliches zu sehen gäbe, sondern weil es für unhöflich gehalten wird. Und jedes Mal, wenn wir an einem Bettler , Obdachlosen oder anderweitig sozialbedürftigen vorbeikommen oder neben uns im Bus eine weinende Person sitzt und wir in die andere Richtung schauen, kommt genau dieses Phänomen zur Geltung.
Wir teilen mit einer Anzahl von Menschen diesen Raum genannt Stadt aber das heißt nicht, dass wir sie kennen und uns in ihr Leben einmischen dürfen. Ja wir laufen eigentlich tagtäglich mit einer Art imaginärem Pappkarton durch die Gegend, der uns ermöglicht, uns vom Rest der Welt abzuschotten. Eine Art kompromissloser Kompromiss.
Doch kann das die Lösung sein? Bei bestem Willen nicht. Wenn der moderne Herr Biedermann den metaphorischen Brandstiftern ernsthaft das Handwerk legen möchte, so muss er aktiver und mutiger werden und gleichzeitig bereit sein, selber sein größter Kritiker zu sein. Man kann nur hoffen, dass es in der Zwischenzeit inside the box genug Platz für alle gibt.