
Ich bin gerade in Tulcea und morgen fahre ich nach Bukarest los. Am Freitag fahre ich zurück. Alles normal bis jetzt, denn seit 6 Jahren mache ich immer dasselbe. Hin und her einmal pro Monat. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, wie könnte sich das irgendwann verändern. Aber es wird. In kurzer Zeit, werde ich fahren und nicht zurückkommen. Jetzt fällt mir ein, wie meine Mutter mir vor der Universitätsaufnahmeprüfung eine kleine Klepsydra gegeben hat, und mir erzählt hat, dass ich so wenig Zeit übrig für das Lernen habe. Jetzt habe ich das Klepsydra in der Hand und kann nur darüber nachdenken, dass ich so schnell weggehe. Ich gehe wirklich weg und ich kann niemanden mitnehmen. Meine Freunde, meine Kollegen und meine liebevolle Mutter werden alle hier in Rumänien bleiben, während ich ein neues Leben in Deutschland anfange. Ich verlasse die Menschen, die mich immer unterstützt haben und immer an meiner Seite waren. Ich fühle mich zerbrochen. Ich fühle mich alleine. Und trotzdem, gehe ich weg.


Theodor Lutz




