Es ist inzwischen sogar eine schlechte Gewohnheit geworden, dass man immer sagt, dass die Griechen heutzutage es furchtbar schwierig haben. Aber ist es wirklich so? Vielleicht schon. Aber mutmaßlich nicht so schwierig wie bei den Rumänen. Woher habe ich jetzt eigentlich diese Frechheit sowas zu sagen? Letzte Woche habe ich einige griechische Ärzte kennen gelernt, die mir erklärt haben, was für sie furchtbar unerträglich ist, so dass sie die Entscheidung treffen, nach Deutschland auszuwandern – höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen.
Geld ist immer so eine Sache... niemand will es sagen, dass es für ihn deutlich wichtig ist, aber trotzdem wollen wir alle alles Mögliche haben und alles Mögliche machen können. Geld!
Realität: rumänische Ärzte im 1. Weiterbildungsjahr – üblich 200 Euro im Monat, griechische Ärzte im 1. Weiterbildungsjahr – ungefähr 1000 Euro im Monat. Lebenskosten? Sie sollen nicht so unterschiedlich sein. Ich habe in den Nachrichten gelesen, dass die Griechen seit ein paar Monaten keine Löhne mehr bekommen. Sie sollen also 5 Monate kein Geld kriegen, damit sie zum gleichen Niveau mit den rumänischen Ärzten gelangen.
Wie dem auch sei, es kommt nicht nur auf Geld an. Die Arbeitsbediengungen hier in Deutschland sind tausendmal besser als in Rumänien. Die Verantwortung, die die Assistenzärzte ab 1. Arbeitstag hier bekommen, hätte ich in Rumänien nie haben können. Übrigens werde ich ab nächster Woche mit den Nachtdiensten anfangen. Mal schauen, ob ich diese Verantwortung danach auch toll finde


Theodor Lutz

















